Der globale Kunstmarkt des Jahres 2025 war durch eine Phase der tiefgreifenden Rekalibrierung gekennzeichnet, die weit über eine rein wirtschaftliche Anpassung hinausgeht. Nach den post-pandemischen Rekordjahren 2021 und 2022, in denen die Digitalisierung primär als reaktives Notfallinstrument fungierte, hat sich im laufenden Zyklus ein struktureller Wandel vollzogen.
Digitale Sichtbarkeit ist nicht länger ein optionales Zusatzmerkmal für Galerien und Kunstschaffende, sondern das infrastrukturelle Fundament, auf dem physische Transaktionen und langfristige Markenbildung basieren.
Digitale Sichtbarkeit und strategische Positionierung am zeitgenössischen Kunstmarkt 2026: Methoden, Mechanismen und der technologische Paradigmenwechsel Foto von Markus Spiske @markusspiske, via Unsplash
Die Analyse der Marktmechanismen offenbart eine Divergenz zwischen dem kumulierten Verkaufswert und dem Transaktionsvolumen: Während der globale Gesamtumsatz im Jahr 2024 auf schätzungsweise 57,5 Milliarden USD sank – ein Rückgang von 12 % gegenüber dem Vorjahr –, stieg die Anzahl der Transaktionen um 3 % auf 40,5 Millionen.
Diese Dynamik verdeutlicht, dass der Markt in der Breite aktiver denn je ist. Dennoch entwickelt sich der Markt von einem reinen Spitzenpreis-Modell hin zu einem diversifizierten, volumengetriebenen Ökosystem, in dem digitale Kanäle als primäre Katalysatoren wirken.
Makroökonomische Rahmenbedingungen und die digitale Evolution des Handels
Der Rückgang des Gesamtwertes ist primär am obersten Ende des Marktes zu verorten. Dort sind die Volumina ausgedünnt und die Anzahl der Transaktionen über 10 Millionen USD im ersten Halbjahr 2025 brach um drastische 44 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Im Gegensatz dazu verzeichneten kleinere Händler mit einem Umsatz unter 250.000 USD ein jährliches Umsatzwachstum von 17 %.
Diese Verschiebung hin zu erschwinglicheren Preissegmenten korreliert direkt mit der fortschreitenden Digitalisierung. Online-Kanäle haben sich als stabilisierender Faktor etabliert und hielten 2024 einen Anteil von 18 % am Gesamtumsatz der Händler, was deutlich über dem Niveau von 13 % vor der Pandemie liegt.
Kennzahl des Kunstmarktes
Wert/Status 2024/2025
Veränderung zum Vorjahr
Globaler Kunstumsatz
57,5 Mrd. USD
-12 %
Transaktionsvolumen
40,5 Mio.
+3 %
Online-Umsatzanteil (Händler)
18 %
Stabil
Umsatzwachstum (Händler <250k USD)
17 %
Positiv
Rückgang bei Losen >10 Mio. USD
-39 % (Mai-Auktionen)
Stark Negativ
Anteil neuer Online-Käufer bei Händlern
46 %
Steigend
Die Relevanz digitaler Sichtbarkeit wird durch das Verhalten neuer Marktteilnehmer unterstrichen.
Fast die Hälfte der Online-Verkäufe der Galerien (46 %) entfiel 2024 auf Neukunden, was zeigt, dass digitale Plattformen die primäre Eintrittsschwelle für eine junge Generation von Sammlern darstellen.”
Diese Käufergruppe, geprägt durch eine hohe digitale Literalität, erwartet eine nahtlose Verbindung zwischen Online-Präsenz und physischer Authentizität. In diesem Kontext ist die bloße Existenz einer digitalen Visitenkarte nicht mehr ausreichend; vielmehr ist eine strategische Verzahnung von proprietären Kanälen, sozialen Netzwerken und technologischen Validierungsmethoden erforderlich, um in einem kompetitiven Umfeld bestehen zu können.
Strategische Infrastruktur: Die Renaissance der proprietären Plattformen
Ein zentraler Befund der aktuellen Marktstudien ist die Rückbesinnung auf Plattformen, über die der Urheber die volle Kontrolle behält.”
Während soziale Medien in der letzten Dekade als Allheilmittel für die Reichweite galten, zeigte sich 2025 eine deutliche Ernüchterung. Experten beobachten eine Rückkehr zur Bedeutung der eigenen Website, die nicht mehr nur als Archiv, sondern als „virtueller Studiobesuch“ fungiert. Die Mechanismen der sozialen Netzwerke – getrieben durch kurzlebige Aufmerksamkeit und algorithmische Volatilität – stehen oft im Widerspruch zur Langfristigkeit und Tiefe, die zeitgenössische Kunst beansprucht.
