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Zwischen Herkunft und Ausdruckskraft: Die Rückkehr starker kultureller Zeichen in der Kunstwelt

Joachim Rodriguez y Romero
Joachim Rodriguez y Romero
Fr., 28. November 2025, 13:53 CET

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Wer sich in den vergangenen Jahren durch Ausstellungen, Biennalen, Off-Spaces oder auch nur durch Social Media scrollt, erkennt schnell ein wiederkehrendes Motiv: Künstlerinnen und Künstler greifen verstärkt zu starken Symbolen, um komplexe Fragen von Zugehörigkeit, Macht und Identität sichtbar zu machen.

Ein scheinbar simples Stück Stoff – oft rechteckig, klar gestaltet, weithin sichtbar – wird zur Bühne, auf der Geschichten über Migration, Kolonialgeschichte, Widerstand oder persönliche Biografie erzählt werden. Genau hier setzt die Frage an. Warum nutzen Künstler Flaggen zunehmend als Ausdrucksmittel für Identität und Kultur? Und weshalb gewinnt dieses Format in einer Zeit der Hybrididentitäten und globalen Krisen eine neue Relevanz? Statt bloß nationale Zugehörigkeit zu markieren, verwandeln sich diese Symbole in vielschichtige Zeichenräume, in denen sich Widersprüche, Brüche und Hoffnungen überlagern.

Gleichzeitig entsteht eine neue Materialkultur rund um diese Symbolformen: Entwürfe entstehen im Atelier, werden digital entwickelt, grafisch überarbeitet und schließlich in hochwertige Textilien übersetzt. Individuelle Gestaltung, kleine Auflagen und maßgeschneiderte Formate lassen sich beispielsweise über spezialisierte Anbieter für Flaggen realisieren, die künstlerische Ideen präzise auf Stoff bringen und damit buchstäblich in den öffentlichen Raum tragen. So entstehen Objekte, die zugleich Kunstwerk, Statement, Alltagsgegenstand und Dokument gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse sind.

In diesem Spannungsfeld zwischen privatem Narrativ und kollektiver Symbolik liegt der Kern des Phänomens, das im Folgenden aus historischer, ästhetischer, politischer und produktionstechnischer Perspektive betrachtet wird.

  • Historische Wurzeln: Wie Symbole kollektive Identität geprägt haben
  • Zeitgenössische Kunstpraxis: individuelle Geschichten auf Stoff und im Raum
  • 3 internationale KünstlerInnen, die das Medium Textil und die Form der Flagge nutzen, um Identität, Migration und Zugehörigkeit neu zu verhandeln
    • Sara Rahbar (USA / Iran)
    • Jeffrey Gibson (USA / Choctaw-Cherokee)
  • Zwischen Protest und Zugehörigkeit: Politische Botschaften und kulturelle Selbstbehauptung
  • Material, Design und Produktion: vom Atelier zur spezialisierten Manufaktur
  • Welche Rolle starke Symbole in der zukünftigen Kunst spielen werden

Historische Wurzeln: Wie Symbole kollektive Identität geprägt haben

Bevor die zeitgenössische Kunst Symbole zerlegt, verfremdet oder neu zusammensetzt, lohnt der Blick zurück: In vielen Kulturen waren Banner, Wappen, Fahnen und vergleichbare Zeichen seit Jahrhunderten Träger kollektiver Identität. Sie markierten Zugehörigkeit zu Herrscherhäusern, Stadtstaaten, religiösen Gruppen oder militärischen Einheiten und machten Hierarchien im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar.

Im europäischen Kontext stehen heraldische Wappen für genealogische Kontinuität, während in anderen Regionen Flaggen in Ritualen, Prozessionen und Festen eingebunden waren und damit eine enge Verbindung zwischen Gemeinschaft, Territorium und Symbol herstellten. Diese Geschichte prägt bis heute das intuitive Verständnis, dass bestimmte Farben, Formen und Zeichen mehr sind als Dekoration – sie verdichten Machtverhältnisse, Grenzziehungen und kollektive Erinnerungen.

