Der Niederrhein wird 2026 zur lebendigen Bühne der Kunst: Thomas Baumgärtel, weltweit bekannt als der Bananensprayer, feiert das 40-jährige Jubiläum seiner Spraybanane mit einem gewaltigen Kunstprojekt. Unter dem Motto „Freiheit für die Kunst“ verwandelt der aus Rheinberg am Niederrhein stammende Künstler seine Heimatregion in eine einzigartige Ausstellungslandschaft und schafft damit eines der spektakulärsten Kulturereignisse des Jahres.
Der Auftakt der Tour findet mit einer Vernissage am Freitag, dem 8. Mai 2026, 19 Uhr, im Niederrheinischen Museum Kevelaer, Hauptstraße 18, 47623 Kevelaer statt und markiert den Start eines besonderen Ausstellungsformats: 40 Werkgruppen – 40 Orte – 40 Jahre Kunstgeschichte.
Im Niederrheinischen Museum in Kevelaer werden gleich zwei Werkgruppen von Thomas Baumgärtel präsentiert: „German Urban Pop Art“ und „Graue Bilder“. Beide setzen sich durch ihre Optik voneinander ab, sind aber aus seinem schöpferischen Werk nicht wegzudenken.
Der von Baumgärtel geprägte Begriff „German Urban Pop Art“definiert seine Kunst als die Verbindung von Street Art, politischer Intervention und popkultureller Bildsprache im deutschen Kontext. Für ihn ist es Kunst im öffentlichen Raum, die unmittelbar kommuniziert, provoziert und gesellschaftliche Machtstrukturen, Freiheit und Kulturpolitik kommentiert. Seine ikonische Banane steht dabei als Zeichen für Freiheit, subversive Kritik, künstlerische Unabhängigkeit und den Dialog zwischen Hochkultur und Straße.
Thomas Baumgärtel, Foto: Stadtmuseum Euskirchen
Der Werkblock „Graue Bilder“ zeigt eine konsequent reduzierte, monochrom-graue Bildsprache, in der fotografische Vorlagen aus Stadt, Medien, Politik, Alltag und privatem Umfeld bewusst entleert und verfremdet werden. Durch das Übermalen in Grau nivelliert Baumgärtel Hierarchien von Bedeutung – Dom, Stadion, Demonstration, Strand, Porträt oder Interieur erscheinen gleichrangig als Fragmente einer kollektiven Bildwelt. Die Serie thematisiert Wahrnehmung, Erinnerung und Medienrealität und fungiert zugleich als kritischer Kommentar zur Reizüberflutung und zur Austauschbarkeit von Bildern im urbanen und medialen Raum.
Das Niederrheinische Museum Kevelaer mitten im Herzen der Wallfahrtsstadt Kevelaer ist einer der größten Museumsbauten am Niederrhein und daher eng mit der volkskundlichen, kulturgeschichtlichen und künstlerischen Geschichte der Region verbunden. Thomas Baumgärtels Werke werden bis einschließlich 30. August ausgestellt. Ein sehr umfangreiches Vermittlungsprogramm rundet die Ausstellung ab.
Ein Fest für die Kunst
40 Museen, Galerien und kulturelle Institutionen präsentieren von Mai bis Juli 2026 parallel 40 Werkgruppen aus vier Jahrzehnten seines Schaffens. Jede Station zeigt eine andere Facette des Künstlers und macht sichtbar, wie vielseitig und umfangreich sein Werk ist.
Mit seiner Spraybanane hat Thomas Baumgärtel ein ikonisches Zeichen geschaffen, das weltweit für Freiheit der Kunst, Meinungsvielfalt und kulturelle Offenheit steht.
Die Niederrheintour zeigt nun, wie viel mehr hinter diesem Symbol steckt – ein lebendiges, vielschichtiges und oft überraschendes Werk, das über vier Jahrzehnte entstanden ist. Neben seinem weltweit bekannten Bananenprojekt, mit dem er seit 1986 Museen, Galerien und bedeutende Kunstorte rund um den Globus mit der „Exzellenz-Banane“ markiert, hat Baumgärtel ein breites künstlerisches Œuvre geschaffen – von Malerei über Grafik und Installation bis zu politischer Kunst, Street Art und performativen Aktionen.
Eine Entdeckungsreise durch Kunst und Region
An jedem der 40 Ausstellungsorte erwartet die Besucher etwas anderes: unterschiedliche Werkgruppen, Themen, Materialien und künstlerische Ansätze. So entsteht eine außergewöhnliche Entdeckungsreise durch das Schaffen Baumgärtels – und zugleich durch die kulturelle Landschaft des Niederrheins.
Von Museum zu Museum entsteht Schritt für Schritt ein umfassendes Bild des am Niederrhein geborenen Künstlers.
Hommage an den Niederrhein
Die Niederrheintour 2026 ist zugleich eine Hommage an die Heimat des Künstlers und eine Einladung, den Niederrhein als lebendige Kulturlandschaft neu zu entdecken. Mit Unterstützung von Geißler Bentler (Bonn), des Museums Goch sowie zahlreicher Partner aus Kunst und Kultur entsteht ein Projekt, das die Region 2026 zu einem der aufregendsten Kunstorte Deutschlands erhebt. Schirmfrau des Projekts ist Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ein Kunsthighlight, das den Niederrhein weit über die Region hinaus sichtbar macht.
Das sind die 40 Stationen:
Bedburg-Hau (Museum Schloss Moyland), Brüggen (Burg Brüggen), Emmerich (PAN Kunstforum Niederrhein), Geldern (KUHnstTurm Niederrhein e.V.), Goch (Museum Goch), Grevenbroich (Museum der Niederrheinischen Seele – Villa Erckens und Versandhalle), Kalkar (Städtisches Museum, Studio 20.21, Historisches Rathaus), Kamp-Lintfort (Schirrhof, Schürmann 8Meter20, Kunsthaus Bassier), Kevelaer (Niederrheinisches Museum Kevelaer e.V.), Kleve (Museum Kurhaus Kleve, Koekkoek-Haus, Museum Forum Arenacum), Kranenburg (Museum Katharinenhof, Haus van der Grinten), Krefeld (Heidefeld & Partner, Kunst und Krefeld e.V.), Moers (Die Röhre KG), Moers-Meerbeck (Kirche St. Barbara), Mönchengladbach (Christian Löhrl), Mönchengladbach-Reydt (Christian Köhler), Nettetal (Alte Fabrik), Neuss (Kunstinitiative Wurzeln und Flügel e.V.), Rheinberg (Altes Rathaus, Kulturinitiative Schwarzer Adler e.V., Fischer’s Fotogalerie, Bananenturm Orsoy), Viersen (Narrenmühle Dülken, Blaubeermuffinbaum), Weeze (Schloss Wissen), Wesel (LVR-Niederrheinmuseum, Städtisches Museum), Wetten (Haus Te Gesselen), Xanten (SiegfriedMuseum, Stiftsmuseum, KulturKirche Mörmter)
Das sind die 40 Werkgruppen:
Alte Meister Übersprühungen, Apokalypse, Ausstellungsplakate, Bananenberge, Bananenweisheiten, Bilder/Bilder Freiheit, Brückenbilder, Bunte Bananen, Deutsche Einheit, Editionen, Europablock, Filzarbeiten, Fotoarbeiten, Früchtebilder, Frühwerke, Gefüllte Bananen, Gelber Bananenpointillismus, German Urban Pop Art, Goldstücke, Graue Bilder, Holocaust Serie, Juristischer Block/Strafsachen, Kinetische Objekte, Kisten und Kästen, Könige der Herzen, Künstlerbananen, Kunstmarkt ist Banane, Landschaften, Leben ist …, Medizinischer Block, Metamorphosen, MetaSpraygramme, Objekte, Plakatwandbilder, Politische Arbeiten, Porträts, Projekte im Öffentlichen Raum, Religionsblock, Schablonen, Scheiben, Schilder, Spaten und Schaufeln, Sprayarbeiten auf Metall, Spraybanane an Kunstorte, Spraygramme, Stielbilder, Tüten, Umweltschutzserie, Verpackungskartons, What happens to Banana.
Der globale Kunstmarkt erholt sich, wie der im März veröffentlichte „Art Basel & UBS Global Art Market Report 2026“ resümiert. Im Jahr 2025 stiegen die Umsätze weltweit um 4 %, vor allem getrieben vom Auktionsmarkt. Es ist kaum mehr möglich, verlässliche Vorhersagen über die unberechenbare Entwicklung der Weltlage zu treffen. Aber der Bericht zeigt unmissverständlich, wie stabil das Einstiegssegment ist: Die Gesamtverkäufe sind leicht gesunken. Das untere Segment bis zu 50.000 US-Dollar ist jedoch sehr stabil und könnte eine solide Basis für den Kunstmarkt bilden, auch wenn das ultrahochpreisige Segment sehr volatil ist.
Diese Veränderung findet gleichzeitig mit einem anderen interessanten Trend statt: Die finanzielle Motivation, Kunst zu kaufen, wird immer weniger wichtig, besonders unter jungen Sammlern. Der jüngste Art & Finance Report von Deloitte Private und Art Tactic zeigt, dass 83 % der jungen Käufer 2023 angaben, dass die finanzielle Rendite ihre Hauptmotivation sei. Diese Zahl sank jedoch 2025 auf 52 %. Stattdessen werden emotionale und kulturelle Faktoren wie Identität und Sinnstiftung bei der Kaufentscheidung vordergründiger. Kunst wird immer mehr zu einer Leidenschaftsinvestition (sog. Passion Investment).
Kunst für alle in Alt-Treptow: Affordable Art Fair vom 16.-19. April zum dritten Mal in der Arena Berlin
Die Affordable Art Fair Berlin setzt genau im Nukleus dieser Entwicklungen an. Sie möchte Passion Investment für jedermann zugänglich machen und es im unteren Preissegment etablieren. Die Messe für erschwingliche Kunst öffnet vom 16. bis 19. April ihre Tore für die dritte Ausgabe in der Hauptstadt. Mit Preisen von 100 EUR bis 10.000 EUR zeigt es, dass der Aufbau einer Sammlung kein Privileg des High-End-Marktes sein muss. Es macht es Anfängern so einfach wie möglich, mit klaren Preisen und einem Programm rund um das Hauptthema „Wie man anfängt, Kunst zu sammeln“ einzusteigen.
Impressionen von der letzten Affordable Art Fair (c) DAVID REINEKE
Sie wird mit internationaler Kunstvielfalt und einem erweiterten Programm erneut die Freude am Kunstsammeln nach Berlin-Treptow bringen und das Hauptstadtpublikum mit ihrem nahbaren Kunsterlebnis begeistern. 65 Galerien sowie nationale und internationale Aussteller*innen aus 18 Ländern zeigen unter dem Motto „Kunst für alle“ vier Tage lang die Arbeiten von etablierten Kunstgrößen sowie von vielversprechenden Newcomer-Talenten. Die Messe wird von Ramsay Fairs organisiert, einer der größten und erfolgreichsten Kunstmessefirmen weltweit, die jährlich 15 Messen und über 250.000 Besucher*innen betreut.
Das Rahmenprogramm mit dem Fokusthema „How to Start Collecting Art“ bietet dabei zusätzliche Unterstützung für Neulinge auf dem Kunstmarkt. Neben der beliebten Unter-1000-EUR-Wand, die beweist, dass man auch mit einem kleinen Budget qualitativ hochwertige Kunst kaufen kann, werden täglich kostenlose Führungen angeboten, um die Orientierung auf der Messe zu erleichtern. Am Samstag um 15 Uhr gibt es beim Collectors Talk mit Messedirektor Oliver Lähndorf, Galerist Steve Uhlig (Uhlig Gallery) und Dr. Anna Schwan Tipps zum Kunstsammeln.
Seit ihrer Gründung verfolgen die Affordable Art Fairs das Ziel, die Barrieren der Kunstwelt einzureißen und Türen zu öffnen, die vielen sonst verschlossen bleiben“,
betont Oliver Lähndorf, der Messedirektor.
Egal, ob man zum ersten Mal ein Original kauft oder die eigene Sammlung erweitert – bei uns steht auch heute noch die Begeisterung für das Werk im Vordergrund, nicht das Vorwissen über den Kunstmarkt. Wir wollen bewusst eine demokratisierende Gegenbewegung sein zum immer noch vorherrschenden Elitarismus in der Kunstszene. Deswegen bieten wir eine kuratierte Auswahl hochkarätiger Galerien, aber in einem Umfeld, das einlädt, statt einzuschüchtern. So steht die Freude am Entdecken im Mittelpunkt unserer Messe und bietet eine lebendiges Kunsterlebnis für alle.“
Weltweite Kunstvielfalt in der Arena Berlin
Umgeben von der beeindruckenden Industriearchitektur der Arena Berlin, stellt die Affordable Art Fair eine vielfältige Auswahl zeitgenössischer Kunstwerke aus den Bereichen Malerei, Plastik, Druck und Fotografie aus. Die Auswahl der Galerien folgt dem Ansatz der lokalen Verwurzelung und der internationalen Vielfalt: Neben 15 Berliner Galerien bilden 11 spanische Aussteller*innen in diesem Jahr den Schwerpunkt auf der Ausstellungsfläche, darunter die Galeria Rodrigo Juarranz und die Galeria Sergi Sánchez.
Die Berliner Vertreter*innen umfassen unter anderem die artnow Gallery, die ATM Gallery Berlin und die Galerie fineart Berlin. In diesem Jahr ist AI-Kunst erstmals auf der Messe zu finden, dank der Galerie Guelmann & Unbekannnt, die sich auf digitale Kunst spezialisiert. Weitere Höhepunkte im Programm sind international angesehene Galerien wie die spanische Pigment Gallery, die BBA Gallery aus Berlin und die japanische Systema Gallery. Neben den Arbeiten etablierter Künstler wie Patty Caroll, Juan Escudero und Christoph Rode sind die Werke der aufstrebenden Talente Christian Kera Hinz, Jurena Munroz und Nico Sawatzki zu sehen.
SYSTEMA GALLERY|Waa Kitayabu|Noshitenten|90x90cm|Pencil on canvas
Emerging Artists aus Berlin in einer kuratierten Sonderausstellung
Ein weiterer Aspekt des demokratischen Ansatzes der Affordable Art Fair ist die Förderung von lokalem und regionalem Kunstnachwuchs. Die „Emerging Artists“-Ausstellung, die von Hannah Weber-Heidenfels kuratiert wird, stellt jedes Jahr junge Künstlerinnen und Künstler in den Mittelpunkt und hilft ihnen so, den oft schwierigen Einstieg in den Kunstmarkt zu meistern.
