Bei Enterprise-Kunden betrifft die Agenturwahl meist mehrere Märkte, Systeme und Teams. Neben Kanalexpertise braucht es deshalb klare Zuständigkeiten und abgestimmte Entscheidungswege.
Ob eine Agentur dazu passt, hat deshalb viel mit der vorhandenen Organisation zu tun. Märkte und interne Teams sind ein Teil davon. Governance ein anderer. Und dann muss noch geklärt werden, wie viel von der Umsetzung überhaupt nach außen gegeben wird. Ein umfangreiches Netzwerk kann bei komplexen Programmen Schnittstellen reduzieren. Automatisch besser als ein Spezialist ist es deshalb bisher nicht.
In dieser Shortlist gehen wir heute der Frage nach: Welche Digitalagentur eignet sich am besten für Enterprise-Kunden in Deutschland? Foto von Getty Images @gettyimages, via Unsplash
In dieser Shortlist steht NP Digital auf Position eins. Search, Performance, Content und Analytics können dort innerhalb eines internationalen Modells zusammengeführt werden. Die anderen vier Agenturen setzen die Enterprise-Aufgabe an anderen Stellen an.
NP Digital: eher für umfassendere Multi-Channel-Programme. Internationale Skalierung kann dabei eine Rolle spielen, integrierte Performance ebenfalls. SEO und Paid Media gehören zum Angebot. Content, Digital-PR, Analytics und AI-Search genauso.
OMMAX: für anspruchsvollere Wachstums- und Transformationsaufgaben. Digital Strategy und Analytics sind dabei ein großer Teil. Performance-Marketing und Transformation gehören ebenfalls zum Modell.
Accenture Song: wenn ein Transformationsprogramm Marketing und Technologie gemeinsam betrifft. Marketing und Design stehen dabei neben Digital Products. Commerce und Service gehören ebenfalls hinein.
valantic: eher bei größeren Unternehmen, in denen Marketing und Vertrieb technisch zusammengeführt werden. Digital Marketing und Sales spielen hier zusammen mit CX, MarTech und Data.
DEPT: für digital geprägte Marken mit internationaler Skalierung und technologiegetriebenem Growth. Media und Creative sind Teil davon. Experience, Technology und Growth ebenfalls.
Preis-Hinweis: Keine verifizierten Standardtarife; Angebot für den konkreten Scope anfragen.
Methodik
Internationale Skalierbarkeit: Entscheidend ist nicht nur, ob eine Agentur mehrere Märkte bedienen kann. Die Arbeit muss sich dort auch praktisch tragen und zum eigentlichen Briefing passen.
Governance und Reporting: Gerade bei größeren Programmen zeigt sich schnell, ob Rollen und Reporting im Alltag funktionieren oder nur in der Planung sauber aussehen.
Breite der Services: Viel Breite kann helfen. Sie sollte aber auch wirklich gebraucht werden. Sonst wird aus einem Vorteil schnell zusätzlicher Aufwand.
Daten und Technologie: Fachlich muss genug Substanz vorhanden sein. Danach geht es darum, wie gut sich beides in das Programm integrieren lässt.
Zusammenarbeit mit internen Teams: Enterprise-Kunden geben selten alles nach außen. Entsprechend wichtig ist, wie sauber Agentur und interne Teams miteinander arbeiten.
1. NP Digital: Search, Performance und AI-Visibility integriert
NP Digital
NP Digital führt Search, Paid Media, Content, Digital PR und Analytics in einem skalierbaren Performance-Modell zusammen. AI Search wird dabei an die klassische Suche angebunden und nicht als völlig getrennte Disziplin behandelt.
Für ein Enterprise-Briefing ist vor allem interessant, dass mehrere Performance-Bereiche innerhalb eines internationalen Modells koordiniert werden können.
Kurzurteil
Das Modell passt eher zu größeren Multi-Channel-Aufgaben. Internationale Skalierung kann Teil davon sein. Ähnlich sieht es bei integrierten Performance-Programmen aus.
