Kunstblog und Kunstmagazin informiert rund um Kunst, Design und Kultur – Kunstplaza https://www.kunstplaza.de Plattform für Künstler, Kunsthändler & Kunstinteressierte Sat, 11 May 2019 06:43:53 +0000 de-DE hourly 1 Wo bleibt die Meme-Art? https://www.kunstplaza.de/multimedia/wo-bleibt-die-meme-art/ https://www.kunstplaza.de/multimedia/wo-bleibt-die-meme-art/#respond Thu, 28 Mar 2019 13:28:25 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9600 Memes als Kulturerscheinung Das erste Meme war das schlichte Smiley 😉, das von Informatik-Professor Scott E. Fahlman am 19. September 1982 im Usenet der Carnegie Mellon University verschickt wurde. Das Smiley ist doch als Emoticon bekannt und Fahlman gilt als deren Erfinder? Schon richtig, aber “auf höherer Ebene” ist dieses Emoticon eben auch ein Stück...

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Memes als Kulturerscheinung

Das erste Meme war das schlichte Smiley 😉, das von Informatik-Professor Scott E. Fahlman am 19. September 1982 im Usenet der Carnegie Mellon University verschickt wurde.

Das Smiley ist doch als Emoticon bekannt und Fahlman gilt als deren Erfinder? Schon richtig, aber “auf höherer Ebene” ist dieses Emoticon eben auch ein Stück Internetkultur, das durch Online-Übertragung zum Meme werden kann. Wenn es denn verbreitet wird und an Einfluss gewinnt – wir alle wissen, dass genau das mit dem Smiley in reichlicher Fülle geschah und geschieht.

1996 folgte das tanzende Ugachaka-Baby (von Webentwickler John Woodell; lass’ es noch mal tanzen, yeah):

1999 Hampton’s Hamster House (“The Hampsterdance Song”)

mit erstem messbarem Erfolg von 17 Millionen Besuchern pro Tag über drei Monate, wenig später Advice animals + Lolcats in rauen Mengen und vieles mehr … und dann schließlich auch seriösere Inhalte.

Memes sind flüchtig, spassig, ironisch – und oft so daneben, das Fremdschämen die naturgegebene Reaktion ist. Im Netz sind Memes allerdings nicht ganz so flüchtig; nicht so flüchtig wie der geniale Gedankenblitz des/der FreundIn, der wieder einmal nicht rechtzeitig irgendwo notiert werden konnte … weil das so ist, gibt es wenig Gründe, sich das Leben mit schlechten Memes zu vermiesen, denn auch hier gibt es einige Auswahl und könnte es sehr viel mehr geistreiche und durchs Design anregende Auswahl geben. Dazu später, werfen wir erst einen Blick auf Inhalt und Form der Memes, die zur Zeit das Netz dominieren:

Vom netten Bildchen zum einflussreichen Kommunikationswerkzeug

Heute werden per Meme nicht nur Kommentare und Witze, sondern auch Statements zu politischen Debatten, Beschwerden über öffentliche Bürokratie-Auswüchse, Unmut über das Versagen des ÖPV usw. verbreitet. Das Meme ist erwachsen geworden und hat seine Unschuld verloren. Es hat sich zu einem Kommunikationsmittel gemausert, das auch ernsthafte Inhalte transportiert und ernsthafte Reaktionen hervorruft (manchmal, wär’ ja auch schade sonst).

Die besten Internet Memes 2018

Die besten Internet Memes 2018 (siehe Pinterest Sammlung weiter unten)

Solche Memes beeinflussen Massen; sie werden von Firmen, die Massen beeinflussen wollen, gezielt zu diesem Zweck eingesetzt. Einige der erfolgreichsten Memes von 2018 zeigen das deutlich: Im Januar legte Google ein Selfie-Feature per Arts & Culture App auf. Es sollte den Nutzern ermöglichen, Fotos ihrer Gesichter in berühmten Gemälden zu suchen und so laut Google das allgemeine Interesse an Kunst und Kultur anheizen.

Dahinter steckte die Erprobung einer Gesichtserkennungstechnologie – bis Datenschützer Sturm liefen, hatten viele unbedarfte Kunstinteressierte ihre Physiognomie unwiderruflich einer Google-Datenbank übereignet. Im gesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet, ging die Aktion allerdings nach hinten los: Auch die Datenschützer erhielten im Zusammenhang mit diesen Memes mehr Aufmerksamkeit und konnten so Millionen bisher unkritischer Nutzer auf die Hemmungslosigkeit der Datengier des Suchmaschinenbetreibers hinweisen.

Auch der neueste Hinweis in mancher Waschmittel-Werbung: “Waschmittel von Kindern fernhalten” wurde durch eine Welle von Memes ausgelöst. Hier wollten Teenies Klickzahlen und damit den vermeintlichen persönlichen Internetruhm beeinflussen, ihr Hirn hatte aber offensichtlich gerade an ganz anderen Baustellen zu tun.

In der “Tide Pod Challenge” wurde die Teenie-Gemeinschaft aufgefordert, Waschmittelkapseln zu verzehren und sich dabei zu filmen. Die hirnlosesten Teenies waren voll dabei, von Anfang des Jahres bis 15.02.2018 wurden 86 Jugendliche mit Mund-Verätzungen, Anfällen, Lungenödemen, Atemstillstand, Koma etc. in die US-amerikanischen Notaufnahmen eingeliefert (siehe www.merkur.de/leben/gesundheit/waschmittel-essen-klicks-warum-koma-enden-kann-zr-9616716.html).

Dieses Meme hat sehr nachhaltig gewirkt: Millionen Verbraucher, die bisher einfach Waschmittel gekauft hatten, fragten sich nun, was zum Teufel in dem Zeug drin ist, das Jugendliche reihenweise in die Notaufnahme befördert, und stiegen auf ungiftige Bio-Waschmittel um.

Es gibt (wenige) bessere Beispiele für einflussreiche Kommunikation durch Memes, aber nach wie vor gilt:

Memes können begeistern

Menschen begeistern sich gerne und leicht für erfreuliche, anregende Alltags-Unterbrechungen, Geistesblitze, kleine Überraschungen. Das ist nicht nur gut so, sondern ein menschliches Grundbedürfnis – die neurobiologische Forschung hat längst entdeckt, dass Begeisterungsfähigkeit im Gehirn ein “günstiges Klima” schafft. Gemeint ist eine Geisteshaltung, die die Anlage bestimmter Hirnverbindungen begünstigt, und zwar all der Synapsen, die beim Lernen, Verstehen, Entwickeln gebildet werden … Begeisterungsfähigkeit entsteht durch Übung, also jeden Tag ein bisschen Begeisterung.

Da erfreuliche, anregende Phänomene heutzutage im Alltag vieler Menschen selten geworden sind (bzw. den Alltag aller Menschen zu selten bereichern, über zu viel Anregung und Freude hat noch keiner geklagt), nutzten kreative Köpfe von Anfang an auch das Internet, um ein bisschen Pep und Spaß in den Alltag zu bringen. Durch schräge Videos, blöd-süsse Katzenbilder, tanzende Comicfiguren – die alle zum Meme werden, wenn sie von einem (un)passenden Spruch umrahmt Menschen amüsieren und daraufhin/deshalb wie wild durchs Netz verteilt werden.

Denn das Internet-Meme wurde 2009 durch Autor Patrick Davison im Essay “The Language of Internet Memes” wie folgt definiert: “Ein Internet-Meme ist ein Stück Kultur, meist ein Witz, der durch Online-Übertragung an Einfluss gewinnt.” (siehe www.academia.edu/3649116/Makes_a_Meme_Instead_A_Concise_History_of_Internet_Memes, S. 3).

Memes bringen also schon ein ganzes Jahrzehnt Spass in den Alltag der Menschen. Einerseits ein Hinweis darauf, dass Memes wohl noch lange Teil der Internetkultur bleiben werden, anderseits hat das Meme in diesem langen Zeitraum zwar die oben geschilderte Entwicklung zum (auch) ernsthaften Kommunikationsmittel durchgemacht, aber grafisch nicht viel gelernt:

Aufruf zum Aufstand gegen Impact!

Memes, die netten, spöttischen, schrägen Internet-Witzchen, werden in ihrer klassischen Form mit einem Font unterlegt, der … einfach Müll ist:

Impact wurde 1965 als Bleisatz-Schrift entwickelt und war damit schon zur Zeit ihrer Entstehung veraltet. Jede einigermaßen fortschrittliche Druckerei bemühte sich seit Anfang der 1960er um Einsatz der neuen Fotosatzverfahren, und auch die ersten digitalen Satz-Methoden waren bereits im Entstehen.

Impact sollte Eindruck vermitteln (z. B. in den Überschriften der damals kräftig zulegenden Medien- und Werbewelt, in Fließtext hat die Schriftart nichts zu suchen) – und das tut der Font, auf uncharmante Weise, die mit elegantem Design nichts zu tun hat: Impact schreit den Leser an; was in Impact daherkommt, wurde offensichtlich in einem unguten Gemütszustand erdacht.

Heute hat der so hölzern aufmerksamkeitsheischende Font einen festen Spitzenplatz unter den unbeliebtesten Schriftarten der Welt. Wirklich gut ist dieses Typografie-Desaster nur für Memes geeignet, die schlechte Laune oder Frust verbreiten sollen oder ihren Verfasser auf den ersten Blick als grafische Null ausweisen sollen.

Diese Sammlung der “best memes 2018” erwies sich insgesamt als ästhetisch ungewöhnlich grausam, bis Firefox beleidigt abstürzte: www.thrillist.com/entertainment/nation/best-memes-2018. Muss nicht sein, Memes haben keinen Pakt mit dem Teufel geschlossen, der sie zu immerwährender Hässlichkeit verpflichtet.

Die besten Memes 2018 (weltweit)

Kunst (Promotion) mit Art-Memes

Memes sind ein Kulturphänomen, das in einzelnen Ausprägungen Millionen Menschen erreicht. Hier einige Beispiele, die über Jahre Millionen, insgesamt also Milliarden Menschen erreicht haben (siehe www.pcwelt.de/ratgeber/Die_30_witzigsten_Internet-Memes-Web-Phaenomenen_auf_der_Spur-8022378.html)

Haha, lustig? Naja schon, aber man muss kein Berufs-Humorist sein, um zu vermuten, dass da mehr geht. Doch im deutschsprachigen Raum machen sich Memes insgesamt rar – was z. B. an instinktiver Impact-Ablehnung der Weltregion liegen könnte, die den Schriftsatz erfunden hat oder an der Schwierigkeit, in der eher opulenten deutschen Sprache geistreiche Aphorismen zu verfassen.

Es gibt einige wirklich witzige (mundartlich getönte) Beispiele aus der Schweiz, ein paar Lachmuskeln anregende Memes aus Österreich (blickamabend.atavist.com/memes, www.buzzfeed.com/de/philippjahner/austrian-memes) und sehr viele recht dumme bis peinliche Memes aus Deutschland (hier soll keinem Verfasser persönlich zu nahe getreten werden, einfach auf Facebook und Co. nach Memes aus Deutschland suchen)

Schade und nicht wirklich ein Spiegelbild der kreativen Menschen in Deutschland (im DACH-Raum) – denn Memes müssen nicht auf den brüllenden Font “Impact” beschränkt bleiben und bieten kreativem Menschen viele Möglichkeiten: Aufmerksamkeit – wenn der Sinn des Memes erst auf den zweiten Blick zu verstehen ist, sogar recht nachhaltige Aufmerksamkeit. Mit einem pfiffigen (niemanden beleidigenden, unpolitischen und nicht religiösen) Inhalt hat der Verfasser die Lacher auf deiner Seite.

Memes können ernsthafte, kritische Inhalte entspannt kommunizieren, ohne gleich Abwehrhaltungen zu provozieren.

Und Memes können natürlich zu entzückenden Miniatur-Kunstwerke werden, wenn sich ein paar der vielen Menschen ans Werk machen, die sich mit Schriften und Schriftsatz, Fotos und Fotobearbeitung gut auskennen (gar nicht auszudenken, was dabei herauskommen könnte, wenn sich Künstler der Memes annähmen) …

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Eventfotografie – Imagestärkung durch gut inszenierte Bilder https://www.kunstplaza.de/fotografie/eventfotografie-imagestaerkung-gut-inszenierte-bilder/ https://www.kunstplaza.de/fotografie/eventfotografie-imagestaerkung-gut-inszenierte-bilder/#respond Wed, 13 Mar 2019 12:12:29 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9588 Es ist unbestreitbar: Ein überzeugendes Bild von einer Firmen- oder Geschäftsveranstaltung zu vermitteln, kann eine Herausforderung sein. Schließlich können Aufnahmen von Menschen in Anzügen, die auf einer Konferenz Networking betreiben, falsch in Szene gesetzt, oder steif und unnahbar wirken. Langweilige Corporate Event Fotografie reflektiert nicht nur schlecht die Marke des Unternehmens – sie kann auch...

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Es ist unbestreitbar: Ein überzeugendes Bild von einer Firmen- oder Geschäftsveranstaltung zu vermitteln, kann eine Herausforderung sein. Schließlich können Aufnahmen von Menschen in Anzügen, die auf einer Konferenz Networking betreiben, falsch in Szene gesetzt, oder steif und unnahbar wirken.

Gut inszenierte Eventfotos stärken Ihr Image

Gut inszenierte Eventfotos stärken Ihr Image

Langweilige Corporate Event Fotografie reflektiert nicht nur schlecht die Marke des Unternehmens – sie kann auch der Neukundengewinnung schaden. Tatsächlich verwenden Verbraucher Bilder als primäre Methode, um den Wert eines Ereignisses zu bestimmen, bevor sie sich Internetseiten weiter anschauen.

Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, Fotos von Firmenveranstaltungen aufzunehmen, die einzigartig sind und das Interesse potenzieller Kunden oder Geschäftspartner wecken. Um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, lassen Sie den Fotografen wissen, wo Sie diese Bilder verwenden möchten. Dies kann beispielsweise auf der Internetseite, in Beiträgen auf Instagram oder Facebook oder in einer Werbekampagne durch Bannerwerbung sein. Auch physische Poster sind gängige Verwendungszwecke von gut inszenierten Fotos.

Wenn Sie eine Veranstaltung wie einen Kurs oder ein Seminar veranstalten, sollten Sie dies bei der Anforderung von Aufnahmen berücksichtigen. Wenn Aufnahmen von einer Veranstaltung das ganze Jahr über für das Marketing verwendet werden, achten Sie außerdem darauf, dass Sie in der Veranstaltungsfotografie keine saisonalen Details finden.

Um effektvolle Bilder zu erstellen, sollte ein professioneller Eventfotograf beauftragt werden

Um effektvolle Bilder zu erstellen, sollte ein professioneller Eventfotograf beauftragt werden

Weiterhin ist es wichtig, Aufnahmen von Teilnehmern zu machen, die Spaß haben. Dies spiegelt einen positiven Eindruck der Teilnehmer wieder und wirkt sich somit auch auf das Unternehmensimage aus. Es kann jedoch auch zielführend sein, abstraktere Aufnahmen zu machen, die nicht auf Einzelpersonen ausgerichtet sind. Dies gilt insbesondere, wenn Sie das Bildmaterial auch für das Marketing nutzen. So können beispielsweise Aufnahmen von einem gut besuchten Veranstaltungsraum als unaufdringlicher Hintergrund einer Zielseite der Internetseite dienen.

Alles in allem lässt sich sagen, dass verschiedene Veranstaltungen immer Möglichkeiten bieten, gute und professionelle Bilder zu erstellen. Das A und O ist dabei, den richtigen Eventfotografen zu finden und diese genau zu briefen. So steht gut inszenierten Fotos, die das Unternehmensimage stärken, nichts im Wege.

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Mel Ramos – Umstrittener Pop-Art Künstler & Schöpfer der Commercial Pin-Up Girls https://www.kunstplaza.de/kunsthandel/mel-ramos-umstrittener-pop-art-kuenstler-commercial-pin-up-girls/ https://www.kunstplaza.de/kunsthandel/mel-ramos-umstrittener-pop-art-kuenstler-commercial-pin-up-girls/#respond Mon, 04 Mar 2019 18:03:29 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9568 Der US-amerikanische Künstler Mel Ramos verließ uns im Oktober 2018 im Alter von 83 Jahren und hinterlässt uns ein umfassendes Oeuvre, das vor weiblicher Sexualität nur so strotzt. Vulgär und sexistisch nannten seine Kritiker seine Werke und der populäre Pop-Art Vertreter war wohl Zeit seines Lebens für seine freizügigen Darstellungen heftig umstritten. Wie könnte man...

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Der US-amerikanische Künstler Mel Ramos verließ uns im Oktober 2018 im Alter von 83 Jahren und hinterlässt uns ein umfassendes Oeuvre, das vor weiblicher Sexualität nur so strotzt. Vulgär und sexistisch nannten seine Kritiker seine Werke und der populäre Pop-Art Vertreter war wohl Zeit seines Lebens für seine freizügigen Darstellungen heftig umstritten.

Wie könnte man seinen Stil möglichst wertfrei beschreiben, ohne sich gleich in die Formulierungen weder seiner Bewunderer noch seiner Kritiker einzureihen?

Frech – Provokativ – Knallbunt – Populär – Sexy – Konsumkritisch – Werbewirksam – Oberflächlich – Grell – Fröhlich – Humorvoll? Vielleicht eine Mixtur aus all diesen Attributen und noch viel mehr.

Ganz nüchtern betrachtet, kann man seine Bilder als weibliche Akte in einer Verbindung mit populären Markenartikeln – als Pin-Up Girls in typischen Arrangements aus der Werbung der 1950er und 1960er Jahre – bezeichnen. Solche Markenprodukte waren beispielsweise Zigarettenschachteln, Softgetränke, Kaugummi, Schokolade und Automobile.

Pop Art Künstler Mel Ramos

Pop Art Künstler Mel Ramos (2007)
Foto von Vernissagefan [CC BY-SA 3.0]

Hinter der dieser überzeichneten Darstellung der weiblichen Sexualität darf aber eine Parodie bzw. Satire auf die damals sehr verbreitete Werbemasche mit eindeutigem Sex-Sells-Ansatz vermutet werden. Es war in der damaligen Zeit eine gängige Praxis, die Kauflust der konsumgeneigten Bevölkerung mit sexuellen Reizen zu befeuern.

Die sogenannten “Commercial Pin-Ups” wurden über Jahrzehnte hinweg das unverkennbare Markenzeichen von Mel Ramos. Dies verlieh ihm einen ungewöhnlichen, aber nicht minder bedeutenden Platz in der Geschichte des Pop Art.

Aber beginnen wir doch von vorne und der Reihe nach.

Mel Ramos – Seine frühen Jahre

Mel Ramos wurde am 24. Juli 1935 als Sohn portugiesischer Einwanderer in Sacramento, Kalifornien geboren und studierte Kunst am Sacramento Junior College (Bachelor-Abschluss 1957) und später am Sacramento State College (Abschluss 1958). Tatsächlich blieb er dort bis 1997 Mitglied der Fakultät, als er dann schließlich als emeritierter Hochschulprofessor in den wohlverdienten Ruhestand entlassen wurde.

Während seiner Ausbildungszeit an der Sacramento State wurde er unter anderem vom bekannten Pop-Art-Künstler Wayne Thiebaud als Schüler maßgeblich geprägt, unter dessen Anleitung er dort seinen Master-Abschluss erwarb. Dadurch kam er auch in Berührung mit der Bay Area Figurative School, welcher er für einige Jahre sehr nahe stand.

Allmählich wandte er sich jedoch vom Abstrakten Expressionismus der 50er Jahre, der auch die Kunstrichtung des Action Painting als auch die Farbfeldmalerei angehörten, ab. Anfang der 60er-Jahre begann Mel Ramos dann – ganz im Geiste der damaligen Zeit – mit dem Zeichnen und Malen von Comic-Figuren. Unter seinen frühen Arbeiten waren vor allem die Superhelden der ersten Stunde: Superman, Batman, The Spectre und Wonder Woman.

Pop-Art Ära und Pin-Up Girls

In den frühen 60er-Jahren veränderte sich die westliche Welt in dramatischer Weise und es vollzog sich ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel. Es waren Zeiten des Aufbruchs, die in fast allen Bereichen des alltäglichen Lebens zu spüren waren. Angefangen vom kindlichen Leben, dem Erwachsenwerden, der Familie über Schule, Mode, Technik und eben auch in der Kunst.

Es war eine unheimlich spannende Zeit mit vielen großen gesellschaftlichen und politischen Ereignissen und Umwälzungen. Das Leben wurde nach einigen Jahren der Tristesse in direkter Folge auf die beiden Weltkriege wieder schlagartig bunter und lauter. Alles schien plötzlich möglich.

Inmitten diesen Zeiten trat auch eine neue, schrille und populäre Kunstrichtung auf die Bühne: Pop-Art war geboren.

Während Mel Ramos nie den gleichen Ruhm wie seine beiden Zeitgenossen Andy Warhol und Roy Lichtenstein für sich beanspruchen konnte, spielte er dennoch eine wichtige Rolle für die erste Generation US-amerikanischer Pop-Art Künstler und darf durchaus zu den Pionieren dieser Stilrichtung gezählt werden.

Er war einer von 12 Künstlern, die gemeinsam mit Andy Warhol und Roy Lichtenstein im Los Angeles County Museum of Art im Jahre 1963 die neue Kunstbewegung aus der Taufe hoben und den Keim für einen wahren Siegeszug des Pop Art gesät hatten. Der grafische Stil seiner Werke wurde stark von der Bildsprache der Comic-Hefte beeinflusst. Ebenso dürften ihn die Arbeiten seiner Zeitgenossen Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Robert Rauschenberg inspiriert haben.

Ramos stürzte sich dabei mit Begeisterung insbesondere auf die Darstellung von Pin-Ups, welche in diesen Jahren eine enorme Popularität erfuhren. Insbesondere die sexuell freizügige Zurschaustellung von weiblichen Comic-Charakteren und Superheldinnen wie Wonder Woman bestimmten seine ersten Werke in diesem Genre. Pin-Up Girls sollten der Nukleus seines gesamten weiteren Schaffensprozesses bleiben.

Das Frauenbild der Femme Fatale wurde geprägt von Sexsymbolen wie Marilyn Monroe und Jane Mansfield, die den Glamour und Ruhm Hollywoods perfekt verkörperten und Millionen von Männern schmachten und Millionen von Frauen träumen ließen. Darin fanden sich die Sehnsüchte einer ganzen Generation wider.

Ramos griff diese Inszenierung des perfekten Frauenkörpers voller Anmut, Schönheit und Verführungskraft in seinen Commercial Pinup Girls auf und schaffte durch deren Arrangement mit Konsumgütern und Produkten aus bekannten Werbeformaten eine satirische Auseinandersetzung mit dieser Inszenierung von Schönheitsidealen auf der einen und eine subtile Kritik an den Mechanismen der Werbemaschinerie auf der anderen Seite.

Er thematisierte durch seine Arbeiten auch die Rolle des weiblichen Körpers im aufkommenden Materialismus des erstmals nach dem 2. Weltkrieg prosperierenden gesellschaftlichen Lebens einer sich herausbildenden Wohlstandsgesellschaft.

In einem Interview mit artnet News erinnerte sich Ramos’ einstiger Galerist Louis K. Meisel an sein erstes Aufeinandertreffen mit dem Künstler. Obwohl die freizügige Darstellung nackter Frauenkörper in aufreizenden Posen damals sehr radikal war, zögerte Meisel nicht lange und nahm in – vielleicht auch aufgrund seines unkonventionellen Auftretens und seiner Persönlichkeit als Künstler – bei seiner renommierten Galerie in New York sofort unter Vertrag. Diese Verbindung hielt von 1971 bis zum Schluss und war von außerordentlichem Erfolg gekrönt.

Er lebte und arbeitete Zeit seines Lebens in der kalifornischen Stadt Oakland und in der Gemeinde Horta de Sant Joan in Spanien.

Erste Einzelausstellungen und Sammlungen

Seine erste Pop-Art Einzel-Ausstellung verzeichnen konnte Ramos 1964 in der Bianchini-Gallery in New York. Die Zeitzeugin und damalige Kunstkritikerin Elisabeth Stevens schrieb damals für ARTNEWS über diese Ausstellung:

„Mel Ramos bringt einen Hauch von Karneval aus Kalifornien mit… Seine Arbeiten sind effektvoll, die Farben knallbunt und die Motive stark aufmerksamkeitserregend. Als Maler ist Ramos kein Playboy, und wie bei seinem Mentor Wayne Thibaud ist sein Realismus kompromisslos, mutig und niemals akademisch.“

Zwei Jahre später verschlug es ihn sogar gleich mal nach Deutschland und seine Werke wurden 1966 in der Galerie Ricke in Kassel ausgestellt.

Im Jahr darauf wurde er wieder in seinem heimatlichen Kalifornien – genauer gesagt in San Francisco – mit einer weiteren Einzelausstellung gewürdigt. Berichten zufolge soll die amerikanische Feministin Judy Chicago damals schreiend durch die Räume gelaufen sein und dabei auch den Museumsleiter wüst beschimpft haben.

1967 organisierte er nochmals eine Ausstellung in Deutschland, dieses mal in Köln. Dabei kam es zu einem heftigen Eklat. Ein Großteil der ausgestellten Werke wurden durch die Polizei abgedeckt.

Grund für diese Aktion waren Bilder seiner “Animal Paintings”-Bilderserie, deren Motive den Behörden für die damalige Zeit deutlich zu sexistisch waren. Sie zeigten Frauen in eindeutigen sexuellen Posen mit Tieren. Das ging vielen Verantwortlichen bei den Ordnungsbehörden entschieden zu weit und man entschied sich für die Verhüllung der Werke. Das mediale Echo danach kann man sich ja denken.

1972 begann Ramos mit der Veröffentlichung seiner Werke der Reihe “Unfinished Paintings” – Diese Bilder waren eine Persiflage klassischer Aktbilder der alten Meister. Die schlichte und oftmals unschuldig daher kommende Erotik der Meisterwerke von Manet, Ingres und Modigliani wurden durch aufreizende Pinups ersetzt und ad absurdum geführt.

Eine Auswahl weiterer wichtiger Ausstellungen in chronologischer Reihenfolge:

  • 1963: Teilnahme an Pop Art-Ausstellungen im Oakland Museum of California und im Contemporary Art Museum in Houston
  • 1965: Teilnahme an der Gruppenausstellung Pop Art, Nouveau Réalisme, etc. im Palais des Beaux-Arts, Brüssel
  • 1966: Teilnahme an der Wanderausstellung 11 Pop Artists durch die USA
  • 1969: Einzelausstellung in Deutschland im Gegenverkehr, Zentrum für aktuelle Kunst, in Aachen
  • 1972: Einzelausstellung im Utah Museum of Fine Arts, Salt Lake City
  • 1974: Teilnahme an einer Pop Art-Ausstellung im Whitney-Museum of American Art in New York
  • 1975: Einzelausstellung im Museum Haus Lange, Krefeld
  • 1977: Erste Retrospektive im Oakland Museum of California
  • 1991: Teilnahme an der großen internationalen Wanderausstellung »Pop Art« (Royal Academy of Arts, London; Museum Ludwig, Köln; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid; The Montreal Museum of Fine Arts)
  • 1999: Teilnahme an der druckgraphischen Gruppenausstellung »Pop Impressions« im Museum of Modern Art, New York
  • 2007: Teilnahme an der Ausstellung Pop Art Portraits in der National Portrait Gallery in London und in der Staatsgalerie in Stuttgart
  • 2015: Mel Ramos. My Age of Pop. Ludwig Museum Koblenz

Vor allem in Europa erlebten die Werke von Ramos in den letzten Jahren ein regelrechtes Revival. 2010-2011 machte eine groß angelegte Retrospektive zum Künstler im Rahmen des 50-jährigen Jubiläum der Pop Art die Runde und legte dabei Halt in Münchens Villa Stuck, der Kunsthalle Tübingen und im Albertina in Wien ein.

