Das OFBA feiert Geburtstag! Die Geschenke sind für uns!
Das Philharmonische Orchester von Buenos Aires, auch OFBA genannt, wurde am 21. Mai 1946 gegründet. Es war das erste offizielle Orchester der Stadt Buenos Aires und zählt zu den renommiertesten Ensembles Lateinamerikas. In seinen 80 Jahren hat es unzählige Auszeichnungen erhalten, darunter zwei Konex-Preise, einen 1989 und einen zweiten 2016, für seinen herausragenden Beitrag zur Verbreitung der klassischen Sinfoniemusik.

Die Stadt Buenos Aires hatte schon immer ein Interesse an Musik. Bereits 1822 wurde die Sociedad Filarmónica de Buenos Aires (Philharmonische Gesellschaft Buenos Aires) gegründet, deren Ziel es war, das musikalische Leben zu organisieren und sowohl Sänger als auch Musiker auszubilden. In diesen Jahren war es oft notwendig, ausländische Musiker zu engagieren, um bei den Tertulias (den Treffen der High Society von Buenos Aires), zu spielen, da es an lokalen Musikern mangelte.
Zu diesen Gründungsinstitution schlossen sich im folgenden Jahr die Musikakademie und die Musikschule hinzu. Die Musikkultur war, entgegen der üblichen Meinung, kein Luxus, der ausschließlich der privilegierten Klasse vorbehalten war. Die Theater, sowohl das Coliseo Provisional, das manche auch als Casa de Comedias (Komödienhaus) kannten, als auch das vor Kurzem eingeweihte Colón Theater, verfügten über obere Ränge, in denen Menschen aus allen sozialen Schichten Platz fanden. Sogar die jungen Damen aus vornehmen Familien besuchten gelegentlich die Cazuela oder das Paradiso, wenn sie sich nicht in der für einen Balkon erforderlichen formellen Kleidung kleiden wollten.
Es dauerte 100 Jahre, bis feste Orchester gegründet wurden. Das bedeutendste war zweifellos das 1925 gegründete Orquesta Estable del Teatro Colón (Residenzorchester des Theaters), das sich hauptsächlich dem Opernrepertoire widmete. Unter den Rundfunkorchestern war das 1945 vom argentinischen Komponisten und Dirigenten Luis Gianneo gegründete Orquesta Sinfónica Juvenil de Radio Nacional (Radiojugendsimphonieorchester) der wichtigste Vorläufer des OFBA. Dieses Radioorchester wurde als privilegierter Ausbildungsort für Spitzenmusiker. Heute besteht es unter dem Namen Orquesta Sinfónica Juvenil Nacional „Libertador San Martín” weiter.
Im folgenden Jahr wurde das Orchester gegründet, das zunächst das Orchester des San Martín Theaters war und später zur Philharmonie von Buenos Aires mit Sitz im Colón Theater wurde. Sein erstes Konzert fand im Jahr darauf unter der Leitung des erfahrenen Dirigenten Lamberto Baldi statt, einem Komponisten und Pädagogen, der zuvor das Sinfonieorchester des SODRE in Montevideo geleitet hatte. Seitdem hat uns die Philharmonie von Buenos Aires immer wieder mit ihrer Qualität und ihrem Repertoire beeindruckt.
Das OFBA wurde von berühmten Dirigenten geleitet, darunter Sir Thomas Beecham, Wilhelm Furtwängler, Aaron Copland, Franz-Paul Decker und Zubin Mehta. In den 90er Jahren unternahm das Orchester ausgedehnte Tourneen durch Europa und trat an renommierten Bühnen, wie der Tonhalle Grosser Saal in Zürich, dem Großen Konzerthaussaal in Wien, dem Concertgebouw in Amsterdam und dem Théatre des Champs-Élysées in Paris auf. Mit dem OFBA traten international renommierte Künstler wie die Pianisten Martha Argerich und Daniel Barenboim, die Geiger Itzhak Perlman und Pinchas Zukerman, die Tenöre Luciano Pavarotti und Plácido Domingo, die Mezzosopranistinnen Guadalupe Barrientos und Federica von Stade sowie der virtuose Cellist Mstislav Rostropovich.

