Wie intuitives, selbstwirksames Schreiben dabei hilft, die innere Stimme wieder zu hören
Selbstwirksames Schreiben hilft uns dabei, uns im oft hektischen Alltag wieder auf uns selbst zurückzubesinnen und unserer inneren Stimme zu lauschen. Denn mal ehrlich: Wir müssen gar nicht lange um den heißen Brei herumreden. Häufig fühlen wir uns gestresst. Zu dem Ergebnis kommt zumindest eine repräsentative Befragung der Techniker Krankenkasse: Rund zwei Drittel (66 Prozent) der Menschen sagen, dass sie sich in ihrem privaten oder beruflichen Alltag oft oder zumindest manchmal gestresst fühlen. Viele von uns nicken in diesem Moment jetzt sicher bestätigend mit dem Kopf, denn: Ja, wir rennen oft unserer nicht enden wollenden To-do-Liste hinterher. Wir wollen alles, was wir machen, möglichst gut – wenn nicht gar perfekt erledigen. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, dann wollen wir oft auch gefallen und nicht anecken.
Das Resultat: Wir sind gefühlt permanent damit beschäftigt, die Bedürfnisse und Erwartungen anderer zu erfüllen. Das kann aber schnell dazu führen, dass wir den Zugang zu uns selbst verlieren und nicht mehr hören, was uns unsere innere Stimme eigentlich sagen will. Wie schaffen wir es also, ihr wieder mehr Gehör zu schenken und ein Leben zu führen, das wir selbstwirksam gestalten und das uns wirklich entspricht?
Der Schlüssel lautet: intuitiv schreiben, mal alle Ansprüche an sich selbst loslassen und kreativ sein. Denn, wenn wir schnell schreiben, wenn wir nicht zwischen wichtig oder unwichtig, richtig oder falsch unterscheiden, sondern unseren Stift einfach übers Blatt Papier flitzen lassen, dann holen wir dabei oft uns bisher Unbewusstes an die Oberfläche. Was auf dem Papier steht, spiegelt uns wunderbar – und zwar schwarz auf weiß – wider, was uns in diesem Moment umtreibt. Ganz ohne Filter. Pur und echt.
Selbstwirksames Schreiben als Werkzeug, um sich selbst wieder näherzukommen
Und ja, vielleicht klingt es verrückt, aber es ist einfach so – und das ist auch genau das Schöne daran: Jede und jeder von uns, die bzw. der das Schreiben irgendwann einmal in der Schule gelernt hat, kann es – auch, wenn deine Lehrerin oder dein Lehrer damals vielleicht etwas anderes behauptet hat. Denn beim intuitiven, kreativen und selbstwirksamen Schreiben geht es nicht um Rechtschreibung und Grammatik oder gar um irgendeine Form von literarischem Anspruch – das erzähle ich in meinen (Online-)Schreibworkshops z. B. auch immer wieder. Es geht einzig und allein um unseren persönlichen, kreativen Ausdruck. Alles, was aufs Papier fließen will, darf auch genau dorthin – alle Gedanken, alle Gefühle, frei von jeglichen Bewertungen, frei von jeglichen Begrenzungen.
Wenn wir selbstwirksam schreiben, dann sind wir ganz bei uns. Dann nehmen wir wahr, was uns in unserem tiefsten Inneren wirklich bewegt. Wir sortieren uns, gewinnen neue Erkenntnisse und sind in der Lage, die Perspektive zu wechseln. Alte Denk- und Glaubensmuster lernen wir zu hinterfragen und stattdessen alternative zu entwickeln. Wenn wir schreiben, dann wir lassen unserer Kreativität freien Lauf und machen uns bewusst, was uns zuvor noch gar nicht klar war. Und das Ganze tut uns auch noch so richtig gut.
So wirkt intuitives, kreatives und selbstwirksames Schreiben auf uns
Hast du zum Beispiel schon gewusst, dass allein ein paar Minuten Schreiben genügen, um unser Wohlbefinden deutlich zu steigern? So hat z. B. der amerikanische Psychologe James W. Pennebaker, Vorreiter des expressiven Schreibens, in Untersuchungen im 20. Jahrhundert herausgefunden: Es reichen schon 15 Minuten Schreiben am Tag, um sich positiv auf unser Wohlbefinden auszuwirken. Zudem werden, wenn wir mit der Hand schreiben, bestimmte Bereiche unseres Gehirns stärker stimuliert als wenn wir einfach nur auf der Tastatur tippen. Das sagt auch – wie SWR.de berichtet – Prof. Dr. Andreas Krafft, Sprachwissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. Was wir handschriftlich zu Papier bringen, das erinnern wir folglich auch besser. Es bringt mehr kreative Prozesse zum Vorschein. Und vor allem: Es macht uns aufmerksamer für das, was unsere innere Stimme uns erzählt.
