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Kreativräume in Hamburg: Orientierung für Künstler auf Ateliersuche in der Hansestadt

Joachim Rodriguez y Romero
Joachim Rodriguez y Romero
Do., 19. Februar 2026, 17:39 CET

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Hamburg ist wichtig für die Kunstszene in Deutschland und Europa. Um diesem Stellenwert gerecht zu werden, fördern und unterstützen mehrere Stellen lokale Kunst dort mit Räumlichkeiten oder finanziell. Das Fundament der Hamburger Kunstszene basiert auf der Sicherung und Verbesserung von Ateliers sowie der Professionalisierung der künstlerischen Arbeit, um international wettbewerbsfähig zu sein. In großen Städten und Metropolregionen wird Platz immer knapper und im Gleichschritt teurer, das ist längst bekannt.

Hamburg setzt dieser Entwicklung eine komplexe Strategie entgegen, um Raum und Geld für Kunstschaffende zu sichern. Diese Strategie geht über einfache finanzielle Unterstützung hinaus und beeinflusst die Entwicklung der Stadt und ihrer Kreativszene nachhaltig. Das ist für KünstlerInnen, die sich die Hansestadt als bevorzugten Standort ausgesucht haben, eine gute Nachricht.

Inhaltsverzeichnis Einblenden
1 Der politisch-administrative Rahmen: Beteiligte und strategische Ausrichtung
1.1 Die Kultur- und Medienbehörde als Hüterin professioneller Standards
1.2 Die Hamburg Kreativ Gesellschaft: Motor für Innovation in der Stadtentwicklung
1.3 Räumliche Infrastruktur für Kunstschaffende und Atelierzentren
1.4 Staatlich geförderte Kreativquartiere: Der Oberhafen
1.5 Genossenschaftliche Modelle und besetzte Orte: fux eG sowie Gängeviertel
1.6 Vergleich der räumlichen Konditionen in Hamburger Atelierzentren
2 Das Programm Frei_Fläche: Zwischennutzung von Leerständen
2.1 Mechanismen und wirtschaftliche Auswirkungen
3 Direkte Förderprogramme der Kultur- und Medienbehörde
3.1 Förderung zum Atelierausbau
3.2 Projektförderung Bildende Kunst
3.3 Stipendien und Residenzprogramme
4 Wirtschaftliche Unterstützung und Finanzierung durch die IFB Hamburg
4.1 Zinsgünstige Kredite für Kulturstätten und die Kreativwirtschaft
4.2 Übersicht über IFB-Finanzierungsinstrumente
5 Beratung, Networking und berufsständische Vertretung
5.1 Der Berufsverband bildender Künstler*innen (BBK) in Hamburg
5.2 Ateliers für die Kunst Hamburg (AfK)
5.3 Beratungsressourcen der Hamburg Kreativ Gesellschaft
5.4 Das könnte Sie auch interessieren:

Der politisch-administrative Rahmen: Beteiligte und strategische Ausrichtung

Die Steuerung der Kulturlandschaft in Hamburg erfolgt hauptsächlich durch zwei komplementär arbeitende Institutionen: die Behörde für Kultur und Medien (BKM) und die Hamburg Kreativ Gesellschaft (HKG). Die BKM als oberste Landesbehörde legt die kulturpolitischen Leitlinien fest und ist für die direkte Förderung professioneller Künstler zuständig. Währenddessen erfüllt die HKG als städtische Einrichtung zur Unterstützung der Kreativwirtschaft eine zentrale Scharnierfunktion zwischen der Kunstszene, dem Immobilienmarkt und der Wirtschaftsentwicklung.