Mit dem Aufkommen moderner Nationalstaaten bekam diese Symbolik eine neue Dimension. Nationale Flaggen wurden zu emotional aufgeladenen Zeichen, die sowohl patriotische Begeisterung als auch radikale Kritik hervorriefen. Revolutionen, Unabhängigkeitsbewegungen und Befreiungskämpfe nutzten neu gestaltete Banner, um Distanz zu kolonialen und autoritären Regimen zu markieren.

Gerade in postkolonialen Kontexten wurde sichtbar, dass das Gestaltungspotenzial von Symbolen immer auch ein politisches Terrain ist. Wer gestaltet, bestimmt mit, wie ein Kollektiv sich im eigenen Selbstbild und nach außen hin präsentiert. Wenn zeitgenössische Kunst heute diese Tradition aufgreift, zitiert sie also nicht nur historische Formen, sondern auch die langen, oft konfliktreichen Kämpfe um Bedeutungs- und Deutungshoheit, die in diesen Motiven eingeschrieben sind.

Zeitgenössische Kunstpraxis: individuelle Geschichten auf Stoff und im Raum

In der Gegenwart lösen sich starre Grenzziehungen zwischen Nation, Kultur und Biografie zunehmend auf, während gleichzeitig neue Frontlinien rund um Zugehörigkeit, Herkunft und Sichtbarkeit entstehen.
In der Gegenwart lösen sich starre Grenzziehungen zwischen Nation, Kultur und Biografie zunehmend auf, während gleichzeitig neue Frontlinien rund um Zugehörigkeit, Herkunft und Sichtbarkeit entstehen.
Foto von Sushanta Rokka @sanoyatra, via Unsplash

In dieser Situation nutzen Kunstschaffende Symbolformen, die an klassische Flaggen erinnern, um von individuellen Lebenswegen zu erzählen:

Migrationsgeschichten, diasporische Perspektiven, queere Identitäten oder Erfahrungen mit Rassismus und Klassismus werden über Farben, Formen und grafische Chiffren auf Stoff gebannt.“

Aus dem standardisierten Hoheitszeichen entsteht eine Art persönliche oder kollektive Biografie im Format eines Banners, das in Ausstellungsräumen hängt, durch den Stadtraum getragen oder in Performances eingebunden wird. Gerade weil das Format so vertraut ist, fällt die Irritation umso stärker ins Auge, wenn etwa nationale Farben gebrochen, invertiert oder mit unerwarteten Symbolen kombiniert werden.

Die künstlerische Praxis reicht dabei von streng grafischen Arbeiten bis zu hybriden Installationen, in denen Stoffbahnen, Video, Sound und Performance ineinandergreifen. Flaggenähnliche Objekte können in Reihen arrangiert oder auf dem Boden ausgebreitet werden. Sie können auch über Körper gelegt oder an ungewöhnlichen Orten befestigt werden – etwa in Innenhöfen, auf Dächern oder an Orten, an denen ansonsten keine offiziellen Symbole zu sehen wären.

Diese Verlagerung verschiebt die Blickrichtung: Es geht weniger um die Repräsentation eines Staates, sondern darum, wer überhaupt repräsentiert wird und welche Erfahrungen sich im Kanon kollektiver Bilder wiederfinden. In diesem Sinne lassen sich viele Projekte lesen als Versuch, Leerstellen zu benennen. Diese sollen mit neuen, selbstbestimmten Symbolen gefüllt werden, die nicht mehr von oben verordnet, sondern von Betroffenen selbst entworfen werden.

In der kuratorischen Praxis fällt auf, dass diese Arbeiten oft in umfassenderen thematischen Zusammenhängen gezeigt werden: Ausstellungsformate zu Themen wie „Borders“, „Diaspora“, „Queerness“, „Postkolonialismus“ oder „Klimaaktivismus“ nutzen flaggenartige Objekte, um Diskurse räumlich erfahrbar zu machen. Dort können Besucherinnen und Besucher nicht nur ästhetisch reagieren, sondern sich auch körperlich in Beziehung zu den Arbeiten setzen. Sie können zum Beispiel an langen Reihen von Bannern vorbeigehen, unter Stoffbahnen hindurchlaufen oder mit installativen Elementen interagieren.