Sein Heimatland – die USA – erhielt 2012 seine eigene Retrospektive, als das Crocker Art Museum in Sacramento unter dem Titel “Mel Ramos: 50 Years of Superheroes, Nudes, and Other Pop Delights” den Künstler ehrte.

Noch Anfang September letzten Jahres – kurz vor seinem Tod – eröffnete Mel Ramos in Hamburg eine Ausstellung seiner Werke. Zu diesem Zeitpunkt rechnete noch niemand mit dem unmittelbar bevorstehenden Ableben des Künstlers.

Einen Monat danach eröffnete die Ausstellung “Mel Ramos – Superheroes of 1963” mit sechs seiner ersten 18 Bilder, die der Pop Art zugerechnet werden können, in seiner “Hausgalerie” – der Louis K. Meisel Gallery. Das Ende dieser Werkschau am 10. November 2018 erlebte der Künstler nicht mehr.

Die Arbeiten des Malers und Grafikers wurden im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in zahlreiche renommierte Sammlungen und Dauerausstellungen aufgenommen, darunter:

  • Museum of Modern Art , NYC
  • Solomon R. Guggenheim Museum
  • Norton Simon Museum, Pasadena
  • Hirshhorn Museum, Washington, DC
  • Whitney Museum of American Art, New York
  • San Francisco Museum of Modern Art
  • Museum of Contemporary Art, Los Angeles

Sogar das Playboy Magazin griff seine Werke auf und veröffentlichte ein Buch mit einer Sammlung seiner sexy Pin-up Girls. Aktuell können Sie Bilder von Mel Ramos (z.B. als limitierte Lithografie oder Linolschnitt) über die Galerie Zimmermann & Heitmann erwerben.

Wonder Woman No. 3 - Lithografie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Wonder Woman No. 3 – Lithografie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Vintage Peek-a-Boo Portfolio - Lithografie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Vintage Peek-a-Boo Portfolio – Lithografie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Peace - Lithografie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Peace – Lithografie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Mixed Nuts - Mischtechnik erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Mixed Nuts – Mischtechnik erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Martini Miss # 2 - Linolschnitt erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Martini Miss # 2 – Linolschnitt erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Lola Cola 5 - Lithographie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Lola Cola 5 – Lithographie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Five Flavor Fanny - Lithographie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Five Flavor Fanny – Lithographie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Dionus - Lithographie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Dionus – Lithographie erhältlich bei Zimmermann & Heitmann

Erfolge, Perzeption und Kritik

Heftiger Gegenwind aus konservativen und feministischen Kreisen

Seine ersten Arbeiten, die zumeist die Darstellung von Superhelden, historischen Akten und Palmen beinhalteten, wurden von Kritikern teilweise als wenig werthaltig oder gar Kitsch abgetan. Diese Wahrnehmung änderte sich aber, als er sich seinem zentralen Werk und dediziertem Lieblingsthema zuwendet – den Pin-Up Girls.

Aufgrund der Freizügigkeit und Art seiner Zurschaustellung von nackten Frauenkörpern geriet Ramos bereits früh in den 1960er Jahren in heftige Kritik. Diese ging in erster Linie von konservativen und reaktionären Kreisen aber auch von vielen Frauen und Feministen aus. Sie bezeichneten seine Werke als vulgär, rückständig, erniedrigend und entwürdigend. Besonders gegen Ende der 60er und in den 70er Jahren, als der Feminismus sich verbreitete, verspürte Ramos wohl einigen Gegenwind.

1972 schrieb die Kritikerin Linda Nochlin exemplarisch in einem Essay der ARTNEWS “Women as Sex Object” über die vermeintlich fetischistische und herabwürdigende Natur seiner Bilder. In späteren Jahren sollen weibliche Pop-Künstler wie Marisol und Marjorie Strider in ähnlicher Weise seine Bilder als rückständig abgeurteilt haben.

Diese Wand der Kritik wirkt paradox, wenn man sich verdeutlicht, dass eben diesen Bilder eine satirische Intention und kritische Note gegen die Inszenierung von Frauen als reine Sexsymbole zur Vermarktung von profanen Warenartikeln innewohnt. Wurde hier also dem Anti-Sexismus Sexismus vorgeworfen?

In einem Interview von 2010, das der Verleger Hatje Cantz mit Ramos zu diesen Vorwürfen führte, widerlegte der Künstler vehement jegliche sexistischen Inhalte in seinen Arbeiten:

“Ich habe auch männliche Portraits gemalt, aber eine Sache stimmt: ich bin am weiblichen Körper interessiert. Warum? Was soll ich dazu sagen? Ich liebe Frauen, ich bin ein gesunder, männlicher Amerikaner. Und sicherlich sind Frauen für mich begehrenswert.”

Wenngleich der nackte weibliche Körper das vordergründigste Element in seinen Bilder scheint, beteuerte Ramos wiederholt, dass er doch das Gesicht als wichtigstes Körperteil einer Frau betrachtete. Dieses sei der Grundstein für jede neue Arbeit. Zeitgleich stand er immer wieder für mehr Nacktheit in der Öffentlichkeit ein. Dabei war der unbekleidete Zustand nicht erotisch konnotiert, sondern vielmehr ein Ausdruck von Natürlichkeit. Man könnte also fast soweit gehen und behaupten, er war ein Fürsprecher der FKK-Bewegung und ein bekennender Naturist.

Als er 2012 einmal zu einer Ausstellung ins Louvre ging und dort Dutzende Akte – darunter wunderbare Werke von Titian, Veronese und Tintoretto – vorfand, fühlte er sich in seinem Schaffen bestätigt. Er entschied sich dazu, nicht länger defensiv gegenüber seinem Werk eingestellt zu sein.

Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass Provokation und das Entfachen einer Kontroverse wohl nie die Intention des Künstlers selbst waren. Er betonte, dass er nicht versuche, provokante und bewusst anstößige Bilder zu malen, um absichtlich Menschen zu verärgern oder gegen sich aufzubringen. Ganz anders als es beispielsweise Pablo Picasso mit seinen pornografisch angelegten Werken versuchte.

Ramos sah sich also nicht als Kritiker seiner Zeit, sondern vielmehr als Beobachter, der keine Gender-Debatten vom Zaun brechen möchte und Kunst auch nicht als Instrument betrachtet, um (politische, gesellschaftskritische) Botschaften unters Volk zu bringen.

Erfolge und Auktionspreise

Geschadet hat ihm die Kritik offenbar nicht – zumindest nicht, was die Entwicklung seiner Popularität und künstlerischen Karriere anging.

Seine Werke waren auf dem Kunstmarkt äußerst gefragt, erzielten eine breite und anhaltende Aufmerksamkeit sowie Höchstpreise bei Galerien und Auktionen. Ein Marilyn-Monroe-Akt wurde beispielsweise 2016 in Wien für 173 000 Euro versteigert. Selbst limitierte Kunstdrucke sind kaum unter einem vierstelligen Betrag zu haben.

Dazu dürfte auch der Umstand beigetragen haben, dass Pop Art einfach nicht aus der Mode zu kommen scheint. Sie hat einen ganz eigenen Reiz und eine besondere Anziehungskraft auf uns. Die Ambivalenz aus der augenscheinlichen Oberflächlichkeit auf der einen und der innewohnenden Tiefgründigkeit auf der anderen Seite übt eine starke Faszination aus. Pop Art vereint spielerische Leichtigkeit mit ernster Kritik so gekonnt, dass wir uns dem nicht entziehen können.

Trotz der sehr erfolgreichen Karriere als Künstler stellt sich manchem Betrachter die Frage, warum er im Vergleich zu seinen Kollegen Andy Warhol und Roy Lichtenstein – was Aufmerksamkeit, Ruhm und wirtschaftlichen Erfolg angeht – doch eher im Schatten geblieben ist.

Laut der Datenbank von artnet, schlug der Auktionsrekord eines seiner Werke mit 1,07 Millionen britischen Pfund bei Sotheby`s (2012) zu Buche. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was Warhol und Lichtenstein bei Auktionen einbrachten.

Eine plausible Erklärung dafür lieferte sein Galerist Meisel in einem Interview mit ARTNEWS. Demnach lag dies ganz einfach am produktiven Output von Ramos im Vergleich zu Tom Wesselman, Lichtenstein und Andy Warhol.

Vergleicht man die nackten Zahlen, dann schuf Warhol im Laufe seines künstlerischen Schaffens etwa 36.000 Werke, Wesselman zwischen 8.000 und 10.000. Da Ramos einen Großteil seiner Arbeiten in mühsamer Detailarbeit erarbeitete und ihn seine Vollzeit-Tätigkeit als Professor an der California State University (1966-1997) durchaus auf Trab hielt, kommt Ramos in seiner Lebenszeit wohl nicht mal auf 1.000 Werke. Daher konnte er auch gar nicht in dem Ausmaß von kunstinteressierten Menschen, Galeristen, Museen und Mäzenen gesammelt werden.

Was bleibt…

Im Oktober 2018 verstarb Mel Ramos in seiner Heimatstadt Oakland im Alter von 83 Jahren. Laut seiner Tochter und Studiomanagerin Rochelle Leininger war die Todesursache Herzversagen.

Er hinterlässt neben seiner Tocher, seine Frau Leta und seinen Sohn Skot und eben nahezu 1.000 Malereien und Zeichnungen als Oeuvre für die Nachwelt. Seine frechen, bunten und teils absurd wirkenden Werke werden uns auch weiterhin erheitern, unterhalten und zum Nachdenken anregen.

Als einer der Pioniere hat er maßgeblichen Anteil daran, dass uns Pop Art über viele Jahrzehnte hinweg fasziniert und begeistert. Gleichzeitig dürfte er durch seine Lehrtätigkeit an der California State über mehr als 30 Jahre unzählige junge Künstler in Ihrem Entwicklungs- und Schaffensprozess in bedeutsamer Weise beeinflusst und geprägt haben.

Sein Vermächtnis für die Welt der Kunst ist also nicht hoch genug einzuschätzen.

Als Nachruf aus den Reihen seiner Zeitgenossen eignet sich folgende Aussage seines ehemaligen Galeristen Martin Muller gegenüber des San Francisco Chronicle:

“Ramos war ein bemerkenswerter Mensch, Künstler und Lehrer. Über zahlreiche politische und gesellschaftliche Trends und Veränderungen in der Kunstwelt hinweg, blieb er stets auf den schöpferischen Akt des Malens fokussiert, mit Leidenschaft, Hingabe und Disziplin.”

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Farbenlehre, Farbtheorie und Styleguides im (Fashion) Design https://www.kunstplaza.de/fashion-design/farbenlehre-farbtheorie-styleguides-fashion-design/ https://www.kunstplaza.de/fashion-design/farbenlehre-farbtheorie-styleguides-fashion-design/#respond Wed, 27 Feb 2019 10:43:22 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9493 Die Farbenlehre ist generell erst mal die Lehre von Systemen zur Ordnung von Farben und schon einer der bedeutendsten Dichter und Denker der deutschen Geschichte beschäftigte sich im Austausch mit Malern und Philosophen intensiv mit diesem Thema: sein Name war Johann Wolfgang von Goethe. Er entdeckte u.a. das Phänomen der subjektiven Farben und die Grundprinzipien...

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Die Farbenlehre ist generell erst mal die Lehre von Systemen zur Ordnung von Farben und schon einer der bedeutendsten Dichter und Denker der deutschen Geschichte beschäftigte sich im Austausch mit Malern und Philosophen intensiv mit diesem Thema: sein Name war Johann Wolfgang von Goethe.

Er entdeckte u.a. das Phänomen der subjektiven Farben und die Grundprinzipien des Farbensehens. Gleichzeitig beschränkte er seine Überlegungen jedoch nicht lediglich auf die physikalische Farberzeugung und -zerlegung einschließlich der Farbmischung, sondern beschäftigte sich ebenso mit der sinnlich-sittlichen Wirkung der Farbe.

Seine dadurch entstandenen Beobachtungen und Methoden können als Beginn der modernen Farbpsychologie angesehen werden. Sie wurden seither viele Male aufgegriffen und ständig weiterentwickelt.

Weitere wesentliche Beiträge zur Farbenlehre kamen von Leonardo da Vinci, Adolf Hölzel und Georges Seurat. Alle diese in die Kunstwissenschaft eingegangenen Lehren – auch als künstlerisch-ästhetischen Farblehren bekannt – gingen anfangs übrigens vom unmittelbaren Sehen aus.

Der französische Maler Marc Chagall machte mal eine interessante Aussage zur Strukturierung von Farben: “All colors are the friends of their neighbors and the lovers of their opposites.”

Übersetzt etwa: “Alle Farben sind die Freunde ihrer Nachbarn und die Liebhaber ihrer Gegensätze”. Gemeint ist damit die Kombinierbarkeit von Farben anhand des Farbkreises. Demnach passen entweder nebeneinander oder gegenüber liegende Farben sehr gut zusammen. Dieser Grundsatz wird noch bis heute – insbesondere im Fashion Design – angewandt.

Ein weiteres schönes Zitat zum Thema stammt von Hans Hofmann: “In der Natur, erschafft das Licht die Farben. Auf Bildern erschaffen die Farben das Licht.”

Einteilung der Farben und Farbkreis

Erinnern wir uns mal an unsere Schulzeit. Dann kommt Ihnen bestimmt auch wieder der Farbkreis nach Johannes Itten in den Sinn. Zumindest hat er sich bei mir fest ins Gedächtnis gebrannt, da er in imposanter Größe an der Wand der naturwissenschaftlichen Räumlichkeiten abgebildet war. Viele Male, wenn meine Gedanken mal wieder vom Unterricht abschweiften, erwischte ich mich dabei, diesen bunten Kreis zu mustern.

Vielleicht erinnern Sie sich auch noch daran, als von Primär, Sekundär- und Tertiärfarben die Rede war. Diese Einteilung ist äußerst wichtig, um das Zusammenspiel der Farben zu verstehen und diese in gekonnter Manier miteinander zu mischen.

Die Primärfarben sind die drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau. Sie können nicht aus anderen Farben gemischt werden, jedoch können alle anderen Farben aus den drei Primärfarben gemischt werden.

Farbkreis nach Johannes Itten. 1961

Farbkreis nach Johannes Itten. 1961

Dieser Farbkreis geht zurück auf den Bauhaus Zeichenlehrer Johannes Itten (1888–1967). Er differenzierte zum ersten Mal die Farbtöne und erweiterte die Primärfarben Rot, Gelb und Blau durch die Komplementärfarben (oder: Sekundärfarben) Orange, Grün und Violett und stellte sie in einem Farbkreis dar. Weiß und Schwarz bezeichnete er übrigens als “Nicht-Farben”.

Geht man dann noch einen Schritt weiter und mischt die Sekundärfarben mit den Primärfarben, entstehen daraus die Tertiärfarben Rotorange, Gelborange, Blaugrün, Blauviolett, Rotviolett und Grüngelb.

Eine wichtige Eigenschaft der Tertiärfarben ist es, dass nicht einfach jede Primärfarbe mit einer beliebigen Sekundärfarbe gemischt werden kann. Beispielsweise ergibt das Mischen von Grün mit Rot – genauso wie Blau mit Orange – kein harmonisches Resultat. Beide Kombinationen würden eine Art Braun ergeben. Nur die Kombinationen, wie sie im Farbkreis zu sehen sind, ergeben harmonische Resultate.

Nimmt man in die Mischverhältnisse der drei Grundfarben noch Weiß und Schwarz hinzu, lässt sich dadurch jede beliebige Farbe (samt aller Schattierungen) erstellen.

Neben dieser dreistufigen Einteilung existiert noch eine weitere Klassifizierung anhand der Mischmethode. Hier unterscheidet man zwischen Additivem und Subtraktivem Verfahren zur Farbmischung.

Additive Farbmischung

Bei der additiven Farbmischung entsteht der Farbeindruck dadurch, dass Licht unterschiedlicher Farben zusammengemischt wird. Die drei Grundfarben (Primärfarben) der additiven Farbmischung sind meistens Rot, Grün und Blau – daher spricht man hier auch von einem RGB-System. Mischt man alle drei Grundfarben passend zusammen, so erhält man weiß. Der RGB-Farbraum findet vor allem beim Grafikdesign für Bildschirme und digitale Anzeigeformen Anwendung (z.B. Webdesign).

RGB Farbkreis

RGB Farbkreis
Grafik von László Németh [CC0]

Subtraktive Farbmischung

Bei der subtraktiven Farbmischung wird aus dem weißen Lichtspektrum gezielt das Licht verschiedener Farbe durch Farbfilter ausgeblendet (also subtrahiert) oder durch Pigmente absorbiert. Die Grundfarben der subtraktiven Farbmischung sind Gelb, Magenta (Purpur) und Cyan (Blaugrün). Diese Form der Farbmischung spiegelt sich im CMYK-Farbraum wieder, wobei die einzelnen Buchstaben für die Anfangsbuchstaben der drei Grundfarben stehen (C = Cyan, M = Magenta, Y = Yellow) – ergänzt um den Buchstaben K = Key (d.h. Schwarz). Dieses Verfahren kommt vor allem bei Print-Produkten zur Anwendung.

Tipps für die Zusammenstellung stimmiger Farbschemata

Nun, da wir die Grundlagen der Farbtheorie kennengelernt haben, ist es Zeit herauszufinden, wie wir damit in der Praxis umgehen. Die meisten Design-Projekte und Kunstwerke beginnen mit der Zusammenstellung bzw. der Auswahl einer stimmigen und harmonischen Kombination verschiedener Farben. Wir sprechen hier von einem Farbschema.

Nehmen wir mal an, wir haben basierend auf einer Marke oder einem Produkt ein oder zwei Farben vorgegeben. Davon ausgehend, wollen wir nun eine Farbpalette mit 3-5 harmonierenden Farben erstellen. Doch wie ist nun vorzugehen?

Sie haben vermutlich bereits festgestellt, dass manche Farben sehr gut zusammen passen und sich ideal ergänzen, andere Kombinationen hingegen sehr unästhetisch wirken. Das hat nicht unbedingt etwas mit individuellem Geschmack zu tun. In der Tat gibt es ein Muster bei Farbkombinationen, die uns Menschen im Allgemeinen als stimmig erscheinen. Und diese Muster lassen sich nutzen, um zielgerichtet und strukturiert passende Farbschemata zu kreieren.

Es lassen sich folgende Methoden und Herangehensweisen postulieren:

  • Kontext
  • Analoge Farbauswahl
  • Komplementärfarben
  • Monochromatisch
  • Triadisch
  • Split-Komplementär-Kontrast
  • Eigener Ansatz – Jenseits der Vorgaben

Kontext

Beziehen Sie stets den Kontext mit ein. Kontext bezieht sich auf die Art und Weise, wie wir Farben im Kontrast zu anderen Farben wahrnehmen.

Grün hat so eine andere Wirkung in Verbindung mit Weiß als mit Dunkelblau oder Schwarz. Das sollten Sie bei der Zusammenstellung einer Farbpalette stets im Hinterkopf behalten.

Analoge Farbstrukturen

Ausgehend von einer Primärfarbe werden bei diesem Ansatz zwei weitere Farben ausgewählt, welche direkt benachbart im Farbkreis sind. Möchte man statt 3 lieber 5 Farben haben, dann kann man noch einen Schritt weiter nach außen gehen und die nächsten Nachbarn der beiden äußeren Farben dazu nehmen.

Analoge Farbpaletten zeichnen sich üblicherweise nicht durch hohe Kontraste aus und werden in der Regel für weichere, pastelligere und kontrastärmere Kompositionen verwendet.

Komplementäre Farbauswahl

Wahrscheinlich haben Sie es schon erraten, dass Komplementärfarben im Farbkreis gegenüber liegend zu finden sind. Hierbei kann man sich auch für verschiedene Abstufungen in der Helligkeit der Farben entscheiden, um den Kontrast ein wenig abzumildern.

Bei der komplementären Farbpalette erzeugt man großen Kontrast, daher empfiehlt sich etwas Fingerspitzengefühl bei dieser Methode. In der Praxis hat es sich bewährt, bei einem Design eine Farbe stärker in den Vordergrund zu stellen, und die komplementäre Farbe als dezente Ergänzung dazu zu verwenden. Werden beide Farben gleichermaßen intensiv genutzt, kann das Design schnell überladen wirken.

Monochromatisches Farbschema

Bei dieser Auswahlmethode werden verschiedene Nuancen oder Abstufungen eines einzelnen Farbtons verwendet – unter Beimischung von Schwarz und/oder Weiß. Obwohl der farbliche Kontrast fehlt, wirken monochromatische Schemata meist sehr sauber, einheitlich, harmonisch und aufgeräumt.

Diese Technik ist gut geeignet, wenn das Design sich nicht so sehr in den Vordergrund drängen soll und eher unterstützendes Bei- oder Rahmenwerk ist. Möchten Sie ein Design mit stark aufmerksamkeitserregender Wirkung, ist dies wohl nicht die beste Wahl.

Triadisches Farbschema

Mit dem triadischen Schema werden drei Farben auf dem Farbkreis ausgewählt, die gleichmäßig darin verteilt sind. Sie haben also die gleichen Abstände zu einander und können gefunden werden, indem vom Mittelpunkt des Kreises drei Strahlen mit dem gleichen Winkel zueinander weggehen und somit die drei Farben definieren. Möchte man mehr als nur 3 Farben haben, dann kann man weitere ergänzende Farben auf den drei Strahlen im Farbkreis finden.

Diese Form der Farbauswahl wird verwendet, um Farben mit hohen Kontrasten zueinander zu finden. Eine weiteres Maß zur Verfeinerung einer solchen Auswahl ist das Verhältnis bei der Anwendung. Man kann so beispielsweise eine helle Farbe für Flächen und Hintergründe verwenden und eine dunkle für die Kernelemente, die heraus stechen sollen. Oder eben auch anders herum.

Split-Komplementär-Kontrast

Bei diesem Farbschema wird eine dominante Farbe, und davon ausgehend, zwei direkt angrenzende Komplementärfarben ausgewählt. Diese Methode schafft eine etwas nuanciertere Palette als bei der herkömmlichen Komplementärauswahl. Diese ist aber ein gleichem Maße relativ kontrastreich und unter Umständen ein wenig schwieriger abzustimmen. Es ist sehr wichtig, die richtige Balance zu finden, damit eine gute Wirkung erzielt werden kann.

Bevor Sie also auf diese Methode setzen, sollten Sie schon ein wenig Erfahrung bei der Zusammenstellung von Farbpaletten mitbringen.

Gehen Sie neue Wege

Sobald Sie ein wenig Übung haben, können Sie es sich durchaus mal zutrauen, mit den Konventionen zu brechen. Im Internet finden Sie unzählige vorgefertigte Farbpaletten, die meist auf den zuvor genannten Prinzipien und Vorgaben beruhen. Selbstverständlich können Sie sich davon bedienen oder inspirieren lassen.

Sollten Sie aber keine zufriedenstellende Auswahl finden, gehen Sie einfach neue Wege. Der Einfachheit halber sollten Sie dabei mit einer Farbe Ihrer Wahl beginnen und darauf aufbauen. Haben Sie mehr als eine Farbe, ist die Abstimmung und die Herausarbeitung einer Balance deutlich erschwert.

Probieren Sie sich dann einfach mal aus und vergleichen Sie verschiedene Zusammenstellungen miteinander. Lassen Sie diese in ausreichender Zeit auf sich wirken, machen Sie sich an die Feinjustierung und beobachten Sie dabei, wie die Paletten auf Sie wirken. Die meisten Menschen, die etwas Erfahrung auf diesem Gebiet haben, entwickeln schnell ein Gespür dafür, wann eine Farbauswahl harmoniert oder nicht.

Speichern Sie gelungene Zusammenstellungen ab – dafür gibt es Software (z.B. von Adobe) oder kostenfreie Online Tools. Und vergessen Sie nicht: Übung macht auch hier den Meister. Mehr Infos zur Farbtheorie erfahren Sie in diesem Beitrag: Your Guide to Colors: Color Theory, The Color Wheel, & How to Choose a Color Scheme auf Hubspot.

Farbpsychologie – Farben und ihre Wirkung

Farben lösen Stimmungen und Emotionen aus. Das hat – wie eingangs erwähnt – auch schon Goethe erkannt. Rund um diesen Umstand hat sich mittlerweile ein ganzer Berufszweig entwickelt und Farbpsychologie ist ein nicht mehr weg zu denkender Bestandteil von Design und Marketing.

Farben können die verschiedensten Reaktionen und Assoziationen in Menschen auslösen – meist unabhängig von den individuellen Erfahrungen. Gefühle sind viel kraftvoller als rationale Gedanken basierend auf Fakten und Zahlen. Deshalb wird die Wirkung von Farben vor allem im wirtschaftlichen Alltag gerne und ausgiebig zunutze gemacht.

Über die psychologische Wirkung von Farben wurden unter anderem folgende allgemeingültigen Erkenntnisse und Regeln festgeschrieben:

Gelb

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Gelb

Gelb ist eine leuchtende, helle Farbe und verbreitet Optimismus, Erleuchtung und Freude. Goldgelbe Schattierungen verheißen eine positive Zukunft. Gelb setzt sich von anderen umgebenden Farben ab, kommt dem Betrachter entgegen. Diese Farbe gibt Energie und sorgt für positive Gedanken. Außerdem fördert sie die Kreativität.

Effekte:

  • Stimuliert mentale Prozesse
  • Regt das Nervensystem an
  • Fördert das Gedächtnis
  • Belebende Wirkung auf Kommunikation

Grün

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Grün

Grün ist wohl in unserem Leben so verbreitet wie keine andere Farbe. Sie nimmt – alleine durch die Natur – erheblichen Raum ein und wir begegnen dieser Farbe einfach überall. Grün ist neben Blau wohl eine der beliebtesten Farben beim Menschen, und durch unsere starke Gewöhnung daran ist sie für den Einsatz als Hintergrundfarbe und bei der Gestaltung von Innenräumen prädestiniert.

Effekte:

  • Beruhigend und Besänftigend
  • Entspannt uns mental und körperlich
  • Wirkt unterstützend gegen Depressionen, Ängste und Nervosität
  • Vermittelt ein Gefühl von Erneuerung, Selbstkontrolle und Harmonie
  • Fördert Selbstachtung, Würde, Stabilität, Ausdauer, Ehrgefühl, Autorität und Autonomie

Blau

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Blau

Die Farbe Blau symbolisiert Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit. Es ist die Farbe des Himmels und der Meere und wird als konstante Kraft in unserem Leben wahrgenommen. Blau wird auch nachgesagt, eine beruhigende Wirkung zu haben und kann beim Betrachter sogar den Puls senken.

Effekte:

  • Beruhigend
  • Kühle Wirkung
  • Stärkt die Intuition
  • Fördert die Gelassenheit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Nachdenklichkeit und Bindung

Violett

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Violett

Violett oder Purpur verkörpert das Zusammenspiel von stimulierendem Rot und beruhigendem Blau. Es hat einen Touch von Mystik, Geheimnis und Spiritualität. Gleichzeitig strahlt diese Farbe eine Königlichkeit und Royalität aus. Sie ist insbesondere bei kreativen Menschen, exzentrischen Persönlichkeiten und heranwachsenden Mädchen sehr beliebt.