Blick auf das Hamburger Stadtbild im Frühling
Blick auf das Hamburger Stadtbild im Frühling
Foto von Getty Images @gettyimages, via Unsplash

Die Kultur- und Medienbehörde als Hüterin professioneller Standards

Die BKM konzentriert ihre Mittel auf die Förderung von bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus Hamburg, die professionell und ernsthaft arbeiten. Professionalität ist in diesem Zusammenhang nicht nur ein qualitatives Merkmal, sondern auch eine formale Voraussetzung, um fast alle staatlichen Förderinstrumente nutzen zu können.

Normalerweise wird dieser Nachweis durch ein abgeschlossenes Studium der Bildenden Kunst oder durch eine kontinuierliche, nachweisbare Ausstellungstätigkeit sowie die Mitgliedschaft in berufsständischen Organisationen wie dem BBK erbracht.

Die städtische Kulturförderung sieht ein, dass günstige Arbeitsräume eine existenzielle Voraussetzung für das Überleben von Kulturschaffenden sind. Ein zentraler Hebel der BKM ist deshalb die finanzielle Unterstützung für den Atelierausbau. Es werden Mittel bereitgestellt, um leerstehende oder sanierungsbedürftige Räumlichkeiten in funktionsfähige Künstlerateliers zu verwandeln. Die langfristige Sicherung des Bestands ist das Ziel dieses Programms, was sich darin zeigt, dass ein Mietvertrag mit mindestens fünf Jahren Laufzeit zwingend vorausgesetzt wird.

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft: Motor für Innovation in der Stadtentwicklung

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen, um die wirtschaftliche Grundlage für Kreativschaffende nachhaltig zu verbessern. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Sie bietet Künstlern individuelle Orientierungsberatungen, Coachings und Workshops an, um ihre Praxis auf ein ökonomisch tragfähiges Fundament zu stellen. Ihre Expertise in urbanen Räumen ist besonders hervorzuheben.

Die HKG schafft Transparenz auf einem Immobilienmarkt, der oft schwer zugänglich ist, indem sie eine umfassende Immobiliendatenbank pflegt und Stadtentwicklungsprozesse aktiv begleitet.

Ein zentraler Aspekt der HKG-Strategie ist die Einsicht, dass die künstlerische Nutzung als Katalysator für die Quartiersentwicklung fungieren kann. Dies wird deutlich durch die Übernahme und Verwaltung von Objekten wie der „Alten Schule“ in der Seilerstraße in St. Pauli, wo die Gesellschaft als Hauptmieterin agiert, um gezielt über 50 Kreativen Flächen zur Subvermietung anzubieten und so einen Leerstand in zentraler Lage zu beenden.

Räumliche Infrastruktur für Kunstschaffende und Atelierzentren

Hamburg bietet unterschiedliche Modelle der Raumsicherung für bildende Künstler, angefangen bei historisch gewachsenen Genossenschaften über staatlich initiierte Kreativquartiere bis hin zu kreativen Zwischennutzungskonzepten. Flächen sind dabei eng verbunden mit den Nutzungsmodellen und den Finanzierungsstrukturen, die diese Modelle unterstützen.

Staatlich geförderte Kreativquartiere: Der Oberhafen

Eines der ehrgeizigsten Projekte der Hamburger Stadtentwicklung ist das Oberhafenquartier. Ein Areal von etwa 8,9 Hektar in der Nähe der HafenCity wird nach und nach erschlossen, um ehemaligen Güterbahnhallen Platz für die Kreativwirtschaft zu bieten. Man möchte einen Ort kreieren, der durch eine „raue“ Ästhetik und niedrige Zugangshürden gekennzeichnet ist.

Ehemalige Güterhallen des Hgbf Hamburg an der Stockmeyerstraße, Oberhafen. Der "Alte Güterbahnhof" ist stillgelegt und wurde umgebaut zum Kreativ-Quartier.
Ehemalige Güterhallen des Hgbf Hamburg an der Stockmeyerstraße, Oberhafen. Der “Alte Güterbahnhof” ist stillgelegt und wurde umgebaut zum Kreativ-Quartier.
Bildquelle: Pauli-Pirat, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Um eine Verdrängung der Künstler durch die angrenzende, hochpreisige HafenCity zu verhindern, hat die Stadt Hamburg das Ziel, langfristig faire Mietpreise zu sichern. Im Oberhafen gibt es unterschiedliche Formate der Arbeitsraumnutzung, angefangen bei weitläufigen Ateliergemeinschaften bis hin zu spezialisierten Werkstätten.