Künstler*in Bella Bram bekommt in diesem Sonderformat eine breite Bühne. Brams‘ Werke, die von der Tierwelt inspiriert sind, verbinden die Merkmale von Insekten und Schnecken mit architektonischen Strukturen und untersuchen dabei künstlerisch die Momente des Dazwischenseins.
3 Fragen an Messedirektor Oliver Lähndorf zum Thema Passion Investments
Oliver Lähndorf, der Direktor der Affordable Art Fair, beobachtet den Kunstmarkt schon lange. Er kann uns fundierte Informationen über die Risiken und Chancen von Kunst als Leidenschaftsinvestition im erschwinglichen Preisbereich geben. Zudem kann er erklären, worauf Anleger beim Kauf von Kunst auf der Affordable Art Fair achten sollten.
Oliver Lähndorf, Direktor der Affordable Art Fair
Für Kunstplaza hat der Messedirektor drei zentrale Fragen beantwortet:
Was sind die Kernelemente von Passion Investments und wie grenzen sie sich zu anderen Geldanlageklassen ab?
O. Lähndorf: „Ein Passion Investment zeichnet sich in erster Linie durch seine persönliche Bedeutung für die Investierenden aus. Kurz: Investitionen in Objekte, die nicht nur rein materiell wertvoll sind, sondern darüber hinaus auch einen hohen emotionalen oder ästhetischen Wert besitzen. Im Gegensatz zu klassischen Finanzprodukten wie Anleihen oder ETFs bestechen sie durch ihre Haptik. Gerade am Beispiel des Passion Investments Kunst wird dies deutlich.
Statt digitaler Zahlenwerte hat man ein einmaliges physisches Asset, das man ausstellen und erleben kann. Anders als bei einer Aktie, die im Depot liegt, liefert ein Kunstwerk so eine tägliche Rendite in Form von Inspiration, Freude und Lebensqualität. Dazu kommt ein ideeller Aspekt, der dem Passion Investment Kunst zusätzlichen Wert verleiht: Durch den Kauf eines Werkes investiert man direkt in die Karriere von Künstler:innen und fördert so die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft. Das ist etwas, was man nicht mit Rendite aufwiegen kann.“
Welche Passion-Assets sind besonders beliebt? Wo sind diese zu bekommen?
O. Lähndorf: „Zu den klassischen und beliebtesten Passion Assets gehören vor allem Luxusuhren, Oldtimer, Weine oder eben Kunst. Ein Passion Investment kann aber alles sein – von Schmuck über Luxusimmobilien bis hin zu Filmrequisiten wie Darth Vaders Lichtschwert aus der Star Wars-Reihe, welches zum Beispiel letztes Jahr für eine Rekordsumme versteigert wurde. Was sie alle auszeichnet, ist, dass ihr Wert nicht durch Marktmechanismen bestimmt wird, sondern durch ihre Einzigartigkeit, Herkunft und die persönliche Bedeutung für die Investierenden.
Je nachdem an welchem Passion Investment man interessiert ist, gibt es ganz unterschiedliche Wege, sie zu bekommen. Für alle, die darüber nachdenken, zum ersten Mal in Kunst zu investieren, kann ich Kunstmessen empfehlen, ganz besonders natürlich die Affordable Art Fair. Das gesamte Messekonzept ist darauf ausgerichtet, Laien beim Kunstkauf an die Hand zu nehmen und den Einstieg in den Kunstmarkt so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten.
Aber auch erfahrene Sammler:innen kommen bei uns auf ihre Kosten: Wir haben immer etablierte Namen genauso wie aufstrebende Nachwuchstalente im Programm und auch diesen April in der Arena Berlin gibt es wieder viel Spannendes zu entdecken.“
Was ist beim Kauf zu beachten? Welche Risiken gibt es?
O. Lähndorf: „Es ist durchaus möglich, mit den richtigen Passion Assets beachtliche Gewinne zu erzielen. Auf eine hohe Rendite kann man sich in der Regel allerdings nicht verlassen, besonders als Laie oder Einsteiger:in. Mit klassischen Aktien und ETFs fährt man deutlich verlässlichere Ergebnisse ein als mit Sammlerstücken, egal welcher Art. Üblicherweise würde man diese Ungewissheit als Risiko werten.
Da es bei Passion Assets jedoch nicht ausschließlich, und oft auch nicht vorrangig, um Wertsteigerung und Gewinnmaximierung geht, fällt dieses Risiko nicht so stark ins Gewicht wie bei anderen Investmententscheidungen. Mein Rat als jemand, der seit über 20 Jahren im Kunstgeschäft tätig ist: Kaufen Sie, was Sie lieben. Wenn Sie ein Kunstwerk erwerben, das Sie berührt und zu Ihnen spricht, haben Sie bereits im Moment des Kaufs gewonnen.“
Key Facts & Eintritt
Key Facts der Affordable Art Fair Berlin
16. bis 19. April 2026 in der Arena Berlin (Alt-Treptow, Eichenstraße 4)
Öffnungszeiten: Fr. 12-22 Uhr, Sa. 11-20 Uhr, So. 11-18 Uhr
Vernissage am 16. April ab 17 Uhr
Öffentliche Late-View am 17. April von 17 bis 22 Uhr mit Drinks und DJ
Eintritt
Early-Bird-Tickets (5. Februar – 5. März): 10 EUR
Vorverkaufskarten (bis 9. April): 13 EUR
Erwachsene regulär: 16 EUR
Rentner*innen, Studierende, Menschen mit Behinderung, Erwerbslose: 14 EUR
Die Wanderausstellung elsewherelandpräsentiert zeitgenössische künstlerische Perspektiven aus der Ukraine im Angesicht von Vertreibung, Verlust und Resilienz. Entwickelt als Kooperation von Office Ukraine / tranzit.at mit dem österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) und dem österreichischen Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS), wird die Ausstellung von Januar 2026 bis Ende 2027 in ca. zehn österreichischen Kulturforen und diplomatischen Vertretungen weltweit gezeigt.
Das Projekt vereint zehn ukrainische Künstler:innen, die überwiegend im europäischen Exil leben. Es macht die aktuelle ukrainische Kunstszene international sichtbar und sendet ein starkes Signal der Solidarität Österreichs mit der ukrainischen Bevölkerung.
Ein Raum der Vertreibung und Resilienz
Der Titel elsewhereland evoziert den »anderen Ort« – physisch, emotional und kulturell. Der russische Angriffskrieg hat Millionen Ukrainer:innen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und anderswo zu leben – im Exil oder als Binnenvertriebene. Für Künstler:innen sind diese neuen Realitäten von Verlust und existenzieller Unsicherheit geprägt, während selbst vertraute Räume innerhalb der Ukraine zu Orten der Entfremdung, Gewalt und Gefahr geworden sind.
Die teilnehmenden Künstler:innen befassen sich mit Themen wie Flucht, Migration, Mobilität, Trauma, Erinnerung und Identität und navigieren durch die Widersprüche von Krieg und Exil. Ihre Arbeiten erforschen Zustände von Isolation, kultureller Fragmentierung und Unsicherheit, zeigen jedoch zugleich Gesten der Zugehörigkeit und inneren Stärke.
Kunst als Widerstand und Dialog
Nicht nur die Künstler:innen selbst bewegen sich im Rahmen des Ausstellungsprojekts durch ihr persönliches elsewhereland; auch ihre Werke reisen eigenständig um die Welt und treten in neue kulturelle Kontexte ein. Dabei eröffnen sie Dialoge, die uns alle betreffen: Fragen nach Herkunft, Werten und der dringenden Notwendigkeit kultureller Neuorientierung in Zeiten des Krieges.
Die Ausstellung zeigt, wie vertriebene Ukrainer:innen zu kulturellen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen in ihren Aufnahmeländern beitragen, und verweist auf Kunst als Medium des Widerstands, der Reflexion und der Solidarität.
Teilnehmende Künstler:innen
Yehor Antsyhin, Anatoly Belov, Mark Chehodaiev, Olha Horiunova, Lucy Ivanova, Yana Kononova, Kateryna Lysovenko, Anastasiia Mamay, Viktoriia Rozentsveih, Maryna Shtanko
Lucy Ivanova – #4 from the series How can I explain this World to a newborn (have no idea), 2023; Copyright Photo: Lucy Ivanova
Wortmeldungen von Kooperationspartner:innen und Künstler:innen zum Ausstellungsprojekt
Seit dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges ist die Unterstützung der Ukraine bei ihrer weltweiten Kulturarbeit zu einem Schwerpunkt der Auslandskultur geworden. Die Ausstellung elsewhereland fügt sich daher ausgezeichnet in die Reihe unserer weltweiten Projekte mit ukrainischen Kunstschaffenden ein und präsentiert die eindrucksvolle künstlerische Auseinandersetzung mit Themen wie Migration, Mobilität, Trauma, Erinnerung und Identität. Mit der Ausstellung elsewhereland bekommt das Netzwerk der Auslandskultur ein weiteres Werkzeug zur Verfügung gestellt, die Solidarität Österreichs mit der Ukraine auszudrücken und ukrainischen Kunstschaffenden eine Plattform für ihre wichtigen Botschaften zu geben.“
Regina Rusz, Botschafterin / Leiterin der Sektion V – Internationale Kulturangelegenheiten / Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich
Das BMWKMS unterstützt geflüchtete ukrainische Künstler:innen seit Beginn des großflächigen russischen Angriffskriegs mit zahlreichen Stipendien und Förderprojekten, um ihre künstlerische Praxis auch im Exil zu ermöglichen. Mit der internationalen Wanderausstellung elsewhereland schaffen wir eine Plattform für Sichtbarkeit, kulturellen Austausch und gesellschaftliche Teilhabe. Kunst im Exil wird so zu einem Ausdruck von Widerstandskraft, eröffnet neue Perspektiven und bereichert unsere Gesellschaft nachhaltig.«
Theresia Niedermüller, Sektionschefin für Kunst und Kultur / Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich
Office Ukraine leistet seit Beginn des großflächigen russischen Angriffskriegs auf vielen Ebenen konkreten Support für ukrainische Künstler:innen aller Sparten, vor allem in Österreich. Laut Statistik Austria leben in Österreich rund 88.000 Ukrainer:innen, die aufgrund des Krieges hierher gekommen sind. Wir arbeiten seit März 2022 mit Künstler:innen und Kulturschaffenden zusammen und wurden bisher von mehr als 2.100 Personen kontaktiert. Es freut uns ganz besonders, mit diesem Kooperationsprojekt über einen Zeitraum von zwei Jahren aktuelle Positionen ukrainischer Künstler:innen nicht nur im heimischen, sondern auch im internationalen Kontext präsentieren zu können. Zusätzlich hoffen wir, die öffentliche Aufmerksamkeit auch auf die anhaltend prekäre Situation in der Ukraine zu lenken.“
Office Ukraine
Diese Ausstellung ist eine Möglichkeit, meine Arbeiten zu zeigen und auf den weiterhin andauernden Krieg in der Ukraine aufmerksam zu machen – ebenso wie auf Fragen der Migration, die uns in Zukunft noch stärker beschäftigen werden. Für mich ist es von großer Bedeutung, mich in einem Land sicher zu fühlen, in dem ich arbeiten kann und in dem Kultur und Kunst wertgeschätzt werden. Nicht jedes Land ist bereit, in Kultur zu investieren, doch Kultur ist eine der höchsten Messlatten einer Gesellschaft – sie zeigt, wie entwickelt und menschlich sie ist.“
Anastasiia Mamay, Künstlerin
Unter Kriegsbedingungen in der Ukraine zu leben und zu arbeiten bedeutet, einen Zustand permanenter Unsicherheit zu akzeptieren. Das tägliche Leben ist geprägt von der Nähe zu Zerstörung, von tragischen Nachrichten und dem Bewusstsein, dass nichts ›auf später‹ verschoben werden kann. Unter diesen Umständen wird künstlerisches Schaffen sowohl zu einer Notwendigkeit als auch zu einer Form der Verantwortung: Erfahrungen Gestalt zu geben, aufmerksam zu bleiben für das, was während des Krieges geschieht, aber auch über dessen unmittelbaren Rahmen hinaus. Der Krieg schärft unsere Sensibilität nicht nur für seine eigene Gewalt, sondern auch für andere Formen von Ungerechtigkeit, Trauma und Enteignung. Die Teilnahme an einem internationalen Projekt ermöglicht es mir, weiterhin von der Ukraine aus zu arbeiten und gleichzeitig einen gemein samen Raum der Reflexion über ihre Grenzen hinaus zu betreten. Für mich geht es dabei nicht nur um Sichtbarkeit, sondern um Austausch und Kontinuität – um die Möglichkeit, gelebte Erfahrungen in eine Sprache zu verwandeln, die auch anderswo Resonanz findet.“
Yana Kononova, Künstlerin
Es bedeutet mir sehr viel, Teil dieser internationalen Ausstellung zu sein. Ich fühle mich dem Format einer Wanderausstellung und dem Konzept von elsewhereland sehr verbunden – der Idee, dass die Ausstellung selbst zu einem Ort wird, zu einer Plattform, die die Werke mit sich trägt, während sie
in neue Kontexte eintreten und neue Dialoge entstehen lassen. In diesem Sinne ist dies der richtige Raum, um meine Arbeiten zu präsentieren. Er bietet den passenden Rahmen, den dieses Thema benötigt.
Mark Chehodaiev, Künstler
Über Office Ukraine – Support for Ukrainian Artists
Office Ukrainewurde kurz nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 gegründet. Es unterstützt ukrainische Künstler:innen und Kulturschaffende aller Disziplinen in Österreich, bringt sie in Kontakt mit Institutionen und hilft ihnen bei der Suche nach Jobs, Artist Residencies sowie Ausstellungs- und Auftrittsmöglichkeiten.
Das vorrangige Ziel von Office Ukraine, das in Österreich mit Büros in Wien (tranzit.at), Graz (< rotor >) und bis September 2025 in Innsbruck (Künstler*innenhaus Büchsenhausen) vertreten ist, besteht darin, vertriebene Kulturschaffende zu unterstützen, ihre künstlerische Arbeit in ihren jeweiligen
Bereichen fortzusetzen und die langfristige Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen aus der Ukraine und der österreichischen Kunstszene zu fördern.
Office Ukraine wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport / BMWKMS, tranzit.at, < rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst, Künstler*innenhaus Büchsenhausen und der Zivilgesellschaft gegründet und wird vom BMWKMS finanziert.