Die Website als „Quiet Room“ der Kunstbetrachtung
Die eigene Website gewinnt im Kunstmarketing-Mix wieder an Bedeutung. Foto von Roberto Cortese @robertocortese, via Unsplash
Die eigene Website bietet im Gegensatz zu sozialen Medien einen Raum ohne Ablenkung, einen digitalen „White Wall“-Effekt, der es ermöglicht, Werke ohne den Kontext von Kommentaren, Emojis oder konkurrierenden Inhalten zu präsentieren. Professionelle Entscheidungsträger wie Kuratoren, Kunstberater und ernsthafte Sammler benötigen für ihre Arbeit Fakten statt bloßer „Vibes“.
Eine gut strukturierte Website liefert messbare Professionalität durch klare Provenienzen, Ausstellungsverzeichnisse und hochauflösende Dokumentationen, die für Suchmaschinen indizierbar sind.”
Die Wirksamkeit einer Website im Jahr 2026 hängt maßgeblich von ihrer technischen Optimierung ab. Da 63 % der Kaufentscheidungen heute im Internet beginnen, jedoch fast die Hälfte der Käufer den physischen Erwerb bevorzugt, muss die Website als Brücke dienen. Hierbei spielen folgende technische Aspekte eine entscheidende Rolle:
Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Sichtbarkeit: Es reicht nicht aus, visuell ansprechende Bilder hochzuladen. Die Benennung von Bilddateien mit beschreibenden Namen (statt „IMG_001.jpg“) und die konsequente Nutzung von Alt-Texten sind essenziell, um in den Bildersuchen von Google und KI-gestützten Tools wie ChatGPT oder Perplexity gefunden zu werden.
Schema.org und strukturierte Daten: Dies ist der vielleicht maßgeblichste technische Hebel für 2026. Durch das Hinzufügen von speziellem Code (Schema-Markup) können Suchmaschinen verstehen, dass es sich bei einer Seite um ein „VisualArtwork“, eine „Person“ (den Künstler) oder ein „Event“ (eine Ausstellung) handelt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für „Rich Results“, wie etwa Event-Vorschauen direkt in den Suchergebnissen, massiv.
Ladezeiten und Mobile Design: Da ein Großteil der Sammler Kunstwerke mobil entdeckt, ist eine Ladezeit von unter drei Sekunden und eine fehlerfreie mobile Navigation zwingend erforderlich. Langsame Seiten führen nicht nur zum Absprung potenzieller Käufer, sondern werden auch von Suchmaschinen abgestraft.
Schema-Typ
Relevanz für Kunstschaffende
Implementierungsort
Person
Stärkt die Autorität und Identität des Künstlers
Über-uns / Bio-Seit
VisualArtwork
Definiert Medium, Künstler und Entstehungsjahr
Werk-Detailansichten
Event
Ermöglicht die Anzeige von Vernissagen in Google-Kalendern
Ausstellungsunterseite
LocalBusiness
Verbessert die lokale Auffindbarkeit der Galerie
Kontakt / Footer
Auch Popunder Traffic wird entgegen so mancher Vermutung im digitalen Kontext noch immer als ein Instrument genutzt, um erste Sichtbarkeit außerhalb klassischer Kunstplattformen zu erzeugen. Der Kontakt entsteht nicht über gezielte Suche nach Kunst, sondern in einem Moment, in dem Nutzer bereits online aktiv sind und sich durch Inhalte bewegen.
Für zeitgenössische Kunst kann dieser Einstieg relevant sein, weil er neue Berührungspunkte schafft, ohne an bestehende Kunstkreise oder kuratierte Umfelder gebunden zu sein. Der Fokus liegt dabei nicht auf sofortiger Vertiefung, sondern auf dem ersten Wahrnehmen eines visuellen Impulses, der im Gedächtnis bleibt und später wiedererkannt werden kann.
Soziale Medien: Vom Reichweiten-Mythos zur strategischen Resonanz
Die Wirksamkeit von Social-Media-Plattformen für Künstler und Galeristen hat sich dramatisch verschoben. Der Ansatz, „überall präsent zu sein“, wird 2026 als ineffektiv und ressourcenfressend eingestuft – eine Klassifizierung, die gefühlt längst überfällig gewesen zu sein scheint. Stattdessen findet eine Spezialisierung statt, die sich an den jeweiligen Karrierezielen orientiert.