Die Kosten für einen Arbeitsplatz in einem gemeinschaftlich genutzten Atelier im Oberhafen können etwa 108 Euro pro Monat betragen, was im Vergleich zu den Preisen in Hamburg außergewöhnlich günstig ist.”

Unterstützung beim Um- oder Einzug erhalten Kunstschaffende mit viel Equipment durch ein kompetentes und erfahrenes Umzugsunternehmen wie Hansa Transporte Hamburg. Von Kleintransporten bis hin zur sicheren Beförderung von sperrigen Gegenständen und Möbelmontage lassen sich die individuellen Anforderungen praktischerweise in einem kurzen Video-Call besprechen.

Genossenschaftliche Modelle und besetzte Orte: fux eG sowie Gängeviertel

Selbstverwaltete Projekte sind das Gegenteil von staatlich gelenkten Quartiersentwicklungen. Die fux-Genossenschaft, die ihren Sitz in der ehemaligen Viktoria-Kaserne in Altona hat, ist ein Beispiel dafür, wie man durch bürgerschaftliches Engagement und genossenschaftliches Eigentum Arbeitsräume langfristig sichern kann.

Der Verein Frappant e.V., der im fux-Gebäude eine Reihe von Ateliers verwaltet, vergibt regelmäßig Stipendien und Ausstellungsflächen, wobei er qualifizierte künstlerische Praxen in den Fokus nimmt.

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Institutionalisierung eines ursprünglich besetzten Ortes ist das Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt. Eine Genossenschaft verwaltet heute das historische Gebäudeensemble, das als anerkanntes Kunst- und Kulturzentrum dient. Das Gängeviertel bietet neben festen Ateliers auch internationale Artist Residencies an, um die lokale Szene mit globalen Kunstdiskursen zu vernetzen.

Vergleich der räumlichen Konditionen in Hamburger Atelierzentren

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die dokumentierten Miet- und Nutzungsbedingungen an verschiedenen Hamburger Kunststandorten. Diese Daten verdeutlichen das stark unterschiedliche Kostenniveau zwischen geförderten/genossenschaftlichen Preisen und dem freien Immobilienmarkt.

Standort / Projekt Trägerschaft Nutzungsart Konditionen (ca.) Besonderheiten
Oberhafen Städtisch (HKG) Gemeinschaftsatelier 108 € – 226 € / Monat Fokus auf Produktion & Vernetzung
Viktoria-Kaserne Genossenschaft (fux) Einzel-/Gemeinschafts- ca. 8,90 € / m² Selbstverwaltung, Altona-Lage
Gängeviertel Genossenschaft Ateliers & Residencies Variabel (gefördert) Innenstadt, historischer Kontext
Frei_Fläche Städtisch (HKG) Zwischennutzung 1,50 € / m² Temporär, Einzelhandelsflächen
Peutestraße Privat / Verein Atelierplatz 300 € pauschal Rothenburgsort, Industriegebiet
Grindelhochhäuser SAGA / BKM Wohnatelier ca. 800 € (Gesamt) Spezifische Ausschreibung
Westwerk Verein / BKM Residenz Mietfrei (Stipendium) Inkl. Lebenshaltungskosten

Das Programm Frei_Fläche: Zwischennutzung von Leerständen

Um dem zunehmenden Leerstand im Einzelhandel, vor allem in der Hamburger Innenstadt, entgegenzuwirken, hat die Stadt das Programm „Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung“ ins Leben gerufen – ein innovatives Förderinstrument. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft hat das Programm entwickelt und mit fachlicher Unterstützung des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) umgesetzt.