Effekte:

  • Aktivierend und anregend
  • Beruhigende Wirkung auf Körper und Geist
  • Sinnlich, mit spirituellem Touch
  • Fördert die Kreativität

Pink

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Pink

Pink ist grell, poppig, jugendlich, frech und zeugt von großer Lebensfreude. Ein leuchtendes Pink kann die gleiche Energie entwickeln wie Rottöne, wirkt sinnlich und leidenschaftlich, ohne die Aggressivität von einem knalligen Rot zu haben. Mischt man dieser Farbe mehr Weißanteile bei, dann wird sie sanfter, behält aber ihre Sinnlichkeit. Besonders für romantische Anlässe sind diese Farbtöne hervorragend geeignet.

Effekte:

  • Stimulierend & belebend
  • Kann Blutdruck erhöhen und Herzschlag und Atmung beschleunigen
  • Wirkt ermutigend und stiftet Zuversicht
  • Fördert Einfühlungsvermögen, Sensibilität, Faszination, Charme und Hingabe

Rot

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Rot

Keine andere Farbe ist mit so vielen Emotionen und persönlichen Assoziationen belegt, wie Rot. Sie ist äußerst aktivierend, anregend und erzeugt viel Energie beim Betrachter. Mit dem Einsatz von Rot gelingt es äußerst gut, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Blicke einzufangen. Rot ist definitiv eine Signalfarbe und steht als Symbolfarbe für Liebe und Leidenschaft.

Effekte:

  • Sehr aktivierend – Erzeugt Enthusiasmus
  • Versprüht ein hohes Maß an Kraft und Energie
  • Kann Blutdruck erhöhen und Herzschlag und Atmung beschleunigen
  • Wirkt ermutigend und stiftet Zuversicht
  • Vermittelt ein Gefühl des Schutzes vor Ängsten und Unsicherheit
  • Fördert Selbstbewusstsein, Stärke, Vitalität, Leidenschaft, Aktivität, Dynamik, Konkurrenz und Erotik

Orange

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Orange

Orange ist ein enger Verwandter von Rot. Diese Farbe erzeugt jedoch ein hohes Maß an kontroversen Gedanken und Gefühlen beim Betrachter. Entweder man mag diese Farbe sehr gerne oder man hat eine deutliche Abneigung. Ein Dazwischen gibt es bei Orange deutlich seltener als bei anderen Farben.

Ein greller Orange-Ton strahlt Lebensfreude und Spaß aus und versprüht eine warme Energie.

Effekte:

  • Inspiriert zu Aktivität
  • Regt den Appetit an
  • Animiert zu Geselligkeit

Weiß

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Weiß

Weiß steht für Reinheit, Unschuld und Neutralität. Weiße Tauben stehen außerdem für Frieden. Ärzte tragen bewusst weiße Kittel und auch das klassische Hochzeitskleid ist weiß.

Effekte:

  • Klärt den Geist
  • Ermutigt uns zu Ordnung
  • Besänftigende und friedensstiftende Wirkung
  • Hilft bei einem Neubeginn

Grau

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Grau

Grau ist die Farbe des Intellekts, der Weisheit und des Wissens. Sie wird als beständig, klassisch, glatt, würdevoll und kultiviert wahrgenommen. Sie steht für eine konservative Kraft und transportiert Autorität. Grau verhält sich im Verhältnis zu anderen Farben neutral. Aus diesem Grund wird sie häufig als Hintergrundfarbe bei Designs verwendet.

Effekte:

  • Kann zu Verunsicherung führen
  • Weckt Erwartungen
  • Fördert Neutralität, Distanz, Gleichgültigkeit, Bezugslosigkeit und Abschirmung

Schwarz

Farbenlehre und Wirkung von Farben - Schwarz

Schwarz hat eine starke Wirkung und steht vor allem auch für Autorität. Übermäßiger Einsatz von Schwarz kann beim Betrachter zu einer Überforderung führen. Schwarz ist die absolute Abwesenheit von Licht und symbolisiert Leere und Dunkelheit.

Im Zusammenspiel mit anderen Farben kann Schwarz diese aber erst so richtig zum Leuchten bringen und wird daher gerne in kleineren Dosen dafür eingesetzt. In der Mode hat Schwarz eine Sonderstellung und steht für klassische Eleganz. Es lässt die Träger schlanker, kultivierter und anspruchsvoller erscheinen und ist daher bei der Kleidungswahl äußerst beliebt.

Effekte:

  • Verleiht dem Träger Eleganz und ein Gefühl der Unauffälligkeit
  • Symbolisiert Leere und Unendlichkeit
  • Erzeugt eine mysteriöse Atmosphäre und nährt Hoffnung auf neue Möglichkeiten
  • Fördert Leistungswillen, Unnahbarkeit, Ernst, Intoleranz, Zwang
  • Inspiriert zu Rücksichtslosigkeit und/oder Auflehnung

Eine schöne und visuell aufbereitete Übersicht zu den Erkenntnissen der Farbpsychologie sowie der Wirkung von Farben sehen Sie im folgenden (englische Version):

A Color Guide For Designers

Infografik von linchpinseo.

gefunden auf Visually.

Gelungene Farb-Kombinationen im Fashion-Design

Bisher haben wir uns mit den Grundsätze der Farbenlehre und -psychologie beschäftigt. Diese können – unabhängig von Art und Bereich der Anwendung – als universell gültig betrachtet werden. Wir möchten im letzten Abschnitt dieses Beitrags jedoch noch etwas näher auf spezifische Anwendungsbeispiele und bewährte Ansätze in der Fashion- und Modebranche eingehen.

Sollten Sie in dieser Branche tätig sein, dann sind Sie wahrscheinlich schon vertraut mit der Zusammenstellung einer passenden Farbauswahl bei Outfit und Mode. Verschiedene Fashion-Design-Schulen haben unterschiedliche Ansätze, Vorlieben, Vorgaben und Schwerpunkte. Farben und deren Kombinationen richten sich auch häufig nach Saison, Anlass und kulturellen Präferenzen.

Um das Zusammenspiel der Farben in der Mode gut zu beherrschen, sind die vorgenannten Grundlagen der Farbenlehre und Kenntnisse des Farbkreises unabgänglich. Nur mit diesem Fundament lässt es sich auch abseits von ausgetretenen Mode- und Trendpfaden gekonnt experimentieren und neue Kreationen schaffen.

Möchten Sie statt wilder Experimente lieber auf Bewährtes setzen, dann sind Sie mit folgenden Farbkombinationen auf der sicheren Seite:

Grau und Rot-Töne

Bewährte Farbkombinationen im Fashion Design - Grau und Rottöne

Rot-Töne und beerige Purpur-Töne eignen sich perfekt als Gegenspieler zu allen Grautönen, um ergeben einen eleganten und ausbalancierten Farbmix. Meist werden die Grautöne als Hintergrund oder Hauptfarbe verwendet, während die Rot-Töne dann die Akzente setzen.

So verbinden sich eine eher neutrale und zurückhaltende Farbe (Grau) als Grundlage mit einer leuchtenden Farbe (Rot oder Purpur) für die besonderen Momente in einem Mode-Stück. Man erreicht eine gewisse Strahlkraft, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken.

Gelb und Grün

Farb-Kombinationen im Fashion Design - Grün und Gelb

Die Kombination von Grün- und Gelbtönen ist eine der peppigsten Varianten, um Ihre Garderobe vor allem im Frühling oder Sommer so richtig knallig in Szene zu setzen. Aber auch im Winter und in der dunkleren Jahreszeit setzen Sie damit ein farbliches Highlight. Diese Variante schaut übrigens bei den meisten Hauttönen richtig gut aus. Mit einem gelben Blazer und einem passenden Rock dazu in Grün stechen Sie mit Sicherheit aus der Masse hervor.

Diese beiden Farben machen sich auch mit Jeans hervorragend. Ergänzen lässt sich solch ein Look dann noch mit schönen Accessoires in Gold und/oder Grün.

Rot und Blau

Farb Kombinationen im Fashion Design - Rot und Blau

Nehmen Sie sich Ihre Lieblingsjeans und kombinieren Sie sie mit einem roten Oberteil und Sie können sicher sein, dass Sie damit ein gelungenes Outfit haben. Blauer Jeansstoff mit roten Kleidungsstücken zu verbinden, ist daher äußerst beliebt. Mit knalligen Rottönen kreiert man einen tolle Blickfang, und das zurückhaltende Blau von Jeans ist eine ideale Ergänzung dazu. Aber auch abseits von Jeans passen diese beiden Farbtöne sehr gut zusammen.

Diese Kombi strahlt Selbstbewusstsein, Vitalität und Stärke aus man begegnet ihr vollem allem in den Sommermonaten. Möchte man noch eine dritte Farbe mit in das Outfit aufnehmen, dann empfiehlt sich eine neutrale, helle Farbe wie Weiß, Grau oder helle Creme-Töne.

(Helle) Brauntöne und Kastanie oder Burgunder

Farb-Kombinationen im Fashion Design - Braun und Kastanie

Möchte man eine weniger knallige, aber sehr erdige und stimmige Farbabstimmung in seiner Garderobe erzielen, dann eignen sich vor allem Brauntöne in Verbindung der leicht rötlichen Farbe “Kastanie” hervorragend für diesen Zweck. Mit dieser Kombi schaffen Sie im Handumdrehen ein gelungenes Outfit für den Herbst. Vor allem hellere Brauntöne wie Beige, Sandtöne, Ocker oder auch Cognac fügen sich gut ein mit dem etwas dunklerem Kastanie.

Als mögliche dritte Farbe kann man zu Weiß, hellen Gelbtönen oder auch sanftem Rosa greifen. Dabei sollte man aber ein wenig Fingerspitzengefühl walten lassen, um das Outfit nicht zu überladen. Alternativ zu Kastanie kann man auch Burgunder, Bordeauxrot oder Weinrot wunderbar mit sanften Brauntönen kombinieren.

Pink und Weiß

Farbkombinationen in der Mode - Pink und Weiss

Eine weitere klassische Kombo in der Welt der Mode ist die Verbindung von Pink und Weiß. Vor allem bei jungen Frauen und Teenies entfaltet diese Kombination eine charmante Wirkung und betont die weibliche Seite auf eine verspielte Art. Außerdem wirken große Weißanteile sehr beruhigend auf das menschliche Auge und versprühen so einen Touch von Unschuld und Reinheit.

Um den starken Kontrast der beiden Farben ein wenig abzumildern, eignet sich alternativ zu Weiß vor allem Grautöne, sanftes Rosa oder Elfenbein. Sollte Pink zu grell für den eigenen Geschmack sein, kann man natürlich auch zu den verwandten Farben Purpur, Flieder oder Violett greifen.

Welche Kleidung für welchen Anlass: Ideen für ein Date am Abend

Sie haben jetzt eine Menge über Farben, deren Kombinationen und Wirkung gelernt. Außerdem haben Sie sich die eine oder andere tolle Inspiration für Ihre nächste Alltagsgarderobe aus den oben angeführten Beispielen herausziehen können. Gehen wir jetzt noch ein wenig weiter und schauen uns die passende Zusammenstellung der Kleidung für einen konkreten Anlass mal genauer an: ein klassisches Date am Abend.

Damit ein Date am Abend auch gelingt, benötigen Sie ein passendes Outfit dafür – und auch hier kann der richtige Einsatz von Farbe eine Rolle spielen. Was Sie dabei anziehen sollten, hängt natürlich auch von der Location ab. Mit welchem Kleid Sie wo einen Volltreffer erzielen, möchte ich nun erläutern.

Ein rotes Abendkleid

Es haben bereits unterschiedlichste Studien ergeben, dass die Farbe Rot – wahrscheinlich neben Pink – an einer Frau die verführerischste Farbe ist. Die Studien besagen, dass sich Männer unter Umständen schneller verlieben, wenn die Frau Rot trägt. In einem roten Abendkleid sieht jede Frau, egal mit welcher Figur unglaublich sexy und verführerisch aus. Der Grund dafür ist, dass Männer diese Farbe als besonders fruchtbar und leidenschaftlich ansehen. Vor allem dann, wenn es Ihr erstes Date ist und Sie zu einem romantischen Abend verabredet sind, eignet sich ein rotes Abendkleid hervorragend.

Möchten Sie statt einem ausladenden Kleid lieber auf eine lässigere Variante setzen, dann greifen Sie doch zu einer bequemen Blue-Jeans und tragen dazu ein rotes Oberteil oder einen roten Blazer.

Der Wohlfühlfaktor

Eine sehr wichtige Rolle bei einem Date spielt selbstverständlich der Wohlfühlfaktor. Handelt es sich um das erste Date, dann ist es bestimmt nicht der richtige Zeitpunkt für irgendwelche Mode-Experimente oder gewagte Farb-Kombinationen. Es gibt nichts Wichtigeres an einem Date, als das man sich wohlfühlt. Fühlt man sich im richtigen Kleid wohl, dann wird einem automatisch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und man hat eine gänzlich andere Ausstrahlung.

Das passende Outfit kann auch beim Date eine Rolle spielen

Das passende Outfit kann auch beim Date eine Rolle spielen

Wählen Sie bitte kein zu enges oder zu kurzes Kleid, um nicht die falschen Reize zu früh zu setzen. Das könnte kontraproduktiv sein, wenn Sie ernste Absichten hegen. Generell eignet sich ein Abendkleid lang oder kurz genauso wie ein Cocktail-Kleid (für die eleganteren Anlässe) für die meisten Anlässe und Date-Szenarien sehr gut. Zusätzlich kann man sagen, dass sich Frauen in dunkleren Farben wohler fühlen als zum Beispiel in hellen Farben. Überlegen Sie sich also, ob vielleicht ein klassisches schwarzes Kleid – eventuell mit einem aufregenden Moment – zu Ihrem Date am Abend passen würde.

Die passenden Schuhe

Bestimmt ist es Ihnen nicht entgangen, dass Männer Schuhe mit hohen Absätzen, wie High Hells oder Stilettos, sehr anziehend finden. Nutzen Sie diesen Umstand und lassen Sie Ihre Ballerinas im Schrank und setzen Sie Ihre Beine mit höheren Absätzen in Szene. Es ist ratsam, sich die Schuhe erst dann zu kaufen, nachdem das passende Outfit zusammengestellt worden ist. Die Schuhe sollten selbstverständlich farblich auf das Kleid abgestimmt werden.

Bei der Farbkombination Pink und Weiß sollte man beispielsweise bei den Schuhen auch auf eine dieser Farben setzen. Bei anderen Kombis kann man eventuell auch eine weitere Farbe mit ins Spiel bringen.

Doch auch hier spielt der Wohlfühlfaktor eine entscheidende Rolle. Wenn Sie im Alltag keine hohen Schuhe tragen, dann wählen Sie für romantische Verabredungen besser auch Schuhe mit einem niedrigeren Absatz. Darüber hinaus empfiehlt es sich, dass neue Schuhe vor dem ersten Date unbedingt eingelaufen werden sollten.

Outfit passend zur Location

Ein Date am Abend muss natürlich nicht immer in einem schicken Restaurant stattfinden – obwohl das meist unsere erste Assoziation ist. Sollte das Date im Kino, im Theater, bei einer Veranstaltung oder im Freien stattfinden, dann sollten Sie sich darauf einstellen und auch richtig vorbereiten. Mit einem kurzen Rock und High Heels sind Sie bei einem Spaziergang im Grünen oder über Pflastersteine schlecht beraten. Falls die Verabredung sehr spontan kommt und Sie keine Zeit mehr finden, ein passendes Kleid zu besorgen, dann empfiehlt sich ein eher lässiges und komfortables Outfit, das vielseitig ist. Dieses können Sie ja mit ein paar peppigen Accessoires aufwerten.

Sich dezent schminken

Auch beim Make-up gilt, dass Sie es auf keinen Fall übertreiben sollten. Weniger ist meist mehr! Verstecken Sie sich auf keinen Fall hinter einer Maske und schminken sich stattdessen lieber dezent. Ein wenig Rouge, ein schöner Lippenstift und etwas Wimperntusche reichen in den meisten Fällen vollkommen aus. Auch hier können Sie die Farben des Outfits wunderbar aufgreifen oder ergänzen. So ergibt sich ein harmonisches und gleichzeitig aufregendes Bild und Sie haben die perfekten Voraussetzungen für eine gelungenen Abend geschaffen.

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Kunstgeschichte – Kunst der Neuzeit – Künstler: Adalbert Stifter https://www.kunstplaza.de/kunstgeschichte/kunstgeschichte-kunst-der-neuzeit-kuenstler-adalbert-stifter/ https://www.kunstplaza.de/kunstgeschichte/kunstgeschichte-kunst-der-neuzeit-kuenstler-adalbert-stifter/#respond Sat, 23 Feb 2019 12:25:58 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9483 1805 – 1868, der österreichische Schriftsteller wird zu den bedeutendsten Autoren des Biedermeier gezählt. Generationen von Schülern würden eher für den Titel “langweiligster Autor des Planeten” plädieren – mit Aneinanderreihung von Über-60-Wort-Sätzen wie diesem: “Durch die duftblauen Waldrücken noch glänzender, liegt es geklemmt in den Thalwindungen, weithin sichtbar, erst ein Lichtfaden, dann ein flatternd Band,...

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1805 – 1868, der österreichische Schriftsteller wird zu den bedeutendsten Autoren des Biedermeier gezählt. Generationen von Schülern würden eher für den Titel “langweiligster Autor des Planeten” plädieren – mit Aneinanderreihung von Über-60-Wort-Sätzen wie diesem:

“Durch die duftblauen Waldrücken noch glänzender, liegt es geklemmt in den Thalwindungen, weithin sichtbar, erst ein Lichtfaden, dann ein flatternd Band, und endlich ein breiter Silbergürtel um die Wölbung dunkler Waldesbusen geschlungen – dann, bevor sie neuerdings schwarze Tannen- und Föhrenwurzeln netzt, quillt sie auf Augenblicke in ein lichtes Thal hervor, das wie ein zärtlich Auge aufgeschlagen ist in dem ringsum trauernden Waldesdunkel.”
Ferdinand Georg Waldmüller - Bildnis Adalbert Stifter

Ferdinand Georg Waldmüller – Bildnis Adalbert Stifter

(Der Hochwald, Seite 1) zeigt er tatsächlich auch dem enthusiastischsten Deutschlehrer seine Grenzen …

Stifter war damals selbst als Pädagoge tätig, über den Erfolg seiner Bemühungen gibt der Artikel des Literaturwissenschaftlers Albrecht Koschorke: “Erziehung zum Freitod: Adalbert Stifters pädagogischer Realismus” (d-nb.info/1095781669/34) hoffentlich nicht abschließend Auskunft.

Weniger bekannt ist Stifter als kunstsinniger und in der Kunst tätiger Mensch: Ab 1853 bewirkte er als Landeskonservator für Oberösterreich die Erhaltung und Restaurierung wunderschöner Kunstwerke wie dem Kefermarkter Flügelaltar; auch das Überdauern des Stadtbild von Steyr soll mit auf Stifter zurückgehen.

Gotischer Flügelaltar

Gotischer Kefermarkter Flügelaltar

Steyr Panorama Winter

Steyr Panorama Winter
von Christianhandl [CC BY-SA 3.0]

Während der 1850er-Jahre engagierte sich Stifter außerdem mit Gründungspräsident Johann Nepomuk Graf Ungnad von Weißenwolff für den Aufbau des Oberösterreichischen Kunstvereins und die Kunst-Ankäufe der vom Kunstvereins getragenen Oberösterreichischen Landesgalerie (der ersten Galerie im gesamten deutschen Raum, die aus dem Volk entstand und dem Volk gewidmet war).

Stifter hat früh selbst zu malen begonnen, chronologische geordnete Abbildungen seiner Gemälde von 1823 bis kurz vor seinem Tod gibt es hier: Bibliotheca Augustana: Das malerische Werk zu besichtigen; eine gelungene Betrachtung seines ebenso kurzen wie unerfüllten Lebens im folgenden Video:

Stifter gehört heute noch für alle Menschen zumindest gelegentlich zur Lektüre, die die Kunst der deutschen Sprache mehr als oberflächlich erfassen möchten. Als direktes Vorbild hat er sich jedoch allein deshalb überlebt, weil die Aufmerksamkeitsspanne des twitter-geschulten Durchschnittslesers gerade bis zum ersten Komma eines Stifter-Satzes reicht.

Dafür hat Stifter die schönste literarische Geschenkidee für Sadisten verfasst: Der “Nachsommer”, 1000 Seiten mit garantiert weniger Handlung als Musils Mann ohne Eigenschaften, denen der gequälte Leser irgendwann “die einzelnen Wörter zählt, wie sie in den Ozean der Ewigkeit hinuntertropfen”. (in Anlehnung an ein Stifter-Zitat, der von Hören und Stille und Minuten sprach).

Eher überraschend ist, dass Ernährungswissenschaftler Adalbert Stifter noch nicht als abschreckendes Beispiel für sich entdeckt haben: Mit sechs Mahlzeiten täglich, zweitem Frühstück aus Schnitzel mit Kartoffelsalat, sechs Forellen zur Vorspeise und dreigängigem Hauptgang inklusive einer ganzen gebratenen Ente frass er sich zielsicher eine Leberzirrhose an, um sein Leben mit 62 in tiefer Depression selbst zu beenden – selten wird so präzise nachvollziehbar vorgeführt, was der lecker Braten aus Pfanne und Ofen dem gesamten Stoffwechsel antun kann.

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Emilia und Ilya Kabakov oder “Die Russische Seele von New York” – Teil 2 https://www.kunstplaza.de/konzeptkunst-2/emilia-und-ilya-kabakov-oder-die-russische-seele-von-new-york-teil-2/ https://www.kunstplaza.de/konzeptkunst-2/emilia-und-ilya-kabakov-oder-die-russische-seele-von-new-york-teil-2/#respond Thu, 21 Feb 2019 15:30:49 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9449 [Fortsetzung aus Teil 1] Bei den Kabakovs funktionierte die Zusammenarbeit wohl von Anfang an gut, sie trägt nämlich schnell beachtliche Früchte: 1989 erhielt Ilja Kabakov ein DAAD-Stipendium, Kabakov-Arbeiten werden in diesem Jahr exklusiv in den DAAD-Galerien in Berlin, der De Appel Foundation Amsterdam, dem Institute of Contemporary Art und den Riverside Studios London, der Galerie...

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[Fortsetzung aus Teil 1]

Bei den Kabakovs funktionierte die Zusammenarbeit wohl von Anfang an gut, sie trägt nämlich schnell beachtliche Früchte:

1989 erhielt Ilja Kabakov ein DAAD-Stipendium, Kabakov-Arbeiten werden in diesem Jahr exklusiv in den DAAD-Galerien in Berlin, der De Appel Foundation Amsterdam, dem Institute of Contemporary Art und den Riverside Studios London, der Galerie de France Paris, der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, der Genia Schreiber University Art Gallery in Tel Aviv und der Kunsthalle Zürich ausgestellt und zu Gruppenausstellungen in Paris, München, Düsseldorf und fünf japanischen Städten eingeladen.

1992 sind sie schon auf der Documenta IX in Kassel zu sehen und Ilja Kabakov lehrt bis 1993 er an der Städelschule in Frankfurt am Main, 1993 vertraten die Kabakovs auf der 45. Biennale in Venedig mit der Installation “The Red Pavillon” ihre noch eher abgeneigte Heimat Russland.

In diesem Stil geht es weiter: Arbeiten der Kabakovs wurden in allen wichtigen und vielen weniger bekannten Museum dieser Welt gezeigt, 1998 das erste Mal in Moskau (auf private Initiative des US-amerikanischen Philanthropen George Soros), 2003/2004 das erste Mal offiziell in der Heimat, in der staatlichen Tretjakow-Galerie Moskau und im State Hermitage Museum in St. Petersburg. Die erste Biennale war in Whitney 1997, viele folgten, gleichzeitig kamen öffentliche Aufträge aus Städten in ganz Europa herein, die Kabakov sind bis heute außerordentlich erfolgreiche Ausstellungskünstler, deren Kunst jedes Jahr auf Neue eine beachtliche Zahl von Ausstellungen bereichert.

Ilya Kabakov im Garage Museum of Contemporary Art, 2017

Ilya Kabakov im Garage Museum of Contemporary Art, 2017
Foto von Garagemca [CC BY-SA 4.0]

Obwohl das Kabakov-Gespann erst in der späten Mitte des Lebens richtig durchstarten konnte, sind bis heute knapp 300 Solo-Ausstellungen und ein paar hundert Gruppenausstellungen zusammengekommen; Kabakov-Werke sind dauernd irgendwo zu sehen – wo auf der Welt sie demnächst ausgestellt werden (mit Vorlauf teils bis 2020), können Interessierte direkt auf ilya-emilia-kabakov.com/exhibitions nachschlagen.

Auch die künstlerischen Ehrungen und Auszeichnungen häufen sich bei den Kabakovs (wobei meist Ilja der Geehrte ist, auf echte, fruchtbare Zusammenarbeit von Partnern sind unsere individualistisch gedachten Awards meist nicht ausgerichtet): 1990 Kunstpreis Aachen; 1992 Arthur Köpcke Award der Köpcke Foundation Kopenhagen; 1993 Max-Beckmann-Preis Frankfurt am Main, Joseph-Beuys-Preis Basel, Ehrendiplom Biennale von Venedig; 1995 Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres, Ministère de la Culture Paris; 1997 Best Show Award der International Art Critic Association New York; 1998 Goslarer Kaiserring; 2000 Ehrendoktor der Philosophie Universität Bern; 2002 Oskar Kokoschka Preis, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Wien; 2007 Ehrendoktor der Philosophie Universität Sorbonne Paris; 2008 Praemium Imperiale (“Nobelpreis der Kunst”) Japan Art Association, Orden der Freundschaft vom Präsidenten der Russischen Föderation, Ehrenmitgliedschaft Moscow Art Academy; 2010 Cartier-Lifetime Achievement Award der St. Moritz Art Masters; 2011 Innovation Prize Moskau, Louise Blouin Foundation Award New York; 2013 Medal for Life-Achievements in Art, Moskau Art Academy; 2014 Commandeur De L’Ordre Des Arts Et Des Lettres, Ministery de la Culture Paris, Gold Medal for Achievements in Art, The National Art Club, New York; 2015 Award For Excellence in Arts, Appraisers Association of America New York.

Für alle, die ihren Urlaub mit rätselhafter Kunst bereichern möchten, hier die öffentlichen Sammlungen, die Kabakov-Werke bereithalten:

  • Australien: Queensland Art Gallery/Gallery of Modern Art Brisbane
  • Belgien: Museum voor Hedendaagse Kunst Antwerpen, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst Gent
  • Deutschland: Hamburger Kunsthalle Berlin, Kunsthalle Bremerhaven, K21 Düsseldorf, Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Museum Ludwig Köln, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Museum Wiesbaden
  • Finnland: Kiasma Museum of Contemporary Art Helsinki
  • Frankreich: Musée Maillol Fondation Dina Vierny Paris
  • Griechenland: National Museum of Contemporary Art Athen
  • Großbritannien: Tate Britain
  • Italien: Museo nazionale delle arti del XXI secolo + Nomas Foundation Rom, Centro per l’Arte Contemporanea Luigi PecciItaly Prato
  • Norwegen: The Museum of Contemporary Art Oslo
  • Portugal: Ellipse Foundation Alcoitão
  • Russland: Moskau museum of modern art, National Centre for Contemporary Arts Moskau, Tretjakow-Galerie Moskau
  • Schweiz: Kunstmuseum Basel
  • Slowenien: Moderna galerija Ljubljana
  • Türkei: Huma Kabakcı Collection
  • USA: Museum of Modern Art, Apexart, Exit Art New York City; Chinati Foundation Marfa, Texas

Der Abschied als Fahrkarte in den Erfolg

Das Kunstwerk, das den Ruhm des frisch gebackenen Künstler-Ehepaares begründete, war Ilja Kabakovs Abschiedsgruß an Moskau.