Instagram: Die visuelle Visitenkarte unter Druck
Instagram bleibt zwar die populärste Plattform für visuelle Kunst, leidet aber unter einer sinkenden organischen Reichweite, die bei vielen Konten nur noch bei etwa 7 % der Follower liegt. Die Plattform hat sich zu einer „Entertainment-Maschine“ entwickelt, die schnellen, plakativen Content (Reels) bevorzugt. Ernsthafte, konzeptionelle oder „stille“ Kunst läuft Gefahr, im Algorithmus unsichtbar zu werden, da sie nicht in das Modell der maximalen Verweildauer passt.
Dennoch bleibt Instagram als Werkzeug zur „Signalsetzung“ bedeutend. Sammler nutzen die Plattform zur Entdeckung, erwarten aber zunehmend eine nahtlose Überleitung zu tiefergehenden Informationen oder direktem Kontakt.
Werbeanzeigen (Meta-Ads) erweisen sich für Einzelkünstler oft als ineffektiv, da sie häufig nur andere Künstler erreichen und nicht die gewünschten Sammler oder Kuratoren. Ein Budget von 20–40 EUR ist meist wirkungslos; professionelle Kampagnen erfordern oft Investitionen im vierstelligen Bereich, um dem Algorithmus genügend Daten zum Lernen bereitzustellen.
LinkedIn und TikTok: Die neuen Pole der Sichtbarkeit
Interessanterweise hat sich LinkedIn zu einem hocheffizienten Kanal für den Aufbau professioneller Netzwerke entwickelt. Hier treffen Kunstschaffende auf Kunstberater, institutionelle Kuratoren und B2B-Partner in einem Umfeld, das sachlichen Diskurs schätzt und frei von den üblichen Trollen anderer Netzwerke ist. LinkedIn erlaubt es, Projektschritte, Ausstellungsankündigungen und tiefergehende Reflexionen über die künstlerische Praxis zu teilen, was die Glaubwürdigkeit im professionellen Sektor stärkt.
TikTok hingegen wird als Instrument für virales Storytelling und die Ansprache einer jüngeren, diversen Zielgruppe genutzt. Der Algorithmus von TikTok bewertet die Qualität der Interaktion mit einem einzelnen Video höher als die Gesamtzahl der Follower. Das ermöglicht es auch unbekannten Künstlern, mit „Behind-the-Scenes“-Material oder Zeitraffer-Videos ihrer Entstehungsprozesse weltweit sichtbar zu werden.
Plattform
Primäre Zielgruppe
Empfohlene Strategie 2026
Instagram
Millennials, Bestands-Sammler
Hochwertige Visuals, Kontinuität, Brücke zur Website
TikTok
Gen Z, Globale Entdeckung
Authentizität, Prozess-Videos, virale Trend
LinkedIn
Kuratoren, Berater, Galeristen
Professionalität, B2B-Networking, Meilenstein
Cara
Künstler-Community
Portfolio-Präsentation ohne KI-Interferen
Immersive Technologien: Phygital-Modelle und die Transformation des Erlebnisses
Immersive Technologien machen weiter Boden gut. Foto von fabio @fabioha, via Unsplash
Ein entscheidender Trend für die digitale Sichtbarkeit im Jahr 2026 und darüber hinaus ist die Auflösung der Grenzen zwischen physischen und digitalen Räumen, oft als „Phygital“-Strategie bezeichnet. Fast ein Drittel der Galerien experimentiert bereits mit hybriden Formaten, um die Reichweite ihrer Ausstellungen zu erhöhen und jüngere Sammlersegmente zu binden.
Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) in der Praxis
AR und VR sind keine reinen Modeerscheinungen mehr, sondern werden gezielt zur Vermittlung eingesetzt. Während VR oft für vollständig immersive Erlebnisse oder virtuelle Museumsbesuche von zu Hause aus genutzt wird, ergänzt AR die physische Präsenz vor Ort. In Museen zeigt sich, dass insbesondere junge Besucher den Einsatz dieser Technologien massiv wertschätzen.
Case-Studies verdeutlichen den Erfolg:
Das Dalí Museum nutzt VR (Dreams of Dalí), um Besucher in die Gemälde eintauchen zu lassen, was die emotionale Bindung und das Verständnis für das Werk vertieft.
