Wie die Affordable Art Fair Berlin das Passion Investment für alle zugänglich macht
Der globale Kunstmarkt erholt sich, wie der im März veröffentlichte “Art Basel & UBS Global Art Market Report 2026” resümiert. Im Jahr 2025 stiegen die Umsätze weltweit um 4 %, vor allem getrieben vom Auktionsmarkt. Es ist kaum mehr möglich, verlässliche Vorhersagen über die unberechenbare Entwicklung der Weltlage zu treffen. Aber der Bericht zeigt unmissverständlich, wie stabil das Einstiegssegment ist: Die Gesamtverkäufe sind leicht gesunken. Das untere Segment bis zu 50.000 US-Dollar ist jedoch sehr stabil und könnte eine solide Basis für den Kunstmarkt bilden, auch wenn das ultrahochpreisige Segment sehr volatil ist.
Diese Veränderung findet gleichzeitig mit einem anderen interessanten Trend statt: Die finanzielle Motivation, Kunst zu kaufen, wird immer weniger wichtig, besonders unter jungen Sammlern. Der jüngste Art & Finance Report von Deloitte Private und Art Tactic zeigt, dass 83 % der jungen Käufer 2023 angaben, dass die finanzielle Rendite ihre Hauptmotivation sei. Diese Zahl sank jedoch 2025 auf 52 %. Stattdessen werden emotionale und kulturelle Faktoren wie Identität und Sinnstiftung bei der Kaufentscheidung vordergründiger. Kunst wird immer mehr zu einer Leidenschaftsinvestition (sog. Passion Investment).
Kunst für alle in Alt-Treptow: Affordable Art Fair vom 16.-19. April zum dritten Mal in der Arena Berlin
Die Affordable Art Fair Berlin setzt genau im Nukleus dieser Entwicklungen an. Sie möchte Passion Investment für jedermann zugänglich machen und es im unteren Preissegment etablieren. Die Messe für erschwingliche Kunst öffnet vom 16. bis 19. April ihre Tore für die dritte Ausgabe in der Hauptstadt. Mit Preisen von 100 EUR bis 10.000 EUR zeigt es, dass der Aufbau einer Sammlung kein Privileg des High-End-Marktes sein muss. Es macht es Anfängern so einfach wie möglich, mit klaren Preisen und einem Programm rund um das Hauptthema „Wie man anfängt, Kunst zu sammeln“ einzusteigen.

(c) DAVID REINEKE
Sie wird mit internationaler Kunstvielfalt und einem erweiterten Programm erneut die Freude am Kunstsammeln nach Berlin-Treptow bringen und das Hauptstadtpublikum mit ihrem nahbaren Kunsterlebnis begeistern. 65 Galerien sowie nationale und internationale Aussteller*innen aus 18 Ländern zeigen unter dem Motto „Kunst für alle“ vier Tage lang die Arbeiten von etablierten Kunstgrößen sowie von vielversprechenden Newcomer-Talenten. Die Messe wird von Ramsay Fairs organisiert, einer der größten und erfolgreichsten Kunstmessefirmen weltweit, die jährlich 15 Messen und über 250.000 Besucher*innen betreut.
Das Rahmenprogramm mit dem Fokusthema „How to Start Collecting Art“ bietet dabei zusätzliche Unterstützung für Neulinge auf dem Kunstmarkt. Neben der beliebten Unter-1000-EUR-Wand, die beweist, dass man auch mit einem kleinen Budget qualitativ hochwertige Kunst kaufen kann, werden täglich kostenlose Führungen angeboten, um die Orientierung auf der Messe zu erleichtern. Am Samstag um 15 Uhr gibt es beim Collectors Talk mit Messedirektor Oliver Lähndorf, Galerist Steve Uhlig (Uhlig Gallery) und Dr. Anna Schwan Tipps zum Kunstsammeln.
Familiäres Kunsterlebnis statt elitärer Kunstszene
Seit ihrer Gründung verfolgen die Affordable Art Fairs das Ziel, die Barrieren der Kunstwelt einzureißen und Türen zu öffnen, die vielen sonst verschlossen bleiben“,
betont Oliver Lähndorf, der Messedirektor.