Es geht um die Installation “Der Mann, der aus seiner Wohnung in den Weltraum flog”, 1985, Moskau, bit.ly/2rfttdq. Was auf den ersten Blick als vermüllte Kammer mit Loch in der Decke daherkommt, erzählt jedem Fantasiebegabten die Geschichte der Sowjetunion; mitsamt aller Entbehrungen, die Millionen Russen unter der unfähigen und deshalb grausamen Herrschaft erlitten: Der Raum hat genau die Maße des Ein-Raum-Lochs, in dem Ilja Kabakow in Moskau leben musste.

Die bunten Plakate an den Wänden sind typische Sowjet-Alltags-Propaganda, die in scheinbar optimistisch stimmender (und tatsächlich tief deprimierender) Darstellungsweise von den Freuden des sowjetischen Lebens erzählt. Die eigentliche Einrichtung stimmt noch nicht einmal scheinbar optimistisch, es ist einfach abgrundtief hässlicher Scheiß, beim Absprung bis zum ungemachten Bett und dem Schleudersitz aus Gurten und Federn ungerührt und ungeordnet unter, im, über dem Schutt des Durchbruchs zurückgelassen…

Am Ende steht also die Erfüllung des kollektiven Traums aller Bedrängten: Die berauschende Vision einer Flucht, ermöglicht durch plötzliche, wundersam verliehene, übermächtige Kraft. Dass diese Flucht in den Weltraum führt, kann Ausdruck eines tiefen Menschheits-Pessimismus sein, ist aber vielleicht auch nur ein Seitenhieb auf den sowjetischen Teil des “Wettlaufs ins All”.

Bei all der oft zum Zynismus neigenden Ironie, die in Kabakovs Werk so zu finden ist, vielleicht auch ein heftiger Schlag gegen die kollektiv von Wundern träumende russische Bevölkerung; Kabakov dürfte genau wissen, dass Verbesserung des Lebens aller Menschen nicht per Wunder daherkommt, sondern durch gemeinsam handelnde Menschen herbeigeführt wird (je mehr Menschen, desto schneller; je früher sie sich zusammenfinden, desto gewaltfreier).

Auf jeden Fall ein “Kabakov”, wie es typischer kaum geht, wobei die Inhalte der jeweiligen Installationen eine riesige Bandbreite des Ungemach berühren, mit dem die Menschheit umzugehen hat.

Das Kämmerchen mit dem Krater im Dach durfte für die Ausstellung “Ten Characters” in der Ronald Feldman Fine Arts-Gallery in New York auferstehen: In Moskau wurde die Original-Installation immer nur stundenweise aufgebaut, weil Kabakov ungebetene Staatsbesuche befürchten musste. 1988 wurde die Installation rekonstruiert und durfte sich erstmals ganz unbedroht länger zeigen.

Mit den 9 Characters, die sich (wieder, auch die Mappenserie “10 personažej” ist zwischen 1972 und 1975 entstanden) zum “Mann, der aus seiner Wohnung in den Weltraum flog” gesellten, wurden die Kabakovs zu Pionieren der Gesamtinstallation. Jeder Charakter füllt einen Raum mit den Dämonen seines Lebens: Der Mann, der so kurz war, dass er wollte, dass sich alle anderen um ihn kümmerten; der talentlose Künstler, der viele offizielle Aufträge erhielt; der Mieter, der nie etwas weggeworfen hat …

Weil es schon fast fies wäre, die Entdeckung der viel zu unbekannten Kunst der Kabakovs vorwegzunehmen, dürfen hier nur noch einige Titel den Appetit anregen:

  • “Vškafusidjaščij Primakov”, 1972 (DerImSchrankSitzende Primakov; eine lange, in Gedenken an den Urvater der russischen Avantgarde Kasimir Malewitsch vollkommen schwarze Erzählung in mehreren Akten)
  • “By December 25 in Our District…”, 1983 (die zwei Bauschaufeln sollen bis Ende 1979 die lange Liste von Schulen und Krankenhäusern bauen, haben aber am 25.12. vier Jahre später noch nicht einmal angefangen)
  • “Urlaub Nr. 1-8”, 1987 (langer Urlaub, für Sowjetbürger vom Leben, bevor auch nur eine der von der Regierung versprochenen Wohltaten normaler Infrastruktur realisiert wird)
  • “Zwischenfall im Flur in der Nähe der Küche”, 1989.
  • “Der rote Waggon”, 1991 (Geschichte der Sowjetunion im Schnelldurchlauf, endet in einem Schutthaufen)
  • “The Man Climbing Over The Wall”, Modell für die Skulptur “Der Ewige Emigrant”, 1995/2004
  • “Der gefallene Kronleuchter”, 1996 (das eigentliche Kunstwerk ist laut Kabakov die Reaktion der Passanten)
  • “Model for Healing with Paintings”, 1996/2010 (2010 war dann wohl Wirkung zu spüren?)
  • “How to Meet An Angel #2”, 1997/2014
  • “Und blickst du hinauf und liest die Worte”, 1997 (Skulptur mit Text, siehe www.orbit.zkm.de/?q=node/20)
  • “Wortlos”, 1999 (Beziehungsarbeit am/im Fluss)
  • “Nicht jeder wird in die Zukunft mitgenommen werden”, 2001 (und Ausstellungstitel: “Not Everyone Will Be Taken Into the Future”, 18.11.2017 – 28.01.2018 in der Tate Modern London)
  • “Palast der Projekte”, 2001 (im Salzlager der Kokerei Zollverein: bit.ly/2BhvjkV)
  • “The Window Into My Past”, 2012
  • “20 Ways to Get an Apple Listening to the Music of Mozart”, 2016

Was bleibt: Viel mehr als ironische Kunst oder ein Stückchen Russland in New York.

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Farben in die eigenen 4 Wände bringen https://www.kunstplaza.de/produktempfehlungen/farben-in-die-eigenen-4-waende-bringen/ https://www.kunstplaza.de/produktempfehlungen/farben-in-die-eigenen-4-waende-bringen/#respond Mon, 28 Jan 2019 07:24:01 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9458 Diesen Sommer konnte man ohne Zweifel den Eindruck bekommen, dass der diesjährige Sommer gar nicht mehr enden würde. Doch schließlich wurde es auch in Deutschland Winter. Die Vögel sind nach Süden gezogen, teilweise sind Seen zugefroren. Schnee viel mancherorts auch. Der ein oder andere denkt bestimmt mal an einen Winterspaziergang. Leider ist es draußen dann...

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Diesen Sommer konnte man ohne Zweifel den Eindruck bekommen, dass der diesjährige Sommer gar nicht mehr enden würde. Doch schließlich wurde es auch in Deutschland Winter. Die Vögel sind nach Süden gezogen, teilweise sind Seen zugefroren. Schnee viel mancherorts auch. Der ein oder andere denkt bestimmt mal an einen Winterspaziergang.

Bringen Sie im grauen Winter leuchtende Farben in Ihre eigenen 4 Wände

Bringen Sie im grauen Winter leuchtende Farben in Ihre eigenen 4 Wände

Leider ist es draußen dann doch sehr kalt, weshalb der Tag lieber in den eigenen vier Wänden verbracht wird. Umso wichtiger, dass es zuhause schön gemütlich ist. Wenn die eigenen vier Wände schön dekoriert sind, so lässt sich auch die kalte und dunkle Jahreszeit genießen.

Wie funktioniert das nun am besten? Am besten funktioniert das, wenn man zu den dunklen Farben Kontraste schafft. Das bedeutet, dass Menschen die mit der Dunkelheit gewisse Probleme haben, sich Gedanken darüber machen sollten, wie sie ihre Wohnung am besten ausleuchten können. Hier eigenen sich vor allem warme Lichtfarben. Für den späten Nachmittag wären weiße Lichtabstufungen empfehlenswert. Die hellen Lichtfarben verhindert das Ausschütten des Schlafhormons Melatonin.

Wie der Name schon sagt, macht das Melatonin müde. Die Ausschüttung von Melatonin erfolgt, wenn es dunkel ist. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen in der kalten Jahreszeit früh müde werden. Im Winter wird es meist schon gegen 16 Uhr dunkel. Aber die wenigsten Menschen wollen schon um 16 Uhr ins Bett gehen.

Positive Wirkung von Farben gegen den Winter-Blues

Positive Wirkung von Farben gegen den Winter-Blues

Wer unter psychischen Problemen leidet oder oft zur schlechten Stimmung neigt, kann der Winter schnell deprimierend wirken. Ein Glück, dass man mit Farben seine Stimmung positiv beeinflussen kann. Ein farbenfrohes Bild macht doch gleich eine bessere Laune als eine kahle weiße Wand auf der nur Schatten zu erkennen sind.

Der Erwerb von schönen Kunstbildern ist heutzutage wirklich nicht mehr schwer. Wenn man im Internet ein wenig herumstöbert, so findet man auch eine ganze Reihe an signierten Originalen. Zusätzlich erfährt man hier auch gleich den Preis.

Selbstverständlich können auch abstrakte Kunstwerke zur Dekoration gewählt werden. Das ist jedem selbst überlassen. Wie dem auch sei. Egal ob abstrakte Kunst oder ob man sich ein Gemälde kaufen möchte. Im Internet kann für jeden Geschmack etwas Passendes gefunden werden, ohne dass man den weiten Weg in eine Galerie gehen muss.

Wenn man der Deprimiertheit des Winters entfliehen möchte, dann sollte man an die Umgestaltung der eigenen vier Wände denken. Etwas Licht und Farbe machen die kalte und dunkle Jahreszeit gleich viel angenehmer.

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Emilia und Ilya Kabakov oder “Die Russische Seele von New York” – Teil 1 https://www.kunstplaza.de/konzeptkunst-2/emilia-und-ilya-kabakov-oder-die-russische-seele-von-new-york-teil-1/ https://www.kunstplaza.de/konzeptkunst-2/emilia-und-ilya-kabakov-oder-die-russische-seele-von-new-york-teil-1/#respond Thu, 24 Jan 2019 16:33:24 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9428 Emilia und Ilya Kabakow gehören zu den bedeutendsten Malern und Konzeptkünstlern der Welt, weil sie diese Welt seit gut drei Jahrzehnten mit Original Russischer Kunst aus New York überraschen. Nun liegt New York nicht wirklich im russischen Kernland; dass hier Original Russische Kunst entsteht, darf und sollte verwundern. Nicht das einzige Verwundernswerte an den Kabakovs...

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Emilia und Ilya Kabakow gehören zu den bedeutendsten Malern und Konzeptkünstlern der Welt, weil sie diese Welt seit gut drei Jahrzehnten mit Original Russischer Kunst aus New York überraschen.

Nun liegt New York nicht wirklich im russischen Kernland; dass hier Original Russische Kunst entsteht, darf und sollte verwundern. Nicht das einzige Verwundernswerte an den Kabakovs und ihrer Geschichte – der Blick ins Leben der beiden Künstler führt zu einer wundersamen Kunst-Erzählung nach der anderen, garniert mit feinem Witz und ebenso positivem wie beharrlichem Trotz.

Sicher ist, dass die Kabakovs zu den Weltkünstlern zählen, die überall dort bekannt sind, wo Menschen freie Kunst gestalten und wahrnehmen können (auf der neutralsten verfügbaren Weltbestenliste der Kunst werden Emilia und Ilya Kabakov seit langem knapp hinter den Top 100 geführt). Ein wenig vom interpretationsfähigen Rest wird nachfolgend erzählt, um Sie so richtig neugierig auf Kunst und Künstler zu machen:

Ilya und Emilia Kabakovs Weg in die Kunst als berufliche Heimat

Ilya Kabakow wurde am 30.09.1933 in Dnipro geboren, das bis 1991 als Teil der UdSSR Dnepropetrowsk und bis 2016 als Teil der Ukraine Dnipropetrowsk hieß. In der Großstadt am Dnepr (heute viertgrößte Stadt der Ukraine mit knapp 1 Mio. Einwohner) ließe es sich theoretisch wunderbar leben, in mildem mediterranem Klima und mit dem Asowschen Meer eine Riesen-Badewanne in erreichbarer Nähe, die im Sommer nicht selten um 30 °C Wassertemperatur erreicht. Soll nicht sein, heute stört osteuropäisches Gezanke das friedliche Leben; zur Zeit von Ilya Kabakows Geburt erst Recht nicht:

Der Zweite Weltkrieg war schon ganz nah, Kabakovs Vater wurde eingezogen (und starb später an der Front), Kabakov und seine Mutter wurden nach Samarkand (heute Usbekistan) evakuiert. Dort soll Ilya Kabakov ab 1943 die ebenfalls nach Samarkand evakuierte Kunstschule der Leningrader Akademie der Bildenden Künste besucht haben. Wie auch immer es dazu kam (Kabakovs Mutter hatte eigentlich gerade ein paar wichtigere Dinge zu tun als die die freie Kunsterziehung des Sohnes in die Wege zu leiten), das war mitten im Krieg ein genialer Schachzug, um einen 10-jährigen leben zu lassen.

Denn in der Hirnforschung gilt inzwischen als gut erforscht und bestätigt, dass kreative Beschäftigung Neuronen und Neuro-Verbindungen schafft, die beim Menschen (auch) für positive Stimmung sorgen. Sie hilft sogar in einem derart mächtigen Umfang bei der positiven Umstimmung des Hirns (und damit auch des ganzen restlichen Menschen), dass kreative Beschäftigung in der Trauma-Therapie heute ihren festen Platz hat.

Kunst beglückt, vielleicht zuerst (in der Zwangslage, nach dem tragischen Ereignis) nur zu winzigen Teilen/kürzere Zeit – im schlimmsten Fall geht es nur darum, ein gewisses positives, menschliches Potential zu erhalten (das ist der Grund dafür, warum Soldaten an der Front allen möglichen fröhlichen Beschäftigungen nachgehen, was von außen oder aus rückwärtiger Betrachtung oft als herzlos empfunden wird).

Aber Neuron ist Neuron, im Krieg und im Frieden; beglückende Erlebnisse/Emotionen führen immer zur Ausschüttung bestimmter Stoffe; diese Stoffe fördern immer die Anlage von Hirnverbindungen, die Hirn und Mensch gut tun.

Außerdem lebte der kleine Kabakov seit seinem siebten, achten Lebensjahr in einer Umgebung mit fremder Sprache (in Samarkand wird tadschikisch gesprochen, nicht russisch oder ukrainisch wie in Dnjepropetrowsk), der Besuch der Kunstschule war also zugleich eine Zuflucht in vertraute Kindheitsgefilde.

Die Saat “Kunst” war auf jeden Fall gesät, Ilja Kabakov ging nach Kriegsende nach Moskau, um sich weiter in dieser Richtung ausbilden zu lassen. Von 1945 bis 1951 besuchte er eine Kunstschule in Moskau, von 1951 bis 1957 studierte er am Moskauer Kunstinstitut Surikow (dem Teil der altehrwürdigen Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, die sich nach Aufteilung in Kunst und Architektur der künstlerischen Ausbildung widmete) Grafikdesign und Buchillustration und schloss dieses Studium mit Diplom ab.

Kabakov ist also diplomierter Grafikdesigner und Buchillustrator, der während seiner Ausbildung an den beiden großen Kunsthochschulen seiner Heimat gelernt hatte.

Er wurde im damals herrschenden bzw. verordneten Stil des “sozialistischen Realismus” ausgebildet, soll sich aber mit Cézanne und aller weiteren internationalen Kunst beschäftigt haben, derer er habhaft werden konnte, und sogar freie Zeichenstudien nach der Natur angefertigt haben (für einen Arbeiter in Sachen staatliche Zwangskunst eine unerhörte Entgleisung).

Ob das daran lag, dass der kleine Kabakov in usbekischen Höhen zuviel alte islamische Kultur und ur-islamisch freiheitliches Denken mitbekommen hatte, um den ideologischen Geruch des sozialistischen Realismus ertragen zu können oder ob er schlichtweg keine Lust verspürte, “optimistisch nach vorn blickende Arbeiter eines Kolchos auf einem Traktor” zu malen, sei dahingestellt; sein Drang zu Freiheit wird sich später unaufhaltsam Bahn brechen.

Zunächst arbeitete Kabakov nach dem Abschluss eine Weile ganz brav als Kinderbuchillustrator. Aber schon allein Cézanne gesehen zu haben, ist ein so gutes Argument gegen das Bestreben, Kindern über Illustration der sozialistisch realen Arbeitswelt ihre Kinderbücher zu vermiesen, dass das nicht sehr lange gut ging: 1965 wurde er zwar noch Mitglied des Künstlerverbandes der UdSSR, der war aber eigentlich eine ideologische Zweigstelle der kommunistischen Partei.

Die Mitgliedschaft gab Kabakov das Recht, seine Werke auszustellen, aber lange noch nicht die tatsächliche Möglichkeit. Deshalb entwickelte sich Kabakovs Dachgeschosswohnung im Zentrum von Moskau seit 1967 immer mehr zum Zentrum der unbequemen, anders denkenden Moskauer Künstler, die in Diktaturen und totalitären Staaten Dissidenten genannt werden. Eine Bezeichnung, die in Demokratien unbekannt ist, weil in denen jeder seine Meinung grundrechtlich verbürgt und selbstverständlich ungehindert aussprechen kann (nicht zu verwechseln mit verfassungsfeindlicher Volksverhetzung oder strafrechtlich relevanten Beleidigungen, die auf den Halbsatz “man wird doch noch sagen dürfen” folgen).

Ilja Kabakow selbst entwickelte sich zu einem Moskauer Konzeptkünstler, der in seinen Werken zunächst die russische Mentalität reflektierte und die gesellschaftlichen Grenzen/täglichen Probleme der Mitbürger in der UdSSR thematisierte. Bald kamen die ersten utopischen Bauentwürfe dazu, bis Kabakov schließlich bei den Gesellschaftsutopien angekommen war und sich mit diesen grundsätzlich beschäftigte. Meist mit viel Humor und Ironie, immer mit (bitterem) Bezug zur Realität.

Ab 1978 fertigte Kabakov erste Bildwände, in denen er die “offizielle Kunst” des Sowjetsystems parodierte und die er Collage-artig mit entsprechenden Texten garnierte. In der Folge wurde die Technik der Collage in seinen Installationen noch erweitert, sie kumulierte 1981 in der Geschichte vom Mann, der niemals etwas wegwarf (Installation mit verschiedenen Kisten voller Papiere und Notenblättern, umgeben von all dem weiteren Müll, der zur Identität dieses Mannes gehört).

Kabakov war noch mit dabei, als eine Gruppe aufständischer Hauptstädter Ende der 1970er den “Moskauer Konzeptualismus” ins Leben rief. Diese Künstler wollten westliche Konzeptkunst und sowjetische Soz Art verbinden (Soz Art ist das, was nach Russland verwehte Pop-Art-Fäden aus dem Sozialistischen Realismus gemacht haben), sie taten das außerhalb der offiziellen sowjetischen Kunstarbeit. Allerdings war Kabakov auch schon auf dem Absprung; bald gelangten Arbeiten, die er in der UdSSR nicht ausstellen durfte, auf geheimnisvolle Art und Weise in den Westen.

1985 wurde Kabakov zu seinen ersten Einzelausstellungen in Frankreich (11.06. bis 13.07.1985, “Ilya Kabakov”, Galerie Dina Vierny, Paris) und der Schweiz (31.08. bis 18.11.1985, “Ilya Kabakov: Am Rande”, Kunsthalle Bern) eingeladen – 25 Bilder und 490 Zeichnungen fanden den Weg dorthin, der Künstler durfte leider nicht reisen.

Die Kunstwerke Kabakovs wanderten auch ohne ihn 1986 weiter nach Marseille und Düsseldorf; die ersten Installationen gerieten 1986 auf abenteuerlichen Wegen in die Schweiz zur Ausstellung “Rauminstallationen und Bildwerke aus den 80er Jahren” (15.08. – 03.09.1986, Neue Galerie, Schlössli Götzental, Dierikon), die “Ilya Kabakov”-Ausstellung war 19.11.1986 – 11.01.1987 im Centre National des Arts Plastiques in Paris zu Gast.

Für eine Episode von TateShots besuchten die Reporter das Künstlerpaar Kabakov in ihrem Long Island-Zuhause in New York, wo sie seit über dreißig Jahren leben, während sie sich auf ihre erste große Museumsausstellung in Großbritannien in der Tate Modern (2018) vorbereiteten:

Anfang 1986 hat Michail Gorbatschow den Prozess zu Umbau und Modernisierung der Sowjetunion eingeleitet, den wir unter dem Begriff Perestroika kennen; damit einher ging Glasnost, wörtlich Offenheit, Informationsfreiheit, Redefreiheit, man könnte auch einfach von Meinungs- und Pressefreiheit oder Demokratisierung des Staates sprechen.

Mit den Werken zur Ausstellung “Gegenwartskunst aus der Sowjetunion: Ilya Kabakov und Iwan Tchuikow” (20.02. – 20.04.1987, Museum für Gegenwartskunst, Basel, Schweiz) durfte nun auch der Künstler ausreisen, blieb erst einmal durch Stipendium des Kunstvereins Graz im Westen und sollte nicht mehr nach Hause zurückkehren, solange seine Heimat noch UdSSR hieß.

Vom 20.03.1988 bis 08.04.1988 waren “gerettete” und neue Kabakov-Werke in der Ausstellung “Vor dem Abendessen” (organisiert durch den Grazer Kunstverein) im Foyer des Opernhaus Graz zu sehen; noch im April 1988 schafften Kunst und Künstler den Sprung von Österreich über den großen Teich: 30.04.1988 bis 04.06.1988, Ausstellung “Ten Characters”, Ronald Feldman Fine Arts, New York, USA.

Hier kommt Emilia ins Spiel, damals noch Emilia Lekach; eine russische Emigrantin, die seit 1975 als Kuratorin und Kunsthändlerin in New York arbeitete.

Emilia Lekach wurde 1945 in der UdSSR geboren, hatte 1952 bis 1959 an der Musikschule Moskau gelernt, 1962 bis 1966 an der Musikhochschule Irkutsk Musik und 1969 bis 1972 an der Uni Moskau Spanische Sprache und Literatur studiert. Emilia emigrierte 1973 mit der ganzen Familie nach Israel. 1975 zog Emilia weiter, von Israel nach New York, wo sie bald und bis jetzt als Kuratorin und Kunsthändlerin arbeitete. Es kommt noch besser und ist kaum zu glauben: Emilia Kabakov Lekach wurde ebenfalls in Dnipropetrowsk geboren.

Emilia und Ilya Kabakov in Moskau (2013)

Emilia und Ilya Kabakov in Moskau (2013)
Fotografie von Valerij Ledenev [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Emilia Lekach und Ilja Kabakov, zwei Menschen aus einer von Dutzenden großen Städten in einem Land, dessen Fläche noch in der heutigen kleineren Form genau 47,84 mal so groß wie Deutschland ist, treffen sich 7.904 km von dieser Stadt entfernt in New York, und sie arbeiten beide im Gebiet zeitgenössische Kunst. Mann und Frau, 54 und 42 Jahre, ähnliche Ausbildung und Leidenschaften, ähnliche schlimme Erfahrungen unter menschenrechtsverachtenden Regierungen, hatten sich in Jugendzeiten in Moskau sogar schon kennengelernt – wäre es nicht eher komisch, wenn sie nicht heiraten?

Dass diese Geschichte noch nicht zu einem Disney-Märchen verarbeitet wurde, liegt vermutlich am Alter der Protagonisten. Hier trifft keine blonde Prinzessin “Ich-träume-noch” auf ihren scheinbar sorgenfreie Zukunft verheißenden Helden, sondern zwei gestandene Künstler der zeitgenössischen Kunst beschließen aus vielen guten Gründen, fortan gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Auch ohne Disney geht es wie ein Märchen weiter, mit vereinter Kraft sollen die beiden in kurzer Zeit Weltruhm erlangen:

Freie Welt, freier Kopf, gute Arbeit

Ilja Kabakov bleibt in New York und arbeitet ab 1989 mit Emilia Lekach zusammen. Das Künstlerpaar entwickelte einen kollaborativen Arbeitsstil, in dem jeder der beiden – je nach Projekt in unterschiedlichen Proportionen – sein Bestes gab und gibt. 1992 wurden Ilja Kabakov und Emilia Lekach zum Künstler-Ehepaar und spätestens mit diesem Schritt Teile einer künstlerischen Arbeitsgemeinschaft, in der Frau oder Mann jeweils “eine Hälfte des Künstlers” sind (falls jemand meint, diese Konstellation in korrekter Gender-Sprache ausdrücken zu können: Bitte, gerne!).

Diese so oft als etwas ganz Besonderes herausgestellte Arbeitsgemeinschaft hat bei näherer Betrachtung nicht viel Spektakuläres an sich: Zwei Menschen arbeiten (gleichberechtigt, selbstverständlich) zusammen und achten darauf, die jeweiligen Begabungen möglichst gut zu nutzen und die jeweiligen Schwächen möglichst gut abzufedern.

Ein vernünftiges Grundmodell für jedes Projekt, das Menschen gemeinsam in Angriff nehmen und das ohne Unterdrückung des/der Partner länger funktionieren soll.

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Vintage-Look: 5 wichtige Dinge für Ihre Vintage-Hochzeit https://www.kunstplaza.de/kreative-ideen/vintage-look-5-wichtige-dinge-fuer-ihre-vintage-hochzeit/ https://www.kunstplaza.de/kreative-ideen/vintage-look-5-wichtige-dinge-fuer-ihre-vintage-hochzeit/#respond Thu, 17 Jan 2019 17:08:27 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9434 Ein sehr beliebtes Hochzeitsthema ist “Vintage”. Dies hat auch seine Gründe, denn dieses Thema ist romantisch, stilvoll und Märchenhaft zu gleich. Dabei hat man unterschiedliche Möglichkeiten bei einem Vintage Look. Sie können bei der Planung solch einer Hochzeit sehr kreativ sein. Wir möchten Ihnen in unserem Beitrag 5 Dinge nennen, die sich perfekt für eine...

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Ein sehr beliebtes Hochzeitsthema ist “Vintage”. Dies hat auch seine Gründe, denn dieses Thema ist romantisch, stilvoll und Märchenhaft zu gleich. Dabei hat man unterschiedliche Möglichkeiten bei einem Vintage Look. Sie können bei der Planung solch einer Hochzeit sehr kreativ sein. Wir möchten Ihnen in unserem Beitrag 5 Dinge nennen, die sich perfekt für eine Vintage Hochzeit eignen.

1. Location

Die Location der Hochzeit ist ein sehr wichtiger Punkt. Auch wenn die Möbel, in welcher Sie Ihre Hochzeit planen sehr modern aussehen, können Sie dies sehr schnell ändern. Große weiße Häkeldecken eigenen sich perfekt für Tische, dazu reichen ein paar alte Stühle aus dem Familienkreis völlig aus. Je verschiedener diese sind, umso besser. Auch wenn es auf den ersten Blick etwas zusammengewürfelt aussieht, verleiht dieser Stil einen gewissen Charme. Natürlich darf auf keinen Fall die passende Dekoration dazu fehlen.

Eine Vintage Hochzeit besteht meistens aus Retro Kram, nostalgischen Blumenmustern, üppigen Blumenarrangements und aus verschiedenen Pastelltönen. Dadurch der Vintage Stil sehr vielseitig ist, kann er einfach mit anderen Stilrichtungen kombiniert werden.