Mechanismen und wirtschaftliche Auswirkungen

Das Hauptanliegen von „Frei_Fläche“ ist es, leerstehende Erdgeschossflächen an Kreativschaffende für eine symbolische Miete von 1,50 Euro pro Quadratmeter zu vermitteln. Die Differenz zur marktüblichen Miete wird durch staatliche Zuschüsse ausgeglichen. Künstler können nun ihre Ateliers und Ausstellungsflächen in stark frequentierten Gegenden wie der Mönckebergstraße oder am Neuer Wall einrichten, was normalerweise wirtschaftlich nicht möglich wäre.

Das Programm ist überaus erfolgreich gewesen: Bis Mitte 2025 wurden über 28.000 Quadratmeter Leerstand erfolgreich verhindert. Ein bekanntes Beispiel ist das Projekt „JUPITER“ im ehemaligen Karstadt-Sport-Gebäude. Die umfangreichste kreativwirtschaftliche Zwischennutzung Deutschlands erstreckt sich über etwa 22.000 Quadratmeter und bietet Platz für Ateliers, Pop-up-Stores und Ausstellungen. Die Programmverlängerung 2025 zeigt, wie wichtig die Zwischennutzung als Mittel zur Belebung der Innenstadt und zur Sichtbarmachung von künstlerischer Produktion ist.

Direkte Förderprogramme der Kultur- und Medienbehörde

Die Stadt Hamburg bietet neben der Bereitstellung von Räumen auch eine Reihe von direkten finanziellen Unterstützungsmaßnahmen an, um die Qualität der künstlerischen Arbeit zu sichern und die Infrastruktur der Ateliers zu verbessern.

Förderung zum Atelierausbau

Die BKM bietet eine Atelierausbau-Förderung für Künstlerinnen und Künstler, die einen Raum gefunden haben, der aber nicht für die künstlerische Nutzung geeignet ist. Das investiv ausgelegte Programm unterstützt Aktionen wie das Installieren von Heizungen, Lichtsystemen und Wasseranschlüssen oder das Umsetzen notwendiger Brandschutzmaßnahmen.

Die Anforderungen an die Antragsteller sind jedoch beträchtlich:

  • Einreichung einer detaillierten Baubeschreibung sowie eines Kostenplans
  • Beleg für eine langfristige Nutzungssicherheit durch einen Mietvertrag von mindestens fünf Jahren.
  • Portfolio als Beweis der Professionalität und Darstellung des künstlerischen Werdegangs.
  • Beleg über Eigenleistungen oder Eigenmittel im Finanzierungsplan

Projektförderung Bildende Kunst

Die Projektförderung hat den Zweck, gezielte künstlerische Vorhaben wie Ausstellungen, Publikationen oder die Produktion neuer Werkgruppen umzusetzen. Im Jahr 2025 stellte die BKM insgesamt 150.000 Euro für dieses Vorhaben bereit; jedoch überstieg das Volumen der eingegangenen Anträge (104 Anträge) die verfügbaren Mittel deutlich.

Ein entscheidender Schritt in der Hamburger Förderpraxis ist die Festlegung von Mindeststandards für Künstlerhonorare. Im Kosten-Finanzierungsplan ist ein Honorar von pauschal 1.000 Euro für Einzelpersonen bzw. 2.000 Euro für Gruppen im Voraus einzuplanen. Es hat das Ziel, die prekäre Einkommenssituation von bildenden Künstlern schrittweise zu verbessern.

Stipendien und Residenzprogramme

Stipendien sind ein wichtiges Mittel, um Künstlern zeitliche Freiräume für Recherche und Produktion zu geben.

