Mit LED-Profilen wird Licht ein Teil der Einrichtung. Eine Lichtlinie vorn unter dem Regalboden hebt Objekte hervor. Ein Profil oben in der Nische macht sie zur kleinen Bühne. Ein Bild wirkt am besten, wenn das Licht im Winkel von rund 30 Grad auftrifft. Warmweißes Licht mit hoher Farbwiedergabe zeigt Farben echt, eine gedämpfte Helligkeit schützt empfindliche Werke.
Dass eine Lichtlinie selbst zur Form werden kann, hat die Kunst früh gezeigt. Der US-Amerikaner Dan Flavin spezialisierte sich auf handelsübliche Leuchtstoffröhren und zeigte ab 1963 nur noch Lichtkunst. Seinen Durchbruch hatte er mit der „Diagonale vom 25. Mai“. Arbeiten von ihm hängen unter anderem im Hamburger Bahnhof in Berlin und in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Was dort eine Galeriewand verwandelt, lässt sich im Kleinen auf ein Regal oder eine Wandnische übertragen.
Im Wohnraum übernimmt das Aluminiumprofil diese Rolle. Es nimmt den LED-Streifen auf, leitet dessen Wärme ab und bestimmt mit seiner Abdeckung, wie das Licht aussieht. Eine Übersicht der Bauformen vom Aufbau- bis zum Unterputzprofil bietet etwa sk-led.com.
Licht als Gestaltungsmittel – wie man Regale, Nischen und Bilder effektiv mit LED-Profilen beleuchtet, verrieten uns die Experten von SK-LED. Foto von Getty Images @gettyimages, via Unsplash
Die Abdeckung entscheidet über den Charakter. Klare Abdeckungen bringen am meisten Licht, zeigen aber jede einzelne LED. Opale und satinierte Abdeckungen streuen und ergeben eine ruhige Linie, kosten dafür aber etwas Helligkeit. Schwarze Blenden fallen im ausgeschalteten Zustand kaum auf.
LED Lichtdesign – Installationsbeispiele Diese Abbildung dient Illustrationszwecken und wurde von uns mithilfe eine Bild-KI erstellt.
Regale und Vitrinen: Licht nach vorn
Im Bücherregal sitzt das Licht am besten vorn unter dem Boden und strahlt schräg nach hinten. Hängt der Streifen an der Rückwand, werfen die Bücher davor Schatten auf ihre eigenen Rücken. Ein Eckprofil an der Vorderkante richtet das Licht um 45 Grad aus und blendet weniger als ein flach aufgeklebter Streifen.
Für Sammlungen und Keramik in der Vitrine lohnt ein Blick auf den Kontrast. Nach der Museumsbroschüre von licht.de fällt ein Objekt erst auf, wenn es mindestens fünfmal so hell ist wie seine Umgebung. Bei 1:20 entstehen deutliche Akzente, bei 1:100 wirkt eine Inszenierung dramatisch, was nur in einem sehr dunklen Umfeld gelingt. Ein beleuchtetes Regal in einem hell erleuchteten Raum geht deshalb unter. Am Abend, wenn das übrige Licht gedimmt ist, tritt es hervor.
Nischen: früh planen, spät bestücken
Eine Wandnische wirkt, wenn das Licht von oben auf Rückwand und Objekte fällt und die Quelle selbst verborgen bleibt. Trockenbau- und Unterputzprofile verschwinden dabei vollständig in der Wand. Der Haken ist der Zeitpunkt: Sie müssen beim Innenausbau gesetzt werden. In eine bereits gespachtelte und gestrichene Fläche lassen sie sich nicht nachrüsten, dann bleibt ein Aufbauprofil.
Den Kabelaustritt vor dem Verspachteln festlegen, etwa über eine Endkappe mit Kabelloch.
Den Streifen erst nach Spachteln, Schleifen und Streichen einlegen. Sonst landen Staub und Farbnebel auf der Leuchtfläche.
Für das Netzteil einen zugänglichen Platz vorsehen, etwa in einer Hohlwanddose daneben oder in der Zwischendecke.
Profil und Streifen auf der 24-Volt-Seite sind Montagearbeit, solange das Netzteil dabei vom Netz getrennt ist. Wird das Netzteil aber fest an die Hausinstallation angeschlossen, gilt § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung: Außer dem Netzbetreiber darf das nur ein Installationsbetrieb, der in ein Installateurverzeichnis eingetragen ist.
Bilder und Bilderwände ins Licht setzen
Museen arbeiten mit dem sogenannten 30-Grad-Museumswinkel. Das Licht trifft in diesem Winkel auf das Bild. Fällt es steiler ein, entstehen lange Schatten unter dem Rahmen. Sitzt die Leuchte zu weit vom Bild entfernt, steht der Betrachter schnell selbst im Licht und wirft seinen Schatten auf das Werk. Für den Wohnraum nennt licht.de als Faustformel, das Licht schräg von der Decke aus einer Entfernung von etwa 0,5 bis 1,5 Metern auf das Bild zu lenken.
Der Abstrahlwinkel hängt von der Bildgröße ab. Für Skulpturen und kleine Formate empfiehlt licht.de enge Winkel von 10 bis 30 Grad, für große Bilder 30 bis 60 Grad. Bei Bildern hinter Glas sind abgeschirmte Leuchten und enge Lichtkegel unerlässlich, sonst spiegelt sich die Lichtquelle in der Scheibe.