Wie nun aber loslegen? Zwei Schreibimpulse für den einfachen Start
Stichwort „Innere Stimme“: Wie kann das selbstwirksame Schreiben uns nun aber dabei helfen, dass wir sie nicht verstummen lassen, sondern ihr wieder verstärkt lauschen? Ich habe im Folgenden zwei Schreibimpulse für dich zusammengestellt, die dich dabei unterstützen sollen, das intuitive, kreative und selbstwirksame Schreiben ganz einfach mal auszuprobieren. Alles, was du dafür brauchst: Stift und Papier und ein paar ruhige Momente nur für dich selbst. Bist du bereit? Dann lass uns direkt loslegen.
Kreatives Schreiben als Prozess, Copyright: Kathrin Thesing
Schreibimpuls 1: Freewriting zu „Innere Stimme“
Schlage nun dein Notizbuch/-block auf bzw. schnappe dir ein/zwei Blätter Papier. Nimm dir rund zehn Minuten Zeit und schreibe spontan alles auf, was dir gerade zu „Innere Stimme“ in den Sinn kommt – ohne dich dabei zu fragen, ob es richtig, falsch, wichtig oder unwichtig ist. Schreibe, wenn es geht, in ganzen Sätzen. Grammatik oder Rechtschreibung spielen hier aber gerade gar keine Rolle. Sorge dafür, dass deine Schreibhand immer in Bewegung bleibt. Dir fällt nichts mehr ein? Dann wiederhole einfach das Thema (z. B. innere Stimme, innere Stimme, innere Stimme). Der nächste Gedanke wird sicherlich einsetzen und wenn nichts mehr kommt, hörst du einfach auf.
Was du gerade gemacht hast, ist Freewriting, das auf den Schreibdidaktiker Peter Elbow zurückgeht. Lies dir nun dein Geschriebenes noch einmal in Ruhe durch, lasse es auf dich wirken.
Schreibimpuls 2: Persönliches Elfchen schreiben
Nachdem du dein Geschriebenes durchgelesen hast, kreise – sehr gern auch mit einem Farbstift – ein Wort ein, das dich gerade besonders anspricht, das in dir etwas zum Schwingen bringt. Dieses Wort bildet nun die erste Zeile für dein Elfchen, eine Kurzgedichtform. Es ist wie folgt aufgebaut: Das Elfchen besteht aus fünf Zeilen mit insgesamt elf Wörtern.
Zeile 1:ein Wort (Wort, das du dir aus deinem Text herausgesucht hast)
Zeile 2: zwei Wörter (z. B. ein Gefühl, eine Situation/Beobachtung, ein Gegenstand)
Zeile 3: drei Wörter (z. B. wo bzw. wie dieses Gefühl/Situation/Beobachtung/Gegenstand in diesem Moment ist)
Zeile 4: vier Wörter (z. B. eine Ergänzung zu dem zuvor Geschriebenen)
Zeile 5: ein Wort (als Art Abschluss, z. B. ein Ausruf, eine Feststellung, eine aufgeworfene Frage)
Beispiel für ein Elfchen:
Leise
Die Stimme
Tief in mir
Ich will sie hören
Laut!
Horche danach in dich hinein: Was sagt dir dein Elfchen? Hat dich überrascht, was das Elfchen zutage gefördert hat? Übrigens: Durch seine Kürze zwingt uns das Elfchen nicht nur dazu, unsere Gedanken und Gefühle auf den Punkt zu bringen. Das Schreiben von Elfchen lässt sich, genauso wie das Freewriting, auch – und gerade, weil es oft nicht mehr als 5-10 Minuten in Anspruch nimmt – sehr gut in unseren Alltag integrieren. Und vor allem: Es sorgt dafür, dass wir uns frei machen im Kopf, unserer Kreativität freien Lauf lassen und ausdrücken, was uns gerade wirklich umtreibt.
SWR.de – “Freiburger Sprachwissenschaftler: Drei gute Gründe fürs Schreiben mit der Hand”: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/die-magie-der-handschrift-darum-sollten-wir-mehr-mit-der-hand-schreiben-100.html
Schon als Kind hat Kathrin Thesing es geliebt zu schreiben und hat dabei die eigenen Gedanken und Gefühle zu Papier gebracht, sich kreativ ausgetobt und kleine Geschichten und Gedichte verfasst. Seitdem ist das Schreiben ein ständiger Begleiter in ihrem Leben. Hauptberuflich verantwortet die 41-Jährige die Unternehmenskommunikation in einem mittelständischen Digitalunternehmen und arbeitet nebenberuflich selbstständig als Coachin für selbstwirksames Schreiben. Dabei greift sie auf Impulse, Übungen und Methodiken zurück, die auf kreatives, intuitives Schreiben zur Selbsterfahrung ausgerichtet sind.
Kathrin Thesing hat selbst in ihrem Leben immer wieder erfahren, welch ein wertvolles Instrument das Schreiben ist, wenn es darum geht, die eigene Kreativität zum Ausdruck zu bringen, die innere Stimme wieder besser zu hören, Klarheit zu gewinnen und die eigenen Ressourcen zu stärken. Und genau deshalb ist es ihr auch eine Herzensangelegenheit, andere Menschen in (Online-)Schreibworkshops und -1:1-Sessions dabei zu unterstützen, die Kraft des Schreibens für sich zu entdecken und so ihr Leben selbstwirksam zu gestalten.
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