Die Galerie Reinthaler zeigt erstmals Beton- und Glasarbeiten aus Ömer Faruk Kaplans Arbeitszyklen SKINsund Territorial Monuments.
Ömer Faruk Kaplan – STRATA
Die Praxis des jungen Künstlers, der die Akademien in Wien und München mit Auszeichnung abgeschlossen hat, bewegt sich zwischen Skulptur, Installation und zeichnerischer Spurensuche. Ausgehend von einer Ausbildung zum Holzbildhauer entwickelt er eine Arbeitsweise, in der Materialität, Fragment und Erinnerung zentrale Rollen spielen.
Was bleibt, wenn ein Ort verschwindet – wenn Oberflächen, an denen sich Generationen abgerieben haben, ersetzt, entsorgt, überdeckt werden?“
Kaplan setzt genau dort an: bei den materiellen und metaphorischen Spuren, die sich in Holz, Beton und Glas einschreiben.
Er untersucht, wie sich Zeit, Nutzung und Erinnerung in Materialien niederschlagen und in neue räumliche Konstellationen überführen lassen. Seine Wandobjekte aus gegossenem Beton, Deutscher Eiche, Fichte oder fragil gewundenem Glas (SKINs) folgen einer seriellen Logik – repetitiv und gleichmäßig gesetzt, und doch nie identisch.
Abb: Ömer Faruk Kaplan, Territorial Monuments, 2025, Beton, Acryllack, Unikat
Im Detail offenbaren sich Spuren der Bearbeitung, Risse und Oberflächenwiderstände, die Zeichen einer lebendigen Beziehung zwischen dem Werk und seiner Umgebung sind. Als Künstler der dritten Generation von Einwanderern in Deutschland verhandelt Kaplan Fragen nach Zugehörigkeit, Herkunft und Differenz. Diese Themen tragen seine Materialien nicht illustrativ, sondern als sedimentierte Schichten einer geteilten Geschichte.
Abb: Ömer Faruk Kaplan, SKINs, 2025, Float Glas, Unikate
Ömer Faruk Kaplan
Ömer Faruk Kaplan wurde 1991 in München geboren, lebt und arbeitet in München und Wien. Studium an der Akademie der Bildenden Künste München von 2022 bis 2025 (Prof. Florian Pumhösl), Diplom mit Auszeichnung. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien von 2017 bis 2023 (Bildhauerei und Grafik bei Prof. Christian Schwarzwald und Prof. Judith Huemer), Diplom mit Auszeichnung.
Ausbildung zum Holzbildhauer mit Herbert Nauderer und Michael von Brentano an den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen von 2014 bis 2017.
Ausstellungen (Auswahl)
2026
Strata, Galerie Reinthaler, Wien (solo)
2025
DebütantInnen-Ausstellung, Kunstverein München
Art Matters 13, Galerie Biesenbach, Köln
salondergegenwart, Hamburg
Contact Zones, Artcare Showroom, Wien
Half Dry, Half Memory, TROST Space, Graz
Echo, Kunstverein Ingolstadt
„Talente – Meister der Zukunft“, IHK, München
Diplomausstellung an der Akademie der bildenden Künste München (solo)
2024
Meristeme, Galerie Heike Strelow, Frankfurt am Main
Artist Statement (invitation) Parallel Vienna, Wien (solo)
Art Auction 13, Galerie WESERHALLE, Berlin
Trying to find the one by seeking and hiding, Galerie B12, Bottrop
WAS, Galerie Empfangshalle, München
DIAGONAL, Kunstpavillon, München
2023
Im Salon, Galerie Elektrohalle Rhomberg, Salzburg
DOWN HERE, Kunstarkaden, München
PARALLEL VIENNA – Art Fair, Wien
Jahresausstellung an der Akademie der bildenden Künste München
PARCOURS, Diplomausstellung an der Akademie der bildenden Künste Wien (solo)
PARTICLES, Kunstarkaden, München
GLÜHEN, Kösk, München
2022
TERRITORIES AND TRACES, achtzehnkommazwei, München (solo)
ZIMMER FREI 2022, Hotel Mariandl, München
Sammlung URBAN, Sommerausstellung Sammlung
Eduard Urban, Waidhofen / Ybbs
IN:CONSISTANCY, KAH in Wien
SIGNIFICANT OTHERS, Rundgang Akademie der bildenden Künste Wien
2021
EXIT WIEN – von Erno Vroonen, BELLEPARAIS und achtzehnkommazwei, München
ART AUSTRIA, Art Fair, Wien
PARALLEL VIENNA – Art Fair, Wien
Kunst aktuell – Städtische Galerie Rosenheim
IN FLUX – Kösk, München
Preise | Stipendien | Sammlungen etc.
2025
Nachwuchsförderung/Kulturförderung der LfA Förderbank Bayern, München
Preis/Debütantinnenförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
2024
UP&COMING Watchlist of upcoming and young artists by PARNASS Magazine
2023
Förderung und Kalender-Auswahl der LfA Förderbank Bayern, München
World of Art A(u)ktion, München
Akademie Auktion 2023, München
2022
Aufnahme in die SAMMLUNG URBAN, Wien / Waidhofen an der Ybbs
2021
Bühnenbild/ Installation in der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien
2019
Artist in Residence „Almresidency“ Ochsenhütte bei Marienstein, Bayern
Eröffnung: Donnerstag, 22. Jänner 2026, 18:00 – 20:00 Uhr, In Anwesenheit des Künstlers
Dauer: 23. Jänner – 13. März 2026
Geöffnet: Di – Fr 13.00-18.00, Sa 11.00-15.00 sowie auf Anfrage
Adresse: Galerie Reinthaler, Getreidemarkt 14, A-1010 Wien
Deutscher Kulturrat legt Eckpunkte zum Herrenberg-Urteil vor
Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, legt mit seiner Stellungnahme „Selbstständige Tätigkeit im Kultur- und Medienbereich rechtssicher und bürokratiearm gewährleisten – Scheinselbstständigkeit entschieden entgegentreten“Eckpunkte für die Definition selbstständiger Tätigkeit vor. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales plant, auch als Antwort auf das Herrenberg-Urteil im kommenden Jahr eine Definition selbstständiger Arbeit im Sozialgesetzbuch IV (SGB IV) vorzunehmen. Bislang ist dort lediglich abhängige Beschäftigung definiert.
Der Deutsche Kulturrat unterstreicht in seiner Stellungnahme, dass sich die Erwerbsarbeit im Kunst-, Kultur- und Medienbereich durch selbstständige Arbeit, abhängige Beschäftigung und sogenannte hybride Erwerbstätigkeit, also den Wechsel oder auch die parallele Ausübung von abhängiger Beschäftigung und Selbstständigkeit, auszeichnet.
Alle Erwerbsformen haben ihre Berechtigung und verlangen jeweils eine angemessene Vergütung.“
Eine selbstständige Tätigkeit im Kultur- und Medienbereich rechtssicher und bürokratiearm gewährleisten – das ist sowohl Wunsch der Kunstschaffenden als auch Forderung des Deutschen Kulturrates. Foto von Vitaly Gariev @silverkblack, via Unsplash
Neben der Haupterwerbstätigkeit, in abhängiger Beschäftigung oder Selbstständigkeit, spielt in einigen Feldern des Kunst-, Kultur- und Medienbereiches auch die berufliche Nebentätigkeit eine bedeutende Rolle. Die berufliche Nebentätigkeit sollte sich durch die soziale Absicherung im Hauptberuf auszeichnen. Scheinselbstständigkeit muss entschieden entgegengetreten werden. Dies verlangt, dass Kultureinrichtungen und Einrichtungen, die sich in Trägerschaft der öffentlichen Hand befinden, mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden müssen.
Die angestrebte Definition von selbstständiger Tätigkeit muss Rechtssicherheit geben und bürokratiearm ausgestaltet werden.
Merkmale selbstständiger Tätigkeit
Als Merkmale selbstständiger Tätigkeit benennt der Deutsche Kulturrat u.a.:
Selbstständige tragen unternehmerische Verantwortung, das gilt auch für Soloselbstständige. Sie sind in der Regel für mehrere Auftraggeber tätig. Sie üben ihre Tätigkeit an unterschiedlichen Orten aus, z. B. in einer eigenen Betriebsstätte, bei Auftraggebern oder Kunden. Das Fehlen einer eigenen Betriebsstätte ist kein Hindernis für selbstständige Tätigkeit. Sie sind nicht in den Betrieb eingegliedert, können aber Infrastruktur (Räume, Technik, Instrumente usw.) oder Betriebsmittel von Auftraggebern oder Kunden nutzen.
Selbstständige sind grundsätzlich weisungsfrei. Bei projektbezogenen Arbeiten im Team können sich in der Praxis dennoch temporär Situationen ergeben, in denen verbindliche Abstimmungen und Weisungen, auch seitens des Auftraggebers, auftreten. Künstlerische Vorgaben oder Weisungen in einem Probenprozess oder bei einer Aufführung gegenüber selbstständigen Mitwirkenden sind nicht mit Weisungen im sozialversicherungsrechtlichen Sinne gleichzusetzen.
Ebenso wenig begründen Weisungen oder künstlerische Vorgaben von Selbstständigen gegenüber abhängig Beschäftigten ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis. Selbstständige unterliegen teilweise inhaltlichen oder organisatorischen Vorgaben der Auftraggeber, die diese weitergeben müssen. Beispielhaft hierfür stehen Vorgaben von qualitätssichernden Institutionen im Rahmen von Zertifizierungsverfahren oder von prüfenden Behörden zur Gewährleistung bundeseinheitlicher Standards.
Eine selbstständige Tätigkeit kann auch nebenberuflich ausgeübt werden. Dies kann neben einer hauptberuflichen abhängigen Beschäftigung, einer hauptberuflichen selbstständigen Tätigkeit, im Ruhestand oder neben einem Vollzeitstudium erfolgen.
Forderung zur Absicherung und zum Schutz der Erwerbstätigen in Kunst, Kultur und Medien
Mit Blick auf die geplante gesetzliche Abgrenzung von selbstständiger Tätigkeit und abhängiger Beschäftigung fordert der Deutsche Kulturrat, dass die o.g. Merkmale der Selbstständigkeit im Kultur- und Medienbereich sowie die soziale Absicherung durch die Künstlersozialversicherung ebenso Berücksichtigung finden wie die Schutzbedürftigkeit der Erwerbstätigen. Ebenfalls gilt es, die nebenberufliche Selbstständigkeit adäquat zu berücksichtigen.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte:
„Sowohl die abhängige Beschäftigung, die Selbstständigkeit als auch die hybride Erwerbstätigkeit sind für den Kultur- und Medienbereich konstitutiv. Eine angemessene Vergütung muss für alle Erwerbsformen selbstverständlich sein. Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geplante Definition selbstständiger Tätigkeit muss der Erwerbsarbeit in einer modernen Wissensgesellschaft gerecht werden und sie muss insbesondere Rechtssicherheit bieten und bürokratriearm umsetzbar sein. Der Deutsche Kulturrat ist mit seiner Stellungnahme jetzt in Vorleistung gegangen. Wir sind gespannt auf den Gesetzesvorschlag aus dem Bundesarbeitsministerium und hoffen nach den Verunsicherungen durch das Herrenberg-Urteil auf Rechtsicherheit und Klarheit.“
Die Stellungnahme „Selbstständige Tätigkeit im Kultur- und Medienbereich rechtssicher und bürokratiearm gewährleisten – Scheinselbstständigkeit entschieden entgegentreten“ des Deutschen Kulturrates finden Sie hier.
Die Doku widmet sich dem Künstler Leon Löwentraut und gewährt einen intimen Blick in sein Leben zwischen Kunst, Kritik, Familie und Jetset.Zu sehen ist die Doku ab Dienstag, dem 2. Dezember 2025 in der ARD-Mediatheksowie am Samstag, dem 06. Dezember 2025, um 21:55 Uhr auf 3sat.
Jung, selbstbewusst, erfolgreich – und umstritten: Mit über 1,4 Millionen Followern auf Instagram und Ausstellungen in Städten wie New York, London, Paris, Zürich begeistert Leon Löwentraut ein weltweites Publikum. Während die einen ihn als Kunstgenie feiern, bezeichnet die etablierte Kunstszene den 27-Jährigen als Selbstdarsteller, der sich zwar gut vermarktet, dessen Werke es aber an Tiefe und Substanz mangelt. Doch nicht nur Kunstkritikerinnen und Kunstkriti3satker schreiben ihn nieder, ihm schlägt teilweise auch Neid und Hass in den Sozialen Medien entgegen.
Ich bin kein Künstler, der allen gefallen möchte und everybody’s Darling ist“ (Leon Löwentraut).
Und dennoch macht auch die Ablehnung etwas mit ihm.
Wer ist Leon Löwentraut, der scheinbar mühelos auf den Bühnen der Kunstwelt tanzt und doch so oft aneckt? Wie geht er mit der ambivalenten Wahrnehmung um? Woher kommt sein extremes Selbstbewusstsein, das viele fasziniert und andere provoziert?
Leon Löwentraut – Fotograf: Sebastian Drüen – Rechte: Leon Löwentraut
Die Doku „LEON LÖWENTRAUT – Genie oder Einbildung?“ zeigt erstmals ausführlich den Menschen hinter dem polarisierenden Künstler.
Zwischen Atelier und Jetset, Vernissagen, Alltag und Familie gewährt die Doku einen intensiven, intimen Blick hinter die Fassade des jungen Künstlers und beleuchtet zugleich das Familienkonstrukt Löwentraut. Denn hinter dem Erfolg steht mehr als ein einzelner Name – eine Familie, die gemeinsam an Leons Karriere arbeitet. Wer hat welche Aufgaben, und wie geht die Familie mit Kritik und Erwartungsdruck, Image und Identität um?
Leon und seine Eltern sprechen offen über seine Kindheit, seine Jugend, die vielen Schwierigkeiten und das Gefühl, bereits mit 14 Jahren den eigenen Weg gehen zu müssen. Der starke Familienzusammenhalt war stets ein zentraler Bestandteil. Das spiegelt sich auch in ihrem Zuhause wider: Auf einem gemeinsamen Areal in Mönchengladbach leben Eltern und Sohn in zwei Häusern, wobei Leon dort zusätzlich ein geräumiges Atelier hat.
Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Wenn jeder damit weiß umzugehen in dieser speziellen Lebenskonstellation und auch so eine Akzeptanz und auch alles da ist, dann ist das, glaube ich, gut handelbar. Weil du am Ende des Tages auch nur deiner Familie am meisten vertrauen kannst, gerade wenn du dich in so einem Haifischbecken wie in der Kunstszene bewegst“ (Leon Löwentraut).