Eine Bilderwand mit vielen Rahmen braucht dagegen keine Einzelspots. Hier passt ein Wallwasher besser: Ein Schattenfugenprofil an der Decke streift die ganze Wand gleichmäßig mit Licht. Die Bilder lassen sich dann umhängen, ohne dass jemand eine Leuchte neu ausrichten muss.
Empfindliche Werke vor zu viel Licht schützen
LED-Licht ist nahezu frei von UV- und Infrarotstrahlung. Das schont Originale, schützt sie aber nicht vollständig, denn auch sichtbares Licht verändert Pigmente und Papier. Nach licht.de addieren sich Lichtschäden und sind nicht umkehrbar. Maßgeblich ist die Dosis, also Beleuchtungsstärke mal Zeit. Die Fachbroschüre zur Museumsbeleuchtung nennt auf Basis der technischen Spezifikation CEN/TS 16163 folgende Richtwerte:
Ein Rechenbeispiel zeigt, was das zu Hause bedeutet. Ein Aquarell, das täglich acht Stunden mit 50 Lux beleuchtet wird, sammelt 400 Luxstunden am Tag, im Jahr rund 146.000. Das liegt knapp unter dem Richtwert. Mit 200 Lux wäre die Jahresdosis schon nach gut drei Monaten erreicht. Eine Zeitschaltung oder ein Dimmer hilft, und direktes Sonnenlicht gehört ohnehin nicht auf Papierarbeiten.
Lichtfarbe und Farbwiedergabe
Für Wohnräume ist Warmweiß zwischen 2.700 und 3.000 Kelvin die übliche Wahl, es lässt Holz und Papier freundlich wirken. Bei Bildern zählt die Farbwiedergabe mehr als die Lichtfarbe. Die Initiative licht.de nennt für die Bilderbeleuchtung mindestens Ra 80, viele LED-Streifen geben im Datenblatt einen CRI von 90 oder mehr an. Wer Originale zeigt, sollte diesen Wert im Datenblatt nachsehen.
Wie stark Licht Räume prägt, lässt sich im Winter auch außerhalb der eigenen Wohnung erleben. Lichttermine in Franken vom Museum bis zum Bergfeuer hat der Frankenmelder zusammengestellt.
Bevor Profile verschraubt werden, lohnt ein Probelauf: Kleben Sie einen Streifen provisorisch mit Malerkrepp an die geplante Stelle und schauen Sie sich die Wirkung am Abend vom Sofa aus an. Erst wenn Winkel, Helligkeit und Lichtfarbe stimmen, wird gebohrt.
Planung & Praxis-Tipps vom Profi
Nischen früh planen: Trockenbau- & Unterputzprofile müssen vor dem Innenausbau gesetzt werden. Kabelaustritte vorher festlegen!
Sauber bleiben: LED-Streifen erst nach dem Spachteln, Schleifen und Streichen einlegen.
Netzteil-Position: Einen leicht zugänglichen Platz vorsehen (z.B. Hohlwanddose). Achtung: Fester Anschluss ans Stromnetz darf nur vom Fachbetrieb durchgeführt werden!
Farbwiedergabe (CRI): Bei Bildern auf mindestens Ra 80, besser CRI > 90 achten (für naturgetreue Farben). Lichtfarbe im Wohnraum: Warmweiß (2.700 – 3.000 Kelvin).
Der Sofa-Test: Vor dem Bohren den LED-Streifen provisorisch mit Malerkrepp befestigen und die Wirkung abends vom Sofa aus testen!
Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.
Rubrik für Innenarchitektur, Interior Design, Raumgestaltung, Wohndesign, Objekteinrichtung, Produkt- und Materialinnovation.
Hier finden Sie alles, was das Herz eines Interior Designers höherschlagen lässt. Wir präsentieren Ihnen die neuesten Trends und Entwicklungen in der Welt des Wohndesigns sowie innovative Produkte und Materialien für eine einzigartige Raumgestaltung.
Unser Ziel ist es, unseren Lesern Inspiration zu bieten und ihnen dabei zu helfen, ihre Wohnräume auf kreative Art und Weise neu zu gestalten oder komplett umzugestalten.
Dabei legen wir großen Wert darauf, dass unsere Artikel nicht nur ästhetisch ansprechend sind sondern auch praktische Tipps beinhalten.
Wir stellen Ihnen außerdem erfolgreiche Innenarchitekten vor – von Newcomern bis hin zu den bekanntesten Namen der Branche – damit Sie sich inspirieren lassen können von ihren Projekten und deren Arbeitsweise kennenlernen können.
Egal ob es darum geht einen kleinen Raum optimal auszunutzen oder Ihr Zuhause mit neuen Möbeln im angesagtem Industrial-Style einzurichten: Bei uns finden Sie alle Informationen rund um das Thema Inneneinrichtung!
Wir verwenden Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wir tun dies, um das Surferlebnis zu verbessern und (nicht) personalisierte Werbung anzuzeigen. Wenn Sie diesen Technologien zustimmen, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Die Nichteinwilligung oder der Widerruf der Einwilligung kann sich nachteilig auf bestimmte Merkmale und Funktionen auswirken.
Funktionale
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.