Claude Monet – Begründer des Impressionismus

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Viele, viele Postkartenmotive haben wir diesem Maler zu verdanken, das ist nicht ohne Grund so, denn viele seiner Bilder sind einfach unglaublich schön.

Dabei hat es lange gedauert, bis Monets Leben eine Stetigkeit erlangte, in der die Erschaffung solch schöner Bilder adäquat erschienen wäre, in der Jugend war sein Leben so von Mangel und Sorgen bestimmt, dass er Schönes höchstens zum Ausgleich hätte malen können: Claude Monet wurde 1840 in Paris geboren, wo die Familie jedoch Not litt und deshalb bald nach Le Havre zu Verwandten ziehen musste. Schon neben dem Besuch des Gymnasiums nahm der junge Monet Zeichenunterricht, er war auch schnell in der ganzen Stadt als Karikaturist bekannt. Als er mit 17 Jahren durch einen ihn fördernden Maler zum ersten Landschaftsbild angeregt wurde, wuchs die Sehnsucht in Monet, den Beruf des Malers zu ergreifen.

”]Claude Monet - Selbstportrait in Beret aus dem Jahre 1886Zuerst noch mit finanzieller Unterstützung seines Vaters durfte er nach Paris gehen und erste Lernerfahrungen machen, das Geld der Eltern wurde aber rationiert, als er sich 1860 gegen die traditionelle École des Beaux-Arts und für die freie Malschule Académie Suisse entschied. Kurz darauf wurde er zum Militär einberufen, als er 1862 wegen einer Typhus-Erkrankung nach Le Havre zurückkehrte, kaufte ihn seine Tante vom Militärdienst frei. Monet trat nun ins Atelier von Charles Gleyre ein, in dem er zusammen mit Pierre-Auguste Renoir, Frédéric Bazille und Alfred Sisley malte und lernte, bis das Atelier im Juli 1864 schloss. Die ganze Zeit über war Monet auf das Geld seiner Familie angewiesen, das schien sich zunächst zu ändern, als er 1864 ein Blumenstillleben in der städtischen Kunstausstellung in Rouen ausstellen konnte und mehrere Porträt-Aufträge eines wohlbetuchten Reeders erhielt.

Claude Monet gründete daraufhin 1865 mit Frédéric Bazille ein gemeinsames Atelier in Paris und konnte in den Pariser Salons, den wichtigsten Kunstausstellungen der Zeit, 1865 und 1866 mehrere Bilder unterbringen. Es sollte sich jedoch bald zeigen, dass der Unterhalt eines Ateliers nicht preiswert ist, und mit der Beziehung zu Camille Doncieux und der Geburt seines Sohnes geriet Monet in immer größere finanzielle Schwierigkeiten, sodass er Camille erst 1870 ehelichte. Nicht nur finanziell ging es Monet nicht gut in diesen Jahren, er entfernte sich durch verschiedenste Einflüsse (u. a. die realistische Landschaftsmalerei der Schule von Barbizon und die immer enger werdende Bekanntschaft mit Édouard Manet) in Themenwahl und Malweise immer weiter vom Salon de Paris und damit auch vom kommerziellen Erfolg. Während seiner frühen Pariser Jahre musste er vor Gläubigern fliehen und brauchte die finanzielle Unterstützung seiner Familie, von Freunden und Gönnern.

Erst ab 1870 wendete sich das Blatt etwas, als Monet vor der Einberufung zur Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg nach London zog und dort den Kunsthändler Paul Durand-Ruel kennenlernte, der mehrere Gemälde Monets erwarb. Zur gleichen Zeit starb Monets Vater, mit der Erbschaft mietete er in Argenteuil ein Haus mit Garten und richtete sich ein Boot als Atelier ein, erstmals konnte Monet nun ein Leben in bürgerlichem Wohlstand genießen.

”]"Monets Garten in Giverny" aus dem Jahre 1900
1873 plante er zusammen mit Gustave Caillebotte die Veranstaltung gemeinsamer Ausstellungen und gründete zu diesem Zweck eine Künstler-Gesellschaft, der sich all die Künstler anschlossen, die später als Kern der Impressionisten galten. Durch ein Bild Monets erhielten die Impressionisten auch ihren Namen: Das Werk mit dem Titel “Impression – Sonnenaufgang” gab einem Kritiker Anlass, der ersten, 1874 in Paris stattfindenden Ausstellung der Gruppe die spöttische Bezeichnung „Die Ausstellung der Impressionisten“ zu geben.