Leon Löwentrauts Geschichte ist die eines frühen Aufstiegs – aber auch einer ständigen Konfrontation. Erfolg ist für ihn kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit und eines Lebens im Spannungsfeld zwischen Leidenschaft und Druck, Anerkennung und Ablehnung.
Vom 13.-16. November lädt wieder einmal Norddeutschlands größte Kunstmesse ein, internationale Kunstvielfalt und lokale Talente in entspannter Atmosphäre zu entdecken.
Frischer Wind im bewährten Konzept: Unter dem Motto „Kunst für alle“präsentieren 85 Galerien aus 15 Ländern ihr Portfolio, knapp ein Viertel davon sind neu im Programm. Die kuratierte Sonderausstellung „Emerging Artists“stellt die Hamburger Künstlerinnen Anne Meerpohl und Penny Monogiou sowie Paula Hoffmann aus Berlin vor.
Dieses Jahr bei der Affordable Art Fair mit dabei: 85 Galerien aus 15 Ländern Foto Credits: Nicolas Döring
Zu den diesjährigen Höhepunkten der Messe zählen die Skulpturengruppe „Rolling Stone“ des spanischen Künstlers Samuel Salcedo, die Late View am Donnerstag von 18–22 Uhr sowie der Collectors Talk „How to Start Collecting Art“ am Samstag um 15 Uhr. Freitag bis Sonntag heißt die Affordable Art Fair Familien mit einem speziell vergünstigten Ticket und einer neuen interaktiven Kindermalwand willkommen.
GALERIA RODRIGO JUARRANZ – LIL BLANC WELCOME TO THE WORLD (2025), Mixed Media auf Holz mit high-gloss Epoxidharzfinish, 120 x 120 cm
Vier Tage lang zeitgenössische Kunst in der Hamburger Messe
Ab heute verwandelt die Affordable Art Fair die Halle A3 der Hamburg Messe vier Tage lang in ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Vom 13. bis 16. November öffnet Norddeutschlands erfolgreichste Kunstmesse erneut ihre Tore für Kunstinteressierte jeder Art. In einem Preisrahmen von 100 bis 10.000 EUR bietet sie jährlich mehr als 20.000 Besuchenden eine vielfältige Auswahl an Positionen aus den Bereichen Malerei, Plastik, Druck und Fotografie.
Für ihre dreizehnte Ausgabe in der Hansestadt hat die diesjährige Affordable Art Fair gleich 20 neue Austeller*innen im Portfolio und setzt mit einem verstärkten Fokus auf Familienfreundlichkeit neue Impulse im Programm.
Galerie RIECK – Maria Bang Espersen Soft Series – PORTAL BROWN (2023), 26 x 12 x 27 cm
Internationale Vielfalt trifft auf lokale Verwurzelung
Gezeigt wird eine breite Palette renommierter Künstler*innen und fesselnder Newcomer*innen von 85 Galerien aus 15 Ländern. So präsentiert die Affordable Art Fair große Namen wie Georg Baselitz, David Shrigley und Patty Caroll neben aufstrebenden jungen Talenten wie Jakob Scheidt, Susanne Bonowicz und Lil Blanc. Zu den internationalen Highlights im Galerienportfolio zählen dieses Jahr unter anderem das Coletivo Amarelo aus Portugal, die Eye Contemporary Art aus Hongkong sowie die japanische Systema Gallery.
Einen internationalen Schwerpunkt bilden 13 Galerien aus den Niederlanden wie Chiefs & Spirits, Gallery40NL und Artitled Contemporary. Aus Hamburg sind zwölf Galerien auf der Ausstellungsfläche vertreten, darunter die Affenfaust Galerie, die Galerie Holthoff sowie die Galerie von Wegen.
Die Affordable Art Fair steht für internationale Kunstvielfalt und lokale Talente in entspannter Atmosphäre. Foto Credits: Nicolas Döring
Ein Kunsterlebnis für Entdecker*innen
„Die Vielfalt unseres Programms geht Hand in Hand mit dem demokratischen Ansatz der Affordable Art Fairs“, erklärt Messedirektor Oliver Lähndorf.
Wir sind nicht interessiert an Elitarismus und Gatekeeping. Mit der Transparenz der Preise und der lockeren Atmosphäre bauen wir bewusst Schwellenängste um den Kunstkauf herum ab, während das breite Spektrum an Positionen dafür sorgt, dass es für jede und jeden etwas zu entdecken gibt – ob langjährige Sammler*innen oder Kunst-Laien. So können bei uns nicht nur alle das eine Werk finden, das ihnen nicht mehr aus dem Kopf geht, sondern es auch gleich mit nach Hause nehmen.“
Jakob Scheidt: The Seasons I, Galerie von Wegen
Highlight: Sonderausstellung „Emerging Artists“ mit zwei Hamburgerinnen
Ebenso zum inklusiven Ansatz der Affordable Art Fair gehört die Förderung junger Talente. Mit der kuratierten Sonderausstellung „Emerging Artists“ bietet die Messe aufstrebenden Künstler*innen eine besondere Plattform. Dieses Jahr setzt Kuratorin und Messemanagerin Hannah Weber-Heidenfels drei Künstlerinnen in den Fokus: Anne Meerpohl und Penny Monogiou aus Hamburg sowie die Berlinerin Paula Hoffmann.
Die verschiedenen Themenschwerpunkte ihrer Arbeiten treten in der 50qm großen Ausstellungsfläche in den Austausch miteinander und erzeugen ein künstlerisches Spannungsfeld, das den Fragen nach dem Erleben von Materialität, Körperlichkeit und Identität auf den Grund geht.
Einstieg ins Kunstsammeln leicht gemacht mit vielfältigem Rahmenprogramm
Damit der Einstieg ins Kunstsammeln gelingt, bietet das vielfältige Rahmenprogramm Hilfestellung und Expertenwissen. Neben den täglich kostenlosen Führungen um 15 Uhr werden am Freitag zwei Sonderführungen angeboten: Um 16 Uhr stellt Messemanagerin Hannah Weber-Heidenfels die „Emerging-Artists“-Ausstellung näher vor, während Messedirektor Oliver Lähndorf um 17 Uhr in das Thema „Kunst unter 1000 EUR“ einführt.
Gemeinsam mit Galerist Steve Uhlig (Uhlig Gallery) und Dr. Anna Schwan gibt letzterer am Samstag um 15 Uhr beim Collectors Talk ebenfalls praktische Tipps für den Einstieg ins Kunstsammeln sowie Einblicke in die aktuellen Entwicklungen des Kunstmarktes.
Ein weiteres Highlight ist die beliebte Late View am Donnerstagabend von 18 bis 22 Uhr in kreativer Atmosphäre mit Musik und Drinks.
Vom 10. bis 13. November 2025 wird im Europäischen Parlament in Brüssel eine Ausstellung mit Werken von Leon Löwentraut präsentiert.
Im Mittelpunkt steht der Bilderzyklus „Global Goals“, in dem der junge deutsche Künstler die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen auf seine unverwechselbare, farbintensive Weise künstlerisch interpretiert.
Der Zyklus wurde bereits in renommierten Museen wie dem Puschkin-Museum in St. Petersburg, dem Osthaus Museum Hagen oder dem Palazzo Medici Riccardi in Florenz gezeigt.
Zu den Nachhaltigkeitszielen gehören unter anderem das Ende extremer Armut, hochwertige Bildung für alle sowie der Kampf gegen den Klimawandel.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine eigens für das Europäische Parlament geschaffene Arbeit – eine Ansicht des Parlamentsgebäudes – sowie durch eine Kohlezeichnung des Künstlers.
Das Europäische Parlament bietet hierfür den idealen Rahmen: einen Ort politischer Weichenstellungen, der mit dieser Ausstellung ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Verantwortung und gesellschaftliches Engagement durch Kunst setzt.
Die offizielle Eröffnung findet am Dienstag, den 11. November 2025, um 18 Uhr im dritten Stock des Parlamentsgebäudes, direkt gegenüber der Traktorbar, im Beisein zahlreicher hochrangiger Gäste statt.
Die Schirmherrschaft übernehmen die deutschen Europaabgeordneten Sabine Verheyen, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, sowie Dr. Stefan Berger, Vorsitzender der CDU-NRW-Abgeordneten in der EVP-Fraktion in Brüssel. Gemeinsam mit Leon Löwentraut werden sie die Gäste begrüßen und in die Ausstellung einführen. Angefragt ist außerdem ein Grußwort des zuständigen Kommissars der Europäischen Kommission für Kultur, Glenn Micallef.
Leon Löwentraut – ein aufstrebender Stern am zeitgenössischen Kunsthimmel
Leon Löwentraut – ein aufstrebender Stern am zeitgenössischen Kunsthimmel Leon Löwentraut – Fotograf: Sebastian Drüen – Rechte: Leon Löwentraut
Der 1998 in Kaiserslautern geborene Künstler, der seit seinem siebten Lebensjahr malt, lebt und arbeitet heute hauptsächlich im Süden Portugals und am Niederrhein.
Der 27-Jährige gilt als Vorreiter einer neuen Generation von Künstlern, die der internationalen Kunstszene frischen Schwung verleiht. Seine Ausstellungseröffnungen sind bekannt für ihre außergewöhnliche Atmosphäre und starke mediale Resonanz.
Seine Werke wurden bereits in renommierten Museen wie dem Kunstforum Wien, der Biblioteca Nazionale Marciana in Venedig, dem Bayerischen Nationalmuseum in München, dem Osthaus Museum Hagen und dem Puschkin-Museum in St. Petersburg gezeigt. Ferner waren sie in bedeutenden Galerien und auf internationalen Kunstmessen zu sehen – unter anderem in New York, Miami, London, Madrid, Hamburg, Ibiza, Kopenhagen, Zürich und Paris sowie auf der Art Karlsruhe, der Art Miami, der Luxembourg Art Week, der Art Toronto und der Estampa Contemporary Art Fair Madrid. Aktuell präsentiert die Gerhardt-Braun-Gallery in Madrid eine große Solo-Ausstellung des Künstlers.
Seit 2020 ziert eines von Leon Löwentrauts Gemälden die Wandelhalle des Nordrhein-Westfälischen Landtags in Düsseldorf.
Das Wirtschaftsmagazin Forbes wählte ihn auf den dritten Platz der „30 under 30“ (die 30 wichtigsten Persönlichkeiten unter 30 Jahren).
Am 1. Dezember 2023 wurde ihm von der Ernst-Barlach-Gesellschaft Hamburg der Ernst-Barlach-Preis für Bildende Kunst verliehen.
Ausstellungsdaten:
Leon Löwentraut – The Global Goals
10.–13. November 2025
Europäisches Parlament
Ausstellungsfläche 3. Obergeschoss – gegenüber Traktor Bar
Etwa jeder vierte Einwohner der Niederlande hat (teilweise) Wurzeln außerhalb des Landes, laut Angaben von Statistics Netherlands (CBS). Gleichzeitig haben 72,1 Prozent der Bewohner beide Elternteile, die in den Niederlanden geboren wurden. Dieses Gleichgewicht und der „Reichtum“ der Vielfalt bilden den Ausgangspunkt für die neue Installation „REFLECTING DIVERSENESS“ des Studios mo man tai – ein Kunstwerk, das soziopolitische Statistiken in ein originales und visuelles Spektakel aus Licht und Reflexion(en) übersetzt.
In einem imposanten, theatralisch beleuchteten Raum liegt ein Feld von über 8.800 handgemachten Blumen, die aus übrig gebliebenem Acrylspiegelmaterial gefertigt sind. Jede Art von Blume repräsentiert eine Gruppe von Menschen, die in den Niederlanden leben: Zusammen bilden sie eine farbenprächtige Landschaft, die die Vielfalt der niederländischen Bevölkerung widerspiegelt.
“REFLECTING DIVERSITY” – Eine visuelle Übersetzung der Vielfalt der niederländischen Bevölkerung durch das Studio mo man tai (c) Studio mo man tai
Die Installation basiert auf aktuellen CBS-Daten zur Zusammensetzung der niederländischen Bevölkerung im Dezember 2024. Die größeren Gruppen kommen, relativ gesehen, aus der Türkei, Marokko, Indonesien, Suriname und EU-Ländern wie Polen, Deutschland und Belgien. Die Mehrheit der Bevölkerung – 72,1 Prozent von ihnen haben beide Elternteile, die in den Niederlanden geboren wurden – bildet die Basis der Wiese. Zwischen diesen blühen andere Blumenarten und zusammen bilden sie ein ausgewogenes und reichhaltiges Ganzes.
Besucher betreten einen Raum voller Farben und Spiegelungen, zehntausende Reflexionen, die von den mehr als 8.800 Blumen und Spiegelfragmenten erzeugt werden. Besucher machen normalerweise zuerst Fotos oder Selfies, bevor sie entdecken, dass hinter dem visuellen Spektakel eine zweite Ebene liegt: eine Art Konfrontation mit der statistischen Realität und eine Einladung zur Konversation.
Studio mo man tai glaubt, dass gerade diese neue, fast poetische Art der Datenpräsentation Gespräche anregt, Neugier weckt und Themen wie Vielfalt, Zusammenleben und Wandel eine neue Bedeutung verleiht.
REFLECTING DIVERSITY (c) Studio mo man tai
Die Installation besteht vollständig aus Restmaterial – kleinen Stücken von Acrylspiegeln, die sonst als Abfall enden würden. Durch geschicktes Laserschneiden, präzise Anordnungen und manuelle Montage werden diese Fragmente in einzigartige Blumenformen verwandelt. Zusammen in einem Feld platziert und sorgfältig beleuchtet, erzeugen sie ein dynamisches Spiel von Licht und Reflexion.
Das Label mo man tai ist bekannt für seine farbenfrohen Designprodukte und erkundet jedes Jahr während der Dutch Design Week sozialpolitische Themen durch selbstinitiierte Installationen. Diese Projekte bieten Raum, um neue Technologien, Materialien und Kooperationen zu erkunden, immer mit einem positiven und zugänglichen Ansatz.
REFLECTING DIVERSITY (c) Studio mo man tai
Die Installation besteht aus 175 nummerierten Box-Sets, von denen jedes 50 Blumen enthält, die die statistische Querschnittsbevölkerung der Niederlande genau repräsentieren. Nach der Ausstellung wird eine exklusive Anzahl von Box-Sets im Museumsshop des Fenix-Museums in Rotterdam und direkt über Studio mo man tai erhältlich sein. Jedes Set wird mit einem Echtheitszertifikat und zusätzlichen Hintergrundinformationen geliefert.