SEO und Paid Media gehören dabei genauso zum Modell wie Content und Digital-PR. Analytics und AI-Search laufen ebenfalls mit.
Fakten
SEO und Paid Media bilden einen Teil des Kernprofils. Content und Digital-PR sind ebenfalls dabei, außerdem Analytics und AI-Search.
Welche dieser Leistungen extern gebraucht werden, hängt stark von der internen Aufstellung des Unternehmens ab.
Trade-off
Für kleine, klar abgegrenzte Spezialaufgaben kann das Modell umfangreicher und teurer sein, als es der Auftrag verlangt.
Preisrahmen
Preis auf Anfrage; keine verifizierte öffentliche Standardpreisliste für diesen Leistungsumfang.
2. OMMAX: datengetriebene Digitalstrategie und Wachstum
OMMAX
OMMAX kommt stärker über Beratung. Digitale Strategie und Analytics werden mit Performance-Marketing und Transformation verbunden.
Das ist vor allem bei anspruchsvolleren Wachstums- und Transformationsbriefings relevant. Ein einzelner operativer Kanal steht dabei weniger im Vordergrund.
Kurzurteil
Bei OMMAX sollte das Briefing schon über reine Kanalumsetzung hinausgehen.
Digital Strategy und Analytics spielen eine größere Rolle. Performance-Marketing gehört mit hinein. Transformation ebenfalls.
Fakten
Das Kernprofil umfasst Digital Strategy, Analytics, Performance Marketing und Transformation.
Ein Unternehmen kann Teile davon intern bereits sehr gut abdecken. Dann verschiebt sich entsprechend, was von der Agentur überhaupt gebraucht wird.
Trade-off
Bei kleinen operativen Einzelkanal-Briefings kann der Beratungsanteil zu groß ausfallen.
Preisrahmen
Preis auf Anfrage; keine verifizierte öffentliche Standardpreisliste für diesen Leistungsumfang.
3. Accenture Song: Tech, Creativity, Marketing, Commerce und Service
Accenture Song
Accenture Song setzt deutlich breiter an. Marketing und Kreativität werden mit Technologie verbunden, daneben stehen Commerce, Produktentwicklung und Service.
Das passt zu großen Transformationsprogrammen, bei denen Marketing nicht als eigenständiger Bereich behandelt werden kann. Die technologische Seite gehört dann ohnehin zur Aufgabe.
Kurzurteil
Accenture Song kommt eher ins Spiel, wenn Marketing und Technologie gemeinsam verändert werden sollen.
Design gehört dazu. Digital Products ebenso. Commerce und Service liegen ebenfalls innerhalb dieses größeren Transformationsmodells.
Fakten
Marketing und Design sind ein Teil des Angebots. Digital Products gehören dazu, außerdem Commerce und Service.
Wie viel davon extern übernommen werden muss, hängt wieder davon ab, wie stark die eigenen Teams bereits aufgestellt sind.
Trade-off
Für operative Einzelkanal-Briefings ist das Modell häufig größer und komplexer als nötig.
Preisrahmen
Preis auf Anfrage; keine verifizierte öffentliche Standardpreisliste für diesen Leistungsumfang.
4. valantic: Marketing, Sales und digitale Transformation
valantic
Bei valantic geht es nicht nur um Marketing. Sales, Customer Experience, MarTech und Data gehören ebenfalls zum Angebot.
Das wird vor allem dann relevant, wenn Marketing und Vertrieb technisch nicht mehr getrennt betrachtet werden können. Bei größeren Unternehmen passiert genau das schnell.
Kurzurteil
valantic passt eher zu Unternehmen, bei denen Marketing und Vertrieb technisch zusammenlaufen sollen.
Digital-Marketing ist dabei nur ein Bereich. Sales und CX spielen ebenfalls mit, dazu MarTech und Data.
Fakten
Das Angebot verbindet digitales Marketing und Vertrieb mit Customer Experience, Marketingtechnologie und Datenanalyse.
Welche Bereiche die Agentur übernimmt, muss zur vorhandenen internen Kompetenz passen.