  1. Hamburger Arbeitsstipendien: Die BKM vergibt in Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Kulturstiftung und dem BBK jährlich Arbeitsstipendien, die eine monatliche Zahlung und eine Abschlusspräsentation im Kunsthaus Hamburg beinhalten.
  2. Westwerk-Residency: Künstlerinnen und Künstler können dieses internationale Programm nutzen, um mietfrei in einer 68 m² weitläufigen Residenzwohnung im Westwerk zu wohnen; zusätzlich erhalten sie eine monatliche Aufwandsentschädigung von etwa 800 bis 900 Euro.
  3. Quartierskünstlerin Dulsberg: Dieses von der SAGA Unternehmensgruppe unterstützte Stipendium beinhaltet einen monatlichen Zuschuss von 1.500 Euro und die kostenlose Nutzung eines Ateliers im Stadtteil Dulsberg.
  4. Gartenkunstnetz-Stipendium: Ein spezifisches Arbeitsraum-Stipendium, das den freien Zugang zum Vereinsgelände und die alleinige Nutzung eines Stipendiatencontainers umfasst.

Wirtschaftliche Unterstützung und Finanzierung durch die IFB Hamburg

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) hat spezialisierte Kreditprogramme für größere Investitionen oder die Gründung künstlerischer Unternehmen. Künstlerkollektive oder Ateliergemeinschaften, die eigene Räumlichkeiten erwerben oder umfassend sanieren wollen, halten diese Instrumente für besonders relevant.

Zinsgünstige Kredite für Kulturstätten und die Kreativwirtschaft

Die IFB hilft dabei, bauliche Anlagen von Kultureinrichtungen durch zinsgünstige Darlehen zu modernisieren und auszubauen. Der „IFB-Förderkredit Kultur“ hat eine Mindestsumme von 20.000 Euro und kann durch Bürgschaften von bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten unterstützt werden.

In der Anlaufphase ist der „Hamburg-Kredit Mikro“ für junge Unternehmen und Solo-Selbstständige von Bedeutung. Es bietet bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten und Darlehenssummen von 5.000 bis 25.000 Euro. Ein erheblicher Vorteil ist, dass die gesamte Summe ausgezahlt wird und es keine Bearbeitungsgebühr gibt; das minimiert die finanzielle Belastung in der Startphase.

Übersicht über IFB-Finanzierungsinstrumente

Programm Zielgruppe Volumen Konditionen / Zweck
IFB-Förderkredit Kultur Kultureinrichtungen ab 20.000 € Modernisierung & Ausbau von Anlagen
Hamburg-Kredit Mikro Gründer (bis 5. Jahr) 5.000 € – 25.000 € Bis zu 100 % Kostenabdeckung
Hamburg-Kredit Global Etablierte Akteure Auf Anfrage Laufzeiten bis zu 30 Jahre möglich
Workspace Förderung Innovative Start-ups Arbeitsplatz Kostenlose Nutzung von Büroräumen

Beratung, Networking und berufsständische Vertretung

Die komplizierte Förderlandschaft und die besonderen rechtlichen Herausforderungen, mit denen KünstlerInnen konfrontiert sind, machen professionelle Begleitstrukturen notwendig. In Hamburg übernehmen hauptsächlich der Berufsverband bildender Künstler*innen (BBK) und der Verein Ateliers für die Kunst (AfK) diese Aufgabe.

Der Berufsverband bildender Künstler*innen (BBK) in Hamburg

Der BBK Hamburg fungiert als zentrale Anlaufstelle für professionelle Künstler und bietet ein vielfältiges Beratungsangebot. In seiner Geschäftsstelle im Kunsthaus Hamburg erhalten die Mitglieder folgendes Angebot:

  • Rechtsberatung: Der Verband arbeitet mit spezialisierten Medienkanzleien und Fachleuten wie Eva Gabriel-Jürgens zusammen, um Informationen zu Urheberrecht, Vertragsrecht und Medienrecht bereitzustellen.
  • Wirtschaftliche Beratung: Analysen zur Lebensrealität von Künstlern stellen Informationen über Einkommen, Renten und die Lage in der Künstlersozialkasse (KSK) bereit.
  • Publikationen: Berufspolitische Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene werden regelmäßig informiert.
  • Künstler-Altershilfe: Hilfe in sozialen Notlagen im Alter.