REFLECTING DIVERSITY (c) Studio mo man tai
Details zur Ausstellung:
Quelle: CBS – Einwohner mit Migrationshintergrund, 2024
Unterstützende Partner: Pyrasied, BIG impact, Fenix Kunstmuseum und Pennings Stiftung
Ort: Pennings Foundation, Geldropseweg 63, 5611 SE Eindhoven
Eröffnung: Freitag, 17. Oktober 2025, von 16:30 bis 19:00 Uhr.
Während der Dutch Design Week: 18.–26. Oktober 2025
Ausgestellt bis: 22. November 2025
Ausstellungen im Rahmen der Dutch Design Week
Während der Dutch Design Week (18.‒26. Oktober 2025) finden Sie Exponate des Designstudios auch an den folgenden Orten:
Quilted Mirror Objects – Kazerne – Home of Design, Paradijslaan 8, 5611 KN – DDW map No. E14
Inspiriert von traditionellen Quilt-Techniken kombiniert die Serie Quilted Mirror Objects Form, Farbe und Reflexionen, um bemerkenswerte Einrichtungsgegenstände zu schaffen. Die Kollektion verwandelt übrig gebliebenes Acrylspiegelmaterial in grafische Kompositionen und betont die Schönheit der Unvollkommenheit und Wiederverwendung.
Beren Op De Weg – Vor dem Domus Dela und Sectie-C, Daalakkersweg 2, 5641JA – DDW-Karte N0. H16
In diesen unsicheren und chaotischen Zeiten gibt es ein wachsendes Bedürfnis nach Beruhigung, nach unkomplizierten und freundlichen Konzepten … nach „Leichtigkeit“ (und Spaß). Was wäre, wenn Anti-Terror-Hindernisse in attraktive, einladende Objekte verwandelt werden könnten?
Über das Studio mo man tai
[mó, man, tai] (Kantonesisch) bedeutet ‚kein Problem‘ und ist das Designlabel und Studio von Ulrike Jurklies und Paul Bas. Beide Designer teilen eine Leidenschaft für Farben, Materialien und Haptik sowie die Suche nach neuen, kreativen und nachhaltigen Lösungen. Sie lieben es, sich „die Hände schmutzig zu machen“ und zu sehen, wie sich ein Design entwickelt. Visuelle Geschichten zu erzählen ist ihre Leidenschaft:
Es ist sehr bereichernd, den Zuschauer emotional mit Themen zu berühren, die wir aufgrund ihrer Relevanz für bedeutend halten oder haben können.“
Nach den gefeierten Erfolgen von MONETS GARTEN, VIVA FRIDA KAHLO und TUTANCHAMUN steht das UTOPIAin München nun erneut im Zeichen großer Kunst: Ab dem 15. Oktober lädt das Ausstellungserlebnis VINCENT: ZWISCHEN WAHN UND WUNDER in München auf eine Reise in die ebenso farbenreiche wie ambivalente Welt des legendären Künstlers ein. Die multisensorische Show inszeniert die letzten Lebensjahre von Vincent van Gogh als emotionales Erlebnis und bringt den genialen Maler sowie seine ikonischen Werke eindrucksvoll zum Strahlen.
Multisensorisches 360-Grad-Erlebnis
VINCENT: ZWISCHEN WAHN UND WUNDER – Die multisensorische Show startet 15. Oktober 2025 im UTOPIA in München
Als 360-Grad-Erlebnis wirft die immersive Show einen neuen Blick auf die finale Schaffensperiode des Künstlers und entführt die BesucherInnen in die französischen Städte Arles, Saint-Rémy und Auvers-sur-Oise. Dort entstehen zwischen 1888 und 1890 jene Werke, die heute zu den berühmtesten der Kunstgeschichte zählen.
Ich träume mein Bild, und dann male ich meinen Traum.“ (Vincent van Gogh)
Im Mittelpunkt dieser eindrucksvollen Inszenierung steht die enge Verbindung zwischen dem Maler und seinem Bruder Theo – Freund, Förderer und die wohl bedeutendste Konstante in Vincents Leben. Der intensive Briefwechsel der Brüder ist historisch belegt und bildet die Grundlage der Ausstellungserzählung.
Über einhundert Briefe voller Gedanken, Zweifel und Hoffnung öffnen ein Fenster zu Vincents innerer Welt und laden dazu ein, diesen außergewöhnlichen Künstler nahezukommen, der mit jedem Pinselstrich gegen das Dunkel seines Lebens anmalte. Die BesucherInnen tauchen tief in van Goghs Gedankenwelt ein und erleben, wie seine Ängste und Sehnsüchte in Briefen, Skizzen, Gemälden und Geschichten greifbar werden.
Im Showroom, dem Herzstück der Ausstellung, werden die BesucherInnen förmlich in die faszinierende Welt des Malers hineingezogen. Sie flanieren an der Seite des Ausnahmekünstlers zur „Caféterrasse am Abend“, stehen unter dem funkelnden Himmel der „Sternennacht“ und lassen sich ganz vom leuchtenden Gelb der „Sonnenblumen“ einhüllen. Während aufwändige Rundumprojektionen berauschende Farbwelten voller Emotionen schaffen und van Goghs Werke auf eine bisher unbekannte Weise erlebbar machen, bewegen sich die BesucherInnen frei im Raum. Sie lauschen dabei den Gedanken des zerrissenen Künstlers, spüren seine Zweifel und seine unerschütterliche Leidenschaft, das Leben in Farbe zu fassen.
Im Showroom werden die BesucherInnen förmlich in die faszinierende Welt des Malers hineingezogen (c) VINCENT – Zwischen Wahn und Wunder_Alegria_Exhibition
Mit modernster Technik werden van Goghs Werke auf bis zu 10 Meter breite und über 5 Meter hohe Flächen in der Ausstellungshalle projiziert. Dies ist ein visuelles Gesamterlebnis, das seine unverkennbaren Farben und Pinselstriche in vibrierendem Licht neu inszeniert. Originalzitate aus seinen Briefen begleiten das visuelle Schauspiel und schaffen Nähe zu einem Künstler, dessen Werk bis heute tief berührt. Ein eigens kuratierter Soundtrack ergänzt die immersive Welt akustisch – so entsteht ein sinnliches, multimediales Erlebnis.
Die Ausstellung wird mit einem eigens kuratierten Soundtrack untermalt – so entsteht ein sinnliches, multimediales Erlebnis. (c) VINCENT – Zwischen Wahn und Wunder_Alegria_Exhibition
Dieser fesselnde Dialog zwischen Kunstgeschichte und Gegenwart lädt dazu ein, einen Blick in die Seelenwelt des großen Meisters zu werfen und seine Werke mit allen Sinnen neu zu entdecken. Ein Erlebnis, das nicht nur Fans des niederländischen Malers begeistert, sondern alle, die Kunst spüren, erleben und mit ihr interagieren möchten, um so für einen Moment dem Alltag zu entfliehen.
VINCENT: ZWISCHEN WAHN UND WUNDER ist eine intensive Begegnung mit dem Feuer der Farben im Herzen eines zerrissenen Genies.
Der Mensch hinter dem Mythos
Vincent van Gogh zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Post-Impressionismus und hat die Kunstwelt mit seinen expressiven Bildern tief beeinflusst. Erst im Alter von 27 begann er ernsthaft zu malen, nachdem er zuvor unter anderem als Buchhändler, Lehrer und Laienprediger gearbeitet hatte.
Sein Leben war geprägt von existenziellen Krisen, familiären Konflikten und gesundheitlichen Rückschlägen. Doch inmitten dieser Unruhe fand er in der Kunst eine Sprache, deren Buchstaben und Worte die Farben waren. So schrieb er, dass er „sich durch strahlende, gut angeordnete, prächtige Farbe rächen“ wollte, wenn er sich hässlich, alt, böse, krank oder arm fühlte.
Kunst als Lebensquelle
Die Jahre in Arles, Saint-Rémy und Auvers-sur-Oise waren von Krankheit und Isolation geprägt – aber auch von Hoffnung. In dieser kurzen Zeit entstanden über 300 Werke, darunter einige seiner berühmtesten Gemälde. Für Vincent van Gogh war das Malen kein Zeitvertreib, es war ein Überlebensakt. In einem Brief an seinen Bruder Theo schrieb er eindringlich:
Ich sage es noch einmal – man muss gegen die Gleichgültigkeit arbeiten. Durchzuhalten ist nicht einfach – aber was einfach ist, ist auch nicht viel wert.“
Farbe wurde für ihn zum Ventil, Licht zur Kraftquelle gegen das Dunkel seiner Seele. Vincent van Goghs Kunst ist ungefiltert, roh und radikal subjektiv – ein offenes Fenster in seine Gedanken- und Gefühlswelt.
Zwischen Licht und Schatten
Als Vincent van Gogh sich im Juli 1890 in Auvers-sur-Oise das Leben nahm, hatte er nur ein einziges Bild verkauft. Er starb in dem Glauben, gescheitert zu sein. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod wurde die Bedeutung seines Werks erkannt. Heute gilt van Gogh als einer der bedeutendsten Maler der Moderne. Seine Briefe an Theo waren voller Zweifel, Leidenschaft und tiefer Bruderliebe und liefern faszinierende Einblicke in den Menschen hinter der Leinwand. Seine Bilder berühren bis heute, weil sie viel mehr zeigen als funkelnde Sternenhimmel und die blühenden Felder der Provence: Sie zeigen die Seele eines Menschen, der nie aufgehört hat, für das Schöne zu kämpfen.
Vincent van Goghs Werk heute
Bilder von Vincent van Gogh erzielen heute Höchstpreise auf dem internationalen Kunstmarkt. 2022 wurde sein Gemälde „Obstgarten mit Zypressen“ (Verger avec cyprès) für beeindruckende 117,18 Millionen US-Dollar versteigert – ein neuer Rekordwert für van Gogh. Seine Werke hängen in den bedeutendsten Museen der Welt, darunter das MoMA in New York und das Van-Gogh-Museum in Amsterdam.
Letzteres beherbergt mit über 200 Gemälden und 500 Zeichnungen die umfassendste Sammlung. Von den Nachkommen von Vincent van Gogh besitzt heute niemand mehr eines seiner Werke. Theos Sohn übergab den wertvollen Nachlass 1973 als Leiter der Vincent-van-Gogh-Foundation dem Van-Gogh-Museum in Amsterdam. Die Familie entschied sich damit bewusst, Vincents Kunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, statt sie zu vererben.
Mit der Ausstellung „Echopraxia“, die der Kunstverein Kiss e.V.vom 22. August bis zum 23. November 2025 im Schloss Untergröningen zeigt, werden gleich zwei Premieren gefeiert:
Zum einen arbeiten seit über einem Jahr junge KünstlerInnen an einem experimentellen und einmaligen Kunstprojekt, das erstmalig präsentiert wird. In Verbindung dazu werden spektakuläre Positionen der klassischen Moderne gezeigt: Unter anderem Werke von Pablo Picasso, Ida Kerkovius, Wassily Kandinsky oder Francisco de Goya.
Sechzig KünstlerInnen hat der Kurator Jan-Hendrik Pelz ausgewählt und eingeladen, um die Räume des Schloss Untergröningen in eine „Echokammer der Kunst“ zu verwandeln. Pelz, der neben seiner kuratorischen Tätigkeit selbst als Künstler arbeitet, beschreibt die Thematik der Kunstschau als „Blick auf einen Motor des Kunstschaffens.“
ECHOPRAXIA Bildverwandtschaften als Schaffensprinzip
Aufgezeigt werden soll die künstlerische Inspiration, die für Kunstschaffende von Werken der anderen ausgeht, seien es Arbeiten der Zeitgenossen oder die der Künstler längst vergangener Zeiten. Laut Pelz zieht sich die Bezugnahme, Inspiration und Verarbeitung künstlerischen Schaffens wie ein roter Faden durch die Kunstgeschichte und schafft „den Kitt, der diese zusammenhält“.
Bild-Zitate sind eine bekannte Methode, mit der seit Jahrhunderten künstlerisch gearbeitet wird. So nennt der Kurator als Beispiel das Werk „Die Erschießung der Aufständischen“ des Spaniers Francisco de Goya, das dieser 1814 als kriegskritischen Kommentar gemalt hatte. Pablo Picasso griff dieses Motiv in seinem Werk „Massaker in Korea“ 1951 wieder auf, indem er das Motiv und die Bildkomposition übernahm und in seinen eigenen Stil übertrug. Seitdem wurde das Bildmotiv
unzählige Male von verschiedenen Künstlern übernommen, weiter interpretiert und zitiert. So auch von der Stuttgarter Malerin Friederike Just, deren Gemälde „Halt“ von 2024 in der Ausstellung zu sehen sein wird.
Es soll jedoch nicht ausschließlich um Bildzitate gehen, sondern um weitaus mehr. So erklärt Pelz:
Mit der Schau möchte ich nicht nur aufzeigen, wie sich bestimmte Motive und Themen bis heute durch die Kunstgeschichte bewegen, sondern vielmehr eine Bühne für ein großes, künstlerisches Experiment eröffnen.“
Zwölf Kunstschaffende, die Pelz zwinkernd „Echoloten“ nennt, haben sich vor über einem Jahr zusammengetan und sich in einem fortlaufenden Arbeitsprozess
untereinander inspiriert und motiviert. Es entstand eine Vielzahl von Arbeiten, die sich gegenseitig aufeinander beziehen: Sei es in Bezug auf die Farbigkeit und Formensprache, oder auch auf die Komposition und Thematik. So entsteht ein „Netzwerk oder Geflecht von Kunstwerken“, wie Pelz es nennt, „durch die sich ein spielerischer Ansatz von Wiedererkennbarkeit zieht. Das ist sehr spannend!“
Ein weiterer Teil des Gesamtkonzepts sind die Werke von Künstlern, die das Schaffen der heutigen Generation immer noch prägen.
Dies sind Positionen, deren Kunstwerke fest im Kanon des allgemeinen Bildgedächtnisses verankert sind.“
erzählt der Kurator und bekommt dabei leuchtende Augen.
