Wie intuitives Malen dich zurück zu dir bringt

Wie oft hörst du auf deine Intuition? Spürst du dieses besondere Kribbeln im Bauch, eine leise Stimme, die dir etwas sagen möchte? Wahrscheinlich nimmst du deine Intuition gar nicht so bewusst wahr, denn als Erwachsene lassen wir uns nur selten von unserer inneren Stimme leiten. Im Trubel des Alltags geht sie dabei oft unter. Wenn zu viel im Außen passiert, vergessen wir, nach innen zu schauen. Ständig haben wir ein klares Ziel oder bestimmte Erwartungen vor Augen, an denen wir uns orientieren und denen wir – fast blind – folgen.
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Was verstehen wir unter intuitivem Malen?
Beim intuitiven Malen geht es vor allem um eins: Wieder hinzuspüren, dich treiben zu lassen und deiner inneren Stimme zu folgen – ohne Druck und ohne Bewertung. Der Fokus liegt weniger auf dem Ergebnis, sondern vielmehr auf dem kreativen Prozess. Der Weg ist das Ziel.
Intuitives Malen ermöglicht dir eine tiefe Verbindung zur inneren Welt, deinen eigenen Gedanken und Emotionen. Es braucht dafür keine besonderen Techniken oder Kenntnisse. Im Mittelpunkt steht das Experimentieren mit Farben, Untergründen und Werkzeugen, sowie der persönliche, kreative Ausdruck.100 Prozent Freiheit und Entfaltung.Natürlich ist das leicht gesagt, und ja, sich wirklich darauf einzulassen, fällt manchmal schwer. Aber jede und jeder von uns kann lernen, der eigenen Intuition (wieder) zu vertrauen und sie bewusst wahrzunehmen.
Erinnere dich zurück an deine Kindheit
Wenn man dir ein Blatt Papier, ein paar Farben und Pinsel gegeben hat, wirst du vermutlich nicht erst gefragt haben, was du malen oder ob du jetzt Blau oder Rot nehmen sollst. Du wirst keine Sekunde darüber nachgedacht haben, wie du deine Eltern, Oma und Opa am besten beeindrucken kannst. Ein Kind malt einfach. Es hat Freude an den Farben, am Ausprobieren, am Tun und am Selbstausdruck.
Und obwohl Kreativität etwas so Natürliches und uns angeboren ist, geht diese Verbindung zur ursprünglichen, wilden und freien Kreativität im Laufe der Zeit verloren. Erwartungen von außen und das Streben nach Lob haben uns und unser Malverhalten geprägt und verändert. Die Haare vom Papa dürfen nicht blau sein, das Gras ist grün und die Sonne muss gelb gemalt werden. Das kommt dir sicherlich bekannt vor, oder? Das Schöne ist: Intuitives Malen ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht. Wir sind vielleicht etwas aus der Übung, aber können uns diese natürliche Kreativität wieder zurückerobern.
Intuitives Malen kann man neu lernen
Auch ich musste das intuitive Malen wieder (neu) lernen. Und das obwohl Kreativität schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt hat. Bereits als kleines Mädchen malte ich stundenlang in meinem Kinderzimmer (und hörte nebenbei Tabaluga auf Kassette). Später belegte ich Kunst als Leistungskurs in der Oberstufe und während der Corona-Pandemie gründete ich mein erstes kleines Papeterie-Label. Doch ein fordernder Vollzeitjob ließ mir wenig Raum für meine Leidenschaft.
Ende 2023 beschloss ich dann, mich der Kunst erneut zu widmen und mir selbst wieder mehr Zeit dafür zu nehmen. Ich brauchte einen Ausgleich zur Arbeit. Etwas, was mir innere Ruhe schenkt. Auch wenn das Malen am naheliegendsten gewesen wäre, habe ich es zunächst mit Yoga, Meditation und sogar Kick-Boxen probiert. Doch leider habe ich darin nicht das gefunden, wonach ich eigentlich suchte. Durch einen glücklichen Zufall – und den braucht es als initialen Impuls manchmal – bin ich mit einer Freundin über Kunst, das Malen, die Suche nach dem inneren Ich und der Traumvorstellung eines eigenen Ateliers ins Schwärmen geraten. Und was soll ich sagen: Aus einem anfänglichen “Was wäre, wenn…” wurde schnell Wirklichkeit. Wir haben uns den Traum eines eigenen Ateliers erfüllt und uns einen Raum geschaffen, in dem wir experimentieren, unsere Ideen entfalten, neue Techniken ausprobieren und gemeinsam wachsen können. Doch nur, weil man einen gesonderten Space, ein Atelier hat, heißt das nicht, dass es direkt von Anfang an mit dem intuitiven Malen klappt. Ganz im Gegenteil.

