Presets vs. Filter: Der wichtigste Unterschied erklärt
Ein Foto kann fast fertig aussehen und trotzdem das Gefühl vermitteln, dass noch etwas fehlt. Vielleicht wirken die Farben etwas flach, das Licht zu kühl oder die gesamte Aufnahme transportiert nicht die gewünschte Stimmung. Viele Fotografen fragen sich dann: Wie kann ich ein Foto bearbeiten? Besonders Einsteiger stoßen dabei schnell auf zwei Begriffe: Presets und Filter.
Zunächst scheinen beide ähnlich zu sein. Mit beiden lässt sich der Stil eines Fotos schnell verändern. Sie können ein Bild wärmer, klarer, weicher oder dramatischer erscheinen lassen. Dennoch handelt es sich um unterschiedliche Werkzeuge. Filter sorgen meist für einen schnellen visuellen Effekt, während Presets häufig als flexibler Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung dienen.

Foto von Zulfugar Karimov @zulfugarkarimov, via Unsplash
In diesem Artikel erklären wir die maßgeblichen Unterschiede zwischen Presets und Filtern und zeigen, wie sich beide auf Ihre Fotos auswirken.
Inhaltsverzeichnis
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Was sind Presets?
Ein Preset ist eine gespeicherte Kombination mehrerer Bearbeitungseinstellungen. Mit einem einzigen Klick können verschiedene Aspekte eines Fotos gleichzeitig angepasst werden – darunter Belichtung, Kontrast, Farben, Schärfe und die allgemeine Bildstimmung. Statt jeden Regler einzeln auszuprobieren, erhalten Sie einen vorgefertigten Look, der als Ausgangspunkt für die Bearbeitung dient.
In Luminar Neo finden Sie Presets beispielsweise im Presets-Browser. Dort können Sie verschiedene Sammlungen durchsuchen oder sich Vorschläge anzeigen lassen, die auf das aktuell geöffnete Foto abgestimmt sind. Ganz gleich, ob Sie einen Stil für Porträts, Reisefotos, Landschaften oder Inhalte für soziale Medien suchen – Sie können unterschiedliche Looks ausprobieren und miteinander vergleichen.
Presets sind jedoch keine fertigen Endergebnisse. Sie dienen als Grundlage, die Sie nach Ihren Vorstellungen anpassen können. Die Intensität kann reduziert werden, einzelne Einstellungen können verändert werden, und wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, können Sie Ihre eigene Variante für zukünftige Projekte speichern.
Das Ziel eines Presets ist nicht, das ursprüngliche Foto zu verändern oder zu überdecken. Es soll Ihnen helfen, das Bild näher an die Vorstellung heranzubringen, die Sie beim Auslösen der Kamera im Kopf hatten.
Video-Tutorials zu Luminar Neo Presets
Wofür eignen sich Filter am besten?
Wenn Sie Fotos mit Filter bearbeiten möchten, um die Stimmung eines Bildes schnell zu verändern, sind Filter eine praktische Lösung. Mit nur einem Klick kann ein Foto wärmer, heller, weicher oder kontrastreicher wirken. Dadurch lassen sich Stiländerungen schnell umsetzen, ohne zahlreiche Einstellungen manuell anzupassen.
Der Nachteil zeigt sich jedoch, wenn der gewählte Filter nicht zum Motiv passt. Ein warmer Filter kann beispielsweise bei einer Straßenaufnahme während des Sonnenuntergangs hervorragend wirken, ein Porträt jedoch zu orange erscheinen lassen. Ein entsättigter Filter passt möglicherweise gut zu einer ruhigen Café-Szene, kann aber ein Produktfoto blass und weniger ansprechend wirken lassen. Da Filter meist weniger Raum für individuelle Anpassungen bieten, sind sie nicht immer die beste Wahl, wenn ein natürliches und ausgewogenes Ergebnis gefragt ist.
Video-Tutorials zur Arbeit mit Filtern in Luminar Neo
Wie wählen Sie die richtige Option für Ihren Stil?
Zu verstehen, wie man Bilder bearbeitet, beginnt mit einem genauen Blick auf das Foto. Möchten Sie vor allem die Stimmung verändern? Oder benötigt das Bild Anpassungen bei Licht, Farben und Kontrast?