Dabei sind wunderbare Papierarbeiten von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky oder Alexej von Jawlensky. Eine großartige Kohlezeichnung von Otto Dix und spannende Werke von Ida Kerkovius, Willi Baumeister oder Francisco de Goya. So etwas einmal in Händen zu halten, ist schon etwas ganz Besonderes.“
Die Kunstwerke stammen als Leihgaben aus den Sammlungen verschiedener Kunstmuseen und öffentlichen sowie privaten Sammlungen. Und damit ein absoluter Glücksfall für den Kunstverein Kiss e.V: „So etwas hat es hier noch nie gegeben!“.
Für die Ausstellung hat eine Gruppe der teilnehmenden KünstlerInnnen über ein Jahr lang im engen Austausch miteinander gearbeitet. Dabei entstanden Kunstwerke, die sich aufeinander beziehen und sich wie ein roter Faden durch die gesamte Konzeption ziehen und diese zusammenhalten.
Aber auch die zeitgenössische Kunst kommt nicht zu kurz: Neben dem experimentellen Ansatz der Vernetzung von KünstlerInnen aus der Region werden auch Werke zeitgenössischer Größen wie Georg Baselitz, Jenny Holzer, Cindy Sherman, Christian Jankowski oder Daniel Richter gezeigt.
„So eine Ausstellung zu kuratieren, war schon immer mein Traum!“, erzählt Pelz, der selbst als Konzeptkünstler und Maler kein unbeschriebenes Blatt im Kunstbetrieb ist. Bis 2015 hat er an der Staatlichen Kunstakademie in Stuttgart studiert und als Meisterschüler von Prof. Christian Jankowski und der Kunsthistorikerin und Kuratorin Dr. Anne Vieth zahlreiche Stipendien und Kunstpreise gewonnen. 2022 zeigte er sein Projekt „An Inner Place“ im ruruHaus der Documenta in Kassel.
ECHOPRAXIA nähert sich thematisch einer essenziellen Praxis des künstlerischen Schaffens und zeigt dabei Verbindungen auf, die sonst oft verborgen bleiben. Mit herausragenden Exponaten sowie fesselnden jungen Positionen sind sie ein Muss für alle Kunstfans und sind spektakulär sowie unbedingt sehenswert!
Teilnehmende KünstlerInnen
Min Bark, Georg Baselitz, Willi Baumeister, Nina Joanna Bergold, Roland Boden, Mike Bouchet, Ulla von Brandenburg, Holger Bunk, Leandro Cultraro, Márton Dés, Otto Dix, Simone Eisele, Andrea Eitel, Marco Faisst, Kai Fischer, Wolfgang Ganter, Letzte Generation, Maria Gideon, Francisco de Goya, Johannes Grützke, Anette C. Halm, Pablo Helguera, Gabriel Hensche, Birgit Herzberg-Jochum, Adolf Hölzel, Jenny Holzer, Sarah Huber, Fabian Hübner, Karl Hans Janke, Christian Jankowski, Alexey von Jawlensky, Cinyi Joh, Friederike Just, Wassily Kandinsky, Cassy Dee Katzenwut, Ida Kerkovius, Byung Chul Kim, Mimi Kohler, Carlo Krone, Markus Lüpertz, Anja Luithle, Jörg Mandernach, Johanna Mangold, Teresa Margolles, Marcus Neufanger, Wolfgang Neumann, Florence Obrecht, Blerta Osmani, Jan-Hendrik / Paula Pelz, Pablo Picasso, Daniel Richter, Pipilotti Rist, Marco Schmitt, Margrit Schulz, Cindy Sherman, Tejzt, Fabian Treiber, Nigatu Tsehay, Tzusoo, Tesfaye Urgessa, Valo Valentino, Wolf Vostell
Kunst im Schloss Untergröningen e.V.
Schloss
73434 Abtsgmünd – Untergröningen
Leon Löwentraut gilt als das Gesicht einer neuen Künstlergeneration, die der internationalen Kunstszene frischen Schwung verleiht. Bereits seit seinem 7. Lebensjahr malt der talentierte Künstler, der innerhalb weniger Jahre weltweit Bekanntheit erlangte. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbeswählte ihn 2020 auf Platz 3 seiner prestigeträchtigen Liste „30 under 30“ für bedeutende Nachwuchstalente.
Die Bilder von Leon Löwentraut begeistern und polarisieren gleichermaßen – sowohl das Publikum als auch die Medien. Seine Werke, die zwischen 20.000 und 70.000 Euro gehandelt werden, wurden bereits in renommierten Museen und Galerien weltweit ausgestellt, darunter in New York, London, Kopenhagen, Madrid und Zürich.
Die Ausstellungseröffnungen des Künstlers Leon Löwentraut entwickelten sich zu internationalen Höhepunkten der Kunstwelt. Nun präsentiert der hauptsächlich in Portugal lebende und arbeitende Maler Leon Löwentraut seine neue Werkserie in der Solo-Show „LANDSCAPES“in Madrid – eine spannende Verbindung zwischen traditioneller Kunstfertigkeit und modernem Ausdruck.
LANDSCAPES in Madrid: neue Werkserie im Fokus
Im Herzen von Madrid präsentierte der Künstler Leon Löwentraut seine neue Werkserie „LANDSCAPES“ in der neu eröffneten Gerhardt Braun Gallery.
Nach drei Jahren widmet die Gerhardt Braun Gallery in Madrid dem jungen deutschen Künstler Leon Löwentraut wieder eine Einzelausstellung. Die im schicken Salamanca-Viertel beheimatete Galerie zeigt zwölf ausgewählte Acryl-Arbeiten aus der Serie „Landschaften“ sowie acht seiner berühmten Kohlezeichnungen. Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen des Madrid Gallery Weekend (11.–14. September 2025) statt.
Leon Löwentraut: Landscape (Sardegna) | 190×190 Alle Rechte bei Leon Löwentraut. Dieses Foto wurde uns zur Verfügung gestellt von der Gerhardt Braun Gallery.
Die LANDSCAPES-Serie markiert einen bedeutenden Entwicklungsschritt im künstlerischen Schaffen von Leon Löwentraut. Galerist Gerhardt Braun betont:
„Die Werkschau gibt einen umfangreichen Überblick über das aktuelle Schaffen von Leon Löwentraut“.
Inspiriert wurden die abstrakten Landschaftsbilder des 27-Jährigen durch seine Reisen nach Südfrankreich, Sardinien und Tansania, aber auch durch seine Arbeit in seinem Atelier im Süden Portugals, wo er seit vier Jahren lebt.
Beim Malen vergesse ich alles um mich herum – manchmal habe ich das Gefühl, zu fliegen“,
erklärte Leon Löwentraut passend zu einer früheren Rauminstallation aus dem Jahr 2022. Dieses Gefühl wurde durch 3D-Scans, Motion-Capture-Technologie und sogar Messungen seiner Hirnströme während des Malprozesses für die Besucher erfahrbar gemacht.
Die Hochschule Kaiserslautern erteilte dem Düsseldorfer Künstler für das Wintersemester 2021/2022 einen Lehrauftrag im Studiengang Virtual Design. Thema „Future Exhibition Design“. Ziel war es, intelligente Inszenierungsformate für den Kunstsektor zu entwickeln, um analoge Kunst mit digitalen Möglichkeiten greifbarer zu machen. Entstanden ist die interaktive Rauminstallation „VOLAR“, die den Schaffensprozess für Besucher sinnlich nachvollziehbar darstellt. „VOLAR“ wurde 2022 in eben dieser Gerhardt Braun Gallery in Madrid präsentiert.
2023 gab es für das Projekt „Volar“ vom Art Directors Club (ADC) gleich Doppelgold (Hintergrund: Im ADC-Wettbewerb werden jährlich die kreativsten Arbeiten im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.).
Leon Löwentraut: Zwischen Tradition und Moderne
Der künstlerische Stil von Leon Löwentraut bewegt sich in einem fesselnden Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Er selbst beschreibt seine Malerei als „expressiv-abstrakt“ mit kraftvollen Farben. Seine farbenfrohen, großformatigen Werke zeigen deutliche Einflüsse von Pablo Picasso, Henri Matisse, Jean-Michel Basquiat und Jackson Pollock.
Am 1. Dezember 2023 wurde Leon Löwentraut von der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg der Ernst Barlach Preis für Bildende Kunst verliehen. Alle Rechte bei Leon Löwentraut. Dieses Foto wurde uns zur Verfügung gestellt von der Gerhardt Braun Gallery.
Löwentrauts Werke entstehen spontan und impulsiv. Der Künstler malt am liebsten auf dem Boden, mit vollem Körpereinsatz, begleitet von lauter Musik – Techno, Soul, Klassik. Seine Themen sind vielfältig, beschäftigen sich mit dem Menschen und dem Zwischenmenschlichen und geben Einblick auf Löwentrauts Sicht auf die Welt.
Neben seinen farbig expressiven Gemälden und seinen aufsehenerregenden Kunstaktionen gehören seine virtuosen Kohlezeichnungen – Kohlekreide auf Büttenpapier -, die erstmals 2020 der Öffentlichkeit präsentiert wurden, sowie Bronze- und Edelstahl-Skulpturen zu seinem künstlerischen Repertoire.
Besonders bemerkenswert ist Löwentrauts Fähigkeit, traditionelle Kunstformen neu zu interpretieren. In früheren Ausstellungen setzte er sich mit der Formensprache der Renaissance und des Barock auseinander, darunter die Werke des spanischen Hofmalers Diego Velázquez. Zudem griff er die im 15. Jahrhundert populäre Bildform des Tondos (Rundbild) auf.
Seine Kompositionen zeichnen sich durch übereinander gelagerte Schichten aus. Auf leuchtenden Farbflächen platziert er Figuren und darüber wiederum vielfältige Linien, Striche und Kurven.
Ich rede nicht gerne über meine Gefühle. Aber auf der Leinwand kann ich mich ausdrücken“,
Trotz Ablehnung durch die Düsseldorfer Kunstakademie entwickelte Löwentraut seinen eigenen Weg. Sein Malstil hat sich allerdings verändert: Die neueren Bilder sind nicht mehr so bunt wie in den vergangenen Jahren. Am liebsten malt er nachts, begleitet von klassischer Musik, und wenn er einmal begonnen hat, arbeitet er meist ohne Unterbrechung bis zur Vollendung.
Internationale Präsenz und gesellschaftliche Botschaften
Die weltweite Anerkennung von Leon Löwentraut spiegelt sich in zahlreichen internationalen Ausstellungen wider. Seine Werke wurden bereits in New York, London, Berlin, Florenz, St. Petersburg, Kopenhagen und Singapur präsentiert. Bei seiner Ausstellung in Singapur waren die Bilder innerhalb von nur zwei Stunden komplett ausverkauft.
Der 27-Jährige gilt als Vorreiter einer neuen Künstler- und Sammlergeneration, die der Szene frischen Schwung verleiht. Seine Ausstellungseröffnungen gelten als spektakulär. Auf Instagram hat der junge Ausnahmekünstler weit über eine Million Follower.
Seine Gemälde wurden bereits in Museen wie u. a. dem Kunstforum Wien, der geschichtsträchtigen Biblioteca Nazionale Marcianain Venedig, dem Bayerischen Nationalmuseum in München, dem Osthaus Museum in Hagen, dem Puschkin-Museum in St. Petersburg sowie in Galerien, zum Beispiel in New York, Miami, London, Madrid, Hamburg, Ibiza, Kopenhagen, Zürich und Paris, gezeigt.
Auch auf bedeutenden Kunstmessen wie der Art Karlsruhe, der Art Miami, der Luxembourg ART WEEK, der Art Toronto sowie der Estampa Contemporary Art Fair Madrid werden seine Werke präsentiert.
Seit 2018 schmückt eines von Leon Löwentrauts Bildern die Wandelhalle des NRW-Landtags.
Besonders bemerkenswert ist Löwentrauts Engagement für gesellschaftliche Themen. Im Rahmen des von der UNESCO unterstützten Projekts #Art4GlobalGoals interpretierte er die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen künstlerisch. Seine Bilder thematisieren unter anderem Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Bildung.
Das Global Gate – eine der imposantesten mobilen Kunstinstallationen der Welt – stellt dabei einen Höhepunkt dar. Dieses 21 Meter hohe und 24 Meter breite Kunstwerk wurde zunächst am Frankfurter Flughafen und später vor dem Burj Khalifa in Dubai präsentiert. In den fünf Durchgängen des torbogenartigen Bauwerks werden die Nachhaltigkeitsziele in zwölf verschiedenen Sprachen erklärt.
Während der Corona-Pandemie verwandelte Löwentraut zudem den Düsseldorfer Fernsehturm mit einer beeindruckenden Lichtinstallation in ein Mahnmal. Darüber hinaus unterstützte er auf der „Sylt Art Fair“ gemeinsam mit seinem Galeristen junge Künstler, die von den Corona-Einschränkungen besonders betroffen waren.
LANDSCAPES: von zwischenmenschlichen Begegnungen zur Mutter Natur
In seinen figurativ-abstrakten Arbeiten thematisiert Leon Löwentraut vorwiegend zwischenmenschliche Begegnungen und Beziehungen. In der zweiten Solo-Show nach 2022 in Madrid geht es nun um den Blick des Künstlers auf die Natur, mit der wir, so Löwentraut, nicht immer sorgsam genug umgehen. Auch in dieser Serie bleibt die Löwentraut-Handschrift unverkennbar.
Wichtige Infos zur Ausstellung:
Gerhardt Braun Gallery
Calle Claudio Coello 72
28001 Madrid
Dauer der Ausstellung: 11. September bis Mitte Dezember 2025.
Öffnungszeiten der Galerie: Montag bis Samstag 11 – 20 Uhr
Retrospektiv kann gesagt werden: Nam June Paik war seiner Zeit weit voraus und prägte den Begriff „Information Superhighway“, als das Internet noch kaum mehr als eine vage Idee war. Der 2006 verstorbene Künstler, ein Jahr bevor das erste iPhone auf den Markt kam, hinterlässt ein aussagekräftiges und vielschichtiges Erbe, das nun erstmals umfassend dokumentarisch beleuchtet wird.
Am 11. September 2025 ist der Kinostart der filmischen Biografie des Videokünstlers mit dem Titel NAM JUNE PAIK: MOON IS THE OLDEST TV.
Darin beschäftigt sich die koreanisch-amerikanische Filmemacherin Amanda Kim mit Nam June Paiks Werdegang – vom Studium in München und den harten Absagen am Anfang seiner Karriere bis hin zum Erfolg des TV-Buddhas und Paiks Kanonisierung als Vater der Videokunst. Faszinierendes Archivmaterial von sämtlichen Paik-Werken und Interviews mit vielen seiner Zeitgenoss:innen sorgen für ein gelungenes, rundes Porträt eines bahnbrechenden Künstlers, der das Internet quasi hervorsagen konnte. Realisiert und vertrieben wird die Produktion von GRANDFILM, einem unabhängigen Filmverleih für künstlerisch wertvolles Kino.