Auch wenn sich die Gesellschaft bald auflöste, der Begriff Impressionisten blieb, ebenso wie die Unterstützung Monets durch Durand-Ruel. 1876 fand in dessen Räumlichkeiten die zweite Impressionisten-Ausstellung statt, weitere Förderung erfuhr Monet durch den Kaufhausbesitzer Ernest Hoschedé. Nicht zu dessen Wohl: Nach dem Konkurs Hoschedés und dem frühen Tod von Monets erster Frau Camille wandte sich Alice Hoschedé mit ihren sechs Kindern 1881 Monet zu.

Nach 1874 hatten noch mehrere Ausstellungen der Impressionisten stattgefunden, die von 1882 war aber die letzte, an der sich Claude Monet beteiligt hatte. Die anderen Impressionisten warfen ihm vor, die Gruppe aus egoistischen Motiven nicht mehr zu unterstützen, vielleicht war das der Grund, dass die Ausstellungsreihe 1886 mit der achten Ausstellung endete. Wirklich hatte sich Monet nach seiner Ausstellungsteilnahme 1882 insofern von den Impressionisten wegbewegt, dass er wieder auf den Salon de Paris zuging, dessen Jury sogar eines seiner Bilder annahm.

Seine Finanzen vermehrten sich von nun an ständig, 1883 richtete Durand-Ruel für ihn eine Einzelausstellung aus, generell war der Markt für impressionistische Werke gut, Monet konnte ausgedehnte Reisen unternehmen, auf denen viele Werke entstanden. 1890 ermöglichten ihm die regelmäßigen Verkäufe den ersten Grundbesitz, er konnte das schon seit 1883 gemietete Haus in Giverny erwerben, in dem sein berühmter Garten entstand und durch Zukäufe ständig erweitert wurde. Das Leben mit seinen beiden Söhnen, Alice Hoschedé und ihren Kindern lief hier ruhig und erfolgreich vor sich hin, Monet hatte Zeit, sich mit den Wesen seiner Malerei zu beschäftigen. Viele seiner berühmten Naturbilder entstanden in dieser Zeit. Nach dem Tod Ernest Hoschedé legitimierten Monet und Alice 1892 ihre Beziehung durch Heirat, 1897 baute Claude Monet ein zweites Atelier, und auf der gerade erblühenden Biennale di Venezia wurden 20 seiner Werke ausgestellt.

Claude Monet - Nympheas (Seerosen), etwa 1915

Claude Monet - Nympheas (Seerosen), etwa 1915; via Wikimedia Commons

Um 1900 begann Monet mit der Arbeit an seinen berühmten Seerosenbildern, die genaue Darstellung des Wassers und des Lichteinfalls sollte ihn bis zu seinem Tod gefangen nehmen. Monet hat in seinem reichtätigen Malerleben viele Themen und Motive aufgegriffen: Gruppenporträts, Reminiszenzen an den zeitgemäßen Japonismus, berühmte Bauwerke, die ihm auf seinen Reisen auffielen und immer wieder auch banale Großstadtmotive gehören ebenso zu seinen Arbeiten wie Porträts und Landschaftsbilder. Aber die Darstellung der Natur in all ihrer Farbe und Lichtgestalt, das Malen im Freien bei natürlichem Licht sollte die eigentliche Herausforderung und Bestimmung seiner Malkunst werden.

Die ihn nie restlos befriedigende Mühe, die er darauf verwandte, das Leben im Freien und die Schönheit der Gewächse seines Gartens zu erfassen, soll ihn auch immer wieder glücklich gemacht haben. Vollendet wird diese neue Perfektion der Naturdarstellungen in Monets Reflexlandschaften, wie er seine Wasser- und Seerosenbilder nannte. Hier schafft er es endlich, die Landschaft in kleinen Ausschnitten auf der Oberfläche des Wassers zu spiegeln, die Form wird fast völlig aufgelöst, das Spiel der Farbe in unzähligen Nuancen ergibt eine Einheit der wie zufällig hingeworfenen Tupfen und Striche, Flächen und zarten Schleiern, die bis heute seine große Meisterschaft zeigt.

Claude Monet - Begründer des Impressionismus

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Lina Sahne

Moderatorin und Autorin bei Kunstplaza
Passionierte Autorin mit regem Kunstinteresse

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