Der Schuh in der Kunst ist schon seit der griechischen und römischen Antike ein unerschöpfliches Thema. Er hat eigentlich eine Schutzfunktion für den Fuß, ist allerdings abhängig von wechselnden Modeerscheinungen und besitzt eine starke Symbolik.
So gelten Maßschuhe für den Herren als Merkmal des beruflichen Erfolgs und Stiefel können für männliche Herrschaft und Macht stehen. Der Damenstiefel dagegen verknüpft sexuelle Begierde mit weiblicher Dominanz.
High Heels assoziieren Erotik, drücken aber auch eine Beengung und Fesselung aus, denn mit solchen Schuhen kann die Dame nicht weglaufen. In vielen Märchen und Erzählungen wird dem Schuh sogar Zauberkraft verliehen.
Daher wird hier dem Schuh als Kunstobjekt den ihm gebührenden Respekt gezollt.
Der Schuh wird in vielen Kunststilen verarbeitet! (link)
Sandalen von Apollo und Aphrodite
Eine erste bekannte Arbeit, bei dem der Schuh als Kunstobjekt im Mittelpunkt steht, wird in der antiken Marmorskulptur des nackten “Apollo von Belvedere” gesehen. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts in der Villa Neros bei Rom entdeckt.
Griechische Statue Apollo von Belvedere im Vatikan Museum Leochares, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die Statue ist eine Kopie eines griechischen Bronzewerkes aus dem 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, die dem Bildhauer Leochares zugewiesen wird.
Bei der Skulptur setzt vor allem die Fußbekleidung Akzente. Die Riemen wirken so fein und edel, dass es scheint, als wären die Sandalen für die Füße geschaffen – und die Füße für die Sandalen.
In der griechischen Mythologie rankt sich die Beziehung der Götter Hermes und Aphrodite um deren Sandalen. Hermes bat aufgrund seiner unerwiderten Liebe zur Göttin der Sinnlichkeit seinen Vater Zeus um Hilfe. Dieser entsandte einen Adler, der Aphrodites Sandalen stahl. Um diese wiederzuerlangen, musste sich Aphrodite dem Hermes unterordnen.
Bekannter noch ist die Skulptur“Eros und Pan”, aus dem 1. Jahrhundert v.Chr. Heute steht sie im Nationalmuseum in Athen. Es wird eine Szene festgehalten, in der der Hirtengott Pan sich Aphrodite unsittlich nähern will. Diese holt darauf mit der Sandale aus, um die Übergriffe abzuwehren.
Aphrodite, Pan and Eros., National Archaeologicka Museum in Athen Zde, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Halbschuhe des Arnolfini
Auch beim Gemälde “Die Arnolfini-Hochzeit” des flämischen Malers Jan van Eyck aus dem Jahre 1434 verströmen Schuhe eine tiefergehende Symbolik. In diesem Falle wurden die Schuhe ausgezogen und zur Seite gestellt, sodass das Brautpaar barfuß auf dem Dielenboden steht.
Die Arnolfini-Hochzeit des flämischen Malers Jan van Eyck
Damit verweist der Künstler auf das Alte Testament, in welchem der Boden während des Ehegelübdes heilig ist und nur barfuß betreten werden darf.
High Heels als Kunstobjekt
Die Geschichte des “Hohen Absatzes” hat ihren Ursprung bei den alten Ägyptern. Die Metzger dieser Epoche trugen Absätze, um nicht im Blut zu versinken. Zudem nutzten mongolische Reiter Schuhe mit hohen Absätzen, um Halt in den Steigbügeln zu finden. Während der Zeit Katharina von Medicis (1519-1589) lösten Schuhe mit Absätzen von bis zu 50 cm einen Modeboom aus.
Portrait von Katharina von Medici
Dann verschwanden die hohen Absätze aus dem Fokus. Erst wieder Marlene Dietrich zeigte sich zu Beginn der Goldenen Zwanziger des letzten Jahrhunderts mit High Heels in der Öffentlichkeit. Bis heute blieben sie ein Objekt, welches immer wieder Künstler verschiedener Stilarten inspiriert.
Die Wirkung von High Heels
Die Streckung des weiblichen Fußes in die Vertikale wird als Signal der weiblichen sexuellen Erregung gedeutet. Laut Messungen nimmt die Wölbung des weiblichen Pos um 25 % zu, wenn die Frau High Heels trägt.
High Heels als Kunstobjekt Foto von Amanda Vick @amandavickcreative, via Unsplash
Viele Beurteilungen gehen sogar soweit, dass der hohe Absatz eine gewöhnliche Frau in eine Verführerin verwandele. Bis heute gehört ein weit ausgeschnittener hoher Schuh, der die Trägerin sanft über dem Boden schweben lässt, zu den verlockendsten Motiven in der Kunst.
Der Reiz des Betrachters
Viele Kunstobjekte, die nur einen Schuh zeigen, vernachlässigen bewusst den dazugehörigen Körper. Dabei bleibt es der Fantasie des Betrachters überlassen, sich die Szene oder die Person, zu dem der Schuh gehört, vorzustellen und sich darauf einzulassen.
Damit wird der Reiz des Unsichtbaren thematisiert. Es werden Emotionen hervorgerufen, die im Gehirn Geschichten entwickeln, die ausschließlich im Unterbewusstsein vorhanden sind. Der Reiz des Betrachters besteht darin, immer noch etwas mehr im Kunstwerk entdecken zu wollen.
Inhaber und Geschäftsführer von Kunstplaza. Publizist, Redakteur und passionierter Blogger im Bereich Kunst, Design und Kreativität seit 2011. Erfolgreicher Abschluss in Webdesign im Rahmen eines Hochschulstudiums (2008). Weiterentwicklung von Kreativitätstechniken durch Kurse in Freiem Zeichnen, Ausdrucksmalen und Theatre/Acting. Profunde Kenntnisse des Kunstmarktes durch langjährige journalistische Recherchen und zahlreichen Kooperationen mit Akteuren/Institutionen aus Kunst und Kultur.
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