Das Terracotta Warriors Museum setzt AR zur digitalen Rekonstruktion der Figuren ein, was eine nicht-invasive Interaktion mit den fragilen Artefakten ermöglicht und gleichzeitig die Bildungsqualität steigert.
Phygital-Plattformen für Textilien zeigen, dass durch Chatbots und Gamification das Interesse an historisch komplexen Sammlungen signifikant gesteigert werden kann, ohne die Authentizität der Originale zu gefährden.
Die Implementierung solcher Technologien erfordert jedoch Sorgfalt. Eine rein technologische Lösung ohne kuratorisches Fundament wird oft als unpersönlich empfunden. Erfolgreiche Modelle nutzen die Technologie, um Fakten ehrlich und interpretativ zu vermitteln, statt in Konkurrenz zu Hollywood-Produktionen treten zu wollen.
Vertrauen durch Technologie: Blockchain, NFT und NFC-Authentifizierung
Die digitale Sichtbarkeit ist untrennbar mit der digitalen Glaubwürdigkeit verbunden. Nach der spekulativen Phase der NFTs (2020–2022) hat sich der Markt konsolidiert. Während 96 % der spekulativen Sammlungen heute als „tot“ gelten, gewinnt die technologische Basis – die Blockchain – für die Authentifizierung an Bedeutung.
Der Übergang zu physischen NFTs und NFC-Tags
Ein zentrales Problem des Kunstmarktes war lange Zeit die Trennung von physischem Werk und Papier-Zertifikat. Im Jahr 2026 setzen Plattformen wie „The Fine Art Ledger“ (FAL) auf eine Kombination aus Blockchain-Zertifikaten (auf Polygon oder Ethereum) und verschlüsselten NFC-Tags, die direkt am Werk angebracht werden. Dies schafft ein „Physical NFT“.
Mechanismus der Authentifizierung:
Unveränderlichkeit: Jedes Zertifikat ist auf der Blockchain manipulationssicher gespeichert.
Sofortige Verifizierung: Sammler können ihr Mobilgerät an das Kunstwerk halten und sofort Provenienz, Eigentumsgeschichte und hochauflösende Metadaten einsehen.
Nahtloser Transfer: Beim Verkauf wird das digitale Zertifikat automatisch mitübertragen, was die Integrität der Provenienz lückenlos sicherstellt.
Dieser technologische Ansatz stärkt das Vertrauen in den Online-Handel massiv. Sammler haben Zugang zu multimedialem Storytelling (Videos des Künstlers, Audio-Kommentare), was die Sichtbarkeit des Werkes über seine rein physische Präsenz hinaus erweitert.
Methode der Authentifizierung
Vorteil
Risiko
Papier-Zertifikat
Traditionell anerkannt
Fälschungsanfällig, Verlustgefahr
Rein digitaler NFT
Schneller Handel
Volatilität, fehlende physische Bindung
Physical NFT (NFC + Blockchain)
Unzertrennliche Bindung, Fälschungsschutz
Höhere Initialkosten für Hardwar
Storytelling und Personal Branding: Die menschliche Komponente
In einer Zeit, in der KI-generierte Inhalte das Internet fluten, wird Authentizität zur entscheidenden Währung. Digitale Sichtbarkeit wird erst dann wirksam, wenn sie durch eine glaubwürdige Geschichte (Storytelling) und eine starke Personal Brand gestützt wird.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz
KI wird 2026 nicht mehr nur zur Ideengenerierung, sondern zunehmend als Werkzeug für den finalen Output genutzt. Dennoch warnen Experten vor einer „Seelenlosigkeit“ rein KI-basierter Inhalte. Während 62 % der Menschen menschlich erstellten Inhalten vertrauen, sinkt dieser Wert bei KI-Inhalten auf 12 %. Erfolgreiche Künstler nutzen KI als „Kommunikationscoach“ oder zur Recherche, stellen aber ihre eigene Stimme und persönliche Anekdoten in das Zentrum ihrer Kommunikation.
Erfolgreiches Personal Branding
Persönlichkeiten wie Anahita Sadighi in Berlin demonstrieren, wie ein multidisziplinärer Ansatz – die Verbindung von Kunst, Design und gesellschaftlichem Engagement – Sichtbarkeit erzeugt. Ihr Erfolg basiert darauf, dass sie ihre Galerie nicht nur als Verkaufsraum, sondern als Raum für Reflexion und kulturellen Wandel positioniert. Dies schafft eine „Resonanz“, die weit über die Grenzen Berlins hinausreicht.