Zusätzlich erhöht der BBK die Sichtbarkeit der Künstler durch die „Offenen Ateliers“, das Hamburger Künstler*innen-Archiv und verschiedene Veranstaltungsformate wie „POSITION. Forum/Ausstellung“.

Ateliers für die Kunst Hamburg (AfK)

Der Verein AfK fokussiert sich auf das zentrale Thema Arbeitsraum. Er unterstützt Künstler bei der Suche nach Ateliers, hilft dabei, Ateliergemeinschaften zu bilden, und vermittelt bei Konflikten zwischen den Nutzergruppen.

Die AfK ist häufig direkt in die Ausschreibung und Vergabe von geförderten Atelierplätzen eingebunden, wie zum Beispiel bei den Stipendien im Künstlerhaus Sootbörn oder bei spezifischen Atelierstipendien der Liebelt-Stiftung.

Beratungsressourcen der Hamburg Kreativ Gesellschaft

Die HKG bietet spezialisierte betriebswirtschaftliche und rechtliche Formate als Ergänzung des Angebots an. Dies umfasst:

  • Individuelle Orientierungsberatung: Unterstützung bei der Marktpositionierung.
  • Portfolio-Beratung: Gemeinsam mit dem Design Zentrum Hamburg zur Verbesserung der Eigenpräsentation.
  • Crowdfundingberatung: Hilfe bei der Gewinnung alternativer Finanzierungsquellen.
  • Creative Business Academy: Unterstützte Aufbauschulungsprogramme für Kreativschaffende.

Quellen, fachliche Unterstützung und weiterführende Informationen:

  1. Hamburg Kreativ Gesellschaft, https://kreativgesellschaft.org/
  2. Hamburg.de: Förderung Atelier Ausbau, https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-kultur-und-medien/themen/kulturfoerderung/foerderung-atelier-ausbau-960394
  3. Ateliers-Kunst.de: Atelierplatz in Gemeinschaftsatelier im Oberhafen, https://ateliers-kunst.de/immobilien/atelierplatz-in-gemeinschaftsatelier-im-oberhafen
  4. Gängeviertel: Artist Residency im Gängeviertel, https://das-gaengeviertel.info/neues/details/article/artist-residency-im-gaengeviertel.html
  5. Mopo: Tschüss Leerstand: Wie Hamburgs Kreative die Innenstadt neu, https://www.mopo.de/hamburg/tschu%CC%88ss-leerstand-wie-hamburgs-kreative-die-innenstadt-neu-beleben/
  6. Stadtmanufaktur: Jupiter Hamburg: Kreative Zwischennutzung als Zukunftsmodell, https://www.stadtmanufaktur.com/magazin/jupiter-hamburg/
  7. Stadtkultur HH: Projektförderung „Bildende Kunst“ der Behörde für Kultur und Medien, https://www.stadtkultur-hh.de/2026/02/projektfoerderung-bildende-kunst-der-behoerde-fuer-kultur-und-medien-hamburg-bis-2-3-2026/
  8. BBK Hamburg: Hamburger Zukunftsstipendien für Bildende Kunst und Literatur, https://www.bbk-hamburg.de/hamburger-zukunftsstipendien-fuer-bildende-kunst-und-literatur/
  9. Förderdatenbank: IFB-Förderkredit Kultur, https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Land/Hamburg/ifb-foerderkredit-kultur.html
  10. Handwerkskammer Hamburg: Finanzierungsmöglichkeiten, https://www.hwk-hamburg.de/artikel/finanzierungsmoeglichkeiten-93,0,1184.html
Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011.
Joachim Rodriguez y Romero

Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.

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