Zur Feier des 80-jährigen Jubiläums wird die Philharmonie von Buenos Aires im Jahr 2026 19 Abonnementkonzerte im Colón Theater sowie 8 Sonderkonzerte anbieten, von denen 4 kostenlos und außerhalb des Veranstaltungsortes stattfinden werden, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Das erste davon fand am Samstag, dem 14. März im Park rund um das Planetarium der Stadt Buenos Aires statt. Schon vor Sonnenuntergang begann sich eine Menschenmenge aller Altersgruppen vor der Bühne einzufinden, die am Vortag aufgebaut worden war. Einige mit Picknickdecken, andere mit Liegestühlen – alle suchten sich ihren Platz und warteten geduldig auf den Beginn des Konzerts. Bald war das Gelände voll, und die Menschen setzten sich rund um den See sowie auf die Gehwege und die Freiflächen, die das Gebäurde umgeben. Dank der beiden riesigen Bildschirme konnten auch diejenigen, die weiter entfernt standen, die Musiker bis ins Detail sehen.
Mariano Chiacchiarini hob pünktlich um halb neun den Taktstock und ließ ihn 80 Minuten lang keine Minute aus der Hand. Das Repertoire war vielfältig. Das Konzert begann mit der Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Rossini und wurde mit dem Blumenwalzer aus dem Ballett „Der Nussknacker“ von Tschaikowski fortgesetzt. Beide Stücke waren sehr festlich und rhythmisch und kamen beim Publikum sehr gut an. Die Coriolan-Ouvertüre von Beethoven hatte nicht so viel Erfolg. Ihr intimer Charakter erwies sich als ungeeignete Wahl für einen so großen und offenen Raum. Der anschließend gespielte Slawische Tanz Nr. 8 von Dvorák klang großartig und lenkte die Aufmerksamkeit aller Zuschauer wieder auf die Bühne. José Carlis Arrangement von „Adios Nonino“ wirkte aufgrund seiner Dissonanzen etwas befremdlich, doch die beiden folgenden Stücke: „Decarisimo“ und „Fuga y Misterio“, ebenfalls von Piazzolla, waren ein wahrer Genuss. Den Abschluss des Konzerts bildete Ginasteras „Suite de Estancia“.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Orchester sehr gut klang, dass das Publikum respektvoll war und die Vorstellung genoss. Trotz des ständigen Kommens und Gehens der Zuschauer gab es keine Vorfälle, und obwohl es Straßerverkäufer in der Menge gab, verhielten sie sich sehr rücksichtsvoll und priesen ihre Waren nur in den Pausen an. Es ist erfreulich zu sehen, wie die Philharmonie auch 80 Jahre später noch das Interesse von Groß und Klein weckt.

Laura Ragucci ist eine vielseitige Persönlichkeit, die als Kunstkritikerin, Lehrerin, Künstlerin und Fotografin tätig ist. Ihre Leidenschaft für Kunst und Kultur wird durch ihre umfangreichen Reiseerfahrungen bereichert, die ihr erlaubt haben, verschiedene kulturelle Einflüsse in ihre Arbeit zu integrieren.
Nach Jahren des Sprachenstudiums und einer Beschäftigung mit Informatik hat sie sich dem kreativen Ausdruck durch Fotografie und Schreiben zugewandt. Seit 2020 widmet sie sich vorwiegend der Kunstkritik, gestützt auf ihr Studium an der Nationalen Universität für Kunst (UNA).
Ihre Kunstrezensionen verfasst sie aus reiner Freude am künstlerischen Diskurs. Laura verkörpert den Geist einer unermüdlichen Entdeckerin, deren Neugier sie auf vielfältige Wege geführt hat.
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