Häufig werden solche Projekte begleitet von Vermittlungsformaten wie Workshops, Gesprächsrunden oder gemeinsamen Gestaltungsprozessen, in denen Menschen eigene Symboliken entwickeln. So wird sichtbar, dass zeitgenössische Kunst nicht nur fertige Werke produziert, sondern kollektive Prozesse initiiert, in denen Identität und Kultur immer wieder neu ausgehandelt werden.

3 internationale KünstlerInnen, die das Medium Textil und die Form der Flagge nutzen, um Identität, Migration und Zugehörigkeit neu zu verhandeln

Sie alle verwandeln den Stoff – traditionell ein Träger von Wappen und Nationalfarben – in ein „Archiv der Berührung“, das persönliche und politische Geschichten speichert.

Yinka Shonibare CBE (Großbritannien / Nigeria)

Themenschwerpunkte: Postkolonialismus, Klassenfragen, die Konstruktion von „Authentizität“.

Yinka Shonibare ist vielleicht die zentralste Figur, wenn es um die Dekonstruktion nationaler Identität durch Stoff geht. Er nutzt keine klassischen Flaggen, sondern ersetzt deren Funktion durch eine spezifische grafische Chiffre: den „Dutch Wax“-Stoff.

Die grafische Chiffre: Shonibare verwendet farbenfrohe, scheinbar „afrikanische“ Batikstoffe. Der Clou: Diese Stoffe sind ein Produkt kolonialer Handelsrouten – ursprünglich in Indonesien entwickelt, von den Niederländern industrialisiert und dann in Westafrika vermarktet. Der Stoff selbst ist eine Lüge über Herkunft und Originalität.

Künstlerische Praxis: Er erschafft Skulpturen, Segel und Installationen (wie The Nelson Ship in a Bottle), in denen diese Stoffe wie Flaggen einer hybriden Nation wehen. Er thematisiert damit Klassismus und Rassismus, indem er viktorianische Aristokraten in diese Stoffe kleidet oder sie als Segel für die Schiffe der Entdecker nutzt.

Die Botschaft: Identität ist niemals rein; sie ist ein komplexes Geflecht aus globalem Handel, Macht und Aneignung.

Sara Rahbar (USA / Iran)

Themenschwerpunkte: Erzwungene Migration, das Trauma des Exils, geopolitische Dissonanz.

Sara Rahbar, die als Kind vor der Revolution aus dem Iran in die USA floh, arbeitet direkt mit der physischen Form der Flagge. Ihre Flag Series (2005–2019) ist ein monumentales Werk der diasporischen Kunst.

Die grafische Chiffre: Sie nutzt die US-Flagge (Stars and Stripes) als buchstäbliche Basis und „infiziert“ oder ergänzt sie mit Textilien aus dem Nahen Osten, traditionellen Stickereien, aber auch mit militärischen Riemen und schmerzhaften Objekten.

Künstlerische Praxis: Ihre Flaggen hängen wie schwere, belastete Häute an der Wand. Sie sind Collagen der Zerrissenheit. Die harten Linien der US-Flagge werden durch organische, chaotische oder handwerkliche Elemente des „Orients“ unterbrochen.

Die Botschaft: Hier wird die Migrationsgeschichte nicht als erfolgreiche Integration erzählt, sondern als schmerzhafte Nahtstelle. Die Flagge wird zum Schlachtfeld, auf dem die Sehnsucht nach Zugehörigkeit gegen die Realität der Ausgrenzung kämpft.

Jeffrey Gibson (USA / Choctaw-Cherokee)

Themenschwerpunkte: Queere Identität, Indigene Geschichte, Intersektionalität.