2. Brautkleid

Das Brautkleid spielt für die Braut am Hochzeitstag die wichtigste Rolle. Sehr beliebt sind fließende Kleider mit Pailletten verziert, schlichte Mini-Brautkleider sowie Brautkleider Prinzessin. Brautkleider Prinzessin im Vintage Stil sind besonders bei Retro-Fans sehr beliebt.

Vintage Look bei der Hochzeit - Brautkleider Fashion

Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Varianten bei JJ’s House. Dabei ist es ganz egal, ob die Kleider lang oder kurz sind, Hochzeitskleider im Vintage Look sind immer ein sehr schöner Anblick. Jedoch sollten Sie auch wissen, dass Vintage nicht immer gleich Vintage ist, denn hinsichtlich des Schnittes unterscheiden sich die Brautkleider sehr voneinander. In den 20 er Jahren hatten die Kleider einen fließenden Schnitt mit einer verschobenen Taille.

In den 50er betonten die Kleider vor allem die Taille, der Rock dabei war sehr ausgestellt. Entscheidet man sich für Brautkleider der 60 er, so sind diese eher kurz geschnitten und sehr schlicht.

Vintage heißt für viele Frauen auch fließende Spitze. Brautkleider in fließender Spitze sehen aus wie aus einer anderen Zeit. Sie wirken verspielt, romantisch und passen perfekt zu zierlichen Bräuten.

3. Achten Sie auf die entsprechenden Details

Möchten Sie, dass das Hochzeitskleid zur Location passt? Wenn ja, dann sollten Sie sich für ein einfaches Brautkleid ohne Verzierungen entscheiden. Jedoch dürfen Sie bei Ihrer Frisur etwas kreativer sein. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit sich Wiesenblumen ins Haar zu flechten.

Viele Bräute lassen sich auch vom Floristen eine Blumenkrone kreieren. Darüber hinaus gehören bei einer Vintage Hochzeit auch Kräuter und Wiesenblumen in den Blumenstrauß.

4. Die Brautschuhe

Brautschuhe müssen heute nicht mehr in weiß oder beige Tönen unter dem Kleid versteckt werden. Zum Vintage Stil eignen sich auch Schuhe mit etwas Glitzer ausgezeichnet. Welche Farben die Schuhe haben sollten, kommt auf die Farben des Brautstraußes darauf an. Natürlich sollten diese auch mit Ihrem Kleid harmonieren. Ganz egal, ob Sie sich dabei für flache oder hohe Schuhe entscheiden möchten, wichtig ist es, dass die Schuhe mit dem Brautkleid farblich abgestimmt sind. Haben Sie sich zum Beispiel für ein kurzes Hochzeitskleid entschieden, dann empfehlen sich jedoch hohe Schuhe optimal.

5. Wo sollte man ein Vintage Brautkleid kaufen

Hochzeitskleider in Vintage Stil kann man ganz einfach und schnell bei JJ’s House kaufen. Es werden Ihnen hier zahlreiche Vintage Brautkleider in vielen verschiedenen Farben und Schnitten angeboten. Ein großer Pluspunkt bei JJ’s House ist es zudem, dass Sie Ihr Kleid hier auch genau auf Ihre Figur zuschneiden lassen können.

Hinzu kommt auch, dass alle Brautkleider, die Sie im Sortiment finden, zu einem sehr günstigen Preis angeboten werden. Ein weiterer Vorteil ist es, dass Sie nicht nur das passende Brautkleid bei JJ’s House finden können, sondern auch die dazu passenden Brautschuhe.

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David Hockneys Weg zur Kunst: So viel mehr als nur Talent https://www.kunstplaza.de/kuenstler/david-hockneys-weg-zur-kunst-so-viel-mehr-als-nur-talent/ https://www.kunstplaza.de/kuenstler/david-hockneys-weg-zur-kunst-so-viel-mehr-als-nur-talent/#respond Tue, 04 Dec 2018 22:09:54 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9410 David Hockney zählt zu den berühmtesten Künstlern der Welt. Auf der Weltbestenliste der Kunst ist er unter den 100 führenden Künstlern zu finden, seit dieses (computergestützte) Ranking 2001 ins Leben gerufen wurde. Da Hockney aber 1937 geboren ist und im englischsprachigen Teil der Kunstwelt bereits in den 1960ern auf einen Schlag bekannt wurde, kennt auch...

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David Hockney zählt zu den berühmtesten Künstlern der Welt. Auf der Weltbestenliste der Kunst ist er unter den 100 führenden Künstlern zu finden, seit dieses (computergestützte) Ranking 2001 ins Leben gerufen wurde. Da Hockney aber 1937 geboren ist und im englischsprachigen Teil der Kunstwelt bereits in den 1960ern auf einen Schlag bekannt wurde, kennt auch der gebildete ältere Durchschnittsdeutsche Hockney schon eine ganze Weile als “berühmten Künstler”.

Die Frage ist nur, wie gut Durchschnittsdeutsche (egal welchen Alters) David Hockney kennen. Oft nur von netten, bunten, etwas kitschigen Plakaten – und im üblichen kurzen Artikel anlässlich einer Ausstellungseröffnung wird Hockneys Werk auch sehr gerne auf gefällige Pop Art verkürzt.

Das ist zu wenig, da steckt viel mehr dahinter. Mit der gefälligen Kunst, die weltweit den Geschmack der großen Masse anspricht, wird man kurzzeitig bekannt, aber nicht zum international bekannten Weltkünstler. Diese Weltkünstler werden geliebt und bewundert, weil sie der Welt mehr geben als schöne Kunst, jeder auf seine besondere Art.

Wer einen Künstler begreifen will, will hinter dieses “Mehr” kommen, hinter dieses gewisse Etwas. Dazu reicht Kunstbetrachtung allein nicht, dazu bedarf es mehrerer Blicke auf Person und Persönlichkeit, möglichst mitten ins Herz des Künstlers. Das der selten offen auf einem Tablett vor sich herträgt … Also ist Detektivarbeit gefragt, eine spannende Geschichte, bei der unterschiedlichste Ergebnisse und Wertungen herauskommen können.

Nehmen wir die Spur auf, ganz am Anfang bei David Hockneys Entwicklung zum Künstler, hinter der ein ungewöhnliches Maß an Durchsetzungskraft, Beharrlichkeit und Fähigkeit zu selbständigem Denken bei mehreren Beteiligten steckt:

Zum Künstler geboren?

David Hockney wurde am 9. Juli 1937 in Bradford, Yorkshire geboren. Bradford liegt im zentralen Herzen des guten alten Englands und war damals eine ziemlich dreckige Industriestadt; David Hockneys Eltern gehörten nicht zu den Industriebossen, sondern zur Klasse derer, die für diese Bosse arbeiten.

Manche erklären seinen erstaunlichen Aufstieg damit, dass David Hockney als Künstler geboren sei (was von großen Künstler immer wieder mal behauptet wird). Schön wär’s, aber blitzartig besondere Fähigkeiten gibt es auch nur durch Blitzschläge (eventuell, vielleicht löst sich der werdende Künstler auch in ein Häufchen Asche auf), nicht durch Geburt – also nein, Hockney wurde nicht als Künstler geboren. Hockney wurde auch nicht zum Künstler gemacht; zum Glück, uneigennützige Mäzene waren schon damals selten.

Darum geht es eigentlich auch nicht, sondern darum, dass jemand die Chance hat, seine Talente zu erkennen und nicht daran gehindert wird, sie zu entfalten. Denn Menschen werden voller Neugier und kreativem Tatendrang geboren, alle wollen in der Jugend soviel wie möglich ausprobieren und die Gebiete finden, denen ihr besonderes Interesse gilt.

In freien Gesellschaften, in denen jedes Mitglied geschätzt und respektiert wird, würde man dieses Ausprobieren ermöglichen, damit Menschen Berufe wählen, die ihren Interessen und Talenten entsprechen. Wenn Menschen ihren Interessen und Talenten nachgehen können, muss keiner zu irgendetwas gemacht werden oder mit Macht in einen Beruf gepresst werden – solches Vorgehen soll der Volkswirtschaft beständiges, solides Wachstum und dem Staat zufriedene Bürger bringen.

Dann würde keiner mehr Müllmann werden wollen? Doch, bei adäquater Bezahlung schon, wäre ein prächtiger Job für junge kraftstrotzende Menschen, die sich ein paar Jahre eine gute Grundlage verdienen könnten (und dabei ganz umsonst die Aggressionen abbauen würden, deren Folgen die Steuerzahler aktuell mehr Geld kosten, als zur adäquaten Bezahlung der Müllmänner fehlt).

In den meisten Gesellschaften, die heute auf dieser Welt leben, wird die Neugier sehr früh gebremst, und der kreative Tatendrang erst Recht – in den westlichen Industrienationen darf das Durchschnitts-Kind noch nicht einmal seinen Schulweg alleine entdecken. In der Schule herrscht oft ein Klima, das die Lust zum Lernen in tiefe Abneigung verwandelt, oder gleich in Angst und Frust mit Folge Mobbing und anderen Verletzungen.

Schule und Berufsausbildung wollen und sollen nicht mehr tun, als perfekte Arbeitsroboter zu produzieren. Die dann in einer auf möglichst hohes Wachstum (wohin?) gedrillten Volkswirtschaft die Jobs ausfüllen, die gerade gebraucht werden. Gebraucht, um eine Konsum-Maschinerie voller Wegwerfprodukte rund laufen zu lassen, nicht um die Bedürfnisse von Menschen zu befriedigen.

Für diese Jobs gibt es manchmal genug Geld, um selbst dem endlosen Konsum (weshalb? wofür?) frönen zu können. Immer häufiger kommt zur Lustlosigkeit aber auch noch der Frust, von diesem Job nicht anständig leben zu können – denn das vermeintlich erstrebenswerte gemeinsame Ziel, mit dem Lohn den Kauf möglichst vieler Konsumprodukte zu ermöglichen, verhilft tatsächlich nur wenigen Auserwählten zu einem sorgenfreien Leben, zufriedenstellen tut es niemanden (das Fiese daran: Mancher wohlhabende Mittelstandsbürger, der Konsum mangels anderer Ideen zum Lebenssinn erklärt hat, merkt erst zu spät, das dass nicht genug ist).

Aber auch in diesen Gesellschaften gibt es immer wieder Kinder, die Neugier und Kreativität mit einiger Beharrlichkeit verfolgen und Eltern, die ihre Kinder annehmen, wie sie sind und einfach nur unterstützen auf dem eigenen Weg in und durch dieses komische Leben.

Wie gut für die Kunstwelt, dass David Hockney ein solches Kind war und solche Eltern hatte: Hockney wurde neugierig und kreativ geboren wie alle Kinder, seine Eltern waren ganz normale Mitglieder der modernen Gesellschaft, nur eben den entscheidenden Tick anders. Der Vater Eigner einer kleinen Buchhaltungsfirma, die Mutter nach diversen Jobs mit der Erziehung der fünf Kinder erst einmal gut ausgelastet.

Diesen Erziehungs-Job hat sie allerdings so gut gemacht, dass sie bald überhaupt nicht mehr arbeiten musste … Mehr zu den Eltern im dritten Teil der Hockney-Artikel, aber faktisch begann David Hockneys Weg in den Künstlerberuf gleich nach seiner Geburt, weil beide Eltern seiner Kreativität keine Riegel vorschoben und die Lust auf Kunst und selbstbestimmtes Leben in ihm weckten.

Einblicke in die Welt von David Hockney – Gespräch mit dem Kurator Edith Devaney in seinem Studio in Los Angeles (Englisch)

Fine finer finest: Schule, Kunstausbildung, Kommilitonen

Der kleine David hat in der Familie seit frühester Jugend Rückhalt bekommen. Genug Rückhalt, um ein Stipendium für die Bradford Grammar School zu erringen und diese Schulstätte der vornehmen Oberschicht erfolgreich zu durchlaufen. Danach besuchte Hockney 1953 bis 1957 die School of Art am Bradford College und wurde Herbst 1959 am Royal College of Art in London angenommen.

Das war schon damals eine der weltweit führenden Adressen für akademische Kunstausbildung; gerade konnte das College in den einflussreichen QS World University Rankings drei Jahre hintereinander den Rang der weltbesten Hochschule für Kunst und Design “abräumen”.

Am RCA absolvierte Hockney bis 1962 seine Kunstausbildung; während dieser Zeit schloss er Freundschaften mit Mitstudenten, die bald für sein Leben bestimmend werden sollten: Zugleich mit Hockney begann die spätere Pop-Art-Ikone R. B. Kitaj sein Studium am RCA.

Der etwas ältere Amerikaner hatte Hockney knapp 10 Jahre Kunstausbildung (Cooper Union Institute in New York, Akademie der Bildenden Künste in Wien) und einiges an Lebens- und Welterfahrung voraus: Seit 1953 verheiratet und gerade Vater geworden, mit seiner Frau Elsie Roessler quer durch Europa gereist, US-Army-Stationen in Darmstadt und Fontainebleau hinter sich. Dennoch entstand eine enge Freundschaft zwischen den beiden Ausnahme-Studenten, so eng, dass Ronald Brooks Kitaj der einzige Mensch auf dieser Welt ist, der David Hockney fast nackt malen durfte: jmberlin.de/blog/2012/11/david-hockney-besucht-r-b-kitajs-obsessionen.

Derek Boshier, Peter Phillips und Allen Jones kamen 1959 ebenfalls frisch ans RCA. Boshier hatte während des langweiligen Nationaldienstes gründlichst das Werk des kanadischen Philosophen und Kommunikationstheoretikers Herbert Marshall McLuhan studiert, der knapp 10 Jahre später als “Vater der Medientheorie” in aller Munde sein würde.

Phillips kam aus Birmingham und hatte sich über die Kunsthochschulen in Birmingham an das Royal College of Art vorgearbeitet. Vor der Immatrikulation hatte er in Paris und Italien Kunst-Eindrücke gesammelt, parallel zum Studium konnte er die ersten Ausstellungen an den RBA Galleries (Ausstellungsraum für begabte Studenten, wird später genauer erklärt) bestücken.

Allen Jones hatte die Ausbildung am exzessiv progressiven Hornsey College of Art unterbrochen, um ein Jahr etablierte Kunstausbildung am führenden Institut mitzunehmen. Ein Jahr später kamen der spätere Alien-Regisseur Ridley Scott vom West Hartlepool College of Art (wo er gerade in Grafikdesign und Malerei ein Diplom mit Auszeichnung abgelegt hatte) und Patrick Caulfield von der Chelsea School of Art dazu, und schon war eine recht wilde Avantgarde-Clique beisammen, die sich gegenseitig befeuerte:

R. B. Kitaj spielte mit europäischen und noch mehr mit heimatlichen, amerikanischen Einflüssen; inspiriert vor allem von Robert Rauschenberg, dem damaligen Star der Kunstszene Übersee. Derek Boshier erarbeitete streng didaktisch kritische Kommentare zum Space Race (Wettlauf ins All), allmächtigen Multis und Amerikanisierung der englischen Kultur.

Allen Jones will die verknöcherte Sexualität der englischen Fiftys aufbrechen, zunächst mit Frauen in pornografischen Posen als “Möbelstück”, um deren sexuelle Tabuisierung an den Pranger zu stellen. Peter Phillips ist nachhaltig von den amerikanischen Künstlern Jasper Johns und Robert Rauschenberg beeindruckt, Ridley Scott war mit allen Einflüssen zusammen auf dem Weg zum zweiten Diplom mit Auszeichnung, Patrick Caulfield sezierte neben den Studieninhalten Juan Gris, Legér und René Magritte, David Hockney nahm alle Einflüsse auf um sie zu “seinem eigenen Ding” zusammenzufügen.

Nix da Pop Art

Die Kommilitonen, die sich da am Royal College of Art zusammenfanden, wussten sehr genau, dass sie an einer der besten Kunstausbildungsstätten der Welt gelandet waren. Sie wollten ihr Teil beitragen, die neue Kunst ihrer Zeit zu erschaffen; sie wollten hervorholen, was die Kunst zur Entwicklung der Nachkriegsgesellschaft zu sagen hatte. Die ersten großen Wellen der Pop-Art schwappten bereits von Amerika herüber, in Großbritannien hatte die Avantgarde der Zwischenkriegszeit die englische Spielart des Pop-Art auch schon lange vorgedacht und erste Werke in diese Richtung geschaffen.

David Hockney Ausstellung in der Royal Academy of Arts, London (Jan 2012)

David Hockney Ausstellung in der Royal Academy of Arts, London (Jan 2012)
Foto von Kleon3 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Der Brite Richard Hamilton hatte sogar 1956 mit der Collage “Just What Is It That Makes Today’s Homes So Different, So Appealing?” (t1p.de/88gu) eines der Schlüsselwerke der Pop-Art vorgelegt; und Hamilton lehrte 1957 bis 1961 am Royal College of Art, gehörte also zu Hockney Zeit zu den Lehrern am RCA.

Hamilton wird in weiten Teilen der Kunstwissenschaft sogar die Urheberschaft des Begriffs “Pop-Art” zugeschrieben; die Collage “Just What …” wurde in der Ausstellung “this is tomorrow” August 1956 in der Whitechapel Art Gallery London das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, einer Veranstaltung, die als Geburtsstunde der Pop Art gilt. An der Pop-Art schien also kaum ein Weg vorbei zu führen, schon gar nicht für Studenten an einem College, an dem Hamilton lehrte.

Aber das sagt die kunstwissenschaftliche Rückschau von heute. Selbst wenn David Hockney die Ausstellung in der Whitechapel Gallery besucht hatte (Interesse war sicher da, aber Hockney lernte zu der Zeit in Bradford, und damals fuhr man nicht einfach mal so für eine Ausstellung nach London), war das spätere Schlüsselwerk für den jungen Künstler damals nur irgendeine interessante Collage. Hockney wird Hamilton auch nicht unbedingt am RCA getroffen bzw. gesehen haben – damals war es nicht üblich, einfach fremde Vorlesungen/Übungen zu besuchen, und Hockney soll in seiner Jugend eher schüchtern und zurückhaltend gewesen sein.

Hockney besuchte am RCA die Malklasse von Carel Weight, einem altehrwürdigen britischen Maler, der 1945 zum offiziellen Kriegskünstler der Briten ernannt wurde. Weight hatte vor allem “Kriegsbilder” vorgelegt, auch aus Österreich, Griechenland und Italien, häufig mit erzieherischem Touch – hier können Sie sich 178 Gemälde ansehen, die David Hockney garantiert nicht malen wollte: artuk.org/discover/artworks/search/actor:weight-carel-victor-morlais-19081997/page/9.

Hockney wäre aber nie bis zum Royal College of Art vorgedrungen, wenn er nicht klug genug gewesen wäre, sich Aufmüpfigkeit an den falschen Stellen zu sparen. Deshalb ist zu vermuten, dass er mitnahm, was Weight ihn lehren konnte, ohne sich durch jugendliche Überheblichkeit selbst den Weg zu wichtigem Wissen zu verbauen.

Und Weight hatte etwas weiterzugeben, was Hockney – bei seiner Kritik an der überkommenen Malerei und seiner damals noch strafbewehrten sexuellen Orientierung – mehr als gut gebrauchen konnte; nämlich die eigene Einstellung zum Betrieb um die Kunst herum:

Carel Victor Morlais Weight wurde als Sohn eines Bankkaufmanns und einer Fußpflegerin mitten ins Londoner Bürgermilieu geboren und sah als oberste Bewährungsprobe eines Gemäldes, dass der Normalbürger etwas davon hat. Er mochte die Kunstwelt nicht sehr, Kunsthändler überhaupt nicht und hatte vor Kritikern keine Angst, trotz seiner sehr individuellen Arbeiten (wenn und wo ihm freie Entfaltung möglich war, siehe z. B. “Recruit’s Progress – Medical Inspection” von 1942, t1p.de/18nw, so etwas “malte man damals nicht”).

Farbenfrohe Bilder von David Hockney bei der Royal Academy of Arts Ausstellung in London (Jan 2012)

Farbenfrohe Bilder von David Hockney bei der Royal Academy of Arts Ausstellung in London (Jan 2012)
Foto von Kleon3 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Außerdem besuchte Hockney Kurse bei mehreren weiteren Malern, die ihr Wissen am Royal College of Art weitergaben. Auch diese Lehrer haben ihre Spuren in Hockney späteren Werken hinterlassen:

Landschaftsmaler Roger de Grey findet sich zum Beispiel in baumbestandenen Alleen und Wäldern und David Hockneys Yorkshire-Bildern wieder.

Kunst von Roger de Grey: t1p.de/blpa

Alleen, Wälder und Yorkshire-Bilder von David Hockney: t1p.de/wwxb, t1p.de/bp84, t1p.de/01pi

Maler und Musiker Ceri Giraldus Richards hatte in den 1930er Jahren den Surrealismus durchgearbeitet, war zu dieser Zeit einer der experimentellsten jungen Künstler Großbritanniens und auch zu Hockneys Zeit am RCA bestimmt nicht von gestern.

Er setzte in Hockney impressionistische und surrealistische “Pflänzchen” und war vermutlich derjenige, der Hockney mit Gemälden und Zeichnungen auf Grundlage poetischer Literatur (im Falle Richards Poesie von Dylan Thomas, Vernon Watkins und anderen) tief beeindruckte. Hockney nahm diese Anregung im Bilderzyklus um den legendären griechischen Lyriker Constantine P. Cavafy recht bald auf.

Kunst von Ceri Giraldus Richards: t1p.de/p8xi

Impressionismus-Anflüge, surrealistische Ausflüge und Tribute an Dichter von David Hockney:

  • “The Arrival of Spring in Woldgate, East Yorkshire in 2011”, iPad drawing printed on paper, edition 6 of 25 -> t1p.de/laiq, t1p.de/lduh
  • “Moving Focus – An Image of Gregory”, 1984, 81.169.222.198/still/kunst/pic570/387/111002242.jpg
  • “Henry at Table”, 1976, t1p.de/o1bp
  • “The Arrival”, 1963, Blatt 1 aus: “A Rake´s Progress” (Werdegang eines Wüstlings), eine Reihe von Radierungen über Hockney erste New York-Reise Sommer 1961, in der er sich auf den berühmten gleichnamigen Zyklus des englischen Künstlers William Hogarth bezieht, t1p.de/zsn8
  • “14 Gedichte von C. P. Cavafy. Ausgewählt und illustriert mit 12 Radierungen by David Hockney”, 1966, t1p.de/5pmr

60 Jahre Hockney – Eine Werkschau seiner Ausstellung im Tate Britain

Der Maler Colin Graham Frederick Hayes setzte Öl- und Aquarellfarbe auf die Leinwand, wobei die Betonung unbedingt auf “Farbe” liegt. Er war sicher nicht unbeteiligt daran, dass David Hockneys Bilder vor Farbe strotzen können.

Kunst von Colin Hayes: t1p.de/3tb1

Farbrausch von David Hockney: “A Closer Winter Tunnel, February – March”, 2006, t1p.de/899o; “Nichols Canyon”, 1980, t1p.de/u19d

Sandra Betty Blow, zur Zeit von Hockney Immatrikulation noch keine 35 Jahre alt, hatte kurz nach ihrer Collegezeit ersten abstrakten Expressionismus geschnuppert. Die Jahre vor der Lehrtätigkeit am RCA hatte Blow mit dem italienischen “Materialbildner” Alberto Burri zusammengearbeitet, der Einflüsse des Informel und eine grundlegende Offenheit gegenüber neuen Materialien auch für die Darstellung in der Ebene in ihr hinterließ.

Blow hatte die Künstler Lucian Freud, John Minton, Francis Bacon kennengelernt (Bacon schuf 1969 die “Three Studies of Lucian Freud”, die 2013 für 142,4 Dollar versteigert wurden und anderthalb Jahre das teuerste Gemälde der Welt blieben) und war gerade mitten drin, sich unter Einbezug von abstrakter Form, Licht, Raum, Textur und Rhythmus zu einer bahnbrechenden Größe in der abstrakten Kunst zu entwickeln.

Man braucht nicht all zu viel Phantasie, um von der Kunst einer Frau, die auf Ölgemälden den Eindruck von Flammen und Gischt, Holz und Teer erzeugen konnte: t1p.de/b2ev auf David Hockneys Bewegte-Wasser-Malerei zu schließen.

In der gleich geschilderten Entwicklung David Hockney zum Künstler mit eigenem Stil und Profil werden aufmerksamen Menschen öfter die Ohren klingeln, als wenn Sandra Blow direkt hineinge … (die Autorin traut sich nicht, der Witz ist einfach zu platt, aber der Name ist schon eine “assoziationale Herausforderung”).

Kunst von Sandra Blow: t1p.de/ldr4

Wasser-Skizzen und abstrakte Kunst von David Hockney: t1p.de/kazp, t1p.de/d4ip; “Almost Like Skiing”, 1991, t1p.de/utbc; “Third Detail (from Snails Space series)”, 1995, t1p.de/4oyf; “The other Side”, 1990-1993, t1p.de/djec

Was die lehrenden Künstler Robert A. Buhler (t1p.de/cq12) und Rodney Joseph Burns (t1p.de/nk3m) in David Hockneys Werk hinterlassen haben, soll der eigenen Entdeckung des Lesers überlassen bleiben, aber Pop Art war es sicher nicht.

Wie viel David Hockney mit Pop Art zu tun hatte, lässt sich am besten in den Interviews mit ihm nachempfinden, z. B. dem in der Zeit Oktober 2012 anlässlich der Ausstellung “A Bigger Picture” im Museum Ludwig in Köln, t1p.de/8p8t: Er lebte öfter ziemlich im Zentrum der Popkultur, fand Pop toll, trug 30 oder 40 Jahre weißblonde Haare (t1p.de/w2h7, Blondes have more fun, und “Männer können besser gucken als denken” passt ja hier auch); aber das war’s schon, dass er Pop Art gemalt habe, werden Sie aus David Hockney Mund kaum hören.

David Hockneys Meisterwerk schlägt Auktionsrekord: “Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)”

Wenn David Hockney entgegen seiner ganz entschiedenen eigenen Aussage stilistisch der Pop Art zugeschlagen wird, ist das übergriffig vom jeweiligen Kritiker.

Ob ein solcher Übergriff erlaubt ist? In der Kunstwissenschaft gibt es zwei konträre Positionen, aus denen heraus diese Frage beantwortet werden kann: Der Künstler macht Kunst, und der Kunstwissenschaftler bewertet diese Kunst und ordnet sie in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft ein, auch in eine bestimmte Stilrichtung, wenn die unübersehbar passt.

Oder: Der Künstler erschafft Kunstwerke, die er auch mit der Bezeichnung als Kunst, dem Willen, sich künstlerisch zu betätigen, zu Kunst macht. Wenn das zum Urheberrecht des Künstler gehört, muss erst Recht dazugehören, das selbst geschaffene Werk einer bestimmten Stilrichtung zuzuordnen oder nicht zuzuordnen.

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Kunstwerke online kaufen – 10 essentielle Tipps für Ihren Kunstkauf im Netz https://www.kunstplaza.de/tipps-fuer-kunsthaendler/kunstwerke-online-kaufen-10-essentielle-tipps-kunstkauf-netz/ https://www.kunstplaza.de/tipps-fuer-kunsthaendler/kunstwerke-online-kaufen-10-essentielle-tipps-kunstkauf-netz/#respond Sat, 10 Nov 2018 19:44:50 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9335 Da Sie auf diesen Artikel gestoßen sind, nehme ich mal an, es geht Ihnen mit der Kunst genauso wie mir: ein Raum ist einfach nicht vollständig ohne mindestens ein kleines Stück Kunst. Völlig unabhängig von unseren Geschmäckern hinsichtlich Design, Style und Deko stimmen wir bestimmt darin überein, dass ein Kunstwerk jedem Raum in einer Wohnung,...