Definieren Sie zunächst Ihr Ziel und wählen Sie dann die passende Bearbeitungsmethode. Wenn Sie ein schnelles und unkompliziertes Ergebnis erzielen möchten, kann ein Filter völlig ausreichen. Das gilt besonders für Stories, spontane Reisefotos oder Bilder, bei denen das Motiv bereits gut ausgeleuchtet ist.
Presets sind die bessere Wahl, wenn Sie konsistente Ergebnisse und mehr kreative Kontrolle wünschen. Sie eignen sich besonders gut für Bildserien aus demselben Shooting. Eine Straßenfotografie-Serie, ein Familien-Shooting oder ein Urlaubsalbum wirken oft harmonischer, wenn Farben und Kontrast aufeinander abgestimmt sind.
In Luminar Neo können Sie mit einem Preset beginnen und das Ergebnis anschließend individuell anpassen, sodass jedes Bild seinen eigenen Charakter behält. Prüfen Sie nach dem Anwenden des Presets Gesicht, Kleidung und Hintergrund separat. Wirkt die Haut zu warm oder erscheinen die Schatten zu stark, können Sie die Intensität reduzieren oder einzelne Einstellungen manuell nachjustieren.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten
Wenn Sie Bilder bearbeiten – egal ob mit Presets oder Filtern – können selbst kleine Fehler das Endergebnis deutlich beeinträchtigen. Hier sind einige typische Stolperfallen und Tipps, wie Sie sie vermeiden:
- Direkt den stärksten Filter oder das stärkste Preset wählen. Stark stilisierte Effekte können Farben unnatürlich wirken lassen und wichtige Details verdecken. Beginnen Sie mit einer dezenten Anpassung und erhöhen Sie die Intensität schrittweise, bis das Bild weiterhin glaubwürdig aussieht.
- Dieselbe Bearbeitung auf jedes Foto anwenden. Nicht jedes Motiv und jede Lichtsituation ist gleich. Eine Bearbeitung, die bei einem Bild hervorragend funktioniert, muss nicht automatisch bei allen anderen passen. Passen Sie die Einstellungen individuell an jedes Foto an.
- Farben übersättigen. Zu starke Sättigung kann Hauttöne unnatürlich wirken lassen und störende Farbverschiebungen erzeugen. Erhöhen Sie die Farbintensität vorsichtig und vergleichen Sie das bearbeitete Bild regelmäßig mit dem Original.
- Schatten zu dunkel oder Lichter zu hell machen. Zu viel Kontrast kann dazu führen, dass wichtige Details verloren gehen. Prüfen Sie sowohl die hellen als auch die dunklen Bereiche Ihres Fotos. Wenn dort keine Details mehr sichtbar sind, ist der Kontrast wahrscheinlich zu stark.
- Natürliche Hauttöne ignorieren. Intensive Farbkorrekturen können dazu führen, dass Personen zu orange, zu rot oder zu blass erscheinen. Achten Sie besonders auf Gesichter und passen Sie die Farben so an, dass die Haut natürlich wirkt.
- Die Bearbeitung zum Hauptmotiv machen. Wenn Betrachter zuerst den Filter wahrnehmen und erst danach das eigentliche Motiv, ist der Effekt wahrscheinlich zu stark. Treten Sie einen Schritt zurück und fragen Sie sich, ob die Bearbeitung das Foto unterstützt oder davon ablenkt. Reduzieren Sie die Intensität, wenn der Effekt zu dominant wirkt.
Fazit
Sowohl Presets als auch Filter können Fotos wirkungsvoll verbessern, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Funktionsweise und Flexibilität. Filter eignen sich vor allem für schnelle Stiländerungen, während Presets mehr Kontrolle bieten und als Grundlage für individuelle Anpassungen dienen.
Wer diese Unterschiede versteht, kann gezielt das passende Werkzeug für die gewünschte Bildwirkung auswählen. So kann sichergestellt werden, dass jedes Foto die gewünschte Stimmung transportiert und gleichzeitig seinen eigenen Charakter bewahrt.

Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.
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