Jeffrey Gibson (US-Repräsentant auf der Biennale Venedig 2024) verbindet die visuelle Sprache indigener Völker Nordamerikas mit der Ästhetik von Queer-Clubs und politischem Protest.

Die grafische Chiffre: Gibson nutzt geometrische Abstraktionen, die an traditionelle Webmuster der Cherokee oder Parfleche-Malerei erinnern, und mischt sie mit Neonfarben, Fransen und Perlenstickerei. Oft integriert er Textfragmente aus Pop-Songs oder Aktivismus als grafische Slogans.

Künstlerische Praxis: Seine Arbeiten hängen oft als riesige, flaggenartige Wandteppiche oder stehen als skulpturale Gewänder im Raum. Sie erinnern an Powwow-Regalia, aber auch an die „Pride Flag“. Er schafft damit Schutzräume für Körper, die durch Rassismus und Homophobie marginalisiert wurden.

Die Botschaft: Sichtbarkeit ist Überleben. Seine „Flaggen“ feiern das Anderssein und fordern lautstark Raum für eine Identität ein, die sowohl indigen als auch queer ist und sich nicht zwischen Tradition und Moderne entscheiden muss.

Zwischen Protest und Zugehörigkeit: Politische Botschaften und kulturelle Selbstbehauptung

Kaum ein anderes Symbolformat ist so eng mit politischen Bewegungen verknüpft wie die Flagge, und genau hier setzen viele künstlerische Arbeiten an. Wenn Künstler Flaggen in Demonstrationen, Performances oder Interventionen im Stadtraum einsetzen, verschmelzen künstlerische Praxis und aktivistische Strategien. Die bekannten Bilder von Protestzügen voller Banner, die etwa für Klimagerechtigkeit, feministische Anliegen oder antirassistische Kämpfe stehen, sind längst Teil eines visuellen Gedächtnisses geworden. Dieses Gedächtnis wird von Medien, Social Media und kulturellen Institutionen weitergetragen.

Kunstprojekte greifen diese Bildsprache auf, überhöhen sie, brechen sie ironisch oder radikalisieren sie durch unerwartete ikonografische Brüche. Dadurch werden die gewohnten Codes von Protestästhetik selbst zum Gegenstand der Reflexion: Wer darf für wen sprechen, welche Symbole werden inkludiert und welche Geschichten bleiben unsichtbar?

Gerade Gruppen, deren Stimmen historisch marginalisiert wurden, nutzen eigene Symboliken, um Sichtbarkeit zu erzwingen und kulturelle Selbstbehauptung zu praktizieren. Flaggenähnliche Formen, die etwa queere, indigene, migrantische oder antikoloniale Perspektiven repräsentieren, werden in die Öffentlichkeit getragen und bilden einen Gegenkanon zur traditionellen, meist nationalstaatlich geprägten Symbolik. Dabei geht es nicht nur um die reine Visualisierung von Forderungen, sondern um die Erfahrung, sich unter einem gemeinsamen Zeichen zu versammeln, sich darin wiederzuerkennen und Stärke zu erleben.

Die emotionale Dimension ist immens: Wer in einer Straße, vor einem Parlament oder auf einem Platz steht, umgeben von Symbolen, die die eigene Lebensrealität ernst nehmen, erfährt Zugehörigkeit auf eine Weise, die weit über abstrakte politische Debatten hinausgeht.

Gleichzeitig reflektiert die Kunst auch die Gefahren, die mit starken Symbolen einhergehen. Nationalistische, exkludierende oder autoritäre Bewegungen nutzen Flaggen und vergleichbare Zeichen, um Grenzen zu ziehen, Gegnerschaft zu markieren und Feindbilder zu inszenieren. Viele künstlerische Projekte thematisieren diese Vereinnahmung, indem sie problematische Symbole verfremden, fragmentieren oder in gänzlich andere Kontexte überführen. So entstehen Arbeiten, in denen vertraute Farben und Muster zwar erkennbar bleiben, aber ihre ursprüngliche Autorität verlieren.