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Da Sie auf diesen Artikel gestoßen sind, nehme ich mal an, es geht Ihnen mit der Kunst genauso wie mir: ein Raum ist einfach nicht vollständig ohne mindestens ein kleines Stück Kunst. Völlig unabhängig von unseren Geschmäckern hinsichtlich Design, Style und Deko stimmen wir bestimmt darin überein, dass ein Kunstwerk jedem Raum in einer Wohnung, im Büro oder in öffentlichen Einrichtungen einen ganz besonderen Glanz verleiht.

Per Online-Kauf zu Ihrem Lieblingsstück

Per Online-Kauf zu Ihrem Lieblingsstück
Fotografie von Chastity Cortijo

Drehen wir die Uhren mal etwa zehn bis fünfzehn Jahre zurück, dann wäre es uns noch enorm schwer gefallen, an erschwingliche Kunst heranzukommen, um damit unsere eigenen vier Wände zu schmücken. Verkäufe auf dem Kunstmarkt und der Kunsthandel an sich fanden nahezu ausschließlich über hoch-dotierte Kunstauktionen oder renommierte Galerien statt. Was an sich natürlich nicht verwerflich per se ist, schränkte den Zugang zum Kunstmarkt jedoch auf eine kleine, elitäre Gruppe finanzstarker Akteure ein.

Dieser Umstand hat sich innerhalb der letzten Jahre nun gewaltig gewandelt. Mit dem Siegeszug des World Wide Web und flächendeckend schnellem Breitband-Internet hat es immer mehr traditionelle Galerien dazu gebracht, Ihre Werke nun auch online einem interessierten Publikum zum Kauf zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig tauchten auch immer mehr reine Online Galerien auf, die Ihre Werke ausschließlich über das Netz vertreiben. Durch den gestiegenen Wettbewerb und die deutlich geringeren Kosten für die Online Vermarktung profitieren wir als potentielle Käufer und Interessenten, indem der Erwerb von Kunst im Allgemeinen deutlich erschwinglicher geworden ist.

Eine weitere sehr positive Entwicklung durch das Internet ist die Tatsache, dass Künstler und kreativ Schaffende nun einen direkten Kanal zu potentiellen Käufern, Mäzenen und Förderern zur Verfügung haben. Dem Rechnung tragend, können wir uns mittlerweile über eine riesige und bunte Vielfalt an Werken aller Art im Netz erfreuen, und das zu völlig unterschiedlichen Preisen.

Man kann also behaupten, dass nun für jeden Geschmack und Geldbeutel das passende Angebot vorhanden ist. Darunter sind kreative Werke von bislang unbekannten Künstlern genauso wie Arbeiten von renommierten und längst etablierten Größen ihres Genres. Man findet Unikate, limitierte Drucke, Reproduktionen und Faksimile.

Moderne Skulpturen, Ölgemälde und Acrylbilder der Kunstgalerie EventART

Ein Vertreter, welcher das Konzept der Verschmelzung von Offline- und Online-Angebot gekonnt umgesetzt hat, ist beispielsweise die Dresdner Kunstgalerie EventART – Die Kunstmacher. Bereits seit 2003 haben sie sich parallel zu ihrer stationären Präsenz in der Landeshauptstadt Sachsens konsequent auf den Onlinehandel mit moderner Kunst spezialisiert. Neben hochwertigen, aktuellen und vielfältigen künstlerischen Arbeiten zählt vor allem ihr kundenorientierter Service zu den Alleinstellungsmerkmalen. Der kunstinteressierte Kunde wird dabei von der Auswahl bis hin zum sicheren Versand begleitet.

EventART - Die Kunstmacher (Screenshot)

EventART – Die Kunstmacher (Screenshot)

Ein serviceorientierter Ansatz dieser Art ist auch notwendig, denn schließlich geht es darum, in der zunächst anonymen Geschäftsbeziehung über das Internet eine solide Vertrauensbasis im Verhältnis zum Kunden zu schaffen. Dies ist ein wichtiger Eckpfeiler beim Online Kauf generell und wahrscheinlich noch viel wichtiger beim Erwerb von Kunstwerken über das Netz. Schließlich geht es auch um mehr Geld als beim Shoppen eines neuen Paars Schuhe. Weiterhin ist der Kunstkauf oft auch eine sehr emotionale und persönliche Angelegenheit, in der ein direkter Kontakt zwischen Interessent und Anbieter unerlässlich ist.

Vertrauen durch Qualität und Zuverlässigkeit – das gelingt den Kunstmachern von EventART geradezu vorbildlich mit ihrer Symbiose aus zeitgemäßem Onlinehandel und der klassischen Ausstellung in einer Galerie. Als anspruchsvoller Kunstinteressent hat man so nicht nur die Möglichkeit, Kunstbilder, Skulpturen und Grafiken bequem daheim vor dem Rechner auszuwählen und direkt zu kaufen, sondern diese wahlweise auch direkt in Dresden vor Ort in Augenschein zu nehmen.

Damit Sie nun optimal für den Kauf von Kunst über das Internet vorbereitet und gerüstet sind, möchten wir Ihnen noch folgende, elementaren Tipps mit auf den Weg geben…

Kunstwerke online kaufen – Die wichtigsten Tipps

1. Starten Sie mit einem Plan

Bevor Sie sich auf den Weg machen und nach Kunst aller Art Ausschau halten, sollten Sie zunächst erst mal in sich gehen und sich in Ruhe Gedanken darüber machen, was Sie überhaupt wollen. Spätestens an dem Punkt, wenn Sie nicht mehr weiter kommen und Sie vielleicht von einem Galeristen oder Kurator nach Ihren genauen Vorstellen gefragt werden, kann es schwierig werden.

Mit Plan zum Kunstkauf im Internet

Mit Plan zum Kunstkauf im Internet
Foto von Matthew Brodeur

Sollten Sie noch neu in der Welt der Kunst sein und vielleicht auch noch nicht so richtig vertraut mit dem ganz eigenen Vokabular und den Regeln von Design, Farben und Ästhetik, dann wäre ein guter Startpunkt die Überlegung nach der Absicht, die hinter Ihrem Wunsch steckt, sich ein Kunstwerk zuzulegen.

Haben Sie vielleicht schon einen ganz konkreten Platz in Ihrer Wohnung, den Sie damit aufwerten oder verschönern möchten. Wie verhält es sich dann mit der Einrichtung und Deko in dem Raum? Welche Farben sind dominant und was würde gut dazu passen? Wie groß sollte das Kunstwerk sein? Was sind die maximalen Abmessungen, damit das Werk noch an den angedachten Platz passt? Möchten Sie lieber ein Gemälde für die Wand oder eine stehende Skulptur? Gibt es bestimmte Motive und Themen, die es Ihnen besonders angetan haben?

All das sind Überlegungen, die Ihnen enorm weiterhelfen und schon vor der Suche im Internet ein gedankliches Bild in Ihnen reifen lässt. Das wird Ihnen im weiteren Verlauf von großem Wert sein. Nehmen Sie sich also dafür ruhig Zeit, lassen Sie die Ideen reifen, sprechen Sie mit Familie und Freunden darüber und seien Sie auch offen für neue Inspirationen.

Wenn Sie erst mal ein klares Bild vor Ihrem geistigen Auge haben, dann spielt es auch keine große Rolle mehr, ob Sie ein großer Kunstkenner sind oder nicht. Sie können dann klar kommunizieren, was Sie möchten und was Sie sich vorstellen.

2. Legen Sie Ihr Budget fest

Um nicht am Ende finanziell in die Bredouille zu kommen, sollten Sie vorab Ihr Budget festlegen. Wie viel können und wollen Sie maximal für das Objekt Ihrer Begierde ausgeben? Seien Sie bei der Formulierung Ihres finanziellen Spielraums relativ konkret und definieren Sie auf alle Fälle eine fixe Obergrenze.

Während Werke bekannter Künstler meistens im vierstelligen Preissegment angesiedelt sind, bekommen Sie Arbeiten von Newcomern und aufstrebenden Künstlern bereits für etwa 500 Euro. Aber selbst für ein Budget von 100 Euro lässt sich im Netz noch eine Fülle an schöner Kunst finden.

Falls Sie sich schon auf einen bestimmten Künstler eingeschossen haben, dann sollten Sie einen Blick auf sämtliche verfügbaren Werke und Editionen werfen. Je nach Auflage (Original/Unikat oder limitierter Druck) sowie nach Größe gibt es da preislich meistens erhebliche Spannen.

3. Recherche Teil 1 – Infos zu Werken und Künstler

Sie haben jetzt Ihr Grundgerüst zusammen, um sich nun auf die Suche zu machen. Am Anfang Ihrer Recherchen sollten die Themen, Motive, Art der Kunst oder der Künstler selbst stehen.

Haben Sie beispielsweise Präferenzen hinsichtlich der Kunstrichtung, Farben, Stilrichtung, Motive oder Themen? Ziehen Sie beispielsweise Acrylbilder und Ölbilder anderen Richtungen vor? Stehen Sie auch Landschaftsmalerei und Portraits oder eher auf abstrakte oder gar surrealistische Motive? All das können Sie als Ausgangspunkt für Ihre Online Recherche nutzen.

Falls Sie sich dahingehend noch unsicher sind, können Sie auch gerne einen Blick in unsere Online Galerie und die darin aufgeführten Kategorien werfen. Das hilft Ihnen vielleicht bei der Einordnung Ihrer Vorlieben und Ihres individuellen Geschmacks.

Ferner ist natürlich auch die Suche nach einem oder mehreren konkreten Künstlern sinnvoll. Hier gibt es neben den Beschreibungen auf den Galerie-Seiten eine Reihe weiterer nützlicher Anlaufstellen, die eine Fülle an nützlichen und interessanten Fakten und Infos zum Menschen hinter dem Werk bereit halten.

Dazu zählen insbesondere neben der Homepage des Künstlers – die in der Regel Einblicke in den Lebenslauf, die Biografie und den Werdegang liefert – soziale Medien wie Instagram, Facebook und Pinterest, als auch große Kunstmagazine, die wie eine Art Verzeichnis zahlreiche Infos, Daten und Fakten zum Künstler führen (z.B. Artnet, Artsy, …). Dort findet man unter anderem Dinge wie Ausstellungshistorie, aktuelle Ausstellungen, Sammlungen, Werksverzeichnis, verliehene Auszeichnungen und vieles mehr.

Dieser Prozess der Auseinandersetzung mit der Kunst und dem Urheber dahinter hat auch den positiven Nebeneffekt, dass Sie auf einer emotionalen Ebene einen tieferen Zugang und ein höheres Maß an (teils bis hin zu einer intimen Form von) Vertrautheit zum Werk entwickeln. Und liegt nicht der Zauber des Kunstgenusses gerade in dem Facettenreichtum und der Vielschichtigkeit der Werke und ihrer Schöpfer begründet? Beim Vorübergehen oder kurzen Überfliegen kann sich dieser meiner Meinung nach nicht entfalten.

4. Recherche Teil 2 – Vertrauenswürdige Anbieter ausfindig machen

Nachdem Sie sich im Klaren sind, welche Art von Kunst Sie suchen, muss noch das “Wo?” geklärt werden. Bereits nach einer kurzen Suche auf Google werden Ihnen eine ganze Fülle an Online Galerien ins Auge springen.

Pauschal kann ich Ihnen schon mal die großen Anbieter wie Die Kunstmacher, Lumas, Singulart, ars mundi, argato sowie im internationalen Umfeld Saatchi Art, Artsy, Absolut Art, Uprise Art, ArtGallery, the Artling und Artfinder bedenkenlos empfehlen.

Darüber hinaus ist es hilfreich, nach Presse-Meldungen, Erfahrungsberichten oder Foren-Diskussionen über den Anbieter Ausschau zu halten. Auch Gütesiegel wie Shopvote liefern hier wichtige Hinweise und zeigen die Zufriedenheit bisheriger Kunden.

Weitere Qualitätsmerkmale sind natürlich der Kundenservice und die Art und der Umfang der Betreuung beim Online Kauf. Stehen Ihnen beispielsweise telefonische Beratung oder sogar eine stationäre Präsenz für ein Gespräch unter vier Augen zur Verfügung, ist dies ein vertrauensbildender Punkt. Ebenso kann die Auswahl und Zusammenstellung der Werke von Bedeutung sein. Wurde diese von einschlägigen Experten kuratiert oder stellen Künstler selbst und weitestgehend autonom Ihre Arbeiten ein?

Ein weiteres Indiz für die Seriösität einer Galerie können ihre Verbindungen mit Kunst-Ausstellungen, -Messen und künstlerischen Organisationen sein.

Als Daumenregel für den Fall, dass Sie sich nicht sicher sind, ob Sie einer bestimmten Online Galerie Ihr Vertrauen schenken möchten oder nicht, sollten Sie im Zweifelsfall lieber einen anderen Anbieter suchen.

Echtheitszertifikate

Wenn Sie Kunstwerke über das Internet kaufen, sollten Sie stets darauf achten, dass dieses durch ein entsprechendes Echtheitszertifikat begleitet wird, welches durch den Künstler signiert wurde. Dies ist ein wichtiges Dokument, welches Ihnen die Authentizität des Werks bestätigt. Angaben dazu finden Sie bei allen gängigen Online Galerien – meist direkt innerhalb der Beschreibung des Kunstwerks.

5. Nutzen Sie Filter, Suchfunktionen und Kontaktmöglichkeiten beim Anbieter

Sie haben wahrscheinlich zum jetzigen Zeitpunkt Ihre Suche auch eine kleine Anzahl an Online Galerien und Anbietern eingrenzen können. Nun können Sie Ihre Suche weiter verfeinern, indem Sie die vorhandenen Funktionen wie Suchfilter, Kategorien, Kollektionen und sonstigen Gruppierungen bzw. Sortierungen von Werken innerhalb der Onlinepräsenz nutzen.

Kategorien und Rubriken als erster Orientierungspunkt

Kategorien und Rubriken als erster Orientierungspunkt

Freitextsuche

Freitextsuche

Oft lassen sich die Suchergebnisse dann anhand von einer Preisspanne, Region, nach Medium, Stil, Farben, Größe, Künstler, usw. eingrenzen. Die gefundenen Werke lassen sich danach häufig auch noch in einer bestimmten Reihenfolge anzeigen. Diese Funktionen erleichtern die Suche ungemein.

Suchfilter und Sortierungsmöglichkeiten

Suchfilter und Sortierungsmöglichkeiten

Auch Empfehlungen seitens des Anbieters in der Person von Experten oder Kuratoren können bei der Auswahl des richtigen Exponats hilfreich sein.

Und sollten Sie mit den Suchfunktionen einmal nicht weiterkommen, nehmen Sie einfach direkt Kontakt mit einem Mitarbeiter des Anbieters auf. Das geht am schnellsten per Kontaktformular, Email oder mit einem kurzen Anruf.

6. Stellen Sie Fragen

Mit dem Thema Kontaktaufnahme wären wir dann auch schon beim nächsten Punkt: stellen Sie ruhig alle Fragen, die Ihnen auf der Seele brennen. Zögern Sie nicht, die Kontakt- und Serviceangebote der Galerie zu nutzen, wenn Ihnen Dinge unklar sind oder Sie Hilfe benötigen.

Der Kunsthandel ist von Haus aus eine beratungsintensive Branche, bei der eine Vielzahl von Informationen und Faktoren bei der Kaufentscheidung mitspielen. Das ist selbstverständlich auch den Galerien bewusst und daher sind sie auch auf den persönlichen Kontakt und den Umgang mit vielen Fragen durch potentielle Interessenten bestens eingestellt. Schließlich geht es in den meisten Fällen auch um stattliche Beträge. Nutzen Sie dieses Angebot!

Nur weil Sie online kaufen, muss es nicht heißen, dass Sie auf Expertenrat und fachmännischen Service verzichten müssen. Dieser wird Ihnen bei jeder ernstzunehmenden Kunstgalerie im Internet ebenfalls zur Verfügung stehen. Darüberhinaus werden zahlreiche häufig gestellten Fragen bereits in sogennanten FAQs, Hilfe-Sektionen oder Online-Ratgeber-Artikeln (How-To`s) geklärt. Manchmal findet man sogar veröffentlichte Interviews mit Künstlern, Galeristen, Sammlern und Kunsthändlern, aus denen man wertvolle Ratschläge, Tipps und Empfehlungen erfahren kann.

Beim Kunstkauf handelt es sich in der Regel um eine beträchtliche Investition, die wohl überlegt sein will. Sie sollten sich daher bei der Kaufentscheidung sicher sein und ein gutes Gefühl dabei haben. Sind gewisse Zweifel noch nicht ausgeräumt, dann sollten Sie noch ein wenig Zeit mit der Entscheidung lassen und kritisch hinterfragen, was Sie an der Sache noch stört.

Die Geschichte hinter dem Werk…

Spannend ist bei Kunstwerken oftmals auch die Frage nach der Story hinter einem Bild oder einer Skulptur. Diese wird mit relativer Sicherheit nicht im luftleeren Raum entstanden sein und eine ganz individuelle Entstehungsgeschichte besitzen.

Stellen Sie sich beispielsweise mal vor, Sie empfangen Besuch in Ihrer Wohnung mit einem neu erworbenen Kunstwerk und dieses inspiriert gleich zu einer spontanen Konversation. Vielleicht werden Sie dann gefragt “Was hat dieses Bild für eine Bedeutung?”, “Was hat sich der Künstler gedacht?”, oder “Was will uns dieses Bild sagen?”.

Wäre es dann nicht wunderbar, Sie könnten dann eine spannende Geschichte zum Besten geben und mit dem einen oder anderen spannenden Fakt glänzen? Kunst kann ein ganz wundervoller Türöffner für angeregte und vielschichtige Gespräche sein.

7. Versand, Transport & Versicherung – Prüfen Sie die Konditionen

Diesen Aspekt sollten Sie nicht unterschätzen. Schließlich möchten Sie schnell das Objekt Ihrer Begierde sicher in Händen halten. Transportschäden und ärgerliche Streitigkeiten mit Versender und Logistik-Unternehmen sind da wahre Partykiller. Klären Sie daher bereits im Vorfeld, welche Transportmöglichkeiten und -konditionen zur Verfügung stehen.

Beim Transport von teurer Kunst sollte man ausschließlich Profis vertrauen, die die Besonderheiten und Tücken dieses Geschäfts kennen. Empfehlenswert ist bei einem Wert von mehreren hundert Euro oder darüber auch eine entsprechende Transportversicherung für den Fall, dass es zu Schäden oder zum Komplettverlust der Sendung kommt.

Je nach Größe und Art des Kunstwerks kann es dabei auch zu Kosten kommen, die Sie in Ihre Kaufüberlegungen mit einfließen lassen sollten. Manche Arbeiten wie ungerahmte Kunstdrucke lassen sich relativ leicht zusammengerollt in Rollen versenden, während großformatige Bilder mit schweren Kunstrahmen doch wesentlich sperriger sind. Auch schwere Skulpturen stellen Logistiker vor die eine oder andere Herausforderung, die sich natürlich auch an dem Transportpreis widerspiegelt.

Internationaler Versand

Auch die Kunstwelt wächst durch das Internet unaufhaltsam zusammen und durch moderne Versandlösungen und -angebote lässt sich praktisch jedes Werk an fast jeden beliebigen Ort der Welt versenden. Sollten Sie also mit einem Kauf bei einer internationalen Galerie liebäugeln, kommen zu den Transportkosten noch eine längere Lieferzeit sowie die Regelungen in Bezug auf Import, Zoll & Co. zum Tragen.

Sprechen Sie den Anbieter darauf an, er wird Ihnen mit Sicherheit auch beim Versand, Transport, der Versicherung und beim Import weiterhelfen können.

8. Machen Sie sich mit den Rückgabe-Richtlinien vertraut

Es liegt in der Natur des Online-Kaufs, das Produkt erst nach Kaufabschluss und Bezahlung zum ersten Mal real in den Händen zu halten. Da kann es natürlich passieren, dass die Realität nicht ganz den Erwartungen entspricht und man dann bei Erhalt doch enttäuscht sein könnte.

In solch einem Fall ist ein Rückgaberecht Gold wert. Die meisten vertrauenswürdigen Online Galerien wissen natürlich von dem Umstand, dass Kunstwerk manchmal schwer nur nach Fotos im Internet zu beurteilen sind und bieten dementsprechend in der Regel Rückgabemöglichkeiten bei Nichtgefallen an.

Ein Blick in die Rückgabe-Richtlinien sollte aber schon vor dem Kauf geworfen werden und nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt. Das kann vor so manchem Frust schützen. Wird so der Rücktransport von der Galerie getragen oder muss der Kunde dafür aufkommen? Gibt es bestimmte Bedingungen, an die eine Rückgabe gekoppelt ist? usw …

9. Lassen Sie sich Zeit mit Ihrer Entscheidung

Wie bereits ein paar Mal in den vorherigen Punkten angedeutet, möchte ich nochmal auf die Wichtigkeit eingehen, sich bis zur Kaufentscheidung Zeit zu lassen. Bei Kunstwerken handelt es sich um komplexe Objekte, die häufig auf mehreren Ebenen erfasst und begriffen werden. Gleichzeitig spielen eigener Geschmack, der Kontext sowie emotionale Aspekte eine übergeordnete Rolle.

Brechen Sie daher Ihre Entscheidung nicht übers Knie und lassen Sie Gedanken dazu langsam reifen. Ihr Bauchgefühl wird Ihnen sagen, wann Sie soweit sind, Nägel mit Köpfen zu machen.

Profi-Tipp: Favoriten-Listen

Oft bieten Online Galerien die Möglichkeiten, Favoriten-Listen oder Merkzettel anzulegen und gefundene Lieblingswerke darin zu speichern. So können Sie jederzeit wieder auf Ihre Listen zurückgreifen und die Werke darin miteinander abgleichen. Sollte diese Funktion mal nicht von Haus aus angeboten werden, können Sie dafür auch die Lesezeichen-Funktion Ihres Browsers oder eine der vielen Apps und Browser-Erweiterungen dafür verwenden.

Merkzettel als nützlicher Helfer

Merkzettel als nützlicher Helfer

Mit dieser Herangehensweise können Sie interessante Exemplare nach und nach sammeln. Später können Sie aus dieser Liste dann nach und nach Werke aussortieren, bis Sie am Ende nur noch eine kleine Auswahl Ihrer Lieblingsstücke haben. Dann fällt Ihnen die Entscheidung bestimmt viel leichter.

10. Holen Sie sich die Kunst, die Sie wirklich lieben

Schlussendlich geht es beim Kunstkauf vor allem um Sie! Das sollte man bei all den anderen Aspekten nie aus den Augen verlieren. Unterm Strich ist das einzige, was zählt, die Tatsache, ob Sie Ihr neues Kunstwerk lieben. Völlig nachrangig sind dann Überlegungen, ob es sich um ein zeitgemäßes Werk handelt, es von einem bekannten Künstler kommt, von einer renommierten Galerie stammt, von Experten besonders geschätzt wird, kostspielig ist oder einer aktuellen Mode entspricht oder eben nichts davon.

Mit Ruhe und Geduld zur Lieblingskunst

Mit Ruhe und Geduld zur Lieblingskunst
Fotografie von Luiz Olmedo

Entscheiden Sie sich für das Werk, welches in Ihnen positive Gefühle hervorruft und einen besonderen Beitrag für Ihr Wohlbefinden leistet – ob in der eigenen Wohnung, im Büro, Praxis, oder wo auch immer Sie es platzieren. Finden Sie etwas, das Sie inspiriert und zu dem Sie eine Verbindung aufbauen können. Wenn Sie also schon viel Geld für Kunst ausgeben, dann kaufen Sie auch etwas, das Sie wirklich lieben!

Kunstwerke online kaufen - 10 essentielle Tipps für Ihren Kunstkauf im Netz

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Marina Abramovic: Kunst für destruktive Gesellschaften https://www.kunstplaza.de/kuenstler/marina-abramovic-kunst-fuer-destruktive-gesellschaften/ https://www.kunstplaza.de/kuenstler/marina-abramovic-kunst-fuer-destruktive-gesellschaften/#respond Mon, 05 Nov 2018 07:44:31 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=8121 Im Artikel Marina Abramović oder “Der Künstler und seine Geschichte” wurde ausführlich über die historischen und persönlichen Hintergründe berichtet, die in Betrachtungen der Künstlerin Marina Abramović und ihres Werks (vielleicht mehr als bei anderen Künstlern) eine Rolle spielen. Nun geht es um die Entwicklung Abramovićs zur Künstlerin, und um die Entwicklung ihres Oeuvres. Wie kam...

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Im Artikel Marina Abramović oder “Der Künstler und seine Geschichte” wurde ausführlich über die historischen und persönlichen Hintergründe berichtet, die in Betrachtungen der Künstlerin Marina Abramović und ihres Werks (vielleicht mehr als bei anderen Künstlern) eine Rolle spielen.

Nun geht es um die Entwicklung Abramovićs zur Künstlerin, und um die Entwicklung ihres Oeuvres.

Wie kam Marina Abramovic zur Kunst und zu ihrer Kunst?

Im gerade erwähnten Artikel zur Künstlerin Abramović wurde dargestellt, dass Marina Abramović aus einer Familie kommt, in der Kunst und Kreativität eine große Rolle spielte und spielt.

Folgerichtig äußerte Marina Abramović in einem Interview: “Ich wusste immer, dass ich als Künstler leben werde. Das war eine Notwendigkeit […] die einzige Art, wie ich in dieser Welt funktionieren konnte” (Lynn MacRitchie, 1996, ‘Marina Abramović: Exchanging Energies’, Performance Research, Band 1, S. 29).

Abramović studierte sofort nach dem Abitur Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Belgrad, von 1965 bis 1970. Kommilitonen an der Akademie beschrieben sie als auffällig schöne junge Frau, ihrer Wirkung gewiss, fabelhaft begabt auch in Kommunikation und immer begeistert optimistisch.

Abramović malte damals profilierte und geschmackvolle figurative Kunst, auf größeren Leinwänden als jeder andere Student, mächtige Gemälde von über 2 Quadratmetern. Ab 1968 begann Abramović zu veröffentlichten, Texte, Zeichnungen und bereits die ersten konzeptuellen Arbeiten.

Die sich unaufhaltsam in Richtung Performance als künstlerischer Ausdruck Abramovićs entwickelten, wenn auch erst über Ablehnungen und Zufälle:

1970 wollte Abramović in einer berühmten Belgrader Galerie ihre erste Performance aufführen – vor Publikum ihre eigene Kleidung nach und nach gegen die von der Mutter ausgesuchte Kleidung ihrer Jugend (wadenlangen Rock, dicke Strümpfe, an Orthopädie gemahnende Schuhe) austauschen, dann eine mit einer Kugel geladene Pistole an den Kopf setzen und abdrücken.

Entweder war dieser Vorschlag der Doma Omaldine Gallery zu gefährlich, oder der jugendliche Protest gegen beschützende Attraktivitätsminderungsversuche durch besorgte Mütter war ihnen zu radikal, aus Abramovićs Vorschlag wurde auf jeden Fall eine Ausstellung ihrer ersten abstrakten Kunstwerke, eine Reihe von Wolken-Bildern.

Abramovićs erste Performance fand deshalb erst 1971 statt, während sie und andere Studenten am SKC (Studentski kulturni centar Beograd = Studentisches Kulturzentrum Belgrad) im Oktober ihre Werke ausstellten. Abramovićs hatte sich in einer benachbarten Galerie auf einem Tisch ausgestreckt (sie soll einfach nur müde gewesen sein), Künstler-Kollege Era Milivojević verpackte die auf dem Bauch liegende Frau in das Klebeband, das er gerade in der Hand hatte, bis sie aussah wie eine Mumie – Performances Art ereignete sich, auch wenn der Sinn des Kunstwerks nachinterpretiert werden musste.