Egal, ob man zum ersten Mal ein Original kauft oder die eigene Sammlung erweitert – bei uns steht auch heute noch die Begeisterung für das Werk im Vordergrund, nicht das Vorwissen über den Kunstmarkt. Wir wollen bewusst eine demokratisierende Gegenbewegung sein zum immer noch vorherrschenden Elitarismus in der Kunstszene. Deswegen bieten wir eine kuratierte Auswahl hochkarätiger Galerien, aber in einem Umfeld, das einlädt, statt einzuschüchtern. So steht die Freude am Entdecken im Mittelpunkt unserer Messe und bietet eine lebendiges Kunsterlebnis für alle.“
Weltweite Kunstvielfalt in der Arena Berlin
Umgeben von der beeindruckenden Industriearchitektur der Arena Berlin, stellt die Affordable Art Fair eine vielfältige Auswahl zeitgenössischer Kunstwerke aus den Bereichen Malerei, Plastik, Druck und Fotografie aus. Die Auswahl der Galerien folgt dem Ansatz der lokalen Verwurzelung und der internationalen Vielfalt: Neben 15 Berliner Galerien bilden 11 spanische Aussteller*innen in diesem Jahr den Schwerpunkt auf der Ausstellungsfläche, darunter die Galeria Rodrigo Juarranz und die Galeria Sergi Sánchez.
Die Berliner Vertreter*innen umfassen unter anderem die artnow Gallery, die ATM Gallery Berlin und die Galerie fineart Berlin. In diesem Jahr ist AI-Kunst erstmals auf der Messe zu finden, dank der Galerie Guelmann & Unbekannnt, die sich auf digitale Kunst spezialisiert. Weitere Höhepunkte im Programm sind international angesehene Galerien wie die spanische Pigment Gallery, die BBA Gallery aus Berlin und die japanische Systema Gallery. Neben den Arbeiten etablierter Künstler wie Patty Caroll, Juan Escudero und Christoph Rode sind die Werke der aufstrebenden Talente Christian Kera Hinz, Jurena Munroz und Nico Sawatzki zu sehen.

Emerging Artists aus Berlin in einer kuratierten Sonderausstellung
Ein weiterer Aspekt des demokratischen Ansatzes der Affordable Art Fair ist die Förderung von lokalem und regionalem Kunstnachwuchs. Die „Emerging Artists“-Ausstellung, die von Hannah Weber-Heidenfels kuratiert wird, stellt jedes Jahr junge Künstlerinnen und Künstler in den Mittelpunkt und hilft ihnen so, den oft schwierigen Einstieg in den Kunstmarkt zu meistern.
Künstler*in Bella Bram bekommt in diesem Sonderformat eine breite Bühne. Brams’ Werke, die von der Tierwelt inspiriert sind, verbinden die Merkmale von Insekten und Schnecken mit architektonischen Strukturen und untersuchen dabei künstlerisch die Momente des Dazwischenseins.

Fotocredits: Louisa Boeszoermeny
3 Fragen an Messedirektor Oliver Lähndorf zum Thema Passion Investments
Oliver Lähndorf, der Direktor der Affordable Art Fair, beobachtet den Kunstmarkt schon lange. Er kann uns fundierte Informationen über die Risiken und Chancen von Kunst als Leidenschaftsinvestition im erschwinglichen Preisbereich geben. Zudem kann er erklären, worauf Anleger beim Kauf von Kunst auf der Affordable Art Fair achten sollten.
Oliver Lähndorf, Direktor der Affordable Art FairFür Kunstplaza hat der Messedirektor drei zentrale Fragen beantwortet:
Was sind die Kernelemente von Passion Investments und wie grenzen sie sich zu anderen Geldanlageklassen ab?
O. Lähndorf: “Ein Passion Investment zeichnet sich in erster Linie durch seine persönliche Bedeutung für die Investierenden aus. Kurz: Investitionen in Objekte, die nicht nur rein materiell wertvoll sind, sondern darüber hinaus auch einen hohen emotionalen oder ästhetischen Wert besitzen. Im Gegensatz zu klassischen Finanzprodukten wie Anleihen oder ETFs bestechen sie durch ihre Haptik. Gerade am Beispiel des Passion Investments Kunst wird dies deutlich.