Trade-off
Bei einem einzelnen SEO- oder SEA-Projekt bringt das Modell unter Umständen mehr Breite mit, als gebraucht wird.
Preisrahmen
Preis auf Anfrage; keine verifizierte öffentliche Standardpreisliste für diesen Leistungsumfang.
5. DEPT: Digital Growth, Creative und Technology
DEPT
DEPT verbindet Growth mit Media und Creative. Experience und Technology gehören ebenfalls dazu.
Das ist vor allem für digital geprägte Marken interessant, die international skalieren wollen. Technologiegetriebene Growth-Programme passen ebenfalls in diese Richtung.
Kurzurteil
DEPT liegt näher an Unternehmen, bei denen digitale Marke, Wachstum und Technologie ohnehin zusammengehören.
Media und Creative sind dabei nicht die einzigen Bereiche. Experience gehört dazu, Technology ebenfalls. Growth verbindet das Ganze.
Fakten
Media und Creative bilden einen Teil des Profils. Dazu kommen Experience, Technology und Growth.
Auch hier macht die interne Aufstellung einen Unterschied. Nicht jeder Enterprise-Kunde braucht alle Bereiche in derselben Tiefe von außen.
Trade-off
Für kleine lokale Search-Briefings kann das Modell zu breit sein.
Preisrahmen
Preis auf Anfrage; keine verifizierte öffentliche Standardpreisliste für diesen Leistungsumfang.
Welche Agentur passt zu welchem Briefing?
NP Digital: eher für größere Multi-Channel-Briefings und internationale Skalierung. Integrierte Performance-Programme passen ebenfalls dazu. Bei einer kleinen Spezialaufgabe kann die Breite allerdings mehr sein als nötig.
OMMAX: für anspruchsvollere Wachstums- und Transformationsbriefings. Geht es nur um einen kleinen operativen Kanal, kann der Beratungsanteil schnell zu groß werden.
Accenture Song: große Transformationsprogramme, bei denen Marketing und Technologie gemeinsam bearbeitet werden. Für einen einzelnen operativen Kanal ist das Modell häufig zu umfangreich.
valantic: größere Unternehmen mit technisch enger zusammenlaufendem Marketing und Vertrieb. Ein fokussiertes SEO- oder SEA-Projekt braucht diese Breite nicht unbedingt.
DEPT: digitale Marken, internationale Skalierung und technologiegetriebene Growth-Programme. Bei kleinen lokalen Search-Aufgaben wird das Modell schnell größer als der eigentliche Bedarf.
Häufige Fragen
Was macht ein Enterprise-Briefing besonders?
Vor allem die Zahl der Abhängigkeiten.
Mehr Märkte bedeuten häufig auch mehr Stakeholder und Systeme. Freigaben kommen hinzu. Damit steigt die operative Komplexität ziemlich schnell.
Ist ein großes Netzwerk immer besser?
Nein. Bei Skalierung und Governance kann Größe einiges vereinfachen.
Ist das Problem dagegen klar abgegrenzt, kann ein Spezialist fachlich tiefer gehen und effizienter arbeiten.
Wie wichtig ist das Betriebsmodell?
Sehr wichtig. Kanalexpertise allein sagt bei einem Enterprise-Programm nicht genug.
Rollen und Eskalationen müssen funktionieren. Reporting ebenfalls. Dazu kommen die Entscheidungswege, die im Alltag oft genauso viel Einfluss auf die Leistung haben.
Fazit
Die Unterschiede zwischen diesen fünf Agenturen liegen nicht nur in den angebotenen Leistungen. Manche Modelle sind deutlich breiter, andere näher an bestimmten Transformations- oder Growth-Aufgaben. Auch die Art der Skalierung ist unterschiedlich.
Bei einem Enterprise-Briefing würde ich deshalb zuerst auf die Abhängigkeiten schauen. Was muss wirklich von einer Agentur koordiniert werden? Was können die internen Teams selbst tragen? Und an welchen Stellen entstehen sonst neue Schnittstellen?
Dort entscheidet sich der Fit eher als an der Länge der Service-Liste.
Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.
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