Pablo Picasso

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Pablo Picasso, der mit Geburtsnamen Pablo Ruiz Picasso heißt, wurde 1881 im spanischen Málaga geboren. Er hat als Maler, Grafiker und Bildhauer die Kunstwelt entscheidend beeinflusst, bis er 1973 im stolzen Alter von 91 Jahren in Frankreich starb.

In dieser langen Lebenszeit war Picasso als Künstler sehr arbeitsam, sein umfangreiches Gesamtwerk von Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken wird auf eine Zahl von etwa 50.000 Werken geschätzt. Wenn man sich dann noch die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen in Picassos Werk vor Augen ruft, wird schnell offenbar, dass es sich bei Picasso um einen außergewöhnlichen Künstler handelt.

Auch wenn sein Gesamtwerk wirklich gewaltig ist, ließ Picasso es bei der einzelnen Arbeit nie an Sorgfalt fehlen: Zum Gemälde “Les Demoiselles d’Avignon” erarbeitete er beeindruckende 809 Vorstudien. Bei diesem Gemälde handelt es sich allerdings um eine ganz besondere Arbeit, die auch als Schlüsselbild der Klassischen Moderne bezeichnet wird. Denn Picasso soll bei der Entstehung dieses Werkes die europäische Kunstüberlieferung in jedem ihrer Elemente überdacht haben und aus den Ergebnissen eine neue künstlerische Sprache erschaffen haben.

Der Sohn eines Malers und Kunstlehrers bekam ab dem 7. Lebensjahr Unterricht, der bald später erstes Ölbild hervorbrachte und direkt zum Studium in die bekannten Kunstschulen führte. Bereits mit dem 16. Lebensjahr zog Picasso allerdings das Selbststudium im Museum und die Auseinandersetzung mit avantgardistischen Künstlern der schulischen Ausbildung vor, die ersten Ausstellungen und Reisen in die Kunstmetropolen folgten. Die Werke der Zeit inspirierten ihn, er studierte Paul Cézanne, Edgar Degas und Pierre Bonnard und lernte Henri de Toulouse-Lautrec kennen.

Es folgte ab 1901 Picassos sog. blaue Periode, während derer Picasso weitere Künstler traf, mit denen er jeweils ihr Werk diskutierte. Er wohnte damals bereits im Pariser Montmartre und umgab sich mit Dichtern, Malern und Schriftstellern, neben Max Jacob und Juan Gris (neben George Braque wichtiger Vertreter des Kubismus) unter anderem mit Guillaume Apollinaire, Getrude Stein und Henri Matisse. Ab 1905 schloss sich die rosa Periode an, während derer auch “Les Desmoiselles” entstand, Georges Braque und Picasso wurden enge Freunde und schufen unabhängig voneinander die ersten kubistischen Bilder.

Picasso wohnte damals, wie viele seiner heute legendären Freunde, in dem Künstlerhaus Bateau-Lavoir, es war viel los in dieser Zeit: Ein Bankett Picassos für Henri Rousseau war längere Zeit das Tagesgespräch, Picasso und Apollinaire wurden beschuldigt, die Mona Lisa gestohlen zu haben.

Picassos Werke wurden in dieser Zeit auch langsam im Ausland bekannt, 1910 fielen sie in Deutschland auf, 1911 in den USA. Nach einer Zeit der künstlerischen Stille während des 1. Weltkriegs folgte ein – auch künstlerischer – Abstecher zum Ballet, der mit Picassos Heirat endete, nun gab er sein Bohèmeleben auf. Er wurde nun zum etablierten Maler, der ab 1918 weltweit von zwei Kunsthändlern vertreten wurde. 1916 verabschiedete sich Picasso endgültig von den Kubisten, um bis 1924 mit verschiedenen Stilen zu experimentieren, dann folgte eine 12 Jahre dauernde Auseinandersetzung mit den Surrealisten, die bedeutende Kunstwerke hervorbrachte. Zugleich begann auch seine Ehe zu kriseln, Picasso hatte teilweise zur gleichen Zeit zwei Geliebte, die seiner Ansicht nach “ihre Rivalität unter sich ausmachen sollten”. Das war eher eine machistische Pose als Gleichgültigkeit, die gut belegt, wie wichtig in dieser Zeit der Zusammenhang von Sexualität und künstlerischer Kreativität für Picasso wird, dieses Thema sollte ihn bis zu seinem Lebensende nicht loslassen.

Erst kam jedoch der spanische Bürgerkrieg (1936 – 1939), der Picasso erschütterte, das berühmte Gemälde Guernica entstand. Gleich danach der 2. Weltkrieg, während dieser Zeit blieb Picasso in Paris, 1945 endete die Isolation und Picasso wendete sich dem Süden Frankreichs zu, wo in verschiedenen Orten sein Spätwerk entstand. Zu dem übrigens auch die uns allen bekannte Friedenstaube gehört, die er 1949 für ein Plakat für den Pariser Weltfriedenskongress entwarf.

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Lina Sahne

Moderatorin und Autorin bei Kunstplaza
Passionierte Autorin mit regem Kunstinteresse

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