Geboren im japanisch besetzten Korea, musste Paik mit seiner Familie 1950 aufgrund des Koreakrieges aus dem Land fliehen – ein Umstand, der sein künstlerisches Schaffen nachhaltig beeinflusste. Seine ersten Werke, darunter die Ausstellung „Exposition of Music-Electronic Television“ in Westdeutschland 1963 mit manipulierten Fernsehgeräten, wurden zunächst nicht mit Anerkennung beschenkt.
Dennoch entwickelte er sich in den folgenden zehn Jahren rasant weiter und schuf ikonische Installationen wie TV Buddha, die heute weltweite Anerkennung genießen. Seine Bedeutung als Video-Künstler, Technologie-Visionär und Schöpfer von raumhohen Fernsehturm-Skulpturen war bisher nicht vollständig dokumentarisch aufgearbeitet worden.
TV-Buddha – ikonische Video-Installation von Nam June Paik aus dem Jahr 1974 Copyright: Grandfilm
Daher stellt die in Kürze in Deutschland erscheinende Kinoproduktion einen ersten Meilenstein dar, sein Werk einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mit bemerkenswertem Erfolg, denn allein in Südkorea verfolgten 6 Millionen Menschen die einstündige Sondersendung.
Nam June Paiks künstlerische Philosophie
Die künstlerische Vision von Nam June Paik entstand aus einer komplexen Beziehung zur Technologie seiner Zeit. Er war nicht einfach nur ein Anwender neuer Medien. Vielmehr verstand er sich als kritischer Gestalter aufkommender elektronischer Möglichkeiten.
Technologie als Werkzeug und Kritikobjekt
Paik erkannte früh das kreative Potenzial des Fernsehens und strebte danach,
den TV-Bildschirm so präzise wie Leonardo, so frei wie Picasso, so farbenfroh wie Renoir und so tiefgründig wie Mondrian zu gestalten“.
Seine Experimente mit manipulierten Fernsehgeräten begannen 1963, als er Bilder mittels Magneten verzerrte und die Verkabelung veränderte. Dabei wollte er keineswegs nur neue ästhetische Erfahrungen schaffen, sondern vielmehr die Technologie „vermenschlichen“ und ihre intime Verbindung zum menschlichen Körper offenlegen.
Ein junger Nam June Paik in seiner Kreativwerkstatt Copyright: Grandfilm
In seinem Werk „Robot K-456″ von 1964 schuf Paik eine absichtlich schlampig wirkende humanoide Figur, die laufen, Geräusche abspielen und sogar urinieren konnte. Bei einer Ausstellung im Whitney Museum ließ er den Roboter auf der Madison Avenue von einem Auto anfahren. Dies war ein inszeniertes Ereignis, durch das er die Fähigkeit der Technologie, sowohl zu helfen als auch zu schaden, thematisierte.
Ich benutze Technologie, um sie zu hassen“
Dieser berühmte Ausspruch Paiks verdeutlicht seine ambivalente Haltung. Für ihn war das Fernsehen ein „diktatorisches Medium“, bei dem die Oberen zu den Unteren sprechen, die nur zuhören und „Ja“ antworten können. „Ich denke, zurückzureden ist das, was Demokratie bedeutet“, erklärte er und verstand seine Kunst als Versuch, „mit dem Fernsehen in einen Dialog zu kommen“.
Obwohl Paik die Unterhaltung und Popkultur liebte, nahm er sie in seine Arbeit auf und veränderte sie grundlegend. Er strebte danach, Telekommunikationstechnologien für die Verbreitung von Kunst zu nutzen und Zusammenarbeit über weite Entfernungen zu ermöglichen.
Humor als Mittel zur Provokation
Als zentraler Akteur der Fluxus-Bewegung setzte Paik Humor strategisch ein, um traditionelle Werte der Gesellschaft und institutionelle Kunst in Frage zu stellen. Seine spektakulären und provokanten Performances gelten als repräsentative Werke dieser Strömung. Dabei stellte er bestehende Rahmenbedingungen kontinuierlich in Frage und präsentierte durchdachte, revolutionäre Ideen auf humorvolle Weise.
Für Paik war Humor nicht nur Unterhaltung, sondern ein wirksames Mittel im Umgang mit zeitgenössischen Themen. Seine witzigen, aber dennoch revolutionären Angriffe gegen Institutionen, Regeln und Normen schufen Raum für Veränderung.
Denn wie schwer, wie schwierig die Situation auch sein mag, Humor könnte auf irgendeine Weise Raum für Veränderung schaffen“,
könnte sein Vermächtnis lauten.
Nam June Paik und John Cage, Ausschnitt aus der Filmbiografie „NAM JUNE PAIK: MOON IS THE OLDEST TV“ Copyright: Grandfilm
Die wichtigsten Werke im Überblick
Nam June Paiks bahnbrechende Kunstwerke definierten das Verhältnis zwischen Mensch und Technik neu. Als „Vater der Videokunst“bekannt, schuf er Installationen, die bis heute die Medienlandschaft beeinflussen.
TV-Buddha und die Verbindung von Ost und West
TV Buddha (1974) zählt zu Paiks ikonischsten Installationen. Eine Buddha-Statue betrachtet ihr eigenes Abbild auf einem Fernsehbildschirm, aufgenommen von einer Kamera in Echtzeit. Diese geschlossene Schleife symbolisiert die Selbstreflexion in einer medienvermittelten Welt. Während der Buddha – Symbol östlicher Weisheit – sich selbst im westlichen Medium Fernsehen betrachtet, entsteht eine kulturelle Brücke.
Bemerkenswert dabei: Wenn Betrachter sich dem Bildschirm nähern, erscheinen sie ebenfalls im Bild, wodurch Paik eine „elektronische Umgebung, die nicht abgeschlossen ist und die Teilnahme des Publikums anregt“, erschuf.
Global Groove und die Demokratisierung der Medien
Mit Global Groove (1973) kreierte Paik ein wegweisendes Werk früher Videokunst. Diese 28-minütige elektronische Collage beginnt mit den prophetischen Worten: „Dies ist ein Blick in die Video-Landschaft von morgen, wenn Sie zu jedem Fernsehsender der Erde umschalten können“. Produziert mit John Godfrey im WNET-Studio, vermischt das Werk traditionelle koreanische Tänze mit amerikanischem Rock, japanische Pepsi-Werbung mit Navajo-Gesang sowie Auftritte von John Cage und Allen Ginsberg.
Technisch revolutionär war der Einsatz des von Paik mit Shuya Abe entwickelten Video-Synthesizers, der visuelle Effekte erzeugte, die dem heutigen Video-Mashup ähneln.
Electronic Superhighway: Eine Vision wird Realität
Electronic Superhighway: Continental U.S., Alaska, Hawaii (1995) verkörpert Paiks Vision eines globalen Kommunikationsnetzwerks. Die gigantische Installation besteht aus 336 Fernsehgeräten, 50 Videoplayern, über 1.100 Metern Kabel und 175 Metern mehrfarbiger Neonröhren.
Jeder US-Bundesstaat wird durch Neonlinien umrissen und zeigt spezifische Videoclips – etwa Szenen aus „Oklahoma!“ für Oklahoma oder Aufnahmen der Bürgerrechtsbewegung für Alabama. Für Washington, D.C. installierte Paik eine Kamera, die Besucher in Echtzeit zeigt – ein Hinweis darauf, wie Medien unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung prägen.
Nam June Paik’s Werke in Museen weltweit
Paiks Einfluss spiegelt sich in der weltweiten Präsenz seiner Werke wider. Das Solomon R. Guggenheim Museum beherbergt TV Garden (1974/2000), eine Installation, in der Monitore zwischen lebenden Pflanzen Global Groove abspielen. Im Smithsonian American Art Museum befindet sich neben Electronic Superhighway auch Megatron/Matrix (1995).
Seine Arbeiten sind zudem in Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, der National Gallery of Australia und des Reina-Sofia-Museums in Madrid vertreten. Die jüngste Wanderausstellung „The Future Is Now“ begann 2019 in der Londoner Tate Modern und gastierte im Stedelijk Museum Amsterdam und dem San Francisco Museum of Modern Art.
Ein Leben zwischen Kulturen und Systemen
Das fragmentierte Leben von Nam June Paik spiegelt die politischen Brüche des 20. Jahrhunderts wider. Als Kind im japanisch besetzten Korea erlebte er, wie Lehrer Schüler zur „Reue“ zwangen, wenn sie ihre Muttersprache sprachen.
Identität als Koreaner, Amerikaner, Weltbürger
Als „Bürger Koreas, einer Minderheitsnation im Minderheitskontinent“ bezeichnete sich Paik selbst als „notwendigerweise zynischer Beobachter“, der während „18 Jahren des Wanderns von Hongkong über Kairo bis Reykjavik“ drei westliche und drei östliche Sprachen erlernte. Diese Grenzgänger-Existenz machte ihn „besonders sensibel für das Ost-West-Problem“. Nach seiner Flucht während des Koreakrieges lebte er mehr als drei Jahrzehnte im Ausland und beschrieb sein tägliches Leben als „Kommunikationsproblem“.
Künstlerische Reaktion auf politische Systeme
Paiks Werke wie „Guadalcanal Requiem“ (1977/1979) und „Good Morning Mr. Orwell“ (1984) zeigen deutlich seine politische Haltung. Die live ausgestrahlte Sendung „Good Morning Mr. Orwell“ wurde gleichzeitig in den USA, Frankreich, Deutschland und Südkorea gezeigt – als Gegenentwurf zu George Orwells dystopischen Projektionen. Dabei war Paik überzeugt, dass Technologie und Rockmusik die größte Bedrohung für den Staatskommunismus darstellten.
Rückkehr nach Korea und Angst vor Repression
Bei seiner Rückkehr nach Korea 1984 wirkte Paik ungewöhnlich ängstlich und unsicher darüber, wie er empfangen würde. Dennoch wurde er wie ein Nationalheld begrüßt. Diese Heimkehr inspirierte eine neue Phase der Introspektive.
Für die Olympischen Sommerspiele 1988 schuf er eine Auftragsarbeit und nutzte anschließend seine internationalen Kontakte, um Korea mit der Welt zu verbinden. Er engagierte sich für die Gründung der Gwangju Biennale 1995 und des koreanischen Pavillons bei der Biennale von Venedig.
Einfluss auf heutige Medienkultur
Paiks prophetische Visionen der Medienlandschaft manifestieren sich heute deutlicher denn je. Seine experimentellen Videocollagen der 1970er Jahre nahmen die visuelle Sprache unserer digitalen Gegenwart vorweg.
Von MTV bis TikTok: Paiks visuelle Sprache lebt weiter
Der „Vater der Videokunst“ prägte mit seinen schnellen Schnitten und psychedelischen Farben die Ästhetik von MTV. Sein 1973 erschaffenes Werk Global Groove antizipierte jedoch weit mehr – nämlich eine Welt, in der „jeder Künstler seinen eigenen Kanal haben würde“ – eine präzise Vorhersage von YouTube und sozialen Medien. Junge Content-Creator zeigen sich heute verblüfft, wenn sie entdecken, dass Paik bereits in den 70er Jahren Techniken anwandte, die sie für originell hielten.
Rezeption in der Popkultur
Paiks Satelliten-Produktionen erreichten ein Millionenpublikum – allein „Good Morning Mr. Orwell“ wurde von 25 Millionen Menschen weltweit gesehen. Er arbeitete mit Größen wie David Bowie, Lou Reed und dem Philip-Glass-Ensemble. Seine Installation Electronic Superhighway mit 336 Fernsehgeräten und kulturellen Referenzen für jeden US-Bundesstaat nahm die fragmentierte Kommunikation heutiger Meme-Kultur vorweg, indem sie popkulturelle Schnipsel als eigenständige Kommunikationsform etablierte.
Was heutige Künstler von Paik lernen können
Paiks neugieriger, experimenteller Ansatz bleibt vorbildhaft. Anstatt Technologie nur zweckgebunden einzusetzen, ermutigte er zum „Auseinandernehmen“ und Neudenken technischer Möglichkeiten. Er verstand Technologie als „zweischneidiges Schwert“ und nutzte sie dennoch, um Menschen zu verbinden und zu kommunizieren.
Seine Arbeiten werden heute in Tate Modern, SFMOMA und anderen führenden Museen ausgestellt, wo sie weiterhin ein junges Publikum anziehen und zahlreiche Social-Media-Posts inspirieren.
Wer sich also für eine Stunde aus der steten und verschleißenden Sogkraft der Medienlandschaft herausnehmen möchte, um in künstlerischer Distanz einen vielschichtigen und kritischen Blick darauf zu erlangen, sollte sich den Kinostart am 11.9. unbedingt vormerken.“
Zehn Vornamen, zehn Gesichter, zehn Leben – acht davon gewaltsam getötet durch einen Krieg, der nicht erst seit dem Jahr 2023 den Gazastreifen heimsucht. Die Ausstellung „GAZA“ widmet sich diesen zehn Menschen, nicht als bloße Namen in Statistiken, sondern als Individuen mit Biografien, Familien, Hoffnungen, Berufen und Träumen.
Ausstellung „GAZA“ bis zum 29.8.25 verlängert
Gemeinsam ist sieben von ihnen das Schicksal, durch israelische Luftangriffe getötet worden zu sein – als Zivilisten, meist in ihren Häusern, in Kliniken oder auf der Flucht. Sie waren Künstler, hatten Kinder oder waren Eltern, Lehrer oder Journalisten. Sie starben nicht im Kampf, sondern im Alltag in Gaza.
Die Kunstausstellung „GAZA“ von Matthew Collings in der 𝗩𝗲𝗿𝗲𝗻𝗮 𝗞𝗲𝗿𝗳𝗶𝗻 𝗚𝗮𝗹𝗹𝗲𝗿𝘆 wurde bis zum 29.8.25 verlängert.
Jede der zehn dargestellten Personen war zuvor Teil einer Gesellschaft unter Belagerung, geprägt von Jahrzehnten der Isolation, institutionalisierter Gewalt und einem Alltag unter ständiger Bedrohung. Was sie in ihrem Tod vereint, ist nicht allein das Datum oder der Ort, sondern die Tatsache, dass sie nicht vergessen wurden – ihre Namen wurden aufgeschrieben, ihre Gesichter gemalt, ihre Geschichten geteilt. Sie haben ihrem Leid eine Stimme gegeben.