Strategische Elemente des Brandings:
Werteorientierung: Sammler der neuen Generation (Millennials, Gen Z) priorisieren Nachhaltigkeit, Diversität und sozialen Einfluss.
Transparenz: Das Zeigen von Fehlern, Wendepunkten und dem harten Weg zum Erfolg schafft eine tiefere emotionale Verbindung als eine perfekt inszenierte Fassade.
Multimediale Präsenz: Die Kombination von Text, Video und interaktiven Elementen hilft, komplexe Botschaften verständlich zu machen.
Wirksame vs. wirkungslose Strategien: Ein kritischer Vergleich
Die Analyse der Markttrends 2025 erlaubt eine klare Trennung zwischen Methoden, die nachhaltige Sichtbarkeit erzeugen, und solchen, die im aktuellen Umfeld scheitern. Das erlaubt uns Rückschlüsse für die möglichen Entwicklungen 2026 und darüber hinaus.
Erfolgsfaktoren (Was wirklich funktioniert)
Nischen-SEO: Die Konzentration auf spezifische Long-Tail-Keywords (z.B. „abstrakte Skulpturen aus recyceltem Metall kaufen“) ist effektiver als der Kampf um generische Begriffe gegen Plattformen wie Artsy oder Artnet.
Community-Building: Investitionen in eine loyale Basis von „echten Fans“ und die Pflege von Stammkunden durch personalisierte E-Mails führen zu stabileren Umsätzen als die Jagd nach viralen Einmal-Effekten.
Transparente Preisgestaltung: 69 % der Sammler wurden bereits durch fehlende Transparenz vom Kauf abgehalten. Die Online-Anzeige von Preisen erhöht die Konversionsrate nachweislich.
Hybride Präsenz: Die gezielte Nutzung von Messen (31 % der Neukundenakquise) in Kombination mit digitaler Nachbereitung und Online-Exklusivangeboten.
Fehler und veraltete Ansätze (Was nicht mehr funktioniert)
Algorithmisches Glücksspiel: Das blinde Vertrauen auf organische Reichweite bei Instagram ohne bezahlte Unterstützung oder strategisches Video-Content-Modell.
„Spray-and-Pray“-Marketing: Unpersönliche Massen-E-Mails und generische Anzeigen ohne Zielgruppen-Segmentierung führen zu Ablehnung und Vertrauensverlust.
Statische, langsame Websites: Seiten, die nicht für Mobilgeräte optimiert sind oder länger als drei Sekunden laden, werden im Jahr 2026 von Nutzern und Suchmaschinen gleichermaßen ignoriert.
Übermäßige KI-Automatisierung: Automatisierte Kommentare und Bots zerstören die Authentizität und führen oft zu einer permanenten Schädigung der Reputation.
Strategie
Einschätzung für 2026
Grund für die Einstufung
SEO mit Schema.org
Essentiell
Grundvoraussetzung für KI-Suche und Google-Rich-Result
Instagram Reels
Wirksam
Einzige Chance auf organische Reichweite bei Met
LinkedIn Posts
Hochwirksam
Aufbau von B2B-Vertrauen und kuratorischen Kontakte
Meta Ads (<100€)
Fast wirkungslos
Zu wenig Daten für den Lern-Algorithmus
E-Mail Segmentierung
Hochwirksam
Erreicht Sammler direkt und persönlich
Reine NFT-Drops
Überholt
Ohne Utility oder physischen Bezug kaum noch Marktinteresse
Curation-Trends und die Verschiebung der Machtverhältnisse
Die Rolle des Kurators wandelt sich 2026 radikal. Durch KI-gestützte Analysen können Kuratoren heute besser vorhersagen, welche Werke bei bestimmten Zielgruppen resonieren. Gleichzeitig rücken Themen wie Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung ins Zentrum der Ausstellungsplanung. Curatoren bevorzugen zunehmend recycelte Materialien für Displays, LED-Beleuchtung und Künstler, die sich mit Umweltthemen auseinandersetzen.
Digitale Sichtbarkeit wird auch durch die Wahl der richtigen Kooperationspartner verstärkt. Kollaborative Kuration – die direkte Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Kuratoren in Residenzprogrammen wie dem ZK/U Berlin – schafft authentische Narrative, die digital besser vermittelbar sind als rein kommerziell getriebene Shows.
Schlussfolgerungen für die Praxis
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass digitale Sichtbarkeit im zeitgenössischen Kunstmarkt 2026 ein multidimensionales Konstrukt ist. Es basiert auf einer stabilen, selbst kontrollierten technischen Basis (Website, SEO), wird durch strategisch gewählte soziale Netzwerke (LinkedIn für B2B, TikTok für B2C) verstärkt und durch innovative Technologien (Blockchain, NFC, AR) abgesichert.