Der Künstlerin hatte das Erlebnis offensichtlich gut gefallen, ab 1973 begann sie, die ersten eigenen und geplanten Performances zu gestalten.

Die kamen nicht nur mit Klebeband aus, Marina Abramović sollte schon mit ihren ersten Performances unmissverständlich klarstellen, dass gefällige Establishment-Kunst nicht ihr Ding ist.

Marina Abramovic im MoMA, New York, 2010

Marina Abramovic im MoMA, New York, 2010
von Shelby Lessig [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wenig später, 1975, stellt sie das auch schon in einer größeren Öffentlichkeit klar, indem sie in einer Aufführung von Hermann Nitsch mitwirkte. Der Mitbegründer des Wiener Aktionismus war zu dieser Zeit schon kein Wiener mehr; er hatte die “Rheinländer des Ostens“ in den frühen 1960er Jahren so lange mit Skandal-Mal-Aktionen und Orgien-Mysterien-Theatern genervt, dass die Behörden ihn wochenlang durch Gefängnisaufenthalt Aktions- und Kunstunfähig machten, was Nitsch schließlich mit Übersiedlung nach Deutschland quittierte.

Sowohl für Nitsch als auch für Abramović war die Zusammenarbeit mit einem anderen Künstler offenbar kein Gewinn: Nitsch setzte nach ihr nur noch Laien ein, Abramović kommentierte, dass ihr die Motivation fehle, in einem fremden Konzept zu arbeiten; die Aufführung war insgesamt so unbedeutend, dass es keine detaillierte Überlieferung gibt. Aber immerhin schafften es Hermann Nitsch und Marina Abramović in die Liste der “10 most shocking performance artworks ever”, die der Londoner “The Guardian” 2013 zusammenstellte.

Das kennt jeder! – Die wichtigsten Werke von Marina Abramovic

Dass Establishment-Kunst nicht ihr Ding ist, zeigen auch die wichtigsten Werke von Abramović, die die meisten (mitteleuropäisch gebildeten) Menschen kennen – und schon dieser kurze Überblick stellt klar, wie viel Bewegung in Marina Abramovićs Kunst ist:

“Balkan Baroque” ist eine Videoperformance-Installation, die Abramović 1997 im jugoslawischen Pavillon der 47. Biennale von Venedig veranstaltete. Abramović kommentierte ihre Heimat und den Balkankonflikt, indem sie neben einem Triptychon aus Videoprojektionen jeden Tag stundenlang Berge frischer Rinderknochen mit einer Bürste abschrubbte und dazu Totenlieder aus ihrer Heimat sang.

“Seven Easy Pieces” führte Abramović 2005 im New Yorker Solomon R. Guggenheim Museum auf. Die Aufführung dauerte sieben Tage und wiederholte sechs historische Performances anderer Künstler, die in den 1960er und 1970er Jahren Furore gemacht hatten, die siebente Performance war eine eigene, neue Arbeit.

Abramović referenzierte:

  • Vito Acconcis “Seed bed” von 1972
  • Joseph Beuys’ “wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt” von 1965
  • VALIE EXPORTs “Aktionshose, Genitalpanik” von 1969
  • Bruce Naumans “Body Pressure” von 1974
  • Gina Panes The “Conditioning” von 1973
  • Ihre eigene Performance “Lips of Thomas” von 1975
  • Die neue eigene Performance hieß “Entering the Other Side”

“The Artist is Present” führte Abramović 2010 im Museum of Modern Art (MoMA) auf, als im New Yorker Museum gerade eine Retrospektive ihrer Arbeiten lief. Abramović saß während der gesamten Öffnungszeit der Ausstellung vom 14. März bis 31. Mai 2010 im Atrium des Museums an einem Tisch, ihr gegenüber stand ein Stuhl für Besucher.

Abramović schwieg, wie gesprächig die Besucher waren, können Sie sich ein paar Minuten im folgenden Video ansehen…

… mit dem bewegenden Moment, als sich ihr langjähriger Lebensgefährte Ulay auf den Besucherstuhl setzt. Insgesamt saß Abramović geschlagene 721 Stunden dort, zum Ende der Performance war sie von 750.000 Besuchern betrachtet und von über 1.500 Menschen “besessen” worden.

Das waren sicher nicht alle Beispiele, “die jeder kennt”, die Kunst von Marina Abramović ist von einer außergewöhnlichen Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit:

Die Kunst von Marina Abramovic: Vom spektakulären Einzelauftritt zur ewigen Performance

Marina Abramović erste Performance von 1971 war mit der Mumien-Attitüde noch richtig zahm, aber sie musste nicht erst mit Skandal-Aktivist Hermann Nitsch arbeiten, um richtig abzugehen:

1973 vergnügt sich Abramović in “Rhythm 10” damit, mit 20 Messern in die Zwischenräume ihrer gespreizten Finger zu stechen (vergangene Künstlerinnen lassen grüßen, siehe Art-o-Gramm: Picasso – Der Künstler, das Leben und die Liebe – Szene 2 und 5″ über Dora Maar, die auch dieser ungesunden Gewohnheit frönte). Abramović jedenfalls schneidet sich öfter und heftig, “Rhythm 10” wird trotzdem (oder deswegen) als ihre erste “erwachsene” Arbeit angesehen; hier ein Szenenbild: www.thedaysofyore.com/doy/wp-content/uploads/2011/12/MA4360_Rhythm-10_Stage-07_Book.jpg.

In Rhythm 5 (1974), tränkt Abramović einen hölzernen Rahmen in Gestalt eines fünfzackigen Sterns (der an den “Roten Stern” der Kommunisten erinnern sollte) mit 100 Litern Benzin, zündet ihn an und springt nach ein paar Sperenzchen in den Rahmen, um sich auf den Galerieboden zu legen. Sie wird in diesem inzwischen sauerstofffreien Raum sofort ohnmächtig.

Abramović wurde von dem Zuschauer gerettet, der gerade noch schnallte, dass eine ungewöhnlich stille und unbewegliche Marina Abramović nicht zu einer ansonsten recht aktionsreichen Performance passt, der Notarztwagen kam knapp rechtzeitig und fuhr sie ins Krankenhaus. Hier können Sie das brennende Spektakel mit der halbtoten Abramović in der Mitte besichtigen: annex.guggenheim.org/collections/media/902/98.5214_ph_web.jpg.

Abramović hat offensichtlich guten Mutes überlebt, in gleichem Jahr folgt “Rhythm 0”: Eine Sechs-Stunden-Performance, in der Abramović still inmitten der Zuschauer steht. Denen werden 72 Dinge zur Verfügung gestellt, mit der Einladung, damit (an) der Künstlerin zu tun, was immer sie möchten. Unter diesen Dingen waren Rosen und Federn, Parfüm und Honig, Brot und Trauben und Wein, eine Schere und ein Skalpell, Rasierklingen und Nägel, eine Metallstange und eine mit einer Kugel geladene Pistole.

Abramović wollte herausfinden, wie weit das Publikum gehen würde. Das begann zahm, mit Streicheln, Blumen schenken, Küssen und Füttern; recht schnell war man dabei, sie mit Lippenstift zu beschmieren, ihr Wasser über den Kopf zu gießen, Rosendornen in ihren Bauchnaben zu stecken … zur Halbzeit der Performance hatten die Zuschauer ihr bereits mit den Rasierklingen die Kleider vom Leib geschnitten, in Stunde 4 wurde mit denselben Klingen ihre Haut erforscht, ein (Bewunderer) ritzte ihre Kehle an, um ihr Blut zu trinken.

Eine Reihe von sexuellen Übergriffen folgte, von der zur Erforschung bzw. Bloßstellung menschlichen Gruppenverhaltens entschlossenen Künstlerin ebenfalls ertragen; als das Publikum ihre entschlossene Willensaufgabe bemerkte, formte sich eine Gruppe zum Schutz der Künstlerin. Als die geladene Pistole an Abramovićs Kopf gehalten und ihr Finger um den Abzug gelegt wurde, brach im Publikum ein Kampf aus … Hässlich, erschreckend, desillusionierend – als Abramović am nächsten Morgen wach wurde, hatte sie eine graue Strähne im Haar.

Hätte Sie doch damals bereits Zugriff auf das heute im Internet verfügbare Wissen gehabt! Wenige Informationen machen deutlich, dass Menschengruppen starken Führern nachrennen (die offensichtlich Schlechtes, auch für sie selbst, im Sinn haben) und dabei sogar offensichtlich falsche Aussagen unverständlicherweise als richtig bewerten, sobald sie verunsichert, mit Neuem oder mit Veränderungen konfrontiert werden (man könnte auch sagen, Menschengruppen zeigen Tendenzen zu selbstzerstörerischem Gruppenverhalten, sobald das Leben nicht wie gewohnt rund läuft, Pegida lässt grüßen).

Wenn Abramović nur alleine die Berichte über “Die Welle”, das Milgram-Experiment und das Konformitätsexperiment von Solomon Asch gelesen hätte, wäre sie nicht weniger erschreckt oder desillusioniert worden, hätte sich aber die körperliche Erfahrung vielleicht erspart …

Möglicherweise befand sich Abramović zu dieser Zeit ohnehin in einem angeschlagenen emotionellen Zustand, da ihre erste Ehe gerade endete. Von 1971 bis 1976 war Abramović mit dem serbischen Künstler Neša Paripović verheiratet, einem ehemaligen Kommilitonen der Belgrader Akademie, mit dem sie Anfang der 1970er Jahre auch bei der Arbeit im Studentenkulturzentrum zusammengearbeitet hat.

Beide arbeiteten in einer losen Gruppe mit weiteren Künstlern an nichts geringerem als der Dekonstruktion des modernistischen Kunstbegriffs. Schon diese Arbeit soll nicht konfliktfrei gelaufen sein, als die Gruppe sich auf einem Festival im schottischen Edinburgh 1973 der Begegnung und Diskussion mit Josef Beuys stellen musste, zerfiel sie kurz darauf.

Die Ehe hat möglicherweise auch kein ganz friedliches Ende genommen; als Neša Paripović von Abramović-Biograf James Westcott Anfang der 2000er Jahre um ein Interview gebeten wurde, soll er schlichtweg den Telefonhörer aufgelegt haben.

1975 führte Marina Abramović die Performance “Lips of Thomas” in einer Galerie in Österreich auf: Vollkommen nackt aß sie ein Kilo Honig, trank einen Liter Rotwein, schnitzte mit Rasierklingen ein Pentagram auf ihren Bauch und legte sich blutend und schwankend auf ein Kreuz auf Eis, eine halbe Stunde soll sie es ausgehalten haben.

Hier ein Szenenbild: 41.media.tumblr.com/tumblr_meo9bsbapi1rg9c6vo1_1280.png (2005 am Guggenheim Museum in New York wiederaufgeführt). Eine Abfolge vier weiterer Performances aus den Jahren 1975 und 1976 können Sie auf www.youtube.com/watch?v=ihDy3dD-iUg ansehen.

1975 entstand weiter “Art must be beautiful, artist must be beautiful”, eine der bahnbrechenden Arbeiten Abramovićs, in der sie sich ausgiebig und ganz praktisch dem schönen Künstler und der schönen Kunst widmet, die im konservativen Bürgertum seit Wilhelm Traugott Krugs “System der theoretischen Philosophie, 3.Teil, Geschmackslehre” (1810) nicht auszurotten sind, ein Ausschnitt hier:

1975 zog Abramović auch nach Amsterdam, wo sie den deutschen Performance-Künstler Frank Uwe Laysiepen (Ulay) kennen und lieben lernte. Sie lebten und arbeiteten von 1979 und 1988 zusammen, ein Künstler-Nomaden-Leben und ununterbrochen in Bewegung, bis hin zu den Aborigines und nach Tibet. Viele ihrer berühmtesten und einflussreichsten Arbeiten stammen aus dieser Zeit:

“Charged Space”, 1978, heute in der Sammlung des Museums Ludwig in Köln. Auf www.newmedia-art.org/cgi-bin/show-oeu.asp?ID=ML002613&lg=GBR können Sie ein Standbild des Jane Crawford and Gordon Matta-Clark gewidmeten verrückten Tanzes sehen, der die letzte Arbeit ihrer Serie von “14 Performances” war, die sie Mai 1978 während der “European Performance Series” im Brooklyn Museum, New York aufführten.

1980 entstand “Rest Energy”, eine Performance in der Ulay einen Pfeil hielt und Abramović den Bogen, als sich beide zurücklehnen, zeigt der Pfeil auf Abramovićs Herz. Ihr Leben in seinen Händen wie so oft bei den gemeinsamen Performances.

1982 stellten Abramović und Ulay in “Like Luther” einen Kaktus in eine Galerie, umgaben ihn mit Stacheldraht und baten die Galeristen, jeden Tag nett mit dem Kaktus zu sprechen. Sie wollten sehen, ob er in einer solchen geschützten und liebevollen Atmosphäre seine Stacheln abwerfen würde (tat er nicht).

So ging es weiter (mit noch viel Raum für Ihre eigenen Entdeckungen spektakulärer Performances), bis sich Abramović und Ulay 1988/1989 trennten. Natürlich nicht einfach so und schlechtgelaunt, sondern mit einer Performance, einer dreimonatigen Performance auf der chinesischen Mauer.

Ulay startete im Westen, Abramović im Osten, dann liefen sie jeweils 2500 Kilometer aufeinander zu. Geplant war das allerdings nicht ganz so, als die Performance startete, hieß sie “The Lovers” und sollte der ohnehin angeknacksten Beziehung wieder aufhelfen.

Als Ulay unterwegs die chinesische Übersetzerin schwängerte und das Abramović am Ende des 2500-Kilometer-Versöhnungsspazierganges gestand, war da nicht mehr viel aufzuhelfen … das Treffen in der Mitte der Mauer war für lange Zeit die letzte Begegnung Ulay – Abramović.

Ab 1989 arbeitet Abramović zusammen mit Filmregisseur, Performance- und Videokünstler Charles Atlas (bekannt durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Merce Cunningham, aus der 10 Tanzfilme hervorgingen) an dem Bühnenstück “The Biography”, das ihr bisheriges Künstlerleben als Solostück auf die Bühne bringt. “The Biography” wurde 1992 uraufgeführt und stellt bei jeder Aufführung variierende Facetten ihrer künstlerischen Tätigkeit und persönlichen Entwicklung vor.

1994 veranstaltet Abramović die Theaterperformance Delusional, in sie ihre Hilflosigkeit und den Zorn über die Geschehnisse während der Jugoslawienkriege thematisiert – ein Vorläufer der 1997 folgenden Performance “Balkan Baroque”, die die Trauer über die geschehenen Grausamkeiten, die vielen Opfer und den nun unabänderlichen Zustand des Zerfalls in den Vordergrund rückt.

2001 schlug Abramović für die Arbeit “Human Nests” sieben künstliche kleine Höhlen in die Wände eines Steinbruchs und stattete jede Höhle mit einer Strickleiter aus. Gedacht zur Kontemplation, “garniert” mit der Gefahr, aus den kleinen Aushöhlungen zu fallen, eine gleichzeitig geschützte und verunsichernde Umgebung.

2002 verbrachte die Künstlerin bei ihrer Arbeit “The House with the Ocean View” zwölf Tage und Nächte in der New Yorker Sean Kelly Gallery in drei nach vorne offenen, vom Publikum einsehbaren Räumen. Nur Mineralwasser, kein Essen, Sprechen, Schreiben oder Lesen, nicht länger als sieben Stunden täglich schlafen und dreimal täglich duschen – Kloster-Medittionsurlaub in der Öffentlichkeit, mitten in New York.

Aus dem Jahr 2003 stammt diese Reminiszenz Abramovićs an die Arbeit ihres Bruders Velimir Abramović, Philosophie-Professor und Tesla-Experte: “Tesla Ball”.

2005 führte Abramović die oben bereits skizzierten “Seven Easy Pieces” auf und startete damit eine grundlegende Diskussion über die Beständigkeit und Dauerhaftigkeit von Performance Art.

Im gleichen Jahr produzierte Abramović den Kunstfilm “Balkan Erotic Epic”, in dem es um Sexual- und Fruchtbarkeitsriten auf dem Balkan geht: Abramović erklärt in Einzelszenen verschiedene Riten, während Frauen ihre Brüste in die Sonne und ihre Vulva in den Regen hielten und Männer masturbierten oder den Boden penetrierten (leicht verwirrende Beschreibung, aber es scheint nicht überliefert zu sein, warum die Frauen nicht auch die Vulva mal in die Sonne hielten oder wie hart der Boden war, den die Männer penetrieren sollten).

2010 war für Abramović in der bereits erwähnten Performance “The Artist is Present” wieder “ein paar Stunden” stillhalten angesagt, diesmal im Sitzen. Ausschnitte aus der Performance ohne Ex Ulay im Bild können Sie sich im 11. Teil der Youtube-Serie des Dokumentarfilms “The Future of Art” (Erik Niedling, Ingo Niermann, Deutschland, 2010) ansehen:

(die Serie ist mit ihren 21 Teilen über viele wichtige zeitgenössische Künstler im Ganzen sehenswert).

2011 hatte “The Life and Death of Marina Abramović” auf dem Manchester International Festival, The Lowry, Manchester, UK, Premiere. Die “Kreuzung von Theater, Oper und Bildender Kunst” wurde vom Theatergenie und Universalkünstler Robert Wilson in Zusammenarbeit mit Marina Abramović geschaffen und tourte nach der Premiere durch Theaterfestivals und Kunststätten. deSingel in Antwerpen, Theater Carre in Amsterdam, Theater Basel, Teatro Real in Madrid, Luminato Festival in Toronto und Park Avenue Armoury in New York; zum Ende der “Serie von meisterhaften Szenen” stand das Publikum und applaudierte (The Independent, UK).

Zwei Ausschnitte davon hier:

2013 entwarf Abramović das Bühnenbild für die Neuinszenierung des “Boléro” von Maurice Ravel an der Pariser Garnier-Oper. Sidi Larbi Cherkaoui und Damien Jalet inszenierten, der italienische Modedesigner Riccardo Tisci vom Pariser Modehaus Givenchy entwarf die Kostüme der Tänzer.

Vom 11. Juni bis zum 25. August 2014 führte Abramović die Langzeit-Performance “512 Hours” in der Londoner Serpentine Gallery auf. Sie verzichtete vollständig auf Objekte und zwang auch das Publikum dazu: Jeder konnte während der Öffnungszeiten eintreten und Zeit mit ihr verbringen, musste aber Jacke, Gepäck und elektronische Geräte an der Garderobe abgeben.

Abramović veröffentlichte täglich eine Zusammenfassung des Tages in Form eines persönlichen Videotagebuchs. Ein Interview mit Marina Abramović über diese und andere ihrer Performances ist im sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41824/Man-muss-bereit-sein-von-der-Erde-zu-fallen zu lesen.

Mit ihren 2005 im New Yorker Guggenheim inszenierten “Seven Easy Pieces” stieß Abramović eine Diskussion an, mit der sie die Performance Art entscheidend verändern könnte: Ob eine Performance wieder aufführbar ist, wie das kulturelle Wissen der Performancekunst erhalten werden soll und kann, wie es um den Schutz der Rechte der Performer als Produzenten aussieht; alles neue Fragen, die das traditionelle Verständnis der Performancekunst aus den Angeln heben könnte.

Wenn bisher galt, dass die Performance an den Körper des Performers gebunden und nicht wiederholbar ist, müssen sich Performer und Performance-Rezipienten und -beurteiler nun mit Wiederholbarkeit und Wiederaufführbarkeit auseinandersetzen, mit Austausch von Kunst-Wissen, dessen kulturelle und historische Bedeutung bisher im Laufe der Zeit verloren ging.

Damit setzt sich Abramović zugleich für eine Stabilisierung der Kunstform Performance ein, nur so könne es Performance-Künstlern gelingen, in einer Welt zunehmender Digitalisierung und Austauschbarkeit kulturellen Wissens die Rechte an ihren Leistungen gegen kommerzielle Ausbeutung und falsche Darstellung durchzusetzen.

Die gerade vorgestellten Abramović-Arbeiten waren übrigens noch längst nicht alle, im Werk dieser sensiblen und außergewöhnlichen Künstlerin gibt es für Menschen, die sich für die Kunst unserer Zeit interessieren, noch viel zu entdecken.

Marina Abramovićs Werk in der Öffentlichkeit: Ausstellungen, Kunst im öffentlichen Raum und in öffentlichen Sammlungen

Marina Abramovićs Werk war in 79 Einzelausstellungen und 632 Gruppenausstellungen öffentlich anzuschauen; macht gut 700 öffentliche Ausstellungen, 122 davon in den USA, 79 in Deutschland, 63 in Italien, gut 50 in Spanien, gut 40 in Frankreich und die restlichen 350 über die ganze Welt verteilt.

Hier eine Auswahl der Höhepunkte, Biennalen und documentas:

  • 1975 IX Biennale de Paris
  • 1982 documenta 7, Kassel
  • 1982 4th Biennale of Sydney: Vision in Disbelief, Sydney, NSW
  • 1985 18° Bienal de Sao Paulo, São Paulo, Brasilien
  • 1987 documenta 8, Kassel
  • 1990 I Bienal de la Imagen en Movimiento´90, Madrid
  • 1992 documenta 9, Kassel
  • 1995 4. International Istanbul Biennial, Istanbul
  • 1995 SITE Santa Fe’s First International Biennial – Longing and Belonging: From the Faraway Nearby, Santa Fe, NM
  • 1997 47th Biennale di Venezia, Venice
  • 2000 1. Echigo-Tsumari Art Triennial 2000, Niigata-ken, Japan
  • 2001 Yokohama 2001 – International Triennale of Contemporary Art, Yokohama, Tokyo
  • 2003 50th Biennale di Venezia, Venedig
  • 2003 II Bienal de Valencia – La Ciudad Ideal, Valencia
  • 2004 The 3th Seoul International Biennale of Media Art – Digital Homo Ludens (Game and Play), Seoul Musuem of Art (SeMA), Seoul
  • 2005 5. Cetinje Biennale, Cetinje, Montenegro
  • 2005 5. Bienal do Mercosul, Porto Alegre, Brasilien
  • 2007 52nd Biennale di Venezia, Venice
  • 2007 Prague Biennale 3, Karlin Hall, Prague
  • 2007 KunstFilmBiennale 2007, Kunstmuseum Bonn
  • 2008 Yokohama Triennale 2008 – Time Crevasse, Central and Waterfront Sites, Yokohama
  • 2008 28° Bienal de São Paulo, São Paulo
  • 2008 Mediation Biennale 08, Centrum Kultury Zamek, Poznan
  • 2008 Xviii Biennale Internazionale di Scultura, Accademia di Belle Arti di Carrara
  • 2009 5a Bienal VentoSul – o mundo todo aqui, vai mexer com voce, Instituto Paranaense de Arte, Curitiba, Brasilien
  • 2009 3rd Moscow Biennale of Contemporary Art, Moscow
  • 2009 7th Florence Biennale, Florence
  • 2009 Biennial of Moving Images, Deventer
  • 2011 54th Biennale di Venezia, Venice
  • 2011 3rd Biennial of Moving Images, Inspired Video Art, Deventer
  • 2012 11th Havana Biennial, Centro de Arte Contemporáneo Wifredo Lam, Havana
  • 2012 7th Seoul International Media Art Biennale, Seoul Musuem of Art (SeMA), Seoul
  • 2013 4th Thessaloniki Biennale of Contemporary – Old Intersections make it new 2, State Museum of Contemporary Art, Thessaloniki
  • 2013 2. Mediterranean Biennale in Sakhnin, Arab Heritage Museum of Sakhnin, Israel
  • 2014 V Bienal De Arte Contemporáneo De La Fundación Once, CentroCentro Cibeles, Madrid
  • 2015 1St Trio Bienal, Rio de Janeiro, Brasilien

Marina Abramovic als öffentliche Person: Preise und Auszeichnungen, Lehrtätigkeiten, Nachwirkungen

Eine Auswahl der Auszeichnungen, mit denen Marina Abramovic geehrt wurde:

  • 1982 ars viva-Preis Videokunst, Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V., gemeinsam mit Uwe Laysiepen
  • 1997 Goldener Löwen der 18. Biennale von Venedig, für die Performance “Balkan Baroque”
  • 2003 Niedersächsischer Kunstpreis
  • 2003 Bessie Award, für “The House with the Ocean View”
  • 2004 Ehrendoktorwürde der School of the Art Institute of Chicago
  • 2008 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
  • 2009 Ehrendoktorwürde der Künste, Universität Plymouth, England
  • 2011 Cultural Leadership Award, American Federation of Arts, New York
  • 2012 13th July Lifetime Achievement Award, Podgorica, Montenegro
  • 2012 Berufung in die Wettbewerbsjury der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig
  • 2012 Berliner Bär, Auszeichnung der Tageszeitung BZ Berlin
  • 2012 Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts, London
  • 2013 Mitglied der National Academy of Design, New York

Marina Abramović begann gleich nach Abschluss ihres Studiums, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben: Noch in den 1970er Jahren begann sie, an der Akademie der Bildenden Künste in Novi Sad zu unterrichten.

1990 bis 1991 hatte Marina Abramović eine Gastprofessur an der Académie des Beaux-Arts in Paris und an der Hochschule der Künste in Berlin.

Von 1992 bis 1996 war sie Professorin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, von 1997 bis 2004 Professorin für Performance an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig.

2005 gründete sie in New York die Independent Performance Group (IPG), ein Forum für aktuelle Performance-Kunst, um mit begabten jungen Künstlern und Künstlerinnen zusammenzuarbeiten. 2007 wurde die Independent Performance Group aufgelöst und Abramović gründete die “Marina Abramović Foundation for Preservation of Performance Art”.

Seit 2012 laufen die Vorbereitungen zur Installation des “Marina Abramović Institute” (MAI). Das Institute soll die Entwicklung neuartiger Performance-Kunst unterstützen und als “lebendes Archiv” historische Performances durch Wiederaufführung erhalten.

Im Rahmen dieses Langzeitprojekts wird ab 2013 ein Gebäude in Hudson, New York umgebaut und renoviert, das den Sitz des Marina Abramović Institutes bilden soll. Das Gebäude, auch Sitz eines “Office for Metropolitan Architecture” des Architekten Rem Koolhaas, hat 3000 Quadratmeter.

Abramović will die Räume als “Labor für die Erforschung zeitgebundener und zeitloser Kunst” nutzen – Performance Art, aber auch Film, Musik, Oper, Tanz, Theater, Video – und dabei mit Praktikern aus den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Bildung zusammenarbeiten, oma.eu/projects/marina-Abramović-institute.

Im gegenwärtigen Status der Design Entwicklung sind die Architekten Rem Koolhaas und Shohei Shigematsu als Partner beteiligt. Rem Koolhaas ist ein international bekannter niederländischer Architekt, der 1975 in Rotterdam mit Elia and Zoe Zenghelis and Madelon Vriesendorp das inzwischen renommierteste Architekturbüro OMA (Office for Metropolitan Architecture) gründete.

Das OMA und der angeschlossene Thinktank AMO für Projekte jenseits von Architektur und Städtebau sind international tätig und berühmt. Das OMA ist für eine beeindruckende Liste von Bauten der avantgardistischen zeitgenössischen Architektur verantwortlich, in Deutschland z. B. das Koolhaas-Haus am Checkpoint Charlie, den Axel Springer Campus, die Niederländische Botschaft in Berlin, Ausbau des Welterbe Zollverein Essen, im “Rest der Welt” die Kunsthalle Rotterdam, das Nexus Housing im japanischen Fukuoka, die Prada-Epicenter Stores in Beverly Hills und New York, die Guggenheim Hermitage in Las Vegas, das Casa da Música in Porto, das National University Museum of Art in Seoul; auf der Liste stehen weitere 295 Bauten.