Fadwa. Fatima. Hala. Hiba. Heba. Nour. Mohammed. Saleem. Refaat. & Mosab – Zehn Vornamen, zehn Gesichter, zehn Leben – acht davon gewaltsam getötet durch den Krieg.
Matthew Collings hat sie gemalt. Seine Porträts verzichten auf Dramatik, auf Schmerzdarstellung, auf politische Statements. Stattdessen suchen sie das stille Gespräch mit dem Betrachter: durch das Gesicht eines Jungen, das Lächeln einer Frau, den Blick eines Poeten. Es sind Erinnerungen an Menschen mit Träumen, Wünschen, Hoffnungen, die rücksichtslos ausgelöscht wurden oder in der Diaspora überleben.
„Sie waren Künstler, hatten Kinder oder waren Eltern, Lehrer oder Journalisten. Sie starben nicht im Kampf, sondern im Alltag in Gaza.“
So wird aus der Serie eine malerische, stille, ehrfürchtige Form des Gedenkens – ein würdiger Nachruf und Aufruf in Öl auf Leinwand. Es ist eine kollektive Zeugenschaft für eine Realität, in der das menschliche Antlitz inmitten von Zerstörung aufscheint und auch anklagt – als das, was es bleibt: die sichtbare Spur eines Lebens, das nie hätte enden dürfen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 29. August 2025 in der Verena Kerfin Gallery, Köthener Straße 28 in Berlin zu sehen.
Über den Künstler Matthew Collings
Der britische Künstler Matthew Collings setzt sich mit dieser Bildreihe intensiv mit dem Leid der Zivilbevölkerung in Gaza auseinander.
Collings‘ künstlerische Praxis steht im Zeichen des menschlichen Verlusts durch militärische Gewalt. Er thematisiert die Zerstörung von Familien, Schulen, kulturellen Orten und dem Alltag in seinen Werken. Besonders bewegend sind seine stillen Porträts, etwa von der palästinensischen Künstlerin Heba Zagout, die 2023 zusammen mit zwei ihrer Kinder bei einem Luftangriff getötet wurde.
Was macht Collings‘ Werke so eindringlich? Seine Gemälde zeigen keine direkten Kriegsszenen, sondern ruhige Bilder des Verlustes und des Verschwindens. Er nimmt Geschichten wie die von Zagout als Ausgangspunkt, um über Tod, Schmerz und ausgelöschte Leben zu reflektieren. In einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte sagte sie, dass Kunst ihr Weg sei, palästinensische Identität auszudrücken – ein Gedanke, den Collings in seinem Werk weiterleben lässt.
„GAZA“ ist zugleich Protest und Reflexion über die Kosten des Krieges. Collings erinnert uns daran, dass diese Kosten stets von Zivilisten mit ihrem Leben bezahlt werden. Seine Kunst gibt den vermeintlich Namenlosen und Vergessenen ein Gesicht und eine Würde, die bleibt.
Verena Kerfin Gallery – Raum für stille Zeugnisse
Inmitten des urbanen Berliner Kunstgeschehens hat sich die Verena Kerfin Gallery als Ort für kritische zeitgenössische Positionen etabliert. In ihren Räumen an der Köthener Straße 28 in Kreuzberg entfalten sich regelmäßig Ausstellungen, die über das Kunstgeschehen hinausreichen.
Die Galerie, die regelmäßig zwischen internationalen Kunstmessen und lokalen Ausstellungsprojekten pendelt, setzt aktuell mit „GAZA“ ein unmissverständliches Zeichen gegen das Vergessen.
Was die Berliner Galerie besonders auszeichnet, ist ihr Mut, politisch brisante Themen nicht sensationalistisch, sondern mit leiser Würde zu präsentieren. Die Räume bieten einen Ort der Besinnung und des stillen Dialogs zwischen Betrachtern und den porträtierten Menschen.
Dabei verfolgt die Galerie, die montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr geöffnet ist, ein ambitioniertes Ausstellungsprogramm. Vor „GAZA“zeigte sie unter anderem „Arcadia: Often Dreamt, Seldom Lived“ und „Tight and Loose“, was die Bandbreite des kuratorischen Konzepts verdeutlicht. Die Verena Kerfin Gallery macht deutlich, dass Kunst nicht nur ästhetischen Ansprüchen genügen, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann.
Der Bundeskulturhaushalt zeigt eine überraschende Entwicklung im Jahr 2025.Trotz anhaltend schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wächst der Kulturetat um mehr als 50 Millionen Euro und erreicht insgesamt gut 2,25 Milliarden Euro.
Tatsächlich weist der aktuelle Haushaltsentwurf des Kulturstaatsministers einen kleinen Aufwuchs gegenüber dem Entwurf der Vorgängerregierung auf.In diesem Zusammenhang wird besonders die dringende Notwendigkeit betont, in Kulturbauten zu investieren und diese zu sanieren. Damit bleibt die Bundesregierung ein verlässlicher Partner für die Kultur- und Medienlandschaft in Deutschland.
Was sich im Bundeskulturhaushalt 2025 verändert
Im zweiten Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2025 zeigen sich trotz angespannter Finanzlage bemerkenswerte Entwicklungen für den Kulturbereich.Der Bundeskulturetat steigt auf etwa 2,2 Milliarden Euro, was einen leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresentwurf darstellt.Manche Quellen sprechen sogar von einem Anstieg auf 2,25 Milliarden Euro, was einem Wachstum von mehr als 50 Millionen Euro entspricht.
Allerdings verteilen sich diese Mittel ungleichmäßig auf verschiedene Kulturbereiche. Einerseits erfährt die kulturelle Filmförderung eine deutliche Aufstockung um 11,3 Millionen Euro ab 2025, wobei der formale Aufwuchs sogar bei über 18 Millionen Euro liegt.Hierin sind jedoch auch die Mittel für die Kinoförderung in Höhe von 7 Millionen Euro enthalten, die zuvor an anderer Stelle im Haushalt verortet waren.
Zusätzlich erhält die Stiftung Preußischer Kulturbesitz weitere 17 Millionen Euro gegenüber den bisherigen Planungen. Dies soll besonders in Zeiten hoher Kostensteigerungen den Betrieb der Stiftung stärken.Für die Deutsche Welle sind zusätzliche Mittel in Höhe von 25 Millionen Euro im Vergleich zur Finanzplanung vorgesehen.
Andererseits gibt es auch signifikante Kürzungen: Die Förderung im Bundeskulturfonds soll halbiert werden, um die Schuldenbremse einzuhalten.Noch drastischer trifft es das „Bündnis Internationaler Produktionshäuser“, dessen Mittel von fünf Millionen Euro komplett wegfallen sollen.Dies steht im Widerspruch zum Koalitionsvertrag, in dem der Bundeskulturfonds als „Innovationstreiber“ bezeichnet wurde, der „auszubauen“ sei.
Der Bund unterstützt außerdem die europäische Kulturhauptstadt Chemnitzmit insgesamt 25 Millionen Euro, wovon 10 Millionen Euro im kommenden Jahr fließen werden.Ferner soll die Arbeit der Gedenkstätten gestärkt und der Aufbau des Deutsch-Polnischen Hauses mit einer Million Euro vorangebracht werden.
Ein besonderer Schwerpunkt des Haushaltsentwurfs liegt auf Investitionen in Kulturbauten.Mehr als 50 Millionen Euro zusätzlich sind für baureife Projekte vorgesehen.
Kulturelle und medienpolitische Schwerpunkte
Die kulturpolitischen Schwerpunkte im Bundeshaushalt 2025 zeigen eine klare Richtung für die künftige Entwicklung der deutschen Kulturlandschaft.Besonders hervorstechend ist die Kulturbauten-Offensive, für die ein Aufwuchs von über 50 Millionen Euro vorgesehen ist.Kulturstaatsminister Wolfram Weimer betont in einer Pressemitteilung des Deutschen Kulturrates vom 09. Juli, dass „Kulturbauten zu unserer Identität als Kulturnation gehören“ und „unmittelbar zur Strahlkraft und Stärkung des Standortes Deutschland beitragen“.
Im Bundeskulturhaushalt 2025 sticht besonders die Kulturbauten-Offensive hervor. Diese Abbildung dient Illustrationszwecken und wurde mittels einer Bild-KI erzeugt
Zu den konkreten Projekten zählen die Museumsinsel in Berlin, das Deutsch-Polnische Haus sowie die Neugestaltung von NS-Gedenkstätten in Dachau, Ravensbrück und Sachsenhausen.Darüber hinaus werden die Sanierung der Paulskirche, das Festspielhaus in Bayreuth und Schloss Friedenstein in Gotha gefördert.Für letzteres stellt der Bund bis zu 55 Millionen Euro bereit.
Im Bereich der Filmförderung verzeichnet der Etat einen beachtlichen Zuwachs.Die kulturelle Filmförderung wird um 11,3 Millionen Euro aufgestockt. Parallel dazu setzt die Bundesregierung den Reformprozess für eine modernisierte Filmförderung fort.Das neue Filmförderungsgesetz sieht eine vollautomatische Produktions- und Verleihförderung vor, wodurch jährliche Bürokratiekosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro eingespart werden sollen.
Für die Deutsche Welle sind zusätzliche 25 Millionen Euro im Vergleich zur Finanzplanung vorgesehen.Die DW Akademie, als Zentrum für internationale Medienentwicklung, erhält 37,75 Millionen Euro Projektfördermittel und arbeitet in 60 Entwicklungs- und Schwellenländern.
Ebenso wird die Erinnerungskultur gestärkt.Die Gedenkstättenarbeit wird gemäß Koalitionsvertrag unterstützt, wobei der Aufbau des Deutsch-Polnischen Hauses mit einer Million Euro gefördert wird.Dies geschieht in einer Zeit, in der laut Studien antisemitische und geschichtsrevisionistische Haltungen zugenommen haben – 38,1% der Befragten stimmen der Forderung nach einem „Schlussstrich“ unter die NS-Zeit zu.
Zusätzlich wird der KulturPass 2025 fortgeführt und die europäische Kulturhauptstadt Chemnitz mit insgesamt 25 Millionen Euro unterstützt, wovon 10 Millionen Euro im kommenden Jahr fließen werden.
Kritik, Debatten und nächste Schritte
Trotz der Erhöhung des Bundeskulturhaushalts auf 2,25 Milliarden Euro gibt es zahlreiche kritische Stimmen zur aktuellen Entwicklung.Der Deutsche Kulturrat begrüßt zwar den leichten Aufwuchs gegenüber dem Haushaltsentwurf der Vorgängerregierung, stellt jedoch die Frage, ob die Mittel für Kulturbauten aus dem milliardenschweren Investitionspaket des Bundes oder aus dem eigenen Etat des Kulturstaatsministers kommen sollten.
Ein besonders umstrittenes Thema ist die von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer geplante Digitalabgabe für bedeutende Internetkonzerne wie Google und Meta.Nach österreichischem Vorbild sollen Plattformbetreiber mit Milliardenumsätzen einen Abgabesatz von 10 Prozent entrichten.Diese Abgabe wird als „Plattform-Soli“ bezeichnet und soll für Plattformen gelten, die Medieninhalte nutzen.Allerdings gibt es offenbar noch erheblichen Abstimmungsbedarf innerhalb der Bundesregierung.Der Kulturrat betont, dass eine solche Abgabe in erster Linie den kulturellen Inhaltslieferanten und nicht dem Staatshaushalt zugutekommen sollte.
Bedenken gibt es auch bei der sozialen Lage von Künstlerinnen und Künstlern.Obwohl die Kulturausgaben deutlich gestiegen sind, verdienen viele Kunstschaffende immer noch zu wenig, wenn eine öffentliche Förderung erfolgt.Der Kulturrat fordert daher zügige Verhandlungen über Basishonorare mit den Ländern.
Vor Beginn der Haushaltsberatungen im Bundestag hat ein Bündnis aus Sozialverbänden, Umweltorganisationen und Gewerkschaften die Koalition zu Investitionen im sozialen und ökologischen Bereich aufgerufen.Die ständigen Kürzungsdebatten bei essenziellen Bereichen wie Inklusion, Bildung oder sozialem Wohnungsbau seien fatal.
Die AfD kritisiert den schwarz-roten Haushaltsentwurf scharf und bezeichnet den geplanten Schuldenberg als „nicht alternativlos“.Gleichzeitig warnt die sächsische Ministerin Klepsch davor, Einrichtungen gegeneinander auszuspielen, und sieht keinen Spielraum für weitere Reduzierungen ohne Schließung von Einrichtungen.
Der zweite Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2025 steht unter dem Vorbehalt des parlamentarischen Haushaltsaufstellungsverfahrens.Die Entscheidung über den Haushalt soll nach der parlamentarischen Sommerpause im September getroffen werden.
Fazit
Zusammenfassend zeigt der Bundeskulturhaushalt 2025 trotz wirtschaftlicher Herausforderungen eine bemerkenswerte Entwicklung. Der Anstieg auf 2,25 Milliarden Euro unterstreicht die Bedeutung kultureller Förderung für die Bundesregierung. Besonders die Schwerpunkte auf Kulturbauten, Filmförderung und die Unterstützung der Deutschen Welle fallen dabei ins Gewicht. Allerdings bestehen nach wie vor Spannungsfelder zwischen verschiedenen Kulturbereichen.
Die ungleiche Verteilung der Mittel wirft Fragen auf. Während manche Bereiche deutliche Aufstockungen erfahren, müssen andere empfindliche Kürzungen hinnehmen. Diese Diskrepanz steht teilweise im Widerspruch zum Koalitionsvertrag und sorgt daher für Kritik aus der Kulturbranche. Daneben bleibt die soziale Lage vieler Kunstschaffender weiterhin prekär.
Die geplante Digitalabgabe für große Internetkonzerne könnte zukünftig eine neue Finanzierungsquelle darstellen, bedarf jedoch noch weiterer Abstimmung innerhalb der Regierung. Gleichzeitig dürfte die starke Förderung von Kulturbauten langfristig zur Stärkung der kulturellen Infrastruktur beitragen.
Letztendlich wird sich erst nach den parlamentarischen Beratungen im September zeigen, welche Aspekte des Haushaltsentwurfs tatsächlich umgesetzt werden. Die Debatte verdeutlicht jedoch, dass Kultur trotz aller Sparmaßnahmen ein zentraler Bestandteil deutscher Identität bleibt. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie Deutschland seine kulturelle Vielfalt in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bewahrt und fördert.