Statt digitaler Zahlenwerte hat man ein einmaliges physisches Asset, das man ausstellen und erleben kann. Anders als bei einer Aktie, die im Depot liegt, liefert ein Kunstwerk so eine tägliche Rendite in Form von Inspiration, Freude und Lebensqualität. Dazu kommt ein ideeller Aspekt, der dem Passion Investment Kunst zusätzlichen Wert verleiht: Durch den Kauf eines Werkes investiert man direkt in die Karriere von Künstler:innen und fördert so die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft. Das ist etwas, was man nicht mit Rendite aufwiegen kann.”
Welche Passion-Assets sind besonders beliebt? Wo sind diese zu bekommen?
O. Lähndorf: “Zu den klassischen und beliebtesten Passion Assets gehören vor allem Luxusuhren, Oldtimer, Weine oder eben Kunst. Ein Passion Investment kann aber alles sein – von Schmuck über Luxusimmobilien bis hin zu Filmrequisiten wie Darth Vaders Lichtschwert aus der Star Wars-Reihe, welches zum Beispiel letztes Jahr für eine Rekordsumme versteigert wurde. Was sie alle auszeichnet, ist, dass ihr Wert nicht durch Marktmechanismen bestimmt wird, sondern durch ihre Einzigartigkeit, Herkunft und die persönliche Bedeutung für die Investierenden.
Je nachdem an welchem Passion Investment man interessiert ist, gibt es ganz unterschiedliche Wege, sie zu bekommen. Für alle, die darüber nachdenken, zum ersten Mal in Kunst zu investieren, kann ich Kunstmessen empfehlen, ganz besonders natürlich die Affordable Art Fair. Das gesamte Messekonzept ist darauf ausgerichtet, Laien beim Kunstkauf an die Hand zu nehmen und den Einstieg in den Kunstmarkt so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten.
Aber auch erfahrene Sammler:innen kommen bei uns auf ihre Kosten: Wir haben immer etablierte Namen genauso wie aufstrebende Nachwuchstalente im Programm und auch diesen April in der Arena Berlin gibt es wieder viel Spannendes zu entdecken.”
Was ist beim Kauf zu beachten? Welche Risiken gibt es?
O. Lähndorf: “Es ist durchaus möglich, mit den richtigen Passion Assets beachtliche Gewinne zu erzielen. Auf eine hohe Rendite kann man sich in der Regel allerdings nicht verlassen, besonders als Laie oder Einsteiger:in. Mit klassischen Aktien und ETFs fährt man deutlich verlässlichere Ergebnisse ein als mit Sammlerstücken, egal welcher Art. Üblicherweise würde man diese Ungewissheit als Risiko werten.
Da es bei Passion Assets jedoch nicht ausschließlich, und oft auch nicht vorrangig, um Wertsteigerung und Gewinnmaximierung geht, fällt dieses Risiko nicht so stark ins Gewicht wie bei anderen Investmententscheidungen. Mein Rat als jemand, der seit über 20 Jahren im Kunstgeschäft tätig ist: Kaufen Sie, was Sie lieben. Wenn Sie ein Kunstwerk erwerben, das Sie berührt und zu Ihnen spricht, haben Sie bereits im Moment des Kaufs gewonnen.”
Key Facts & Eintritt
Key Facts der Affordable Art Fair Berlin
16. bis 19. April 2026 in der Arena Berlin (Alt-Treptow, Eichenstraße 4)
Öffnungszeiten: Fr. 12-22 Uhr, Sa. 11-20 Uhr, So. 11-18 Uhr
Vernissage am 16. April ab 17 Uhr
Öffentliche Late-View am 17. April von 17 bis 22 Uhr mit Drinks und DJ
Eintritt
- Early-Bird-Tickets (5. Februar – 5. März): 10 EUR
- Vorverkaufskarten (bis 9. April): 13 EUR
- Erwachsene regulär: 16 EUR
- Rentner*innen, Studierende, Menschen mit Behinderung, Erwerbslose: 14 EUR
- Family-Ticket (2 Erwachsene + max. 3 Kinder): 25 EUR
- Vernissage (16. April, 17-22 Uhr): 20 EUR
- Late View (17. April, 17-22 Uhr): 20 EUR

Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.
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