Andy Warhol – Die Ikone des Pop Art

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Andy Warhol ist der Künstler, der in der anerkannten “Ratingagentur der Kunstszene” als die Nr. 1 unter den zeitgenössischen Künstlern gefeiert wird. Diese Spitzenposition ist nicht nur ein Ausdruck seiner umfassenden Bekanntheit, sondern auch ein Spiegel seines gewaltigen finanziellen Erfolges. Der selbst herbeigeführt war: Warhol war Grafiker und malender und bildender Künstler, Filmemacher und Verleger und bedeutendster Mitbegründer der Pop Art. Sein Werk umfasst Grafiken und Gemälde, Fotografien und Filme, Musikproduktionen, Objekte und Bücher.

Andy Warhol hatte als jüngster Sohn russischer Immigranten 1928 in Pittsburgh geboren und wuchs in dieser Gegend auch auf. Durch eine schwere Krankheit im Grundschulalter war er lange bettlägerig und entwickelte in dieser Zeit sein Interesse für Kunst, Film und Comic. Mit 17 begann Warhol sein vierjähriges Studium (Malerei, Gebrauchsgrafik und Design), nach dem Abschluss zog es ihn sofort ins Zentrum der Werbung und des damaligen Kunstgeschehens, nach New York.

Dort lebte er anfang der 1950er Jahre von Gelegenheitsarbeiten, legte aber auch entscheidende Grundlagen seiner späteren Arbeit: Der russinische Name Andrew Warhola wurde gekürzt, er entwickelte die Idee der Motivübertragung und ließ zum ersten Mal seine Werke von Freunden mitbearbeiten.

Andy Warhol 1977

Andy Warhol 1977
von Kightlinger, Jack E., White House Photo, via Wikimedia Commons

Schon 1952 hatte er seine erste wichtige Einzelausstellung als Grafiker in New York, 1956 konnte er im Museum of Modern Art ausstellen. Ende der 1950er Jahre zählte Warhol bereits zu den bekanntesten (und teuersten) Grafikdesignern in Manhattan, nun wollte er sich auch als Künstler einen Namen machen. Er wollte Leinwandbilder auf ganz neue Art gestalten, anders als die zu dieser Zeit aktuellen abstrakten Expressionisten (Barnett Newman, Mark Rothko) oder die Künstler des Action Paintings wie Jackson Pollock.

Deshalb wählte er seine Motive aus der Popwelt und aus Hollywood, auch Comics und Cartoons wurden verarbeitet. Er musste jedoch bald feststellen, dass diese Motivwelt keine Neuentdeckung war, Künstler wie Robert Rauschenberg und Roy Lichtenstein hatten sich hier bereits bedient.

Also griff Warhol auf Bilder aus seiner Umgebung zurück, aus der Werbung, aus Zeitschriften und Magazinen. Aus diesen Motiven, die jedem seiner Mitmenschen vertraut waren, ließ er Siebdruckvorlagen herstellen und schaffte die bekannten Werke mit den zahlreichen seriellen Wiederholungen. Mit einem alltäglichen Motiv reüssierte Warhol auch 1962 auf seiner ersten Einzelausstellung als Künstler, der Präsentation von Campell’s Soup Cans. Es folgte das weltbekannte Bild von Marilyn Monroe, das Warhol in mehreren Farbvariationen verarbeitete, in gleicher Weise entstanden viele Werke mit Elvis, Liz Taylor und James Dean als Motiv.

Bei all diesen Bildern griff Warhol bewusst auf Vorlagen zurück, die er weiterverarbeitete, er sah sich weniger als Kunstproduzent denn als Vervielfältiger bereits vorhandener Kunstwerke. Warhols künstlerische Arbeit war die Gestaltung der gefundenen Motive nach einem bestimmten Konzept, auf der Grundlage seines phänomenalen Gespürs für Effekte, das sich er als Werbegrafiker angeeignet hatte. In der Folgezeit versorgte sich Warhol immer ungenierter mit Vorlagen aus der Populärkultur, auch mit abstoßenden Motiven wie Fotos von Autounfällen und Selbstmördern.

Die Kunstkritik konnte sich dem ästhetischen Reiz der Bilder nicht entziehen, die auch durch die seriellen Wiederholungen nicht das Motiv, sondern die Machart in den Vordergrund stellten. So sah man in diesen Werken eine Antwort auf die Manipulationen, mit denen die modernen Massenmedien den Betrachter zunehmend zu beeinflussen suchten. Auch die schrille Farbgebung und der bewusst nachlässige Auftrag der Farben erzeugten eine unbekannt reizvolle Optik, die an einen Filmstreifen erinnerte und die Zeitgenossen faszinierte. Es dauerte nur bis 1965, bis Warhols Bilder auf dem gesamten Kunstmarkt als Sensationen gefeiert wurden.

Andy Warhol hatte es geschafft, die Siebdruckarbeiten wurden immer häufiger von Assistenten gefertigt. Warhol widmete sich in der Folgezeit zahlreichen Kunstprojekten und war ein begeister Besucher der New Yorker VIP-Partyszene. Kritiker werfen ihm vor, dass er bis zu seinem Tod 1987 immer hemmungsloser Kommerz produzierte, während die Afficionados jede Betätigung der “Sphinx ohne Geheimnis” (Warhol-Charakterisierung des Schriftstellers Truman Capote) als Kunst ansahen.

In den nachfolgenden Video sehen Sie eine 50-minütige Dokumentation (in englischer Sprache) über Andy Warhol mit einer großen Auswahl seiner Werke:

Andy Warhol - Die Ikone des Pop Art

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Lina Sahne

Moderatorin und Autorin bei Kunstplaza
Passionierte Autorin mit regem Kunstinteresse

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