Im Jahr 2000 erhielt Rem Koolhaas den Pritzker-Preis (Pritzker Architecture Prize), eine weltweit renommierte Auszeichnung für Architektur, ein Jahr nach Norman Foster und ein Jahr vor Herzog & de Meuron. 2014 wurde er zum Direktor der 14. Internationalen Architektur-Ausstellung auf der Biennale Venedig (“Fundamentals”) berufen. Als Professor in Harvard beschäftigt sich Koolhaas mit Grundlagenforschung in der Architektur.

Shohei Shigematsu arbeitet seit 1998 im OMA mit und ist seit 2008 Partner, seit 2006 leitet er das OMA-Office in New York. Shigematsu entwarf neben vielen anderen Bauten für den urbanen Bereich Kulturstätten wie das Quebec National Beaux Arts Museum und das Faena Arts Center in Miami Beach und arbeitet gerne direkt mit Künstlern zusammen (z. B. Cai Guo Qiang, Marina Abramović, Kanye West). An der Harvard Graduate School of Design leitet er ein Forschungsinstitut mit Namen “Alimentary Design, investigating the intersection of food, architecture and urbanism”.

Das MAI steht unter dem kämpferischen Motto: “Art can only be done in destructive societies that have to be rebuilt” (sinngemäß: Kunst entwickelt sich nur in destruktiven Gesellschaften, die einen Wiederaufbau benötigen) – davon scheint es momentan viele zu geben, für das MAI gibt es also genug zu tun; genau wie “Balkan Baroque” im etwas weiter südlich gelegenen Teil der Welt gerade traurige Aktualität erlangt.

Eine weitere zukunftsgerichtete Aktivität Marina Abramovićs ist die Weitergabe der Abramović-Methode, eine Reihe ganzheitlicher Übungen für Körper und Geist, die Abramović in den letzten 40 Jahren entwickelt hat, um die Grenzen von Körper und Geist zu erfahren und zu überwinden.

Ganz im Einklang mit der modernen Medizin, die an allen Ecken und Kanten die Beschränkungen der traditionellen Schulmedizin überwindet, hat Abramović meditative und physische Übungen entwickelt, die Performance-Künstler davor bewahren können, durch die typischen Belastungen, die mit Performance-Aufführungen verbunden sind, körperliche Schäden zu erleiden. Sie vermittelt diese Methode vor allem an junge Performance-Künstler, neben den über das MAI vermittelten Ideen ein weiterer Weg, um die Performancekunst und nachfolgende Generationen von Performance-Künstlern “fit für die Zukunft” zu machen.

Aktueller Zugang zu Marina Abramovic

Über eine Stunde Künstlergespräch mit Sam Keller, Direktor des Schweizer Kunstmuseums und Stiftung Fondation Beyeler, gibt es hier: https://www.fondationbeyeler.ch/programm/artist-talks/ anzusehen (in englischer Sprache).

Unter dem Titel “Balkan Baroque” entstand 1999 auch ein Film über Marina Abramović, dessen Drehbuch Regisseur Pierre Coulibeuf gemeinsam mit der Künstlerin verfasste, Marina Abramović stellt sich selbst im Film dar, www.ubu.com/film/coulibeuf.html.

Kunst von Marina Abramovićs können Sie in folgenden Galerien betrachten:

    Brasilien: Luciana Brito Galeria São Paulo
  • Griechenland: Kappatos Gallery, Athens
  • Italien: Lisson Gallery Mailand, Galleria Lia Rumma Napoli
  • Niederlande: PARC Editions Lent
  • Norwegen: Galleri Brandstrup Oslo
  • Österreich: Galerie Krinzinger, Vienna
  • Spanien: Bernal Espacio Galería Madrid, La Fabrica Galeria Madrid
  • Schweiz: Art Bärtschi & Cie Genf
  • USA: Kathryn Miriam Greenwich CT, Kunzt.gallery Miami FL, Sean Kelly Gallery New York City NY
  • United Kingdom: Lisson Gallery London

Marina Abramovic in öffentlichen Sammlungen:

  • Australien: Art Gallery of New South Wales Sydney NSW, Museum of Contemporary Art Sydney (MCA) Sydney NSW
  • Belgien: Museum voor Hedendaagse Kunst Antwerpen (MuHKA) Antwerp, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) Gent
  • Deutschland: Sammlung Wemhöner Berlin, Kunsthalle Bielefeld, Museum Ludwig Köln, Julia Stoschek Collection Dusseldorf, Kunstpalais Erlangen, Kunsthalle zu Kiel
  • Finnland: Kiasma Museum of Contemporary Art Helsinki
  • Frankreich: Centre d’Art le LAIT Albi, FRAC Franche-Comté Besançon, Musée d’Art Contemporain Lyon, 49 NORD 6 EST Frac Lorraine Metz
  • Griechenland: National Museum of Contemporary Art (EMST) Athens
  • Indien: Kiran Nadar Museum of Art (KNMA) New Delhi
  • Italien: Studio Stefania Miscetti und Nomas Foundation Rom
  • Kanada: National Gallery of Canada Musée des beaux-arts du Canada Ottawa ON
  • Kroatien: Museum of Contemporary Art (MSU) Zagreb
  • Luxemburg: Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (MUDAM) Luxembourg
  • Mazedonien: Osten Museum of Drawing Skopje
  • Niederlande: Stedelijk Van Abbemuseum Eindhoven
  • Polen: Muzeum Sztuki Nowoczesnej w Niepołomicach (MOMA) Niepolomice
  • Serbien: Museum of Contemporary Art Belgrade (MoCAB)
  • Slovenien: Moderna galerija Ljubljana
  • Spanien: Centro de Artes Visuales Helga de Alvear Cáceres, Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León (MUSAC) Léon, ARCO Collection und Fundación Telefónica Madrid, Es Baluard Museu d’Art Modern Palma de Mallorca, Fundación Montenmedio Arte Contemporáneo (NMAC) Vejer de la Frontera Cádiz
  • Schweden: The Wanas Foundation Knislinge
  • Schweiz: Kunstmuseum Bern, Kunstmuseum Wallis Sion, Kunstmuseum des Kantons Thurgau Warth
  • USA: Museum of Contemporary Photography (MoCP) Chicago IL, Eileen S. Kaminsky Family Foundation (ESKFF) Jersey City NJ, The Progressive Art Collection Mayfield Village OH, Cisneros Fontanals Art Foundation (CIFO) Miami FL, Solomon R. Guggenheim Museum und Museum of Modern Art (MoMA) New York City NY, The Fabric Workshop and Museum Philadelphia PA, San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA) San Francisco CA

Unter www.pippinbarr.com/games/dmai finden Sie das “Digitale Marina Abramović Institute”, in dem Sie einiges unternehmen können … und das reale Marina Abramović Institut unterstützen können: “If you enjoy your digital experience of the Institute, please help to make MAI a reality by supporting here.”

2010 kam die Biografie “When Marina Abramović Dies” heraus, ein Interview mit Biographen und Author James Westcott ist auf artfcity.com/2010/04/05/when-marina-Abramović-dies-an-interview-with-biographer-and-author-james-westcott zu lesen.

2012 erschien der Dokumentarfilm “The Artist Is Present” von Matthew Akers und Jeff Dupre, in dem die Vorbereitungen zur Retrospektive und zur Performance und die Geschehnisse im MoMA gezeigt werden.

Noch bis zum 24. April 2016 läuft das partizipatives Sozialprojekt “AS ONE” der NEON-Organisation für Kultur und Entwicklung und des Marina Abramović Instituts. Das auf der „Abramović-Methode“ basierende sechswöchige Programm findet im Benaki-Museum in der griechischen Hauptstadt Athen statt und wird durch ein parallel laufendes Programm mit und zu Performance und immaterieller Kunst abgerundet, www.graktuell.gr/index.php/articles/kultur-bildung/1037-die-abramovic-methode-im-benaki-museum und www.mai-hudson.org/asone, auf der Website werden sicher auch die nächsten Gelegenheiten veröffentlicht, die Abramović-Methode zu erlernen.

Marina Abramovic: Kunst für destruktive Gesellschaften

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Édouard Manet – Wegbereiter des Impressionismus https://www.kunstplaza.de/kuenstler/edouard-manet-wegbereiter-des-impressionismus/ https://www.kunstplaza.de/kuenstler/edouard-manet-wegbereiter-des-impressionismus/#respond Tue, 30 Oct 2018 10:45:04 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=456 Manet oder Monet? Das ist häufig die gleichfalls fragende Antwort auf die Frage, wer denn wohl die schönsten impressionistischen Bilder der Welt gemalt habe. Bei der Erinnerung der Vornamen wird es dann ganz schwierig, die Einordnung der beiden Namen ist offensichtlich nicht sofort geläufig. Während Claude Monet unbestritten zu den bekanntesten Impressionisten gehörte, ist Édouard...

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Manet oder Monet? Das ist häufig die gleichfalls fragende Antwort auf die Frage, wer denn wohl die schönsten impressionistischen Bilder der Welt gemalt habe. Bei der Erinnerung der Vornamen wird es dann ganz schwierig, die Einordnung der beiden Namen ist offensichtlich nicht sofort geläufig. Während Claude Monet unbestritten zu den bekanntesten Impressionisten gehörte, ist Édouard Manet 1832 noch ganz in eine andere Tradition hinein geboren.

Dennoch können beide durch vier der fünf Buchstaben ihres Namens vereinten Maler nicht nur deswegen mit einer gewissen Berechtigung in einem Atemzug genannt werden: Beide wurden in Paris geboren und besuchten zeitweise die gleiche Akademie, der ältere Manet kannte und schätzte den jüngeren Monet.

Édouard Manet kann nicht selbst zu den Impressionisten gezählt werden, sein etwas früher einsetzendes Schaffen nimmt eine Sonderstellung ein. Sicher kann und muss er aber als einer der wichtigsten Impulsgeber und Wegbereiter der Impressionisten betrachtet werden.

Zunächst wuchs der spätere Streiter für die Modernität in der Malerei eher traditionell heran, in einer durch und durch bürgerlichen Familie mit republikanischer Gesinnung (obwohl sein Geburtshaus bezeichnenderweise direkt gegenüber der Pariser Académie des Beaux-Arts und unweit des Louvre steht). Mit einem Richter als Vater und einer Diplomatentochter als Mutter genoss der junge Manet einen gehobenen Lebensstil und ein entsprechendes Selbstbewusstsein, fiel jedoch in der Schulzeit sowohl durch schlechtes Betragen als auch durch schlechte Leistungen auf.

Ein kunstbegeisterter Onkel erschloss dem jungen Manet nicht nur den Louvre, sondern er erkannte auch schon zu dessen Schulzeiten sein Zeichentalent und bezahlte ihm den ersten Zeichenunterricht.

Tournachon, Gaspard-Félix: Edouard Manet, 1832-1883

Tournachon, Gaspard-Félix: Edouard Manet, 1832-1883

Dennoch sollte und wollte Manet nach Beendigung der Schullaufbahn mit 16 Jahren zunächst Marineoffizier werden, als kleiner Ersatz für die durch schlechte Noten verschlossene juristische Laufbahn. Aber auch bei der Aufnahmeprüfung zur Marineschule fiel Manet durch. Mit dem Ziel einer Wiederholungsprüfung im Folgejahr schiffte sich Manet 1848 auf einem Schulschiff in Richtung Brasilien ein, die Erlebnisse und die Schönheiten dieser halbjährigen Reise ließen in ihm aber nun den Wunsch entstehen, Maler und Künstler zu werden.

Unter Konflikten mit dem Elternhaus wählte er nicht die klassische Ausbildung an der Académie des Beaux-Arts, sondern ging in das Atelier eines Stars der damaligen Kunstszene, Thomas Couture. Bereits nach kurzer Zeit begann Manet jedoch, auch dessen Lehrmethoden und unnatürliche Darstellungsweise zu kritisieren. Manet begann nun, weniger konventionell zu arbeiten, besuchte ergänzend die Académie Suisse, kopierte Gemälde im Louvre, unternahm Studienreisen und durch seinen Vater finanzierte Auslandsreisen, in deren Verlauf er einen großen Teil der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt kennenlernte.

Erst 1856 trennte sich Manet schliesslich von Couture und bezog zusammen mit dem Tiermaler Albert de Balleroy ein eigenes Atelier. Über die Arbeiten dieser bis 1859 fortdauernden Ateliergemeinschaft ist nur wenig bekannt, unter diesen ersten Bildern waren viele Kopien alter Meister, sie zeigten noch keinen ausgeprägten eigenen Stil und wurden teilweise überarbeitet, teilweise sogar vernichtet.

Die in dieser Zeit begonnene Freundschaft mit dem Dichter Charles Baudelaire inspirierte Manet endlich zum ersten eigenständigen Gemälde: Dem “Absinthtrinker”, der von der Jury der wichtigsten Kunstveranstaltung der Zeit, dem Salon de Paris, prompt abgelehnt wurde. Die zum nächsten Salon 1861 eingereichten Gemälde wurden angenommen, das der damaligen Mode entsprechende Werk “Guitarrero” oder “Der spanische Sänger” fand großen Anklang.

Manet wurde durch diesen Erfolg zu einer Art Anführer der zeitgenössischen Maler, die gemeinsam mit den angesagten Schriftstellern das Künstlerleben in Paris bestimmten. Er heiratete und pflegte in den nächsten Jahren das Leben des modernen Parisers, der Restaurants, Cafés und Varietés besuchte und im 1862 gemalten Gruppenporträt “Musik im Tuileriengarten” neben zahlreichen Größen der Zeit auch selbst zu finden war.

Dieses Gemälde war aber auch das nächste selbstbestimmte Bild Manets: Er war hier einem Aufruf Baudelaires gefolgt und hatte in Abkehr zu traditionell angemessenen Motiven das moderne Leben thematisiert. Diese Darstellung des “vie moderne” sollte Manets Schaffen von nun an charakterisieren. Der harmlosen Umsetzung von Lebensfreude in Gruppenbildern folgten freizügigere Werke, die im Salon abgelehnt wurden und in der Öffentlichkeit zum Skandal wurden:

Sowohl “Das Frühstück im Grünen” (1863) als auch “Olympia” (1865 im Salon vorgestellt) empörten aber nicht nur mit nackter (Frauen) Haut, Manet ging damit auch die ersten Schritte auf dem Weg zu einer völlig neuen Form der Malerei: Er war der erste Maler, der sich von der durch sorgfältige Modellierung hervorgerufenen Illusion löste, sich ganz auf seine Augen verließ und einfach malte, was er sah. Das erste Mal in der Geschichte der Malerei wurden Schatten farbig, wurden Reflexe genutzt, um die Farben zu gestalten. Das erste Mal in der Geschichte der Malerei wollte ein Maler abbilden, was seine Sinne wahrnahmen, und das so, wie seine Sinne es wahrnahmen.

Das war genau der Ansatz, mit dem die Impressionisten die Malerei verändern sollten, so beeinflusste Manet eine Reihe von Naturalisten unter seinen jüngeren Kollegen, aus denen sich nun die machtvolle Bewegung des Impressionismus herauskristallisierte.

Dokumentation über Édouard Manet (in Englisch)

Manet selbst war den jungen Künstlern des Impressionismus zwar freundschaftlich verbunden, betrachtete sich selbst jedoch nicht als zugehörig. Er verfolgte die impressionistischen Ansätze nicht konsequent weiter, sondern schuf in seinem Spätwerk auch fast traditionell anmutende Porträts und Stillleben, die dennoch andersartig genug waren, um vielfach bekrittelt und verspottet zu werden.

Erst als Manet 1883 in Paris an der Syphilis gestorben war, überschlugen sich die Kritiker sehr bald nach seinem Ableben schier im Lob des großen Malers, wie Emile Zola im Vorwort zur Manet-Gedächtnisausstellung 1884 zutiefst sarkastisch bemerkte.

Eine Werkschau auf Pinterest

Édouard Manet - Wegbereiter des Impressionismus

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44 inspirierende Zitate für mehr Kreativität https://www.kunstplaza.de/tipps-fuer-kuenstler/44-inspirierende-zitate-fuer-mehr-kreativitaet/ https://www.kunstplaza.de/tipps-fuer-kuenstler/44-inspirierende-zitate-fuer-mehr-kreativitaet/#respond Sun, 07 Oct 2018 11:21:53 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=2284 Als kreativer Kopf oder Freiberufler in einem schöpferischen Tätigkeitsfeld kennen Sie das doch bestimmt auch: Sie sitzen gerade an einem neuen Auftrag und müssen sich ein Konzept, ein Design oder eine kreative Lösung ausdenken, doch Ihnen will einfach nichts Konstruktives einfallen. Sie erleben die vielbesagte kreative Blockade, von der vor allem viele Buchautoren immer wieder...

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Als kreativer Kopf oder Freiberufler in einem schöpferischen Tätigkeitsfeld kennen Sie das doch bestimmt auch: Sie sitzen gerade an einem neuen Auftrag und müssen sich ein Konzept, ein Design oder eine kreative Lösung ausdenken, doch Ihnen will einfach nichts Konstruktives einfallen. Sie erleben die vielbesagte kreative Blockade, von der vor allem viele Buchautoren immer wieder berichten.

Inspiration und Kreativität

Inspiration und Kreativität
Quelle: New Idea © Sergey Nivens – Fotolia.com

Davor ist keiner von uns vollständig gefeit. Wahrscheinlich haben Sie solche Phasen bereits schon öfters selbst erlebt oder bekommen Sie von Freunden oder Kollegen erzählt.

Nun ist es wohl am wenigsten hilfreich, krampf- und fieberhaft weiter mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Solche Strategien verfestigen die Blockade oft nur noch weiter.

Besser ist es nun, eine schöpferische Pause einzulegen und einfach mal die Gedanken frei baumeln zu lassen. Es wird auch häufig berichtet, dass es weiterhelfen kann, sich mit einem gänzlich anderen oder sogar neuen, fremden Thema zu beschäftigen. Lassen Sie sich auf etwas Neues ein, entstehen neue Verknüpfungen im Gehirn und Ihnen fallen vielleicht neue, unkonventionelle und innovative Ideen ein. Eine gute Inspiration zur rechten Zeit kann auch Wunder wirken.

Damit Ihnen das nicht öfter passiert, möchten wir Sie mithilfe dieser Liste mit 44 denkwürdigen Zitaten auf inspirierende Gedanken bringen und Ihren Einfallsreichtum anheizen!

Die Realität ist etwas für Menschen ohne Vorstellungskraft.Autor unbekannt
Kreativität ist ein menschlicher Reflex.Smudo
Eine kreative Idee ist nur eine Idee, so lange daraus keine Taten folgen. Du musst handeln, sonst bist du nicht kreativ.Glen Hoffherr
Die beste Methode, eine gute Idee zu bekommen, ist, viele Ideen zu haben!Linus Pauling
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.Francis Picabia
Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.André Gide
Du siehst Dinge und fragst “Warum?”, doch ich träume von Dingen und sage “Warum nicht?”George Bernard Shaw
Wer zu spät an die Kosten denkt, ruiniert sein Unternehmen. Wer immer zu früh an die Kosten denkt, tötet die Kreativität.Philip Rosenthal
Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen.Chinesisches Sprichwort
Wandel entsteht aus dem Einwirken einer neuen Idee auf einen aufnahmebereiten Geist.Louis Pasteur
Das Wesen des kreativen Prozesses ist, das Vertraute als fremd zu betrachten.Verfasser unbekannt
Die Sicherheit in der Unsicherheit zu finden – das fördert die Kreativität.Corny Littmann
Gewöhne dir an, früh aufzustehen. Es ist unklug, den Kopf
lange Zeit auf derselben Ebene zu haben wie die Füße.Henry David Thoreau
Nur wer viel allein ist, lernt gut denken.Waldemar Bonsels
Das Geheimnis allen geistigen Schaffens ist Sammlung, Konzentration. Nur wer sich in vollkommener Hingabe versenkt, kann Eigenes sehen, Schöpferisches leisten. Solche köstliche Frucht geistiger Arbeit muss aber lange und im Stillen reifen.Othmar Spann
Ideen kommen von selbst, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt; es ist genau wie mit dem Regen: Wenn man sich bei Regenwetter lange genug ins Freie stellt, wird man naß, ohne etwas dazuzutun.Cossman
Wer ohne Begleitung spazieren geht, kommt in Begleitung vieler Gedanken zurück.Ernst R. Hauschka
Fantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!Albert Einstein
Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch tätig zu sein. Nur merken es die meisten nie.Truman Capote
Das Wesentliche an der Erfindung tut der Zufall, aber den meisten Menschen begegnet dieser Zufall nicht. Was er Zufall nennt, ist in Wahrheit der Einfall, und der begegnet jedem, der sich für ihn wach und bereithält.Friedrich Wilhelm Nietzsche
Es gibt nur einen Weg, um Fehler zu vermeiden. Keine Ideen mehr zu haben.Albert Einstein
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.Arabisches Sprichwort
Der vernünftige Mensch paßt sich der Welt an. Der unvernünftige Mensch besteht darauf, daß sich die Welt nach ihm zu richten hat. Deshalb hängt jeder Fortschritt von dem unvernünftigen Menschen ab.George Bernard Shaw
Denke nicht. Denken ist der Feind der Kreativität. Es ist befangen und alles befangene ist lausig.Ray Bradbury
Wäre ich hinter Frauen her, würde ich weit weniger gut malen. Alle kreativen Menschen, Künstler wie Politiker, verhalten sich in außergewöhnlichem Maße abstinent.Salvador Dali
Das einzige, was man von einem Menschen wissen soll, ist es, ob er unsere Gedanken fruchtbar macht. Es sollte keine andere Menschenkenntnis geben als diese!Robert Musil
Kreativität ist der Spaß, den man als Arbeit verkaufen kann.Andy Warhol
Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.Bruce Lee
Gewohnheit ist ein äußerst destruktiver Faktor, denn wenn ihr kreativ denken wollt, dann schiebt sich die Gewohnheit dazwischen.Krishnamurti
Was vorstellbar ist, ist auch machbar.Albert Einstein
Gib deine Illusionen nicht auf. Wenn du sie verloren hast, existierst du wohl noch,
aber du hast aufgehört zu leben.Mark Twain
Des Anfängers Geist hat viele Möglichkeiten, der des Experten hat nur wenige.Shunryu Suzuki
Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern.Chinesisches Sprichwort
Man muss systematisch Verwirrung stiften – das setzt Kreativität frei. Alles, was widersprüchlich ist, schafft Leben.Salvador Dalí
Es gibt auch Menschen, die legen sich an den Strand und warten dort, dass die Inspiration zu ihnen kommt. Nur kommt die Inspiration nicht einfach an den Strand.Karl Lagerfeld
Genius ist zu 1% Inspiration und 99% Transpiration.Thomas Alva Edison
Um ein Leben voller Kreativität zu leben, müssen wir unsere Angst vor dem Versagen ablegen.Joseph Pierce
Wir haben viel stärkere Flügel, als wir glauben. Wir wagen nur nicht, sie zu entfalten. Wir wagen nicht zu fliegen.Luise Rinser
Wahre Intelligenz arbeitet im Stillen. Es ist die Stille, in der Kreativität und Problemlösungen zu finden sind.Eckhart Tolle
Du gräbst kein zweites Loch, indem du im ersten noch tiefer gräbst.Edward de Bono
Der Anfang aller Weisheit ist die Verwunderung.Aristoteles
Am meisten Energie vergeudet der Mensch mit der Lösung von Problemen, die niemals auftreten werden.William Somerset Maugham
Der Wald wäre sehr still, wenn nur die besten Vögel sängen.Henry van Dyke
Nichts ist gefährlicher als eine Idee, wenn sie unsere einzige ist.Emile Chartier

Quelle: Zitate Sammlung zum Thema Kreativität auf magicofword.com

44 inspirierende Zitate für mehr Kreativität

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Kunst der Ur- und Frühgeschichte; Piktische Kunst; Abdie Church https://www.kunstplaza.de/kunstgeschichte/kunst-der-ur-und-fruehgeschichte-piktische-kunst-abdie-church/ https://www.kunstplaza.de/kunstgeschichte/kunst-der-ur-und-fruehgeschichte-piktische-kunst-abdie-church/#respond Sat, 08 Sep 2018 08:49:16 +0000 https://www.kunstplaza.de/?p=9300 Die Ruine der Abdie Church nahe dem schottischen Newburgh stammt aus dem Mittelalter (1242 geweiht); wurde aber bereits damals an einem „Ort der Geschichte“ errichtet. Dieser Ort wurde bereits geprägt durch den Lindores Stone, einem Piktischen Symbolstein aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. Die Pikten haben ihre Namen von den Römern, die Römer haben jeden...

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Die Ruine der Abdie Church nahe dem schottischen Newburgh stammt aus dem Mittelalter (1242 geweiht); wurde aber bereits damals an einem „Ort der Geschichte“ errichtet. Dieser Ort wurde bereits geprägt durch den Lindores Stone, einem Piktischen Symbolstein aus dem 7. Jahrhundert n. Chr.

Die Pikten haben ihre Namen von den Römern, die Römer haben jeden Ur-Schotten “Pikte” genannt, der ihrem Eroberungswillen mit einer Waffe entgegentrat und tätowiert war (daher kommt der Name, die Pikten sind halt die “Bemalten”, auch wenn es sich mehrere Völker mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen gemeinsam gegen die Römer wehrten).

Ruinen der Abdie Church - fotografiert von James Allan

Ruinen der Abdie Church – fotografiert von James Allan

Von der Kultur dieser Pikten ist wenig erhalten, nur ein paar späte Bildsteine und Stelen mit Schriftzeichen und Ornamenten, wie der 1,70 m hohe und 56 cm breite Lindores Stone, der heute an einen Ehrenplatz in einem kleinen Gebäude am Friedhofseingang des Abdie-Church-Areals steht.

Der Stein wird auf 7. Jahrhundert n. Chr. datiert und wurde von den Steinschnittkünstlern unter den Pikten mit drei typischen Symbolen verziert: Ein Kreis mit Querbalken und zwei kleinen, ebenfalls kreisrunden Ohren, der gemeinhin als Kessel interpretiert wird; eine Sammlung von Halbmonden und zwei Stäbe, unter kurzelinks.de/63qk können Sie sich das Original samt Interpretationen ansehen.

Die Pikten haben die Römer überlebt, das Dauergerangel mit benachbarten Skoten allerdings nicht; 843 n. Chr. wurden ihre Reiche vom ersten schottischen König Kenneth I. MacAlpin vereinnahmt und Schottland (Alba) angegliedert, Sprache und Kulturen der britannischen Kelten gingen in der der gälisch-irischen Kelten auf.

The Trvve Picture of One Picte von Theodor de Bry

The Trvve Picture of One Picte von Theodor de Bry

Außer den britannischen Kelten gab es aber auch noch Angeln, Jüten und Sachsen auf der Insel, die erst zu Angelsachsen und dann zu Briten wurden. 864 Jahre waren die Schotten souverän; 1707 wurden sie durch den Act of Union mit den Briten zum Königreich Großbritannien vereinigt (u. a. deswegen, weil der schottische Staat über dem Versuch, in Panama eine schottische Kolonie zu etablieren, kurz vor dem Bankrott stand).

Mit dem Brexit steuert aktuell wohl eher England in Richtung Bankrott, weshalb es gut sein könnte, dass die Schotten demnächst nach wenig mehr als 300 Jahren wieder selbständig werden …

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