Digitale Kanäle erweitern auch in Zukunft als fester Bestandteil den Kunstraum, indem sie zeitgenössische Kunst außerhalb klassischer Ausstellungsorte sichtbar machen. Inhalte erscheinen in digitalen Umgebungen, die Nutzer ohnehin verwenden, etwa beim Lesen von Artikeln oder beim Wechsel zwischen Webseiten. Kunst wird dabei nicht als Anlass präsentiert, sondern ist Teil des allgemeinen digitalen Informationsraums.
In solchen Nutzungssituationen wird auch «kadam» als praktische Bezeichnung verwendet, wenn es um die technische Ausspielung visueller Inhalte geht. Gemeint ist eine Werbeinfrastruktur, über die Inhalte stabil und wiederholbar innerhalb bestehender Nutzungsmuster erscheinen können. Für den Nutzer bleibt der Ablauf unverändert: Er nutzt digitale Angebote wie gewohnt, während visuelle Inhalte im gleichen Umfeld sichtbar werden. Diese Form der Platzierung verändert nicht das Verhalten des Nutzers und verlangt keine zusätzliche Aufmerksamkeit. Kunst wird nicht aktiv gesucht, sondern ist präsent, weil sie Teil des digitalen Raums ist.
Die erfolgreichsten Akteure 2026 und darüber hinaus werden sich dadurch auszeichnen, dass sie die Technologie als Mittel zum Zweck begreifen, um das menschliche Bedürfnis nach Authentizität, Geschichte und Werten zu befriedigen. Wer es schafft, die „Midnight Studio Visit“-Atmosphäre einer gut geführten Website mit der viralen Kraft eines TikTok-Videos und der Sicherheit einer Blockchain-Authentifizierung zu verbinden, wird in einem volatilen Markt nicht nur sichtbar bleiben, sondern neue, globale Sammlerschichten erschließen.
Der Markt unter 50.000 USD bietet hierbei das umfassendste Wachstumspotenzial, da er am stärksten von der Demokratisierung durch digitale Kanäle profitiert. Für Galerien bedeutet dies die Notwendigkeit, ihre internen Workflows zu automatisieren (CRM, Bestandsmanagement), um Kapazitäten für die essenzielle, persönliche Beziehungsarbeit mit Sammlern freizusetzen.
Die digitale Transformation des Kunstmarktes ist somit im Jahr 2026 abgeschlossen: Sie ist kein Trend mehr, sondern der Status Quo.
Quellen, Referenzen, fachliche Unterstützung und weiterführende Informationen:
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How to choose the right social media platform in 2025 | Creative Boom, Zugriff am Januar 15, 2026, https://www.creativeboom.com/tips/how-to-choose-the-right-social-media-platform-in-2025/
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Art Market Trends 2025 | Artsy, Zugriff am Januar 15, 2026, https://www.artsy.net/article/artsy-editorial-art-market-trends-2025
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Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.
Ein Grundbedürfnis eines jeden künstlerisch schaffenden Menschen dürfte es wohl sein, von seiner Kunst leben zu können.
Um die eigene Existenz zu sichern, ist es unabkömmlich, mit Kunst Geld zu verdienen. Tatsächlich können heutzutage – entgegen der mehrheitlichen Wahrnehmung – viele Künstler von ihrem kreativen Schaffen gut leben. Dennoch ist eine überwiegende Mehrheit aller freischaffenden Künstler noch auf weitere Einnahmequellen (z.B. Kurse geben, Auftragsarbeiten, Nebenjobs, usw.) angewiesen.
Die Anerkennung als Künstler bringt oft noch keine unmittelbare finanzielle Sicherheit mit sich. Daher sind Künstler auch oft gleichzeitig Lebenskünstler.
Die Möglichkeiten, von der eigenen Kunst leben zu können, sind durch das Internet und die sozialen Medien allerdings stark gewachsen. Als Künstler muss man jedoch vielseitig und flexibel sein, um Erfolg zu haben. Auch ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen ist essentiell.
Kundenpflege und Selbstmarketing sind ebenfalls wichtige Säulen für den Erfolg als Künstler.
In dieser Rubrik tragen wir zahlreiche Beiträge, Informationen, Tipps und Ratschläge zusammen, die Ihnen dabei helfen sollen, von Ihrer Kunst zu leben.
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