Die Kunst macht sichtbar, dass Symbole keine festgeschriebenen Bedeutungen transportieren, sondern politisch umkämpfte Felder sind. In dieser Hinsicht eröffnet die Frage, warum Künstler Flaggen zunehmend als Ausdrucksmittel für Identität und Kultur nutzen, Folgendes: Sie führt immer auch zu einer Auseinandersetzung mit der Verantwortung, die das Arbeiten mit starken Zeichen mit sich bringt.

In diesem Spannungsfeld erfüllen flaggenartige Symbole mindestens drei Funktionen: Sie bündeln Emotionen, markieren Zugehörigkeit und schaffen visuelle Ankerpunkte, an denen Diskussionen über Macht, Gerechtigkeit und Zukunftsaussichten andocken können, ohne sich in abstrakten Formeln zu verlieren.“

Material, Design und Produktion: vom Atelier zur spezialisierten Manufaktur

Die künstlerische Arbeit mit Symbolen endet längst nicht beim Entwurf auf Papier oder im Grafikprogramm. Entscheidend ist, wie sich Ideen in Material übersetzen lassen, das im windigen Außenraum, im neutralen White Cube oder in improvisierten Off-Spaces bestehen kann. Stoffqualität, Webart, Nähte, Druckverfahren, Lichtbeständigkeit und Formatwahl prägen unmittelbar, wie ein Werk wahrgenommen wird.

Dünne, transparente Materialien können Fragilität und Verletzlichkeit betonen, während schwere, robuste Textilien Stabilität und Dauerhaftigkeit signalisieren. Metallic-Folien, reflektierende Flächen oder mehrlagige Applikationen schaffen zusätzliche Ebenen, die je nach Lichteinfall unterschiedlich wirken und Interpretationsebenen hinzufügen. Aus einer grafischen Idee wird so ein vielschichtiges Objekt, das mit Raum, Wind, Körpern und Blicken interagiert.

In der Realität künstlerischer Produktion spielen Kooperationen mit spezialisierten Werkstätten, Textildruckereien und Manufakturen eine immer größere Rolle. Viele Künstler verfügen nicht über die technische Infrastruktur, um großformatige Banner in Museumsqualität selbst herzustellen. Plattformen und Anbieter wie pheno-flags übertragen individuelle Entwürfe präzise auf Stoff, ermöglichen Sonderformate, kleine Auflagen, Spezialfarben und vielfältige Verarbeitungsoptionen.

Dadurch erweitert sich das Spektrum dessen, was mit einem begrenzten Budget umsetzbar ist: vom einzelnen, handnummerierten Kunstobjekt bis hin zu Serien, die für Community-Projekte, Festivals oder ganze Ausstellungsarchitekturen genutzt werden. Die Produktion wird damit zu einem kollaborativen Prozess, in dem technische Expertise und künstlerische Intention eng aufeinander abgestimmt sind.

Eine tabellarische Übersicht macht deutlich, wie unterschiedlich die Kontexte sind, in denen flaggenartige Objekte heute eingesetzt werden, und welche Wirkung sie jeweils auf Fragen von Identität und Kultur haben können:

Kontext Künstlerische Nutzung Wirkung auf Identität und Kultur
Politische Demonstration Großformatige Banner, klare Botschaften, starke Farben Sichtbarkeit von Anliegen, kollektive Selbstermächtigung
Museum / Galerie Installative Hängungen, verfremdete oder fragmentierte Formen Reflexion über Geschichte, Machtverhältnisse und Deutungsansprüche
Community-Projekte Co-kreative Gestaltung mit lokalen Gruppen Stärkung lokaler Narrative, Wiederaneignung von Symbolen
Festivals / Stadtraum Temporäre Bespielung von Plätzen, Fassaden, Brücken Temporäre Umcodierung des öffentlichen Raums, Einladung zum Dialog
Digitale / hybride Formate Kombination physischer Banner mit Projektionen und AR Erweiterung von Identitätsdiskursen in virtuelle und globale Räume

Solche Konstellationen machen deutlich, dass es bei der Produktion nicht um bloße technische Umsetzung geht. Jede Materialentscheidung, jeder Saum und jede Öse trägt zur Bedeutung bei: Wird ein Banner so gefertigt, dass es jahrelang Wind und Wetter standhält, entsteht ein Signal von Dauer und Beharrlichkeit. Wird bewusst ein fragiles Material gewählt, das ausbleicht, ausfranst oder sich auflöst, wird Vergänglichkeit Teil des Konzepts.