Atelier D und K Hamburg-Fuhlsbüttel, Copyright: Danila Kreitz
Es braucht einen Mutausbruch
Ich musste erst lernen, meinen Perfektionismus und die eigenen (oft sehr hohen) Erwartungen an ein perfektes Ergebnis abzulegen. Dabei geholfen haben sicherlich ein großes Malervlies, auf dem gekleckert werden darf, verschiedene Materialien, Farben, Pinsel und Spachtel, die ausgetestet werden wollen, Vorfreude, etwas Neues auszuprobieren und vor allem der Mut einfach mal zu machen. Gerade das “einfach mal machen” ist der Schlüssel zum intuitiven Malen. Diesen Durchbruch hatten wir im Atelier mit einem Gemeinschaftswerk – liebevoll Mutausbruch genannt. Vorher malten wir auf kleinen Leinwänden und Papieren und obwohl die Fläche da war, begrenzten wir uns räumlich auf einen Quadratmeter und im Kopf auf das Perfekte. Wir wussten, dass wir ausbrechen wollen. Also brauchte es einen echten Mutausbruch und wir schnappten uns ein paar Farben, eine große Unterlage und eine (alte) leere Leinwand, die wir einfach mal so an die Wand nagelten. Wir hatten bewusst keine konkrete Vorstellung davon, was wie entstehen soll. Wir wussten nur: Wir wollen einfach mal Farbe auf eine Leinwand schmeißen! Ja, schmeißen! Und es hat verdammt viel Spaß gemacht.
Von dem Moment an fühlte ich mich leichter, befreiter und beflügelt, diesem neuen Gefühl – dem besonderen Kribbeln im Bauch – zu folgen. Ich erinnere mich gerne an den Mutausbruch zurück, aber nicht, weil ich unser finales Ergebnis abfeiere, sondern eher, weil ich mich gerne an diesen besonderen Moment zurück erinnere. Ein Moment des Loslassens, der gut tut.
Fazit: Intuitives Malen beginnt beim Loslassen und auf sich selbst vertrauen
Natürlich ist auch danach längst nicht aus jedem Versuch ein “echtes” Kunstwerk geworden, was ich für schön erachte. Aber das ist okay. Denn intuitives Malen ist für mich eine meditative Erfahrung, bei der ich mich auf den kreativen Prozess einlasse, ausprobieren kann, mir bewusst Raum fürs Experimentieren schenke und mich dem Moment hingebe, um bei mir anzukommen. Kunst ist für mich mehr als ein paar Pinselstriche und Farbe auf einer Leinwand. Kunst ist ein Gefühl. Sie ermöglicht es mir, mein Inneres nach außen zu kehren, alte Muster zu durchbrechen und mich frei zu fühlen. Denn Kreativität beginnt oft genau dort, wo wir aufhören perfekt sein zu wollen. Sobald ich das Atelier betrete und zu malen beginne, spüre ich, wie ich mich mit mir verbinde und mich von den fließenden Bewegungen der Farbe treiben lasse.
Als freiberufliche Künstlerin kann ich heute sagen: Der Sprung ins kalte Wasser tut gut und hält oft etwas ganz Besonderes für uns bereit. So war es bei mir und so wird es dir auch gehen.
Trau dich! Deine innere Stimme ist immer bei dir, du musst ihr nur zuhören.

Danila Kreitz begleitet Kreativität schon seit ihrer Kindheit. Schon früh liebte sie es zu malen, mit Farben zu experimentieren und Gedanken und Gefühle intuitiv auf die Leinwand zu bringen. Bis heute fasziniert sie besonders der Moment, in dem der Anspruch auf Perfektion losgelassen wird und freies Gestalten beginnt. Geboren in Rostock, lebt sie seit rund 15 Jahren in ihrer Wahlheimat Hamburg. Hauptberuflich arbeitet sie als Marketing Managerin in einem Tech-Unternehmen und widmet sich daneben als freiberufliche Künstlerin der abstrakten, emotionalen Malerei. Malen ist für sie Erdung und Energie zugleich. In ihrem Atelier in Hamburg-Fuhlsbüttel entstehen intuitive Werke mit fließenden Formen und organischen Strukturen – inspiriert von inneren Bewegungen, Intuition und der Lebendigkeit im Innen und Außen. Gleichzeitig versteht sie ihr Atelier als offenen Ort, an dem Menschen kreativ werden, experimentieren und neue Inspiration finden können.
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