Auch die Frage, ob ein Werk als Unikat, in limitierter Auflage oder als offen reproduzierbares Objekt angelegt ist, berührt unmittelbar ökonomische und institutionelle Bedingungen. Sammlungen, Museen und private Käuferinnen reagieren anders auf ein seltenes Einzelstück als auf eine Serie, die potenziell in vielen Händen zirkuliert. So verknüpft sich das gestalterische Feld wieder mit Macht- und Besitzfragen, die fest in die Geschichte starker Symbole eingeschrieben sind.

Welche Rolle starke Symbole in der zukünftigen Kunst spielen werden

Blickt man in die nahe Zukunft, deutet vieles darauf hin, dass flaggenartige Symbole als künstlerisches Ausdrucksmittel noch an Bedeutung gewinnen werden. Politische Polarisierung, Klimakrise, zunehmende Migration, digitale Vernetzung und die parallele Existenz widersprüchlicher Realitäten erzeugen einen enormen Bedarf an Bildern, die komplexe Zusammenhänge auf eine lesbare, aber dennoch vielschichtige Weise verdichten.

Symbole, die an klassische Flaggen erinnern, erfüllen genau diese Funktion: Sie sind aus weiter Entfernung erkennbar, transportieren Emotion und bieten gleichzeitig Platz für künstlerische Differenzierung. Gerade in einer Zeit, in der Algorithmen Bilderfluten kuratieren, können starke, klare Formen zum visuellen Anker werden, an dem sich Aufmerksamkeit bündelt und Diskurse weiterentwickeln.

Damit wächst auch die Verantwortung der Kunst. Wer mit Symbolen arbeitet, die historisch belastet oder politisch umkämpft sind, muss sich der Implikationen bewusst sein. Projekte, die sich der Frage stellen, warum Künstler Flaggen zunehmend als Ausdrucksmittel für Identität und Kultur nutzen, werden künftig verstärkt auch die Bedingungen ihrer eigenen Zirkulation reflektieren: Welche Bilder gehen viral, welche bleiben im institutionellen Rahmen der Kunstwelt gefangen, welche werden von kommerziellen oder politischen Akteuren vereinnahmt?

Gleichzeitig eröffnen neue technologische Entwicklungen – von Augmented Reality über generative Bildsysteme bis hin zu nachhaltigen Textilinnovationen – weitere Räume für Experimente. Wahrscheinlich wird die Kunst noch stärker hybride Formen hervorbringen, in denen physische Banner, digitale Ebenen und performative Praktiken ineinandergreifen.

Das Interesse an Symbolen ist kein nostalgischer Rückgriff auf vergangene Formen, sondern eine Reaktion auf die Gegenwart. In einer Welt, in der Identität nicht mehr als starre Kategorie verstanden wird, sondern als Aushandlungsprozess, werden Symbole zu mobilen Bühnen dieser Aushandlung. Sie können verletzen oder empowern, ausschließen oder einladen, verhärten oder öffnen.

Gerade deswegen bleibt es entscheidend, dass künstlerische Praxis sich dieses Spannungsfeldes bewusst ist und Räume schafft, in denen Symbole nicht nur reproduziert, sondern kritisch befragt und neu erfunden werden. In diesem Sinne sind flaggenartige Kunstwerke weniger Antworten als Fragen – Fragen danach, wer „wir“ überhaupt sind, wer je unter einem gemeinsamen Zeichen stehen konnte und wer diese Zeichen in Zukunft mitgestalten darf.

Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011.
Joachim Rodriguez y Romero

Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.

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